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Fussballer geguckt

Freitag, Oktober 06, 2006

Und was soll ich sagen? Es hat mir sehr gut gefallen.


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Fussball ist ja nun nicht wirklich mein Ding, ich hab keine Ahnung von den Regeln und finde die Spiele meistens langweilig (nnicht dass wir allzu oft welche gucken würden, der beste Allgäuer von allen schaut aber gern Länderspiele), aber der Film geht ja gar nicht über Fussball. Oder nur am Rande. Er geht über die Fussballer und die WM, das ist ein ziemlicher Unterschied. Wobei ich zugeben muss, dass die eingespielten Torszenen auf so einer grossen Leinwand schon ziemlich spannend waren.

Der Aufbau des Films, wie er den Spielern als Team vom Trainingscamp bis zum kleinen Endspiel folgt, unauffällig aber immer dabei, ist ziemlich gut. Man spürt, wie die Anspannung und die Emotion steigt und steigt und kann fast nachvollziehen, wie die Jungs nach dem Spiel gegen Italien abstürzen. Und nach dem letzten Spiel dann doch wieder ganz oben schwimmen.

Vorher hab ich die Spieler ja bestenfalls von Bildern gekannt. Im Film kriegt man dann plötzlich einen Eindruck von den Menschen hinter den Bildern. Den Schweinsteiger mochte ich meisten, der ist ein richtig cooler Clown, der Klose mit seinen kleinen Ritualen vor dem Spiel ist richtig anrührend, Kahn wirkt auch im Film total unnahbar, der Lehmann dagegen ist irgendwas zwischen schüchtern und nachdenklich (nett die Frage an Merkel), der Neuville bei der Doping-Kontrolle hat mir richtig leid getan, er hat's aber gut hingekriegt, der Lahm und der Odonkor sind einfach nur niedlich, Klinsmann und Löw sind so engagiert, dass man ihnen auch den Dialekt verzeiht, und die anderen kommen auch gut rüber (ich kenn immer noch nicht alle).

Und absolut überwältigend sind die Szenen, wo man die Fans sieht, die Bunderwehr Spalier steht und die Welle macht, gestandene Polizisten am Strassenrand spontan in Jubel ausbrechen. Und die Menschenmengen, einfach irre! Als Spieler wären mir aber die Politiker, die zwischendrin ihre Nasen in die Kabine stecken, total auf die Nerven gegangen.

Alles in allem: Sehenswert. Richtige Fussballfans werden vielleicht enttäuscht sein, weil eher wenig Fussball dabei ist, die Groupies kommen halbwegs auf ihre Kosten, es gibt reichlich halbnackte (teils auch ganz nackte, aber strategisch bedeckte) durchtrainierte Fussballerkörper zu sehen. Leute, die gern Geschichten von Menschen sehen, die kommen aber auf ihre Kosten.

Website: http://www.deutschlandeinsommermaerchen.kinowelt.de/

Von engel am 06.10.2006 07:24 • kinodiary
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