Wie versprochen, das Winterwochende mit meiner Bauchladung und schönen Bildern und überhaupt. 'Traumbedingungen' seien allüberall hiess es am Freitag abend im Radio und wenn man dem Schneestand im Garten Glauben schenken wollte, dann stimmte das durchaus. Das Wetter sollte auch verträglich sein, also nix wie raus :-)
Wie jedes Jahr waren wir bass erstaunt, dass wir die Ski doch wieder ungewaxt ins Eck gestellt hatten, anstatt sie erst ordentlich gewartet zu haben. Nunja, mein Allgäuer war erstaunt, mir war das klar gewesen ;-) Egal, kurz mit Rubbelwax nachgewaxt und los gings - naja, beinahe, erst mal mussten wir unsern quer durchs Haus verteilten Skitourenkram zusammensuchen.
Vorsichtig anfangen war die Devise, einen kleinen Berg mit sanften Gras-Hängen zum Eingewöhnen und Knie-testen. Die Wahl fiel aufs Wertacher Hörnle. Natürlich waren wir nicht die ersten, die dort hinauf wollten, eine Spur war schon da. Wo die Hänge nicht allzusteil waren und wo der Schnee nicht verweht war, sah man hübsche Wedelspuren, in den steileren Stücken fanden sich aber eher lange Querfahrten mit einzelnen Bögen an geeigneten Stellen. Nicht perfekt aber OK.
Anfangs hatte ich Probleme mit dem Knie beim Aufstieg, dann hatte ich den Bogen mit der korrekten Belastung wieder raus. Ganz kurz hatten wir Sonne, dann zog die 'versprochene' Bewölung auf, die Sicht blieb aber trotz der Wolken recht gut.
Die Abfahrt erwies sich dann als schwieriger als angenommen. Oben war der Schnee verblasen und verpresst und da keinerlei Unterlage vorhanden war, war der unebene Untergrund allzu deutlich zu merken. Mal fuhr es sich ganz leicht, dann landete man in einem 'Loch' und wurde von dem vielen Schnee da drin stark gebremst. Wegen der windverpressten Oberfläche war es wichtig, ein gewisses Grundtempo zu erreichen, sonst kam man kaum vorwärts (für richtig gute Tiefschnee-Skifahrer war das alles kein Problem, wie uns ein Mann bewies, der locker neben unseren stopseligen Kurven-Versuchen herwedelte).
Mein Versuch, dieses Grund-Tempo trotz meiner Angst um mein Knie zu halten, endete abrupt, als ich plötzlich in ein gut Oberschenkel-tiefes Schneeloch 'fiel'. So schnell wie meine Ski stehen blieben, konnte ich nicht mal denken. Die Bindung ist jedenfalls korrekt eingestellt, denn als die Ski stehen blieben, sauste ich gradaus aus derselben und machte einen wahrscheinlich recht uneleganten dafür umso spektakuläreren Hechtsprung mit Bauchlandung in besagtes Schneeloch.
Mein erster Gedanke: 'Iiiih, ich das kalt!' Der Schnee war mir mit Schwung hinten und vorn in den Kragen gesaust. Bis ich den Kopf endlich aus dem halben Meter Schnee raus hatte, war ich schon ziemlich ausser Atem. Die Situation war ganz schön blöd: An den Beinen die Ski an den Fangriemen, an den Armen die Stöcke in den Schlaufen, auf dem Rücken den Rucksack. Mit den Händen abstützen ging im weichen Pulverschnee nicht, Umdrehen wegen des Rucksacks auch nicht und die Beine bekam ich wegen den dadran hängenden Skiern auch nicht unter den Körper. Ziemlich saublöd das! Ich will definitiv nicht in eine Lawine geraten.
Ich musste die Handschuhe mit den Stöcken ausziehen, um dann die Fangriemen lösen zu können, um mich dann mühsam vom Rucksack befreien zu können und schliesslich die Beine unter mich zu kriegen. Ich wage mal keine Aussage darüber, wie das Gewerke im Tiefschnee aussah ;-) Die Haltungsnote war auf jeden Fall unter aller Sau.
Der beste Allgäuer von allen stand 200 Meter weiter unten und konnte nichts tun als zusehen, wie ich mich rauswurschtelte, den Schnee überall rauschüttelte (Schnee an Bauch und Rücken - Bäh!) und dann meine Siebensachen wieder auf- und einsammelte.
Der Rest der Abfahrt war dann unspektakulär und schön an den Stellen mit viel Schnee, nicht so schön an den Stellen mit weniger. Alles in Allem war es natürlich prima und Stürzen gehört einfach dazu ;-)