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Winterraumfondue

Dienstag, November 28, 2017

Alle Jahre wieder ruft Yak zum Winterraumfondue und alle Jahre wieder kam uns irgendwas dazwischen. Diesmal aber stand kein Termin im Weg, legte keinen von uns eine Krankheit richtig flach und das Knie war auch so mittel-OK. Das Wetter wurde zwar umso schlechter, je näher der Termin kam, aber naja, Wetter findet halt statt.

Für mich Planungsfuzzi war die Vorbereitung zwar ein wenig anspruchsvoll (zu wenig Informationen vorab zu Winterräumen generell und dem angepeilten speziell und den Abläufen und dem mitzubringenden Zeug und Essen und Trinken, usw.), aber egal, Mut zur Lücke und der Rest würde sich dann schon finden.

Am Freitag kauften wir also ein, suchten das Skitouren-Zeug zusammen (fast erfolgreich, das Anti-Stoll-Wax fehlte) und ich buk einen großen Haufen Super-Duper glutenfreie Brownies, damit auch die ernährungstechnisch beeinträchtigen Teilnehmerinnen was davon hatten.

Samstag packten wir dann die Rucksäcke, die trotz Skitourenzeug, 6 Liter Bier, 1 Liter Radler, Fonduekäse, Brownies, Kaffee, Frühstück- und Übernachtungs-Zeug gar nicht so schwer waren wie befürchtet und starteten nach einem sehr gemütlichen Frühstück Richtung Bregenzer Wald. In der Früh hatte man über den Bergen noch Reste von blauem Himmel gesehen, aber als wir das Auto beluden, fing es an zu regnen und kurz hinter Kempten schüttete wie aus Kübeln. Bei 6 Grad.

In Immenstadt schüttete es bei 5 Grad, in Hittisau bei 4 Grad und in Schoppernau bei zwei Grad. Dort lagen auf den Wiesen vielleicht 10cm Schnee, die gerade weggeregnet wurden und wir hatten bis zum Parkplatz nur noch etwa 5 Kilometer und 150 Höhenmeter. Regenzeug hatten wir keines dabei, weil wir ja für Skitouren geplant hatten. Super!

Wir fuhren weiter und - Wunder über Wunder! - der Schnee wurde mehr und der Regen wandelte sich zu Schneeregen. Wir stellen den Kangoo am Parkplatz ab und überlegten, ob wir überhaupt losgehen sollten (und ob überhaupt außer uns noch jemand kommen würde). So wie das momentan schneeregnete, würden wir umgehend nass und die Rucksäcke durchweicht. Wir überlegten ein wenig hin und her und beschlossen dann, die Regenjacken über die Rucksäcke zu ziehen und zu hoffen, dass die Softshells den nassen Schnee aushalten würden. Dann gingen wir los.

Zu unserer Freude konnten wir die Ski schon anziehen, als wir die 10 Meter zur Brücke über den Bach abgestiegen waren. Da sahen wir auch, dass wir vermutlich die ersten waren, denn es hatte nur 2 beinahe zugeschneite Fußspuren. Kurz nach der ersten Kehre des Forstwegs war aber schon wieder Schluss mit Skitour, denn der Wald war zu dicht für sowas wie eine Schneedecke. Wir mussten die Ski ein ganzes Stück weit tragen und dann noch ein paar Mal abschnallen, aber die Entscheidung für Ski (statt Schneeschuhe) war schon richtig gewesen.

Es war allerdings wirklich arg nass. Der nasse Schnee blieb auf den Softshells liegen und durchweichte uns nach und nach. Der nasse Schnee auf der Forststraße durchweichte bald die Felle und wir mussten uns mit riesigen Stollen unter den Skiern herumschlagen, sobald es wieder mehr Schnee hatte. Meine Felle sind viel nässe-anfälliger und ich musste mindestens 5 Mal meine Ski auf der kompletten Länge entstollen, weil ich gefühlt hundert Kilo an jedem Fuß mitschleppte.

Weiter oben wurde der Schnee von oben trockener, dafür wurde es auch kälter und der Wind nahm zu. Der Forstweg, der unten einigermaßen Steigung gehabt hatte wurde immer flacher, so dass wir kaum noch voran kamen. Inzwischen waren wir ganz sicher, dass wir die ersten (und hoffentlich nicht einzigen!) waren, denn die Fußspuren waren verschwunden und wir - der beste Allgäuer von Allen heißt das - spurten durch jungfräulichen Schnee.

Als sich das Gelände öffnete, konnten wir der Fortstraße nicht mehr folgen, weil wir sie gar nicht mehr erkennen konnten. Ich sah immer wieder auf dem GPS nach, ob wir uns noch in der Nähe befanden, denn das Gelände war so flach, dass wir nicht bis zum Joch sehen konnten und es hatte zudem immer wieder Nebelschwaden, so dass mit Sicht nicht viel her war. Die nassen Softshells und die patschnassen Handschuhe froren ein. Wenn ich den Kopf bewegte, knackte die Kapuze.

Immerhin konnten wir zwischendurch ein Stück nach hinten sehen und stellten ein wenig erleichtert fest, dass wir immerhin nicht die Einzigen waren. Wir sahen verschiedene Grüppchen Skitourer hinter uns und bei dem Sauwetter konnten das ja nur ‘unsere’ Leute sein. Sonst wäre es schon ziemlich blöd gewesen, denn wir hatten keinen Winterraumschlüssel (allerdings sollte dieser Winterraum frei zugänglich sein) und auch kein Feuerzeug, um schon mal anheizen zu können.

Als wir uns endlich dem Joch näherten und mit Hilfe des GPS querfeldein auf die Hütte zusteuerten, holten uns Uwe und Vera ein und spurten den letzten Hügel zur Hütte hinauf. Der Winterraum war tatsächlich offen und es hatte sogar Strom! Uwe machte umgehend Feuer im Ofen und als die anderen der Reihe nach eintrudelten, wurde es drinnen warm und draußen dunkel. Insgesamt waren wir 11 Leute (Rolf, Nancy, Kerstin, Reiner, Uwe, Werner, Birgit, Vera, Julia und wir beide) und ein großer schwarzer Hund (Rumo).

Das Motto für das Winterraumfondue, das hatte ich schon vorher gelernt, ist ‘Fressen und Saufen’. So würde ich das ja eigentlich nicht nennen, aber es gab tatsächlich Essen und Trinken im Überfluss und nette Gesellschaft dazu. Es gab Käsefondue, Fleischfondue mit Rind, Schwein und Pute, haufenweise Baguette und allerlei Gemüse, roh und mariniert, Bier, Wein, Prosecco, Rum und Schnaps und allen möglichen Süßkram, von dem die Brownies (meiner Meinung nach :-)) ungeschlagen am besten waren :-)

Wir saßen bis halb zwei in der Stube und gingen dann hoch zum Schlafen. Mir war es erst viel zu kalt (meine Bettzeit ist vor 10, da ist so lang Aufbleiben reichlich anstrengend) und dann furchtbar warm, weil ich mitsamt Skihose und Daunenjacke ins Bett gegangen war. Ich zog die Skihose, die Daunenjacke und den Pulli aus und fror dann erst mal :/ Mit Pulli ging es dann.

Irgendwann in der Früh war ich dann halt wach und ging runter. Da sah es furchtbar aus, aber zum Aufräumen hätte ich Wasser gebraucht und dazu hätte ich den Ofen anfeuern müssen. Mit Feuer machen hab ich’s aber nicht so und da grad Nancy in den Winterraum kam, bat ich sie ums Anfeuern. Dass sie eigentlich gar nicht wach war und nur kurz aufs Klo wollte, bekam ich erst später mit. Dumm gelaufen, für Nancy ;-) Sie machte Feuer :-)

Ich unterstützte mit Späne brechen und Holzscheite holen und zog dabei gegenüber einem Span den Kürzeren, denn der brach so blöd, dass ich ihn mir mitten in die Innenfläche der rechten Hand rammte. Die Wunde ist zwar nicht tief (es ging fast nur Haut ab), aber das ist eine denkbar blöde Stelle für eine Wunde.

Mit Aufräumen wurde es nichts, denn bis wir auch nur annähernd genug Schnee geschmolzen hatten (das ist sowas von ineffektiv, das übertraf meine schlimmsten Befürchtungen), waren die anderen alle aufgetaucht und wir verwendeten das Wasser zum Kaffee machen und Frühstücken. Das dauert bis fast Mittag und dann wurde alles aufgeräumt, geputzt und gespült. Dann rüsteten wir zur Abfahrt.

Das Wetter war nicht besser geworden und es hatte die ganze Nacht über geschneit und geblasen. So gab es einen tollen Mix aus Schneeverwehungen und fast blanken Stellen, der sich ganz wunderbar mit dem diffusen Licht kombinierte, in dem überhaupt keine Konturen zu erkennen waren. Ich fiel als erstes beinahe eine Wechte runter, als mein rechter Ski plötzlich absackte. Auch auf dem Weg zum Röthenkreuz gab es auch ein paar unsichtbare Wechten, die man runter purzeln konnte. In den Bach brach glücklicherweise keiner ein.

Ab dem Röthenkreuz ging es dann endlich nur noch bergab, allerdings so flach, dass man anfangs wirklich fast nur geradeaus fahren konnte. Vor dem langen Flachstück des Forstwegs trafen wir auf eine einzelne Skispur, was wirklich gut war, denn in der ließ sich das Flachstück gut überwinden. Wir kürzten ein paar Kurven der Forststraße durch den Wald ab, aber als im dritten Abkürzer die Vorfahrer anfingen, quer ein Steilstück hinab zu treppeln, fuhren wir letzten vier doch lieber die Forststraße ab. Was aber auch nicht unproblematisch war, denn da reichte die Schneeauflage in den dichteren Waldstücken nicht und die Ski schrappten sehr unschön über Wurzeln und Steine.

Wir mussten ein paar Mal abschnallen, waren dann aber doch schneller als die Waldabfahrer. Ganz unten konnte man dann noch mal 500 Meter fahren. Super, das Bergablaufen mit den Skistiefeln war nämlich nicht sehr toll.

Der Pflugfahrer hatte Spaß dran gehabt, alle unsere Autos einzugraben, so dass wir unten erst mal die Lawinenschaufeln brauchten, um die Autos alle auszubuddeln (na gut, hab ich die also auch mal gebraucht). Ohne Schieben kam keiner aus dem Schnee.
Die Heimfahrt war problemlos, kein Stau, nix :-)


Start an der Bregenzerwaldstraße, es schneeregnet


Kurz drauf können wir die Ski anziehen ...


... allerdings nicht lang.


Weiter oben hat es Schnee zur Genüge.


Endlich kommt die Hütte in Sicht!


Endlich oben! Wir wurden eingeholt.


Vorbereitungen zum Aufbruch


Super Verhältnisse, super Sicht!


Abfahrt


Stellenweise ist der Schnee ganz schön tief ...


... und teilweise halt auch nicht.


Der Kangoo ist ziemlich eingeräumt.


Uwes Polo aber auch.

Von engel am 28.11.2017 21:36 • outdoorski

Winterraumtouren sind so gar nicht mein Ding: zu aufwendig meiner Meinung nach. Wenn ein paar Leute zusammen sind und jeder morgens neben Frühstücksgetränk noch eine Thermoskanne voll Tee braucht, wird man gar nicht mehr fertig mit Schneeschmelzen - den man ja vorher umständlich draußen in der Kälte zusammenkratzen und dann reinholen muss. Wir hatten letztes mal einen viel zu kleinen Ofen für viel zu viele Leute und haben uns mit einem kleinen (zum Glück) mitgebrachten Gaskocher ausgeholfen. Da muss sich das Skitourenziel schon wirklich lohnen, damit ich darüber nochmal wohlwollend nachdenke :-)

[1] Von Sabine am 28.11.2017 23:21

Wäre der Punkt tatsächlich gewesen, Touren zu machen, dann muss ich Dir zustimmen: das dauert alles teilweise schon arg lang. Aber das war ja in dem Fall nicht der Fall ;-)

[2] Von engel am 29.11.2017 06:20

Ich finde es unheimlich schade dass das nicht mehr im Forum angekündigt wird

[3] Von Rainer Lampatzer am 29.11.2017 07:36

Rainer, das Winterraumfondue ist keine SAN-Veranstaltung sondern Privatvergnügen.

[4] Von engel am 29.11.2017 09:38

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