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Westalpenfeeling

Freitag, Dezember 22, 2017

Am Sonntag zog es uns ins Tannheimer Tal. Der Weg dorthin war schon wieder ein kleines Winterabenteuer für sich, denn nach der Autobahn waren die Straßen schneebedeckt und am Oberjoch fanden wir meterhohe Schneewände am Straßenrand vor. Klar, bei solchen Verhältnissen muss man vorsichtig fahren, aber einzelne Autofahrer haben es dann doch echt raus: 40 km/h auf der Landstraße, meine Güte! Überholen hab ich mich dann aber trotzdem nicht getraut, zuviel Schnee auf der Straße und zu wenig Sicht nach vorn (die Autos verschwanden teilweise in den Kurven hinter den Schneewänden).

So brauchten wir ziemlich lang bis nach Haldensee. Der Parkplatz war glücklicherweise geräumt, ich hatte schon überlegt, wo wir den Kangoo im Fall des Falles wohl abstellen können würden. Wir waren das vierte Auto auf dem Parkplatz :-)

Auf dem Forstweg waren wir baff: soooooo viel Schnee! Es hatte um die 40 Zentimeter Neuschnee auf einer eh schon beeindruckenden Altschneedecke. Dass da schon jemand gespurt hatte, war gar nicht schlecht. An unserer Abzweigung teilte sich die Spur und an unserer nächsten Abzweigung - schon auf dem schmalen Sommerweg durch den Wald - bog sie ab. Ab da war selbst spuren angesagt!

Es schneite und schneite und schneite. Zu einer kurzen Pause nach etwa der Hälfte der Höhenmeter (und etwa 2/3 des Weges) verzogen wir uns unter die dichten Äste einer großen Fichte. Darunter schneite es zwar auch, aber weniger. Danach ging es aus dem Wald raus in das große Kar und dann links hinauf Richtung Gipfel.

Bald kam Wind und als wir über den Rücken kamen, erwischte uns der mit voller Gewalt. Der Berg ist ein Grasberg und sämtlicher Schnee vom Rücken war total abgeblasen oder vereist. Ich zog die unkleidsame (aber warme) Daunenhose über, Ralle rödelte gleich komplett auf mit Helm, warmer Jacke und dicken Handschuhen.

Von oben schaute manchmal ein bisserl Sonne durch die Wolken, eisiger Wind blies Schneeflocken und Triebschnee, ins Tal sahen wir nur gelegentlich durch Nebel- und Wolkenfetzen hindurch. Auf der Seite nach Rauth runter war eine der gigantischen Wechten abgebrochen und lag in Trümmern halbwegs bis zu den Hütten runter. Die Steilwand Richtung Nesserlwängle mutete schon fast Matterhorn-Nordwand-mäßig an. Beinahe.

Es war aber arg ungemütlich. Wir fellten ab und verließen den ungastlichen Gipfel so schnell wie möglich. Oben ging es erst mal ein bisserl blöd über die vereisten Schneereste auf dem Gras, dann kamen wir in die Rinne zwischen den Latschen. Dort war der Schnee schon mal nicht schlecht. So richtig traumhaft wurde er, als wir weiter unten die windberuhigten Zonen erreichten. Traumpulver! Leider war die Sicht schlecht, wir wären beinahe in eine Mulde reingefahren und hätten dann mühsam raustreppeln müssen.

Der Sommerweg durch den Wald war wie zu erwarten ein wenig anspruchsvoll abzufahren - einschließlich der Querung der 3 Bäche, die natürlich nicht zugefroren waren und wo wir deswegen jeweils einen Meter runter und wieder rauf mussten. Glücklicherweise fiel keiner rein :-)


Start in Haldensee


Aufstieg auf der tiefverschneiten Forststraße


Erste Bachüberquerung


Spuren im Steilwald


Auf dem Weg zum Gipfel mit einer Ahnung von Licht


Querung auf die andere Seite


Wind auf dem abgeblasenen Rücken


Der einsame Gipfelstürmer


Die einsame Gipfelstürmerin :-)


Fette Wächte und Abbruch


Tiefblick ins Tannheimer Tal


Endlich Tiefschnee!


Viiiel davon :-)

Von engel am 22.12.2017 12:06 • outdoorski
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