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Tiefer Seufzer

Mittwoch, Oktober 27, 2004

Andere Leute haben Bammel vorm Zahnarzt. Ich nicht - mir graut vor Orthopäden. Immer wenn ich bei einem bin, stellt man mich vor furchtbare Entscheidungen.

Dabei kann der Mann nicht wirklich was dafür, er hat mein Knie ja nicht kaputt gemacht. Nachdem er letztes Mal den Erguss abgezogen und irgendwas cortisonhaltiges ins Knie gepritzt hat, haben wir heute darüber gesprochen, was man tun kann, um den Restknorpel (Mann, wie das schon klingt!) so weit und lang wie möglich zu erhalten.

Wenn der Knorpel erst mal futsch ist, ist das Knie restlos hinüber, so schaut das nämlich aus. Danach gäbe es noch künstliche Kniegelenke, aber ich bezweifle stark, dass so ein Teil auch nur annähernd an 'the real thing' hinkommt, von der Metzgerarbeit beim Einbau, die sicherlich furchtbar viel kaputt macht, mal abgesehen. Und was ich so an künstlichen Knien in der näheren Umgebung sehe, macht nicht den Eindruck, das sei eine wünschenswerte Sache, auch wenn die betreffenden Herrschaften durch die Bank fast doppelt so alt sind wie ich und ein jüngerer Körper vermutlich besser damit zurecht kommt.

Erhalten also. Bewegung und Kräftigung, also Radeln und Schwesterles isometrische Übungen, eh klar, und die im Fitnesscenter haben sicherlich auch ein paar Tipps zum Mucki-Aufbau an der richtigen Stelle auf Lager. Abnehmen tät nicht schaden, auch wenn der Doc das nicht mal ansatzweise erwähnt hat. Aber - Zum Teufel, das ist verdammt schwierig!

Und 'erhaltende Reparatur-Massnahmen' oder so ähnlich. Im Klartext:

  • Knorpel glätten, weil die zerrupfte Oberfläche wie Schmirgelpapier auf der Gegenseite arbeitet, was gar nicht gut ist
  • Fremdkörper, also frei rumschwimmende Knorpel- und Meniskus-Stückchen raussammeln
  • Meniskus ausschneiden, weil der ausgefranst ist und diese ausgefransten Enden erstens nicht mehr dämpfen und zweitens sich lösen und dann als Fremdkörper den Knorpel weiter schädigen können

Arthroskopisch natürlich, also nicht ganz aufschneiden sondern durch 2 Löchlein rechts und links des Knies hindurch. Wenn der Doc das so erklärt, klingt das ganz toll, aber .... *jaauuuul* Ich mag keine OP am Knie haben. Andererseits - so wie das jetzt ist, wird anscheinend mit jedem Mal Bewegung mehr Schaden angerichtet als nötig, was natürlich grundverkehrt ist.

Operieren sollte man, wenn sich nach jeder Anstrengung ein Erguss bildet, sagt der Doc. Ähem, also das ist schon seit Jahren so. Und all die Argumente da oben ...

Ach, Menno!

Von engel am 27.10.2004 10:48 • diary

Oh jee, mir ist schon beim lesen ganz anders geworden :-/

[1] Von Andi am 27.10.2004 12:01

ist der Knorpel also das Gewebe, das das Ende des Knochens umgibt, also auf dem Meniskus aufsteht?

Btw: kann es sein, dass ein Beitrag neulich gelöscht wurde?

 

Immer öfter ein Gummibärchen essen ;-)

[2] Von hirt am 27.10.2004 14:20

Mist das! Kann ich dir gut nachempfinden, dass du darüber mächtig frustriert bist. Sowas würde mich auch hochgradig nerven, wie alles, was die Bewegungs- bzw. Sportfreiheit einschränkt.

Aber es hört sich vernünftig an, was der Doc da machen will. Hilft halt nur, sich damit abzufinden irgendwie, auch wenn es schwer fällt. Und guck ma: Radeln geht doch noch und andere Sachen sicher auch, musst es nur vorsichtig angehen.

Ich sag immer: Könnte immer alles noch schlimmer kommen!

[3] Von Ilona am 28.10.2004 07:10

Oh, ich wollte niemanden mit allzu deutlichen Schilderungen abschrecken, Andi. So ein Blog hat durchaus therapeutischen Wert und es hilft, Dinge aufzuschreiben und loszuwerden.

Ja, hirt, so in etwa. Hey, Gummibärchen sind abnehmtechnisch aber kontraproduktiv ;-)

Ein Beitrag gelöscht? Nein. Aber der ‘Vorleser’ Eintrag war kurzzeitig mal verschwunden, weil vorgestern Server-Umzug war. Jetzt ist er aber wieder da. Und Kommentieren war zwischenzeitlich auch nicht möglich ...

 

Ja, Ilona, das ist ziemlich mistig. Auf der anderen Seite - es gibt Schlimmeres und es wird sich schon eine Lösung finden, die nicht gleich auf nie wieder Bergsteigen rausläuft.

Ich bin eigentlich ein optimitischer Mensch und glaube fest daran, dass mit der OP mindestens die nächsten 10 Jahre Ruhe ist. Und ich werde mein Knie so schonend wie möglich behandeln, dann geht das noch länger.

[4] Von engel am 28.10.2004 07:47

und überhaupt:

ein Erguss, im Knie, bei einer Frau - das bringt mein ganzes “biologisch, zwischenmenschliches Weltbild” durcheinander ;-)

(Emanzipation total?)

[5] Von hirt am 28.10.2004 08:43

nachdem ich ja bereits zweimal an meinem knie operiert wurde, kann ich nur sagen “nie wieder!”. die schmerzen sind zwar ertragbar gewesen, aber nach der zweiten durfte ich einen monat gar nichts machen ausser liegen und dann nochmals zwei monate nur leicht belasten und hat es etwas gebracht? nein. das übel konnte nicht beseitigt werden (dazu bräuchte ich offenbar auch ein künstliches kniegelenk - und dazu kann ich mich nicht überwinden).

ich rate deshalb jedem - überlegt es euch zweimal…

[6] Von Lady am 28.10.2004 12:42

Das interessiert mich natürlich, Lady. Ich hoffe, du magst meine Mail an dich beantworten :-)

[7] Von engel am 28.10.2004 20:57

Das kenne ich!

Irgendwann waren di Knieschmerzen beim Sport unerträglich und ich knickt vor Schmerzen ein. Beim wandern konnte ich die letzte Meter bergab nur noch RÜCKWÄRTS zurücklegen.

Folgende Diagnosen gabs von 4 verschiedenen Orthopäden.

1.) Übergewicht

2.) zu kleine Kniescheiben

3.) zu starke Oberschenkelmuskulatur (hören Sie auf mit Bergwandern und Mountainbike)

4.)Morbus Bechterev…Knochenkrebs

Aber man hatte sich ja dann doch geirrt!

Seither geh ich da nicht mehr hin.

[8] Von rollinger am 02.11.2004 11:21

Uaah, klingt grauslich, rollinger, aber das mit Knie-Geschichten irgendwie immer der Fall.

Mir scheint das, was der Doc erzählt hat, mit dem, was ich auf den Röntgen und MRT-Bildern erkennen kann (und auch mit dem was ich gelesen habe) gut überein zu stimmen. So schlimm, dass ich nicht mehr laufen konnte war es bisher selten, aber inzwischen habe ich permament ein geschwollenes Knie und das kann gar nicht gut sein.

Die erste OP vor 10 Jahren hat definitiv etwas gebracht, also gehe ich auf jeden Fall mal zum Spezialisten ...

Dem was du geschrieben hast, entnehme ich, dass due inzwischen wieder weitgehend beschwedefrei bist - ich hoffe mal, ich kriege das auch hin :-)

[9] Von engel am 02.11.2004 20:27

Hi Engel,

das Thema Knie verfolge ich schon eine Weile in Deinem Blog. Ich hab das Problem selbst schon sehr lange (als Kind und Jugendlicher zu viel Sport gemacht…). Jetzt fahre ich leider fast nur noch Auto.

Ich kann Dich nur darin bestärken, das Gelenk operieren zu lassen. Mit dem “Dreck” im Gelenkspalt geht das nicht mehr lange gut und für eine Endoprothese bist Du noch zu jung! So oft kann man die nämlich nicht wechseln. Ich glaube, zu Deinem Arzt kannst Du Vertrauen haben. Ich bin einem Orthopäden in die Hände gefallen, der wollte mir ohne der Ursache auf den Grund zu gehen diverse “Wundermittel” ins Knie spritzen. Das reicht dann ein halbes Jahr. Kostenpunkt jedes Mal ca. 500 €. Glücklicherweise habe ich in meiner Verwandschaft Orthopäden. Da hab ich mich in den Zug gesetzt und habe mich dort operieren lassen. Jetzt gehts wieder ganz gut mit Einschränkungen, mit denen es sich aber leben läßt. Sport? - Ja, zum Beispiel Radfahren mit kleiner Übersetzung, nicht in die Berge usw. also alles, was nicht den richtigen Spaß macht. Aber was solls…

[10] Von Uwe am 02.11.2004 23:25

Schönen Dank für den Zuspruch, Uwe. Nur - so ganz so einfach ist das mit der OP ja auch nicht. Erstens kann da natürlich alles mögliche schief gehen, aber auch wenn ich davon ausgehe, dass alles gut geht (was ich natürlich mache), ich weiss, dass nach der OP noch ein ganzer Rattenschwanz an Einschränkungen und ‘Behinderungen’ nach kommt und es eine Weile dauert, bis alles wieder halbwegs OK und - ganz wichtig - dass gar nicht gesagt ist, dass ich hinterher weniger Beschwerden habe als im Moment. Daher ist die Entscheidung schon ein bisserl schwierig.

[11] Von engel am 03.11.2004 18:07
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