Der Sonntag stellte uns vor das Problem, eine Tour zu finden, die mehr oder weniger jederzeit abzubrechen wäre, schliesslich waren üble Gewitter ab Mittag angekündigt. Nicht dass Regen und Gewitter an sich so besonders schlimm sind (wenn man sich nicht grad an exponierter Stelle ohne Rückzugsmöglichkeit befindet, heisst das), aber wenn es nass wird wird es auch schnell kalt und wenn man friert hört der Spass sehr schnell auf.
Fahrradfahren also, auf einer Runde mit vielen Fluchtmöglichkeiten. Nach ein bisschen Stöbern im Bike-Guide beschlossen wir die Runde zum Bildstöckl ein wenig zu erweitern. Wir stellten das Auto bei Burgberg ab, dann ging es über Sonthofen hinauf zum Bildstöckl, einem netten Hügel hinter Sonthofen.

Das Wetter entschied für uns: Bergsteigen am Samstag. Der beste Allgäuer von Allen hatte sich bereits eine Tour ausgesucht, die mit minimalen Änderungen (radelbare Höhenmeter mit dem Bike zurück legen, beispielsweise) auch mir sehr zusagte. So parkten wir also am Samstag in der Früh an der Stelle, die so langsam unser Stammparkplatz bei Oberstdorf zu werden scheint, an der Abzweigung nach Tiefenbach.
Übrigens nicht, um die 3 Euro Parkgebühr zu sparen, sondern um uns ein wenig einzuradeln, bevor wir uns an den ersten Aufschwung machten. Das Nebelhorn hoch zur unteren Mittelstation an der Seealpe. Nach dem ersten Steilaufschwung macht die Strasse zur Seealpe erst mal auf harmlos, zieht dann aber im oberen Teil ganz schön an. In Kombination mit der Schwüle des Tages führte das zu wahren Sturzbächen an Schweiss und das am frühen Morgen.

... und Breitenberg, das Rundenanhängsel soll nicht verschwiegen werden.
Wir wollten mal wieder ‘richtig’ bergsteigen. Zwengs Training und so, denn so ein Abstieg ist schon was ganz anderes, als gemütlich mit Skiern ins Tal abschwingen. Schon bei der Radtour hatten wir über Ziele diskutiert und ob wir nicht vielleicht mal wieder klettern gehen sollten. Der beste Allgäuer von Allen kam dann auf die Hohen Gänge, den Mini-Klettersteig bei Hindelang. Genau, Bergsteigen mit etwas Felsberührung!

Nochmal eine MTB-Tour sollte es am Samstag werden. So langsam wird es schwierig im Bike-Guide noch Strecken zu finden, die von uns bisher unberadelt sind. Bisher hatte ich mich in der Oberstdorfer Gegend eher zurück gehalten, weil dort immer so viele Leute unterwegs sind. Weil aber eigentlich noch nicht Saison ist, fuhren wir doch hin.

Nachdem wir am Samstag erst die MTBs eingestellt und umgestellt und dann ausprobiert und damit herumgespielt hatten und die frisch oder wiedergefundenen Einstellungen schnell mal am Blender ausprobiert hatten (Bei irrem Wind! Schon mal mit 10 Grad Seitenneigung geradeaus gefahren? Fühlt sich gruselig an!), war es am Sonntag Zeit, um richtig zu biken. Allein schon um Ralles neue Maschine (er sagt, das kann man nicht mehr Fahrrad nennen) ordentlich auszuprobieren.
Zu Testzwecken hab ich also eine möglichst abwechslungsreiche Runde aus dem Bike-Guide heraus gesucht, wo der beste Allgäuer von Allen viel Gelegenheit haben würde, mit der ‘Maschine’ zu spielen.
Wie üblich piept mein Höhenmesser um 4:30h. Genauso üblich ist, dass ich sofort hellwach bin, obwohl ich diesmal verdammt schlecht geschlafen habe, weiss der Geier warum. Laut war es nicht, kalt oder heiss war es nicht, aber ich bin dauernd aufgewacht. Nachdem ich mich aus dem Bett geschlängelt habe, gilt der erste Blick dem Fenster: Nebel. Nebel? Ich stupse den besten Allgäuer von Allen zum Wecken an und sause nach unten vor die Tür. Tatsächlich, dicker, fetter Nebel um die Hütte. Na prima!
Wir gehen erst mal Frühstücken. Weil wir fast die ersten sind, klappt es auch diesmal problemlos mit der zweiten Tasse Kaffee. Allerdings wird das Frühstück mit der Wiederholung nicht besser, es fällt uns schwer eines der trockenen Marmeladebrote runter zu kriegen. Draussen ist noch immer Nebel, die Nachfrage bei der Wirtin bringt keine Klarheit: ‘Kann sich auflösen, vielleicht aber auch nicht. Die mittäglichen Gewitter werden wohl eher früher als später kommen.’ Nochmal: Na prima! Was machen wir jetzt?
Erst mal packen wir. Den Rucksack mit dem Skitourenzeug marschbereit, das Hüttenzeug in eine Tüte, dann erst mal aufrödeln. Wir parken alles vor der Hütte und schauen uns unschlüssig den Nebel in der aufziehenden Dämmerung an. Um uns herum stehen ähnlich unentschlossene Menschen (’... pas de motivation!’ tönt es aus allen Ecken), die Entschlosseneren tasten sich bei Nullsicht über den eisigen Hang zum Gletscher hinunter. Sieht nicht toll aus.

Wir stehen so früh auf wie am Vortag, nämlich um 4:30h. So sind wir schneller beim Frühstück, was das Problem mit dem dringend nötigen zweiten Kaffee zufriedenstellend löst. Dafür brauchen wir nach dem Frühstück länger als der Rest der Truppe, so dass wir uns alle um etwa 5:30h vor der Hütte treffen.
Wir fahren ab, der Rest geht zu Fuss, was - das muss wohl mal erwähnt werden - genauso schnell geht, wie das ‘Abfahren’, das im Wesentlichen aus Querrutschen auf hartgefrorenem Firn und Skitragen über die unvermeidlichen Felsen besteht. Auf dem Hohlaubgletscher treffen wir uns alle wieder. Wir fellen auf, die anderen schnallen an. Durchzählen ... einer fehlt! Klar, der Yak mal wieder. Damit klärt sich auch das Missverständnis vom Vortag: 9 warteten auf einer Seite des Gletschers, einer auf der anderen. Ohne Sichtkontakt. Dumm gelaufen.

Da die Hütte brechend voll ist, ist das Frühstück ziemlich chaotisch. Die dringend nötige zweite Tasse Kaffee lässt sich wegen der langen Schlange an der Ausgabe nur schwer organisieren, die viel zu wenigen Toiletten sind ständig besetzt (ausnahmsweise ist das mal bei den Herren schlimmer als bei den Damen, die doch stark in der Unterzahl sind) und überall wuseln Leute durcheinander. Als wir schliesslich um etwa 5:30h gestiefelt und gespornt vor der Hütte auftauchen, sind nur noch 7 der 10 SAN-Leute vorhanden.

Von der Brittania-Hütte muss man erst mal knapp 100 Meter zum Hohlaubgletscher absteigen oder abfahren. In der Früh ist das, was Nachmittags patschnasser Sulz ist, zu bretthartem Eis gefroren. Nicht alle trauen sich das auf den Skiern zu. Berni und Christine sind schon zu Fuss zum Gletscher abgestiegen. Somit fehlt uns nur noch das Yak. Niemand weiss wo er ist, da er aber in der Hütte nicht zu finden ist, musste er wohl auch schon abgestiegen sein. Abgefahren sei er auf keinen Fall, da sind sich alle einig.

Irgendwann ist immer das erste Mal. Für uns kam es über freien Tage mit dem Brückentag um den ersten Mai, als wir uns überreden liessen, mit einigen Leuten der SAN (Sektion Alpen.net), bei denen ich stilles Mitglied bin, ins Wallis zu fahren um schnell mal eine Akklimatisationstour (Fluchthorn, 3790m) und 4000er-Skitour (Strahlhorn, 4190m) zu machen. Basis sollte die Brittania-Hütte sein, 10 Plätze waren von der SAN gebucht.
Viel Überreden war nicht nötig, (tolle Landschaft und Klasse Berge!) auch wenn wir uns ein wenig unsicher waren, ob das mit einer Gruppe Leute, von denen wir grad mal einen ein bisserl kannten, etwas werden würde. Gleich vorweg: Es wurde :-)
So ganz nah ist das Wallis ja nicht grad, daher gedachten wir das Ganze ein wenig zu verlängern und statt der 2 von den SAN geplanten Touren 4 zu machen und dafür etwas länger zu bleiben. Immer vorausgesetzt, Wetter und Fitness (meine!) spielen mit. Soll sich ja lohnen, wenn man schon so weit fährt.
Wie immer ging dem Urlaub eine äusserst optimistische Planung voraus, die unter anderem vorsah, zu Akklimatisations-Zwecken am ersten Tag noch ein Stück weit den Hohlaubgrat zum Allalinhorn hinauf zu steigen. Der Treffpunkt der anderen war uns zu spät und da wir eh allein fahren mussten, machten wir unseren eigene Zeitplan. Also gegen 7.00h starten, gegen 14:00h in Saas Fee sein und nach der Ankunft auf der Hütte noch ein Stück den Grat hinauf steigen.
Zunächst klappt alles hervorragend. Wir kommen um 6:30h los, erwischen in Realp genau den Zug um 10:30h, um unter dem Furka durch zu kommen (der Pass hatte noch Wintersperre) und sind kurz vor 13:00h am Parkplatz in Saas Fee. Der beste Allgäuer von Allen hat die von der langen Fahrt zu erwartenden Rückenschmerzen, mir geht es trotz der langen Fahrt prima. Aber es hat verdammt wenig Schnee im Tal, sieht genau genommen nicht viel anders aus als im Sommer. Ob wir nach Betriebsschluss der Bahn überhaupt noch ins Tal abfahren können?

Meist kommt es ja anders als man denkt und plant. So auch diesmal, wir sind bereits seit gestern wieder da. Statt 4 1/2 Skihochtouren gab es 2 nur Skihochtouren. Und einen schönen erholsamen Sonnentag im Garten, unterbrochen lediglich vom Kauf eines MTBs für den besten Allgäuer von Allen, super ausgestattet und nett anzusehen, aber schwarz. Bah, langweilig ;-) Das Bike ist um Klassen besser als meines, ich fürchte, demnächst wird der Mann noch länger auf mich warten müssen als bisher.
Im Wallis war es Klasse. Kleiner Abriss vorab, für richtige Berichte mit Bildern brauche ich mehr Zeit :-)
