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Auch der Dienstag sollte schön sein und weil nach den Osterfeiertagen fast alle Skigebiete den Betrieb einstellten, wollten wir zu Fuß am Ifen auf der Piste aufsteigen und dann mit den neuen Minis abfahren.

Nach den Erfahrungen letztes Jahr mit dem Sommerschnee an Daumen und Hochvogel, wo die alten kurzen schmalen Minis ja dauernd eingestochen waren und wir an den Schuhkanten hängen geblieben waren, hatten wir etwas längere und breitere Blades gesucht, die ebenfalls mit den Hochtourenstiefeln zu fahren sein sollten. Ich hatte welche mit 109cm bestellt, der Beste Allgäuer von Allen hatte sich für welche mit 119cm entschieden. Beide Satz Ski waren im Februar gekommen und sind echt arg schwer. Nur an der Sicherheitsbindung (die den Vorteil hat, dass man recht hoch steht und deswegen die Schuhe weit weg vom Schnee sind) kann das aber nicht liegen. Immerhin passen aber die Hochtourenstiefel gut in die Bindung rein.

Der Himmel war dunkel und bewölkt, als wir zur Auenhütte hinter fuhren. Da hatte der Wetterbericht aber was anderes vorhergesagt. Und warm war es auch, 7 Grad an der Hütte. Naja, ist wie es ist, wir gingen erst mal los.

Die Piste war zwar weich, aber halt Piste, deswegen sanken wir nicht weit ein. Wir wichen unten auf den Rücken unter der Bahn aus, wo wir ein gutes Stück schneefrei aufsteigen konnten. Die neuen Nicht-Ganz-Minis am Rucksack waren zwar schwer, trugen sich aber doch besser als wir befürchtet hatten.

Wir waren natürlich nicht die einzigen, die unterwegs waren, aber außer uns waren alle mit Tourenski unterwegs und wir ernteten einige verwunderte Blicke.

Zur Nicht-Sonne gesellte sich ab der Mittelstation ein starker und unangenehm kalter Wind, der noch weiter oben noch zulegte. Ich war auf Sonne eingestellt gewesen und fror meistens leicht. Nicht genug allerdings, um die Jacke drüber zu ziehen, denn dann hätte ich geschwitzt. Wir nahmen Handschuhe, Mütze und Buff.

Ein einzelner Skitourer stieg zum Ifen auf. Ich betrachtete den Aufstieg und die Scharte interessiert, denn da waren wir noch nie.

Der Weg von der Gipfelstation zum Gipfel war gespurt, das ist wohl im Winter ein Spazierweg. Wir sausten nur ganz kurz zum Gipfelkreuz hinauf und verzogen uns dann in eine grasige windgeschützte Mulde, wo es beinahe warm war. Nach gemütlicher Pause wurde es spannend: der Test der neuen Minis stand an.

Der Start war erst mal schwierig, denn wir mussten durch freies Gelände mit echt weichem Schnee bis auf den Winterweg. Anfangs weiß man bei neuen Minis auch noch nicht so Recht, wo der Schwerpunkt hin muss. Ist er zu weit vorn, sticht der Ski ein und gräbt sich nach unten, ist er zu weit hinten, fällt man einfach um. Die vergleichsweise weichen Hochtourenstiefel machen das Ganz natürlich auch nicht leichter.

Auf dem Winterweg ging das Fahren dann schon leichter, wenn auch noch nicht wirklich gut. Der Beste Allgäuer von Allen fand seine Ski arg wackelig und meinte, das läge daran, dass man mit der Sicherheitsbindung doch recht hoch steht. Und die Spur würden sie auch nicht richtig halten.

Ich dagegen fand die Ski da schon recht gut fahrbar, allerdings fiel ich bei nahezu jeder Linkskurve aus dem rechten Ski, weil die Bindung auf den Hochtourenstiefeln nicht richtig schliesst. Aber mit sowas hatte ich gerechnet und hatte ‘Schließbändel’ dabei. Wir machten an der Gipfelstation Pause.

Während ich die Bändel um Bindung und Schuhe montierte, betrachtete der Beste Allgäuer von Allen seine Ski genauer. Die Bindung war tatsächlich ein wenig wacklig, vor allem an einem Ski. Nachdem er die Sicherheitsbindung ausgelöst hatte, fand er auch gleich raus warum: bei diesem Ski waren die vorderen Schrauben der Bindungsplatte überdreht und hielten nicht. Diese Bindung war auch schräg auf dem Ski montiert, deswegen verlief der beim Fahren wohl auch so.

Aber Fahren war so eh nicht mehr drin. Wenn sich die Bindungsplatte löst, saust der Ski ungebremst ins Tal. Mit ausgesprochen schlechter Laune stapfte der Beste Allgäuer von Allen also zu Fuß ins Tal. Bei Schnee. Auf einer guten Piste. Mit Skiern am Rucksack. Die Blicke der anderen waren nun noch verwunderter.

Ich fuhr aber ab. Ich hatte kurz überlegt, aus Sympathie auch zu Fuß zu gehen, aber das Knie jammerte ja eh schon rum und überhaupt ... Abfahrt! Also wenn das schon geht, dann will ich auch! Die neuen Minis schlugen sich nun, da ich nicht mehr aus der Bindung fiel, auf der weichen Piste echt gut und auch die wenigen Ausflüge ins freie Gelände (wo der Schnee aber auch recht kompakt war) gingen gut. Das ließ sich schon mal ganz gut an. Allerdings war die Abfahrt erbärmlich kalt, weil ich immer wieder auf den Absteiger warten musste und Abfahren ja kein bisserl anstrengend ist und es nach wie vor windig und kalt bei zu wenig Kleidung war.

Während wir abstiegen/abfuhren wurden sämtliche Pisten mit Pistenraupen umgegraben. Der Sinn des Ganzen erschloß sich uns nicht und einfach nur ‘Boshaftigkeit’ (‘Das sind unsere Pisten und ihr Skitourer könnt mal schön schauen wo ihr bleibt, wenn das bollig zammfriert.’) kann das ja auch nicht sein.

Danach begann die Verhandlung mit dem Händler, die, ich nehme das mal vorweg, am Ende darin resultierte, dass wir 50€ Nachlass bekamen und der Beste Allgäuer von Allen die Ski selbst reparierte. Neue Ski als Ersatz waren nicht mehr zu bekommen.

Nachtrag:
Beim Aufschreiben der Tour hat mich die Sache mit dem Piste-Umgraben dann doch noch mal interessiert und ich habe kurzerhand bei den Oberstdorfer/KLeinwalsertaler Bergbahnen nachgefragt. Schon am nächsten Tag (!) kam eine Antwort, in der sinngemäß stand, dass man halt aufräumen müsse (Pistenbegrenzugen, usw.) und zum Schonen der Pistengeräte die Heckfräsen abmontiert. Klingt logisch, hätten wir auch drauf kommen können. Und zudem würde die umgegrabene Piste wegen der größeren Schneeoberfläche schneller schmelzen. Kann ich auch nachvollziehen.


Mit den neuen Minis am Parkplatz


Aufstieg über die Piste an der Mittelstation


Der Weg zur Gipfelstation ist lang


Rückblick


Die Scharte zum Ifen


Kurzer Gipfelbesuch


Bindungsreparaturversuch


Abstieg zu Fuß :-(


Abfahrt :-)


Mehr Abstieg zu Fuß :-(


Mehr Abfahrt :-)

Von engel am 05.05.2019 15:50 • outdoorski

Der beste Allgäuer von Allen war für das gesamte Osterprogramm zuständig und hatte für den Montag eine Skitour angesetzt, für die wir wegen Rest-Piste nutzen nicht allzu weit würden fahren müssen. Wir starteten mittelfrüh ins Tannheimer Tal und waren recht erstaunt am Bahnparkplatz dann doch gar nicht so wenige Autos vorzufinden.

Wir rödelten auf und marschierten zum Start der Restpiste, die noch ziemlich weit runter ging. Die Luft war zwar noch kühl, aber in der Sonne war es sehr bald recht warm und der Schnee taute auf. Das machte das Gehen wirklich einfach.

Im Stubental war allerdings noch Schatten und da war der Schnee noch hart gefroren. Wir nutzten das, um ohne Harscheisen gehen zu üben. Man geht von der Alpe immer auf der linken Talseite Richtung Güntle und dann zum Satteln hinauf. Ich hatte die neueren Skistiefel an und musste wegen des ständigen Querens auf einer Seite auf halbem Weg die linke Ferse verpflastern. Wie immer natürlich zu spät, es hatte sich schon eine Blase gebildet. Tja, manche lernen es nie.

Zum Sattel hinauf ist es kurz steil uund wird dann wieder etwas flacher. Wir hatten immer noch keine Harscheisen und weil das Laufen doch recht gut ging wurde ich ein wenig übermütig und rutschte halt doch aus. Dabei fiel ich echt blöd hin, nämlich so, dass der Talski auf dem Talstock landete und ich erst mal nicht zum Bremsen kam (später stellte ich dann fest, dass ich auch blöd auf die linke Hand gefallen war, die wurde nämlich dick und schmerzte). Das war kurz echt doof!

Wir stellten die Ski im Sattel ab und gingen zu Fuß zum Gipfel. Wir stiegen in die Scharte ab und zum ‘richtigen’ Gipfel mit dem Kreuz auf, wenn schon denn schon :-)

Für die Abfahrt waren wir dann ein klitzekleines Bisserl früh dran, denn die Sonne war zwar schon im Güntle drin, hatte den Schnee aber noch nicht genügend angetaut (auf der Gegenseite am Bschießer, war allerdings schon tiefer Sulz). Die Abfahrt war deswegen etwas ruppig. Aber Abfahrt, das ist immer gut :-) Und bis fast hinunter zum Auto.  Dort war der Parkplatz inzwischen proppenvoll, was sich aber natürlich an der Anzahl der aufsteigenden Skitourer schon hatte ablesen lassen.

Danach hätten wir eigentlich an den Grüntensee zum Baden (also Sonnen- für mich) gehen wollen, aber es zog Schleierbewölkung auf und es hatte einen unangenehm kühlen Wind. Wir fuhren also doch lieber heim und sonnenbadeten auf der Terrasse.


Die Piste reicht noch fast bis zum Parkplatz


Blick ins Stubental mit Bschiesser


Einmal müssen wir kurz abschnallen


Schattiger (und harter) Anstieg durchs Güntle


Endlich Sonne


Gipfelanstieg zu Fuß


Abstieg zum ‘richtigen’ Gipfel


Am Gipfel


Bei der Abfahrt ist es oben noch echt hart


Weiter unten ist dann weicher


Abfahrt auf der Restpiste


Rückweg zum Parkplatz zu Fuß

Von engel am 05.05.2019 14:36 • outdoorski

Sonntag, 21.04.2019: Sommertag

Samstag, Mai 04, 2019

Nach einigem Nachdenken hatten wir uns auf Radeln verlegt. Wir machten eine ‘richtige’ Mountainbiketour mit Waldabfahrt, Tennisplatzauffahrt, Steilanstieg und Walddenkmal aus dem Weg zum Brotzeitstüble. Es hatte nirgends mehr Schnee (gerade im Wald an der Nordseite hätte schon noch was liegen können) und an den windstillen Flecken war es wirklich bachlwarm.

Wir feierten die warmen Fleckchen immer wieder mal mit gemütlichen Pausen :-) Auch am Weiher war es nahezu warm (da hat es fast immer Wind) und es gab dann auch einen Bader. Einen einzigen nur, ich hörte diverse bewundernde Kommentare von rundrum.

K&K im Brotzeitstüble war ausgezeichnet wie immer und wir hatten den Zeitpunkt auch perfekt abgepasst. Wir kamen als eine größere Mittagsgesellschaft gerade ging und waren schon auf dem Heimweg, als eine größere Nachmittagsgesellschaft kurz vorm Eintreffen war.

Abends war dann Angrillen :-)


Das Allgäu wird Löwenzahngelb


Voll angestrengt im steilen Hohlweg


Gelegentlich stehen Hindernisse herum


Waldabfahrt


Der einsame Schwimmer


Die Birken legen auch schon los

Von engel am 04.05.2019 09:21 • outdoormtb

Freitag, 19.04.2019: Alternativtour

Samstag, Mai 04, 2019

Der Plan für Freitag wäre eigentlich gewesen, für eine Skitour ins Lechtal zu fahren, aber vorn im Gebäude der freiwilligen Feuerwehr und der Musikkapelle war die ganze Nacht Party. Mit Feuerwerk und ähnlich lustigem Zeug. Ich gestehe, dass ich davon rein gar nichts mitbekommen habe (mein Hirn ist anscheinend echt gut im Geräusche-Sortieren), aber der beste Allgäuer von Allen hatte kaum schlafen können und war entsprechend gerädert. Urlaub soll ja auch der Erholung dienen, also schloß ich die Schlafzimmertür wieder und wir frühstückten deutlich später und planten neu.

Skitour und Lechtal war natürlich nichts mehr, wegen Stau am Tunnel und Tageszeit, also entschieden wir uns für eine Zu-Fuß-Tour bei der wir auf Sonne und warmes Gras an exponierter Stelle hofften. Schnee würde es auch geben, das war klar.

Wir parkten am Gaichtpasskiosk und stiegen auf dem schmalen Weglein auf. Unten war es im Schatten noch recht kühl, aber wir kamen bald in die Sonne und da war es angenehm warm und es hatte die ersten netten Frühlingsblümchen. Extra für mich auch Schusternägel :-)

Da wo wir es erwartet hatten, hatte es dann auch Schnee, allerdings doch ganz deutlich mehr, als wir gedacht hatten und der Schnee war - trotz Südseite - noch ganz schön hart. Vor uns hatte es eine Schneeschuhspur (kaum zu erkennen im harten Schnee) aber keine Fußspuren. Wir durften also spuren.

Die Rinne vor dem kleinen Hüttle im Wald war eben aufgefüllt mit einer alten Lawine und es lag auch ohne die Lawine allerlei Wald in der Gegend herum. Kurz nach dem Hüttle mussten wir uns zwischen abgebrochenen Ästen und umgeworfenen Bäumen durchwurschteln (was im Nachhinen allerlei doofe Harzflecken auf der Kleidung erzeugte), dann war der Weg aber weitgehend frei.

Die Querung war noch etwas hart. Ich trat vorsichtshalber ordentliche Tritte für den Abstieg. Die sonnige Wiese, auf die wir gehofft hatten, war noch total voller Schnee, die in-der-Sonne-rumliegen-Pläne verschwanden sang- und klanglos darin. Wir fanden aber ein nettes grasiges Plätzchen nah am Wald zum Pause machen. Wir mussten es allerdings mit Ameisen teilen.

Dann begann der Aufstieg im Schnee, der nicht halb so anstrengend war wie befürchtet, denn der Schnee trug noch recht gut. Und der Beste Allgäuer von Allen spurte, das hilft mir auch ;-)

Oben war es relativ windig, deswegen blieben wir nicht lang dort. Der Abstieg im weichen aber nicht zu weichen Schnee ging echt super. Vom weiteren Abstieg ohne Schnee konnte ich das nicht sagen, da jammerte das Knie ganz schön rum. Wir stiegen direkt bis zum unteren Hüttchen ab und da konnten wir uns dann tatsächlich wie erhofft ins Gras legen und die Sonne geniessen. Hach! Ich bin ja der totale Schneefan und würde von ersten bis zum letzten Schneeflöckchen Skitouren machen, aber sowas geht da nicht, das ist wirklich schade.

Am Gaichtpasskiosk war es gerappelt voll (klar, Feiertag). Wir verzichteten auf K&K dort und fuhren direkt heim: Auf der Terrasse gibt es auch K&K und da ist weniger los :-)

Der Samstag war auch ein Superduper-Strahletag, aber wir hatten am Nachmittag einen Termin. Wir begannen den Tag also sehr gemütlich und wechselten dann am Clio die Reifen, um wenigstens noch irgendwas zustande gebracht zu haben. Erst mal ein Auto, das musste dann reichen. Später radelten wir dann zum Papa vom Besten Allgäuer von Allen und hatten dort mit der erweiterten Verwandtschaft ein sehr nettes Geburtstagsfest. Alles war prima, nur beim zweiten Stück Kuchen hätte ich mal besser nochmal die legendär gute Käsesahne genommen, denn die zugekauften Eierlikörschnitten kamen da nicht mal annähernd ran.


Schusternägel :-)


Seidelbast


Der Schnee fängt an


Lawinenquerung


In der Querung


Südanstieg im Schnee


Lechtalblick


Am Gipfel (die Gipfelkreuzkrähe war eben weggeflogen)


Abstieg


Nochmal Lawinenquerung

Von engel am 04.05.2019 08:41 • outdoorberg

Samstag, 13.04.2019: Hörnletour

Freitag, April 19, 2019

Nach gemütlichem Ausschlafen und Frühstücken drucksten wir noch ein wenig rum und entschlossen uns dann (auf Drängen des besten Allgäuers von Allen, zugegeben), doch noch rauszugehen. Zu Fuß.

Wir parkten am unteren Parkplatz (der noch umsonst ist) und stiegen dann auf dem Normalweg Richtung Grünten auf. Es lagen, wie fast überall in letzter Zeit, einige Bäume über dem Weg. Kurz vor dem Abzweig zum Hörnle lag dann sogar dermaßen viel Wald über dem Normalweg, dass wir auf den Winterweg ausweichen mussten. Der Anstieg zum Hörnle war dann nahezu frei von umgefallenen Bäumen.

Das Knie nahm das zu-Fuß-Gehen eher so mittel auf. Ich musste vor allem bei den Kletterstellen gut aufpassen, wo und wie ich den Fuß setzte. Ich überlege ja schon seit einer Weile, ob ich nun eher die Unzulänglichkeiten wahr nehme, weil ich den OP-Entschluss gefasst habe. Vorher habe ich eigentlich eher bewußt drauf aufgepasst, was alles gut geht, z.B. bergauf gehen, abfahren, manchmal ein Stück Abstieg. Ich bin ziemlich sicher, dass das so stimmt, also dass das Unterbewusstsein auch die Wahrnehmung steuert.

Am Hörnle durfte ich wählen, ob wir noch weiter bis zum Grünten gehen würden oder wieder absteigen würden. Ich nahm den Abstieg, weil ich auch bei 700 Höhenmetern nach einer Pause bösen Muskelkater fürchtete (oh, und wie der böse war, danach!). Und für den zu-Fuß-Anfang reichten die Höhenmeter auch wirklich, denn unten tat mir das Knie ganz schön weh.

Aber es war eine gute Idee, raus gegangen zu sein. Wegen Training für den letzten Urlaub vor der OP und weil es echt nett war, da. Ich mag den Abstieg über den Normalweg nicht besonders, aber der Aufstieg (auch ohne den Grat) und das Hörnle sind den eigentlich immer wert. Nur vorher weiß ich das nicht immer ;-)


Das Ziel im Blick ... mit ganz kurz Sonne


Verhau im Aufstieg


Auch der Normalweg ist nett


Der Übergang ist fast komplett schneefrei


Frühling :-)

Von engel am 19.04.2019 06:04 • outdoorberg

Wir planten nochmal eine interessante Tour im Lechtal und standen früh auf, um früh in Boden zu sein. Waren wir auch, aber da war es zu unserem Erstaunen schon ganz schön voll. Erstaunlich viele Leute gingen wie wir links hinauf statt geradeaus, wie wir eigentlich erwartet hatten.

Natürlich war alles hart gefroren, aber die minimale Neuschneeauflage (auch gefroren) der letzten Tage hielt gut. Wir stiegen bis zu den ersten Häusern von Pfafflar auf und gingen dann etwa auf dem Sommerweg ins Fundeistal hinein. Andere bogen ein Stück früher ab und querten unten in den Wald rein (ich überlegte, ob die was wussten, was wir nicht wussten), aber die kamen dann oberhalb des sandigen Abbruchs wo das Wanderschild steht auf auf unseren Weg. Der Schnee war relativ hart, also zogen wir bald Harscheisen an, da waren wir aber in der Minderheit, die meisten liefen ohne.

Weiter vorn teilten sich Skitourengeher und Spuren auf. Die einen gingen noch weiter hoch, andere folgten dem Sommerweg abfallend in den Talgrund hinein. Wir nahmen den unteren Weg, weil im Führer stand man solle eher früher als später in den Talgrund abfahren.

Wir querten noch über den Abbruch drüber, dann war der beste Allgäuer von Allen genervt vom Quergehen, weil das weder den Druckstellen der Skistiefel noch dem Kreuz gut tat und stellte auf Steigeisen um. Ich fand das keine schlechte Idee und nahm die auch. Allerdings brach ich dann andauernd ein (ich bin halt schwerer) und als ich dann noch dazu mit den Eisen in einer Latsche stecken blieb, beschloss ich wieder auf Ski umzustellen. Der beste Allgäuer von Allen ging schon mal weiter.

Ich stand recht ungeschickt und musste erst mal Leute vorbei lassen. Dann packte ich die Steigeisen weg und zog wieder Ski an. Unterdessen kam der beste Allgäuer von Allen zurück und meinte, da vorn ging es wieder steil bergauf, wir hätten mal besser die andere Spur genommen. Und überhaupt sei das hier alles total doof, weil abartig steil. Wir gerieten in einen kleinen Streit (unterdessen gingen weitere Leute an uns vorbei, es waren wirklich erstaunlich viele hier unterwegs) und hatten dann keine Lust mehr auf die Tour und gingen erst mal zurück in die Sonne in Pfafflar.

Dann war natürlich die Luft raus.

Wir taten das, was wir in derselben Situation (ohne den Streit) schon mal gemacht hatten: wir gingen weiter ins Scharnitzkar. Weil im Bach diesmal wirklich beeindruckend große (und dreckige!) Lawinen lagen, gingen wir direkt rechts rauf und fanden so auch gleich einen viel schöneren Weg ins Scharnitzkar, von dem aus man anscheinend allerlei sehr interessante Dinge machen kann, denn da hatte es eine Spur, die die Nordwand des Muttekopfs hinauf führte, in ein Gelände, in dem ich wirklich keine Skispuren erwartet hätte.

Es zogen Wolken rein und die Ski stollten in dem kupierten Gelände (mal Sonne mit sehr nassem Schnee, mal fast Schatten mit eiskaltem Pulver) bald unerträglich und wir beschlossen, Pause zu machen und aufzuhören. Einen Gipfel würden wir ja eh nicht mehr erreichen.

Das war interessant, denn so konnten wir den beiden Muttekopf-Nordseite-Besteigern bei der Abfahrt zuschauen. Die fuhren nämlich nicht da ab, wo sie aufgestiegen waren sondern fuhren über 2 Rinnen und eine Querung ab, bei denen ich von unserem Standpunkt aus nie und nimmer einen Durchlass erwartet hätte. Cool, echt!

Die Abfahrt war ... sehr gemischt. Die schönsten Stellen hatten eine dünne Pulverauflage auf harter Unterlage (mit gelegentlichen, natürlich unsichtbaren, Spuren drin), sonst hatte es bremsenden nassen Neuschnee, fast Firn und Eis. Alles wechselte lustig durcheinander und man konnte sich nicht wirklich auf irgendwas einstellen. Am schönsten war die Abfahrt unterhalb von Pfafflar, wo es ‘richtigen’ Firn hatte.

So war das halt ein netter Skispaziergang statt einer fordernden Skitour. Und das Scharnitzkar ist sehr schön und ich glaube, da müssen wir wirklich mal als eigenes Ziel hin.


Wir starten nicht allein


Auf dem Weg ins Fundeistal


Zu Fuß mit Skiern am Rucksack


Immer wieder nett: Im Winter auf alter Motorradstrecke


Allein unterwegs


Netter Anstieg ...


... in ein wunderschönes Kar


Abfahrt

Von engel am 10.04.2019 21:22 • outdoorski

Nach der tollen Skitour vom Samstag wollten wir wieder zum Radeln, um das Frühlingswochenende perfekt zu machen.

Beim Prüfblick vom Mariaberg zum Blender meinten wir, den Waldweg am Tennisplatz schon radeln zu können. Dem war auch so, aber den Blender selbst ließen wir dann doch lieber aus, weil mein Knie schon ein wenig rumjammerte und ich die steile Straße hätte schieben müssen.

Auf dem Weg von Wegscheidl nach Eschach erwartete uns eine Überraschung. Da lag nämlich noch ein fette Wechte über der Straße, die wohl erst kürzlich durchpflügt worden war. Die Schneewände an der Seite waren um die 2 Meter hoch! Das ist echt ein Novum.

Wir radelten bis zum Weiher, dessen Ränder gerade eben so aufzugehen anfingen. Zum Brotzeitstüble rüber lag uns noch immer zu viel Schnee, deswegen fuhren wir zurück nach Hause. Über den Waldweg, wo wir letzte Woche am Schnee gescheitert waren. Diesmal kamen wir mit deutlich weniger Schnee durch, allerdings war das zwischendurch eine rechte Sauerei, weil alles matschig war.

Der nette Drumherumweg am Herrenwieser Weiher ist aktuell keine Alternative. Da liegt, vermutlich wegen der vielen Winterstürme und Eisbruch, der halbe Wald über dem schmalen Weglein. Wir wurschtelten uns mit den Bikes durchs Unterholz (Umdrehen? Pffff!), nahmen aber deutliche Erinnerungen an das Gewurschtel in Form von teils ordentlich tiefen Kratzern mit.

Daheim wieder Pfannkuchen mit allerlei feinen Dingen obendrauf und viel, viel Sonne auf der Terrasse. Perfekt!


Auf dem Weg zur Waldabfahrt


Zitronenfalter. Von denen hatte es erfreulich viele im Wald.


Wald-Auffahrt :-)


Schneewände


Zum Eisbaden ist es doch noch zu früh


Rückweg mit Hindernissen

Von engel am 02.04.2019 21:22 • outdoormtb

Samstag, 30.03.2019: Joch statt Gipfel

Dienstag, April 02, 2019

Schon wieder sollte es ein Super-Wochenende mit tollstem Wetter werden. Und warm! Wir standen noch eine halbe Stunde früher auf als letztes Wochenende und fuhren geradewegs ins Lechtal. Diesmal war wirklich wenig los auf den Straßen, aber in Gramais bekamen wir gerade noch so den vorletzten Platz auf dem oberen Parkplatz!

Wir marschierten diesmal direkt das Tal hinter. Das ist wirklich flach, ich hatte Sorge, da den ganzen Weg im Schlittschuhschritt zurück laufen zu müssen (Aua.) und merkte mir relevante Punkte, an denen man vielleicht wieder auffellen sollte. Der letzte war ‘Bödma’ (aus dem natürlich jemand ‘Blödman’ gemacht hatte). Danach war es immer noch flach, aber ich hatte zumindest das Gefühl, das könne man weitgehend abfahren.

Wir waren nicht direkt allein unterwegs, aber es hatte doch ein paar Leute. 4 davon bogen bald nach Bödma rechts zur Landschaftsspitze ab. Der Aufstieg durch den schmalen Schlauch sah anspruchsvoll aus. Unser Anstieg war dann auch gleich anspruchsvoll, aber weniger weil es so sehr bergauf ging, sondern weil wir immer wieder am steilen Bachufer queren mussten und es war - ehklar - alles hart gefroren und eisig. Naja, wozu hat man Harscheisen.

Wo es dann ins Sacktal hinauf ging, waren wir uns nicht ganz sicher, ob wir einer Spur direkt im Bach folgen sollten oder wie der Führer beschrieb, direkt den steilen Latschenhang hinauf gehen sollten. Wir entschieden uns für den Latschenhang und das war dann erst mal einigermaßen schwierig, Harscheisen hin oder. Einer unserer Nachgeher war hochgradig faszinierend, denn der marschierte den eisigen Steilhang hinauf, als sei nichts, während wir bei jedem dritten Schritt nachtreten mussten oder rutschten.

Glücklicherweise kamen wir bald in die Sonne und der Schnee ging schnell auf, das machte das Laufen einfacher. Der Hang war aber noch eine Weile sakrisch steil!

Oberhalb des Steilhangs machten wir eine kurze Pause und folgten dann der Spur das lange, nicht enden wollende Sacktal hinauf. Weiter oben sahen wir, dass anscheinend alle unsere Vorgänger einen schönen Schattenhang auf der linken Seite (nachher auf dem GPS nachgeschaut: unter der Kleinen Leiterspitze) hinaufstiegen, unsere Erinnerung und die Beschreibung im Führer sagten aber, man müsse bis ins Albitjöchl aufsteigen. Also machten wir das, obwohl da nur wenige hingegangen waren.

Im Albitjöchl sahen wir dann auch warum, denn die andere Seite des Jöchls war komplett aper. Da wo wir vor Jahren mit wenig Höhenverlust hatten nach links rausqueren können, war ein fetter Felsriegel, kein Schnee weit und breit. Wir hätten erst mal ein ganzes Stück auf der anderen Seite absteigen (ja, steigen, mit Skistiefeln auf Gras) müssen, bevor wir dann zur Leiterscharte hätten aufsteigen können. Da gab es genau 2 Spuren, denn alle anderen, das sahen wir jetzt, waren aus der Scharte unter der Kleinen Leiterspitze rüber gequert. Wieder was gelernt, dass das geht, wussten wir gar nicht.

Nun erklärte sich auch die seltsame Spur auf der rechten Seite des Aufstiegs, über die wir uns gewundert hatten ... da hatten schon mal welche umgedreht. Das machten auch wir und stiegen dann in den Nordosthang mit den vielen Spitzkehren ein. Auch hier hätte ich mir zwischen den Kehren ein bisserl mehr Steigung gewünscht, aber die Spur war sonst gut zu gehen und die Kehren gingen nicht gar so steil raus, so dass das mein Knie nur aushaltbar stresste.

Im Joch unter der Kleinen Leiterspitze brachen wir dann ab, wie wir das am Albitjöchl schon beschlossen hatten. Es war schon einigermaßen spät und vor allem: Noch war der Schnee im Nordosthang super, wenn da die 20+ Leute, die wir an der Leiterspitze sahen, abgefahren waren, wäre nicht mehr viel Pulverschnee übrig gewesen. Und weder Aufstieg noch Abfahrt durch die Leiterscharte sahen toll aus.

So war die Abfahrt aber ein Traum! Vom Joch bis fast runter zum Tobeleinschnitt vom Sackbach blieben wir auf der schattigen, steilen Nordostseite und hatten schönen Pulver (mit ein paar Spuren drin, aber das stört ja nicht). Dann wechselten wir in die Sonne, nun voll ostseitig und da war dann echt feiner Firn. Der steile Aufstieg über die Latschen war inzwischen natürlich auch aufgegangen und liess sich bestens fahren.

Unten im Tal war der Schnee natürlich total nass und bremste. Wir halfen mit ein wenig Flüssigwax nach, was vor allem beim besten Allgäuer von Allen was brachte. Meine Ski waren frischer gewaxt, da war das kaum ein Unterschied. Bis Bödma musste man nur einmal wirklich aufsteigen, sonst ging alles abzufahren.

Am Bänkle an/in Bödma, machten wir nochmal Pause, bevor wir eigentlich auffellen wollten. Dabei sahen wir aber anderen zu, die danach mit nur wenig Anstrengung weiterkamen und ließen das Auffellen erst mal bleiben. Und dann überhaupt bleiben, dann man musste zwar schon immer wieder mal schieben und skaten, aber alles in allem kamen wir mit moderater Anstrengung zurück nach Gramais. Das ging viel besser als erwartet :-)

Zum wohlverdienten Abschluss gab es guten Kuchen und alkfreien Weizen in der Alpenrose. Wir hatten zu viel Durst für Kaffee ...


Start auf der hart gefrorenen Loipe


Fast im Talschluß


Aufstieg ins Sacktal


Tiefblick


Rückblick vom Albitjöchl


Blick zur Scharte mit Ziel. Die andere Seite vom Jöchl is aper.


Auf dem Weg zum Nordosthang


Am (neuen) Ziel.


Abfahrt. Unten sieht man den tollen Schnee ...


... traumhaft zu fahren!


Abfahrt über den Latschenhang


Rückblick


Die letzten Meter auf der Loipe sind bequem

Von engel am 02.04.2019 20:49 • outdoorski

Sonntag, 24.03.2019: Ausgleichsradeln

Freitag, März 29, 2019

Die Spitzkehrenorgie und die teils anspruchsvolle Abfahrt hatten dem Knie nicht gut getan, deswegen hatte ich schon am Vorabend gesagt, dass ich zum Radeln wollte. Wir frühstückten also sehr gemütlich, dann machte ich ein bisserl Haushalt und der beste Allgäuer von Allen gab den ‘guten’ Bikes einen kurzen Frühlingscheck.

Später radelten wir auf dem normalen Weg Richtung Brotzeitstüble und nahmen sogar die Waldabfahrt mit, die viel weniger nass und matschig war, als wir befürchtet hatten :-)

Wir blieben dennoch schon deutlich vor dem Weiher im Schnee stecken. Wir hätten lang und weit schieben müssen, um bis zum Weiher zu kommen und da war dann ganz sicher noch sehr viel Schnee, so dass wir auch noch zum Brotzeitstüble hätten schieben müssen. Das ist der gute Kuchen da dann doch nicht wert.

Wir fuhren wieder heim und stattdessen zelebrierten Pfannkuchen auf der Terrasse, mit Grand Marnier, Baileys und Amaretto :-)


Hach, Frühlingsradeln :-)


Blick in die schneebedeckten Berge


Waldabfahrt


Und dann doch Schnee ...

Von engel am 29.03.2019 19:12 • outdoormtb

Samstag, 23.03.2019: Abgebrochen

Freitag, März 29, 2019

Endlich mal schönes Wetter für Skitouren! Allerdings sollte es arg warm werden, nämlich 17 Grad in Oberstdorf. Wir hatten beide dieselbe Idee für die Samstagsskitour gehabt und freuten uns drauf. Nach einem kurzen frühen Frühstück kamen wir mit moderatem Verkehr durch den Grenztunnel, ohne uns stauen zu müssen (immer eine Sorge, weil die Tiroler ja immer mal wieder Blockabfertigung spielen) und parkten in Gramais.

Zum Tourstart muss man erst mal runter zum Bach, daher hatten wir daheim nicht aufgefellt. Wir wussten nicht, ob wir das würden abfahren können. Abfahren wäre vielleicht schon gegangen, das das sah eher unangenehm aus, also gingen wir zu Fuß runter zum Bach und fellten dann halt da auf (und für das nächste Mal: auf der anderen Seite auf der Langlaufloipe abfahren!).

Nach dem Bach geht es erst ein Stück bergauf, wobei man ein paar Mal die Loipe quert, die auf einem Forstweg verläuft, und dann auf dem Sommerweg im Wald ins Tal hinein. Der Schnee war natürlich zunächst hart gefroren, ging in der Sonne aber bald auf. Wo der Sommerweg eigentlich auf der anderen Seite vom Bach verläuft (danach erst festgestellt), muss man am steilen Bachufer an einem sandigen Abbruch vorbei. Wir querten das lieber zu Fuß. Unsere 3 Nachgänger holten uns genau dort ein und stiefelten mit den Skiern über den Dreck. Von den 3en abgesehen, hatten wir 3 oder 4 Vorgänger, es war also nicht viel los :-)

Danach geht man mehr oder weniger immer im Bachbett. Von rechts (reine Südseite) liegen mehr oder weniger große (also teilweise echt große!) Lawinen im Bachnett, über die man drüber gehen muss, von links hat es kleine Lockerschneerutsche.

Der Winterweg geht mitten durch die steile Wand mit den Wasserfällen. Dazu geht man zuerst direkt auf die Wand zu, umgeht die erste Stufe auf der rechten Seite, quert die gesamte Wand zwischen den beiden Stufen und umgeht dann die zweite Stufe auf der linken Seite.

Die erste Stufe auf der rechten Seite steigt man derzeit komplett auf den alten Lawinen hinauf, was im Nachhinein nicht sehr schlau ist, denn am Nachmittag lagen da haufenweise frische Lawinen drin. Wir sahen eine Spur, die links über dem letzten Wasserfall in den Hang daneben querte. Da wollten wir später abfahren. Erst mal mussten wir aber über die ganzen hart gefrorenen Lawinenbollen aufsteigen und das war nicht einfach. Als wir das Stück hinter uns hatten, war ich echt froh.

Der Weiterweg, links rüber, ein wenig aufsteigen, nach rechts über die zweite Wasserfallstufe queren und nochmal kurz steil hinauf, war dann einfacher. Dann waren wir im Rosskar, das total unübersichtlich ist, weil es aus lauter Hügeln und Mulden besteht, durch die durchzufinden ohne wieder an Höhe zu verlieren, nicht einfach ist. Der Spur, der wir inzwischen folgten, gelang das auch nicht wirklich, aber wir kamen doch mit relativ wenig Höhenverlust bis zum See.

Den Gipfelhang konnten wir schon ein Stück vorher sehen und da hatten wir beide denselben Gedanken: “Was ist denn das für eine Sch…-Spur?” Die Spur führte mit kaum Steigung in unendliche vielen Kehren die (zugegeben oben recht steile) Flanke zum Gipfel hinauf. Spitzkehre an Spitzkehre mit kaum Höhengewinn dazwischen! Na, das konnte ja was werden!

Unsere Vorgänger schienen etwas langsam im Anstieg, das deutete noch dazu auf schlechte Bedingungen hin. Naja, wir gingen erst mal hin. Schon die langen Schläge unten im breiten Hang waren doof, weil sie nahezu keine Steigung hatten (ich stellte zwischenzeitlich sogar die Steigstufe der Bindung runter, aber das war dann auch nix), weiter oben wurde das dann noch doofer, weil man kaum mehr geradeaus gehen konnte und nur noch am Spitzkehren machen war.

Noch dazu waren das Deppenspitzkehren - gerade hin, steil weg - bei denen man immer einen großen Schritt nach oben machen musste. Ich überlegte ernsthaft, eine eigene Spur zu machen, aber bis ich auf diese Idee kam, war ich schon relativ weit oben und der Hang war so eng und schon so zerspurt, dann man kaum mehr Platz dafür hatte (das hatte auch schon jemand vor uns versucht und wieder aufgegeben).
Beim nächsten Mal: Die Kehren weiter austreten, um wenigstens flach umdrehen zu können. Oder mit Ski am Rucksack geradeaus hoch.

Die Spitzkehren fingen bald an, im Knie zu stechen. Nach etwa 2/3 des Gipfelhanges war mir dann klar, dass ich so niemals bis ganz oben kommen würde. Und wenn, dann nicht mehr runter. Ich sagte dem besten Allgäuer von Allen also, dass ich das nicht machen könne und schlug ihm vor, allein bis zum Gipfel zu gehen. Ich würde unten in der Sonne warten. Das wollte er aber nicht, weil allein gehen immer doof ist, für alle Beteiligten. Somit war also, bei 2/3 vom Gipfelhang und etwa 150m unter dem Ziel Schluss.

Wir fellten ab und fuhren ab. Der Schnee im steilen schattigen Nordhang war oben solala, dann aber richtig toll, vor allem als wir nach rechts fuhren, wo keine Lawinenbollen unten drunter waren. In der Sonne suchten wir uns einen Hügel und machten erst mal lang und gemütlich Pause. Dann fuhren wir ab und folgten den Spuren von 3 Leuten, die zunächst dem Sommerweg zu folgen schienen. Wir dachten, die kennen sich aus.

Süd- und ostseitig war der Schnee nass und pappig, westseitig war Bruchharsch, aber nordseitig fand sich noch schönster Pulver :-) Wir bekamen alles und man sah nicht immer gleich, was einen erwartete, aber die Abfahrt im Rosskar war trotzdem toll.

Unsere Vorfahrer hatten sich dann doch nicht so gut ausgekannt, wie gehofft (der Sommerweg geht dann eh ganz woanders lang, stellte ich fest) und wir landeten kurz vor der Wand mit dem Wasserfall in einem Abbruch, denn die Vorfahrer eher ungeschickt gemeistert hatten. Da zahlte es sich dann aus, dass ich mir im Aufstieg die Gegend immer schon genau anschaue, denn ich erinnerte mich an eine steile Rinne weiter vorn, zu der wir dann auch problemlos fanden.

Und dann waren wir in der Wand mit den Wasserfällen. Wir fuhren links der zweiten Stufe ab und tasteten uns oberhalb der ersten Stufe nach rechts, um auf die Querung zu kommen. Unten sahen wir einige Spuren rauskommen, die Querung selbst war aber so steil, dass man erst im letzten Moment wirklich sehen konnte, wo man entlang fahren konnte. Das war dann eine Rutsch-Querung sehr steil und recht knapp oberhalb des Wasserfalls, wo unten auch schon einige Eisplatten rausschauten.

Wir kamen gut rüber und schauten zurück. Ich hatte das Ganze ganz OK gefunden, des beste Allgäuer von Allen aber fand die Aktion, besonders im Rückblick, wo man gut sah, wo und wie tief man hätte fallen können, wenn man auf dem Eis ausgerutscht wäre, ziemlich bescheuert. Das wäre wirklich nicht gut ausgegangen, aber wir waren ja nun schon durch und auf der anderen Seite (dem Aufstiegsweg) lagen inzwischen frische Nassschneelawinen, das wäre auch nicht toll gewesen ...

Auf der Nordseite des Tals fanden wir bis zum Bach runter noch ein wenig schönen Firn, aber dann war (wie erwartet) Schluss mit nettem Schnee. Überall wo Sonne war, also quasi überall, war der Schnee so nass dass er bremste.

Wir fuhren bis zum Dreckabhang und zogen zum Drübergehen die Ski aus. Unsere Vorfahrer waren einfach über die Steine gefahren, mögen die ihre Ski nicht? Dann gab es noch eine kurze Abfahrt und wir mussten uns entscheiden, ob wir zum Sommerweg hinauf steigen oder im Bachbett bleiben wollten.

Alle Spuren führten ins Bachbett also fuhren wir denen nach, vielleicht käme man da ja durch? Kommt man nicht. Direkt ums Eck kommt ein Tobel und obwohl da einige reingefahren waren, sah das einfach Sch… aus.

Wir stiegen (teils zu Fuß, teils mit Ski) zum Sommerweg auf und noch ein Stück und weiter, wo wir - oh Wunder! - eine Forststraße vorfanden, die in meiner Karte nicht existiert. Das war prima, denn die führte uns direkt bis zur Loipe, von wo wir bis zur Brücke abfahren konnten.
Zum Merken: nächstes Mal da aufsteigen, das ist viel besser als der Sommerweg!

Als letztes Hürde kam dann noch der Wiederaufstieg vom Bach zum Auto (und auch da: das wäre über die Loipe besser gegangen). Das war nochmal echt anstrengend, weil es so warm war. Oben erzählten wir zwei Leuten noch von den Bedingungen, dann kehrten wir in der Alpenrose auf Kaffee und Kuchen ein. Das war sehr gut.


Abstieg zum Bach


Rückblick auf Gramais


Auf dem Sommerweg im Wald


Querung des Dreckabhangs


Auf dem Weg in den Talschluß


Mühsamer Aufstieg über Lawinenbollen


Der obere Teil vom Wasserfall


Im Roßkar


Der erste Blick auf den Gipfelhang. Weia, denn ...


... das sind echt viele Spitzkehren!


Im Gipfelhang


Spitzkehren, Spitzkehren, Spitzkehren


Abfahrt ...


... mit echt gutem Schnee


Weiter unten wird der Schnee auch nochmal gut ...


... und wir ziehen fast einsame Kurven.


Rückblick. Wir sind links knapp über dem Wasserfall gequert.


Tiefblick mit (noch) schönem Firn.


Belohnung

Von engel am 29.03.2019 19:03 • outdoorski
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