Nach dem langen Schweigen will ich mich mal wieder kurz melden.
Viel hab ich nicht zu erzählen, zuviel zu tun zur Zeit, aber den Ausflug zu den Burgruinen Eisenberg und Hohenfreyberg vorletztes Wochenende möchte ich euch nicht vorenthalten. Wir waren mit Schwesterle, Schwager, der Kinderschar und Leihkind unterwegs und abgesehen davon, dass Ausflüge mit Kindern um einiges anstrengender sind als Bergsteigen (;-)), war das genau die richtige Art Anstrengung um bei dem Traumwetter rauszukommen und meinen erkältungsgebeutelten besten Allgäuer von allen nicht allzusehr zu stressen.
Am Tag vor dem Ausflug gab es bei meinen Eltern ein grosses Familien-Abendessen, bei dem wir den Kindern (noch ohne Leihkind) erzählten, dass wir zwei Ritterburgen besuchen würden. Die Begeisterung bei Schwesterles martialisch veranlagten Sprösslingen war gross, schwand aber zusehends, als wir von den alten Rittern erzählten und den Verliesen auf den Burgen und der Wahrscheinlichkeit, dass es dort Gespenster geben könne.
Er habe jetzt keine Lust mehr, liess der grösste Ritter-Fan aller Zeiten verlauten, bevor er ins Bett musste ;-) Der Kleinste dagegen war pfiffig: 'Bei Gespenstern muss man unters Laken gucken. Wenn da Beine sind, ist es kein Gespenst!' Die Frage, was er zu tun gedenke, wenn da dann aber keine Beine seien, liess er allerdings unbeantwortet ;-))
Am nächsten Tag verteilten wir Neffen und Leihkind gleichmässig auf zwei Autos und starteten nach Eisenberg. Der Weg hinauf zur Burg teilte Spreu von Weizen. Die starken Jungs sausten unverdrossen den Berg hinauf, vorsichtshalber bewaffnet mit langen Stecken zur Drachenabwehr, und suchten den Herbstwald nach Drachenspuren ab. Das schwache Elendskind musste den Berg hinauf gezogen werden. Kaum in der Burg vergass er aber seinen Jammer und sauste mit den anderen durch die Ruinen.
Alle 4 waren hellauf begeistert und guckten überall rein und hindurch. Gespenster fanden sie keine, was aber durchaus daran liegen könnte, dass sie sich nur sehr zögerlich und nur wenige Schritte in das Burgverliess ( in den Keller, halb eingestürzt) trauten.
Der Tag war traumhaft, warm, golden, herbstlich und mit grossartigem Blick auf die Berge. Während die verhinderten Gespenster-Jäger Drachezähne suchten, genossen wir die Sonne und die Aussicht. Vor allem Schwesterle, die im Dauernebel der Donau-Niederungen wohnt, konnte kaum genug kriegen von Sonne und Aussicht :-)
Auf dem Weg nach unten offenbarte sich dann nochmal unsere grausame Natur. Wieder wurde ein Kind gequält, so arg, dass der Junge auf dem Runterweg kaum einen Fuss vor den anderen setzen konnte, ohne sein Schicksal zu bedauern ;-)
Das so arme geplagte Kind musste heute im Fahrradsitz sitzen. Und das war so anstrengend, dass er schliesslich von Rabenmama so fest geschimpft werden wollte damit er sich dann beleidigt und mit gutem Gewissen zum Schmollen aufs Sofa zurückziehen durfte - und sofort einschlief.
Kannst dich erinnern? Mama musste Bine auch immer nen Klaps auf den Hintern geben, damit sie in Ruhe beleidigt einschlafen konnte. Hat er wohl von Tante.