Ich hatte das schon lang vor, letztes Wochenende war es endlich so weit: Ein alpiner Erste-Hilfe Kurs mit Schwerpunkt Winter - der Jahreszeit angemessen. Wir waren auf der Schönfeld-Hütte am Spitzingsee (damit beschränkt sich unsere Kenntnis der Bayrischen Voralpen noch immer auf genau diese Stelle).
Der beste Allgäuer von Allen war auch ganz angetan von der Aussicht mal wieder (in seinem Fall, in meinem überhaupt mal seit dem Führerschein) diese wichtigen Kenntnisse aufzufrischen, aber als sich dieses Wochenende (das wir letzte Jahr im August oder so gebucht hatten) näherte und sich als derart genial bezüglich Tourenbedingungen herausstellte, hatte er dann doch den einen oder anderen Jammer. Und ich gebe zu, auch ich habe immer wieder ein bisserl wehmütig zugeguckt, wie der schöne Schnee an dem Hügel hinter der Hütte immer zerpflügter wurde.
Aber der Kurs war die beiden verpassten Touren auf jeden Fall wert. ‘Unser’ Bergwachtler vom ARW (Matthias) brachte die Theorie interessant und amüsant rüber, gespickt mit allerlei Geschichten aus der Praxis, und dachte sich nette Fallbeispiele für den praktischen Teil aus. Am ersten Tag hat er uns fast durchgehend 12 Stunden lang beschäftigt und es war nie langweilig!
Bei den Übungen war es schon ganz schön lehrreich, wie schnell die schöne Theorie (die so schön logisch und einfach ist) flöten geht, selbst wenn man nur den simulierten Stress eines gespielten Notfalls hat. Immerhin bin ich mir im Lauf der Kurses nicht mehr komplett dämlich sondern nur mehr halb dämlich vorgekommen. Ich würd ja sagen mit mehr Praxis würde das sicherlich noch besser, aber genau sowas will ich in der Praxis absolut nicht haben!
Am Samstag sind wir um dreiviertel fünf in Kempten gestartet und waren um kurz nach sieben am Spitzingsee. Nach einem letzten Kaffee war es dann beinahe hell und wir sind in starkem Schneefall zur Hütte aufgestiegen - wo wir exakt pünktlich zum ausgemachten Zeitpunkt ankamen, aber trotzdem eine halbe Stunde lang völlig allein waren. Ich war schon unsicher, ob wir nicht auf der falschen Hütte waren (sooooo abwegig ist das gar nicht, die ganze Gegend ist voller Hütten), aber als ich noch versuchte, irgendwie Handy-Empfang zu bekommen, um nochmal die Bestätigungsmail zu lesen, kamen dann doch die anderen Teilnehmer. Ich war sehr erleichtert!
Der erste Tag war eiskalt und es schneite mehr oder weniger durch. Am zweiten Tag war es mindestens ebenso kalt, aber die Sonne schien und das machte einen Riesenunterschied.
Auf dem Rückweg standen wir eine Stunde lang am Schliersee :-( Wir sind ja stau-technisch echt verwöhnt. Bei uns wissen wir, wann es wo staut und wie man da drum herum kommen kann, aber da im bayrischen Voralpen-Fremdland, wo wir nur ein dämliches Navi und eine reichlich generelle Übersichtskarte hatten, waren wir dem Stau hilflos ausgeliefert. Am Montag erklärte mir der ortskundige Kollege, wie man dem Fiasko hätte entgehen können, aber da war dann doch leicht verspätet. Wir bogen vor Miesbach auf die B472 ab, die quer zu den Alpen nach Westen führt und kamen da problemlos zurück ins Allgäu. Sämtliche anderen Staus (und es gab viele!) haben wir nur im Radio gehört - und den auf der A7 haben wir kurz angeguckt, als wir kurz vor daheim direkt drunter durch fuhren.
Zum Merken und Nachlesen für mich noch ein paar Erkenntnisse aus dem Kurs:
Und ein paar Bildchen habe ich auch noch:

Aufstieg

Ankunft

Die Verletztendichte in Hüttennähe ist auffallend hoch

Ein richtiges Gemetzel, das!

Der Herr wurde 11 mal wiederbelebt und dann auch noch defibrilliert

Bei Sonne verletzt es sich doch angenehmer

Gegend gab’s auch