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Südamerika

Donnerstag, August 31, 2017

So, jetzt aber: der Urlaub.
Achtung, länglich :-)

An sich hatte ich mit ‘richtig’ Urlaub für dieses Jahr ja schon abgeschlossen, denn nach dem erfolgreichen Schienentest war ich ja fest entschlossen, mein Knie operieren zu lassen. Als da dann doch nichts draus wurde, war ich zwar irgendwie froh, aber halt auch einigermaßen niedergeschlagen, denn der kurze Anflug Hoffnung auf Besserung hatte sich ja unerwartet schnell wieder in Luft aufgelöst.

Der beste Allgäuer von Allen schlug dann vor, nochmal einen Versuch an hohen Bergen zu wagen, bevor wir entweder zu alt oder zu kaputt dafür sind und lieferte kurz drauf auch den perfekten Vorschlag: Kultur und Hohe Berge in Südamerika. 3 Vulkane - Chachani, 6075m, Ampato, 6288m, und Coropuna, 6425m - perfekt für Fußlahme wie mich (wenig Abstieg) und ein Traumziel - Machu Picchu - ist auch dabei.

Beim genaueren Betrachten der Reise und der Daten sprang mich an, dass kurz nach dem Ende der offiziellen Reise der dritte Oktober mit wenig Aufwand an Urlaubstagen leicht eine weitere Woche anzuhängen wäre. Wenn man eh schon weit weg ist, wäre es ja schade drum, diese Woche quasi zu verschenken.

Ich brauchte nicht lang, um eine Ergänzung zu Peru zu finden: 2 leichte 6000er in Bolivien - Acotango, 6040m, und Parinacota, 6348m - noch dazu welche, an denen wir schon gescheitert waren (Acotango: Zufahrt verschüttet, Parinacota: wegen Mulmigkeit abgebrochen). Mit Diamir, der Agentur, die die ursprüngliche Reise anbot, hatten wir ja schon sehr gute Erfahrungen in Afrika gemacht und eine individuelle Reise zusammengestellt bekommen, die sonst so eher nicht durchgeführt wird.

Und auch diesmal klappte das: Diamir machte aus meinem Bolivien-Vorschlag mit minimalen Änderungen eine individuelle Verlängerung für den besten Allgäuer von Allen und mich, die sowohl noch ein wenig mehr Kultur (La Paz), als auch Erholung (heiße Quellen :-)) und eben die beiden Vulkane beinhaltete und uns trotzdem am folgenden Samstag wieder nach Hause bringen würde. Wir ließen uns den Urlaub genehmigen und buchten.

Der einzige Teil der Reise, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar war, war, wie wir von Arequipa nach La Paz kommen würden. Diamir hatte eine Busfahrt vorgesehen und wollte Bescheid geben, sobald die Angebote der lokalen Agenturen da seien. Als ich Anfang August noch keine Informationen hatte und nachfragte, stellte sich heraus, dass der vorgesehene Bus seit diesem Jahr nicht mehr fährt und dass derzeit Alterativen recherchiert würden.

Weia!

Dass, sowas zentrales 6 Wochen vor der Reise noch nicht in trockenen Tüchern war, fand ich beunruhigend. Eigene Recherchen brachten mich nicht sehr weit, weil die englischen Seiten alle nur die Busfahrt vorschlugen und lobten.

Zum selben Zeitpunkt bekam ich auch mitgeteilt, dass der Ampato wohl ausfallen müsse, weil der Sabancaya - ein aktiver Vulkan direkt daneben - momentan ausbricht und Asche auf den Ampato spuckt oder spucken könnte. Man arbeite daran, einen Ersatzberg zu organisieren, es würde wohl der Chucura werden, der sei sehr schön mit vielfarbigem Gestein und so.

Nach dem Telefonat recherchierte ich erst mal. Ohja, der Sabancaya bricht gerade aus, und er ist wirklich nicht weit weg vom Ampato, der gerade die ganze Asche abbekommt. So ein Sabancaya-Ausbruch war auch der Grund warum man 1995 die Mumie des Inca-Mädchens Juanita gefunden hat. Ein recht aktuelles Bild vom Sabancaya sieht so aus:

Mit einem Vulkan mag man sich ja nun wirklich nicht anlegen, aber der Chucura als Ersatz? Grad mal 5260m hoch und nur 500 Höhenmeter von der Teerstraße entfernt? Der Allgäuer und ich fanden nicht, dass das ein wertiger Ersatz wäre, allerdings muss man zugeben, dass sich nicht allzuviele ‘wertige’ Ersatzberge in vertretbarer Nähe und Schwierigkeit finden ließen. Schon gar nicht ohne richtige Karte und Führer.

Ich recherchierte und las viel und landete schließlich beim Hualca Hualca. Immerhin auch ein 6000er, wenn auch nur ‘grad so’, und laut Internet und meinem Andenbuch problemlos besteigbar, aber immer noch reichlich nahe am Sabancaya. Ich nahm an, dass die Experten vor Ort ja wohl wissen müssten, ob die 12-Kilometer-Sperrzone bis zum Hualca Hualca und einer potentiellen Aufstiegsroute reicht und schlug Diamir diesen Vulkan als Ersatz vor.

Nach wenigen Tagen kam dann die erfreulichen Nachrichten, dass erstens der Transfer von Arequipa nach La Paz endlich in trockenen Tüchern sei (echt umständlich: erst mit dem Nachtbus nach Cuzco, dann mit dem Flieger nach La Paz) und dass zweitens ja, der Hualca Hualca mit etwas Aufpreis (da ist ein Marsch zum Hochlager erforderlich, man braucht also Träger und Tiere und was weiß ich) durchaus machbar sei. Allerdings müssten natürlich erst mal die anderen Reiseteilnehmer (aktueller Stand: 4 oder 5 andere) auch befragt werden und zustimmen. Ich hatte keinerlei Zweifel, dass die alle zustimmen würden und so war es auch. Yay! Ein Berg!

Und so sieht die Planung jetzt aus:

  • Mit der Bahn nach Frankfurt
  • Mit dem Flugzeug nach Madrid, dann nach Lima, dann nach Cuzco
  • Peruanische Kultur: Cuzco, allerlei Inka-Ruinen und Märkte, Machu Picchu, Titicacasee, schwimmende Inseln, Arequipa, allerlei spanisches Zeug wie Kirchen und Paläste. Und natürlich Geschichte zuhauf.
  • So weit ich das beurteilen, kann eine sehr sinnvolle Akklimatisation, die auch mir taugen dürfte
  • Peruanische Berge: Der Berg über Machu Picchu, ein Hügel am Titicacasee, Chachani, Hualca Hualca und Coropuna (Dass wir die alle schaffen, ist unwahrscheinlich. Da kann einem so viel in die Suppe spucken: Wetter, Akklimatisation, Kondition, Umstände. Aber immerhin 3 Chancen, da sollte doch irgendwas gehen.)
  • Dann mit dem Nachtbus (von Cruz del Sur) von Arequipa nach Cuzco und mit dem Flugzeug weiter nach La Paz
  • Bolivianische Kultur: La Paz, Sajama Nationalpark, Heiße Quellen
  • Bolivianische Berge: Acotango, Parinacota (Hier gilt natürlich auch: dass wir alle beide schaffen, ist ein wenig unwahrscheinlich, wieder wegen Wetter, Kondition und Umständen, aber einer sollte doch gehen.)
  • Heimflug von La Paz nach Lima, dann nach Madrid und Frankfurt
  • Mit der Bahn zurück ins Allgäu

Und dann etwa 10.000 Bilder sortieren :-)

Von engel am 31.08.2017 18:54 • diary

Wow! Das hört sich nach einem tollen Programm an. Machu Picchu ist auch noch ein Traumziel von mir! Ich wünsche Euch, dass Ihr so viele Gipfel wie möglich erreicht. Aber auch so werdet Ihr viel sehen und viel erleben. Das liest sich wirklich ganz phantastisch!!!

[1] Von Sabine am 01.09.2017 10:27

Ich finde auch, dass super klingt. Schaumermal was alles geht, aber wenn uns nicht grad das Wetter oder die Gesundheit ganz furchtbar in die Suppe spuckt, sollte sich schon was machen lassen.

Der restliche Aspekt der Reise, Kultur, Angucken und so, das wir eh prima :-)

[2] Von engel am 03.09.2017 06:37
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