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Die Briten sind wieder dran ...

Nachdem die Schweizer gescheitert waren, bereiteten sich die Briten mit aller Energie auf ihren Gipfelversuch vor. Oberst John Hunt, ein erfahrener Himalaya-Bergsteiger, war der Leiter der Expedition. Die Briten fanden eine neue Route durch den sich ständig bewegenden Eisfall und das Gipfelteam querte die Lohtse-Südwand zum Südsattel.

Am 26. Mai 1953 kamen Tom Bourdillion und Charles Evans bis zum Südgipfel auf 28.750 Fuss, grade mal 300 Fuss unter dem Hauptgipfel. 2 Tage später trugen George Cowe, Alf Gregory und der Sherpa Ang Nyima Lasten den Südostgrat hinauf, dicht gefolgt von dem neuseeländischen Bienenzüchter Ed Hillary und Tenzing Norgay. Sie suchten gemeinsam einen Lagerplatz auf 27.900 Fuss (8500m), dann kehrte das Hilfsteam zurück, während Hillary und Tenzing auf das Morgengrauen warteten.

Der grosse Tag

Um 4 Uhr morgens warfen die beiden Kocher an und tranken soviel Zitronensaft mit Zucker wie möglich, fest entschlossen, keine Schwäche wegen Flüssigkeitsmangel aufkommen zu lassen.

Hillary musste erst noch seine fest gefrorenen Stiefel über dem Kocher erwärmen, um sie überhaupt anziehen zu können. Mit eisigen Füssen musste er losgehen. Zunächst überliess er Tenzig die Führung. Als seine Füsse schliesslich wieder warm waren, spurte er.

Die Spurarbeit war anstrengend und zeitraubend. Die dünne Kruste über dem weichen Schnee hielt die Männer manchmal aus und manchmal nicht. Immer wieder brachen sie durch, was sowohl ihrem Gleichgewicht als auch ihrer Moral abträglich war. Nachdem Hillary einmal mit einem grossen Stück Schnee über 3 oder 4 mühsam getretene Stufen abrutschte, diskutierten sie, ob sie weiter gehen sollten. Hillary entschied sich schliesslich weiter zu gehen.

Kurz unter dem Südgipfel erreichten sie festeren Schnee. Abwechselnd schlugen die beiden Männer Stufen in den festen Schnee und arbeiteten sich langsam nach oben. Tenzing wurde plötzlich langsamer. Es stellte sich heraus, dass sein Sauerstoffgerät völlig vereist war. Hillary entfernte das Eis und sie kontrollierten von da an regelmässig die Geräte.

Dann erreichten sie den Fuss des gewaltigsten Problems am Grat, eine etwa 40 Fuss hohe Felsstufe. Was unter anderen Umständen für eine vergnügliche Kletterei gesorgt hätte, stellte Hillary und Tenzing hier oben vor ein schier unlösbares Problem. Hillary entschloss sich zu einer verzweifelten Massnahme:

“An dem steilen Felsvorsprung im Westen konnte ich keine Umgehungsmöglichkeit erkennen, doch glücklicherweise gab es noch eine andere Möglichkeit. Auf der östlichen Seite klebte wieder so eine grosse Wächte, und zwischen dieser und dem Fels lief ein schmaler Spalt die ganzen 40 Fuss hinauf. Während Tenzing mich sicherte, so gut er konnte, klemmte ich mich in diesem Spalt, wobei ich mit den Steigeisen in den gefrorenen Firn hinter mir tretend mich vom Boden aus hoch hebelte. Ich nutzte jede kleine Felsunebenheit aus und arbeitete mich mit aller Kraft von Knien, Schultern und Armen im wahrsten Sinne des Wortes rückwärts den Spalt hinauf, wobei ich inbrünstig betete, dass die Wächte sich nicht vom Fels lösen möge.”

Als er oben war, fühlte Hillary, dass sie nun nichts mehr davon abhalten könne, den Gipfel zu erreichen. Er sicherte Tenzing von oben, während der sich ebenfalls durch den engen Spalt wand.

Langsam und vorsichtig arbeiteten sich die Männer den Grat entlang. Obwohl sie inzwischen die ersten Anzeichen von Erschöpfung verspürten, schlugen sie für jeden Schritt Stufen. So gering schien ihnen ihre Sicherheitsmarge, dass sie nicht darauf verzichten mochten. Hillary arbeitete sich verbissen weiter den flachen Grat entlang. Immer wenn er um eine Ecke kam, tauchte ein neuer Buckel vor ihm auf.

Plötzlich aber brach der Grat steil vor ihm ab und er konnte auf den Nordsattel und den Rongbuk-Gletscher hinunter sehen. Sie waren oben! Hillary blickte Tenzing an und sah trotz dessen Vermummung das ansteckende Strahlen reiner Freude. Die Männer schüttelten einander die Hände und klopften sich gegenseitig so lange auf den Rücken, bis sie ganz ausser Atem waren.

Es war der 29. Mai 1953, 11.30h. Der Chomolungma war bezwungen.

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