Der OP-Bericht für die, die's interessiert ...
Eine Stunde würde ich mit dem MVV zum AOZ (Ambulantes Operations-Zentrum) brauchen hatte ich ausgerechnet. als ich um 10 vor 6 Uhr daheim losging war ich also völlig sicher, um 7.00h dort zu sein. Die OP (zumindest meine Vorbereitung darauf) war auf 7:30h angesetzt und die halbe Stunde sollte für das obligatorische Gespräch mit dem Anästhesisten sein.
Stadtpläne können ganz schön täuschen. Der Fussweg von der U-Bahn zum AOZ war viel länger als ich gedacht hatte und so kam ich genau um 7.00h an (ein Bus wäre auch gefahren, ich wollte aber nochmal laufen).
Um 7:30h hatte ich das Gespräch mit dem Narkose-Arzt und wir klärten alle wichtigen Punkte, das EKG, die Blutwerte, dass ich nüchtern (kein Essen, kein Trinken seit gestern Abend) sei und alle möglichen anderen Probleme.
Dann kam ich in den Vorbereitungs-Raum und zog mich aus und so ein lächerliches OP-Kittelchen (vorne zu, hinten offen) und wollte noch meinen Kaugummi loswerden, bevor man mit die Nadel in den Handrücken legte. Kaugummi? Helle Aufregung brach aus. Ich sollte doch nüchtern erscheinen!
Und man erklärte mir, dass Kaugummi Speichel produziere und der dann Magensäfte und wenn man intubiert werde, dann könnte die Magensäure hochsteigen und in die Lunge laufen. Oh. So erklärt war das logisch, aber ich hatte mir bei dem Kaugummi wirklich nichts gedacht. Ich sah mich schon wieder heim gehen.
Aber man löste das Problem durch ein wenig Patienten-Rücken (ich kam eine Stunde später dran) und mit ein paar Extra-Medikamenten, die die Magensäure schnell abbauen sollten.
Sehr gut. Aber auch langweilig, denn da lag ich nun diese Stunde im Vorbereitungsraum, die Infusion tropfte in mich hinein und absolut nix passierte. Schliesslich kam ich dran, wanderte mit nackter Rückseite und der Infusion in der Hand in den eiskalten OP, wo ich auf eine unbequeme Liege klettern musste. Ich bekam eine Heizdecke auf den Bauch, liess meine Gliedmassen auf Ausleger positionieren und bekam die Medikamente durch die Nadel in den Arm gespritzt. Mann, das Zeug brannte die Adern bis zur Achsel hinauf!
Dann legte mir jemand einen mit heissem Wasser gefüllten Gummi-Handschuh auf die Brust, meine Hände darauf und klemmte ein Puls-Messgerät an meinen Zeigefinger. 'Sie sind jetzt im Aufwachraum.' und ich wurde mit einer warmen Decke zugedeckt. Endlich, mir war eiskalt!
Ich döste ein wenig herum, trank Tee, bekam ungefähr 10 mal den Blutdruck gemessen und dann ein Kreislauf-Aufputsch-Mittel und wartete auf meine Mom, die sich ein paar Mal verfuhr auf dem Weg zum AOZ.
Die Schwestern und die Narkose-Ärzte fanden, dass mein Blutdruck bedenklich niedrig sei, aber mir ging es ganz gut, auch als ich mich testweise aufsetzen sollte. Der Chirurg meinte, dass er viel mehr hatte machen müsse, als er gedacht hätte, das würde er mir morgen anhand von Fotos genauer erklären. Mehr erfuhr ich nicht. Mehr ist in diesem Fall definitiv schlecht.
Dann durfte ich gehen, mit Krücken und der Absaugflasche am Bein (vor dem Abziehen morgen graust es mir ganz furchtbar - kennt noch jemand das geile Gefühl, das Vakuum-Schläuche beim Abziehen hinterlassen?). Im Auto wurde mir unglaublich schlecht, obwohl ich mich vorher eigentlich ganz gut gefühlt hatte. Ich vermute, dass mein narkose-dröges Hirn nicht mit den Minimal-Bewegungen beim Autofahren zurecht kam. Daheim legte ich mich hin und es war bald besser.
Dann hingen Mama und ich in der Wohnung rum, redeten und lasen, informierten die Verwandschaft und suchten uns Pizza aus. Es war richtig gemütlich, ich hab selten Zeit und Gelegenheit so mit meiner Mom (der besten von Welt) zu ratschen. Mir ging es prima, so dass ich sie weg schickte, als sich die Mamas Freunde doch noch meldeten. Sie holte mir noch meine Pizza und verschwand.
Ich fand dann sogar noch einen Weg, mir Kaffee zu machen und zum Bett zu transportieren und liess es mir mit Buch, Notebook und wireless DSL (Ha!) so gut gehen wie möglich. Zwischendrin machte ich die Übungen, die ich als Hausaufgabe bekommen hatte. Am Ende schaffte ich sogar die schwerste der Übungen, nämlich im Liegen mein Bein zu heben. Boah, ist das schwer!
Ich bin gespannt, was der Chirurg morgen erklärt. Egal was es ist - wenn er soviel machen musste, war die Entscheidung für die OP die richtige. Ich werde auf jeden Fall alles tun, dass die Nach-Behandlung (meine Übungen) so erfolgreich ist wie möglich. Selber machen ist besser als die Verantwortung an jemand anderen abzugeben.
Jetzt hoffe ich nur, dass sich meine Mom nicht in München verfahren hat, denn eigentlich sollte sie so langsam wieder auftauchen ...
hallo engel
klingt ganz so, als ob die op gut verlaufen ist.
jaja, das abziehen der schläuche -ein ekliges gefühl. nur, hier in der schweiz darfst du nicht nach hause, solange die schläuche noch im knie bambeln… daher hab ich immer verlangt, das ganze innert 24 stunden zu erledigen - op, aufwachen, schläuche raus, nach hause. ;o)
tja, und nun schaut es auch bei mir wieder so aus, als ob ich unters messer muss. noch nicht 100%ig klar. aber höchstwahrscheinlich :o/
ich wünsch dir jedenfalls gute besserung - und gib acht. zu viel belastung ist auch nicht gesund!
liebe grüsse
Ja, Lady, das ist es. Gut, dass das diesmal so schön geklappt hat.
Du musst auch nochmal unters Messer? Weia. Ich hoffe, dass es bei dir diesmal besser verläuft. Ich drücke dir jedenfalls alle verfpgbaren Daumen!