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Hatsch-Tour

Donnerstag, April 15, 2021

Die Donnerstags-Skitour hatten die S. und ich schon vor 2 Wochen ausgemacht. Unter der Voraussetzung, dass es dann noch Schnee haben würde, natürlich. Nun Schnee hatte es, in der Nacht kamen laut LLB sogar nochmal gute 10cm dazu. Und das Wetter sollte auch gar nicht sooo schlecht werden :-)

Wir hatten kurz diskutiert und uns dann für eine Tour entschieden, die wir schon ein paar Mal auf dem Schirm gehabt hatten. Die S. war da schon lang nicht mehr und ich war da noch gar nie nicht, nicht mal im Sommer. Wir trafen uns wie üblich in Waltenhofen und fuhren dann gemeinsam ins Stillachtal. Ich hatte ja eigentlich erwartet, dass es da unten kaum mehr Schnee haben würde, das ist ja schon relativ tief, aber es war wunderbar weiß und winterlich. Natürlich lag der Schnee direkt auf dem Boden, aber dafür hat es ja die Piste. Parken am Wanderparkplatz beim Fellhorn ist übrigens unverschämt teuer: 9€!

Wir marschierten erst mal die Piste bis zur Mittelstation rauf. Unten war ein ‘Loch’ in der Piste (da lag der Neuschnee direkt auf dem Gras) und wir mussten 4 Mal die Straße queren, aber das ging ganz gut. Wir konnten allerdings deutlich sehen, dass die Abfahrt da nicht die reine Freude werden würde: Buckel und Schneebollen noch und nöcher unter einer dünnen Auflage. Na, immerhin war der Altschnee nicht gefroren.

Von der Mittelstation aus querten wir ins Warmatsgundtal. Das sind knapp 2 Kilometer mehr oder weniger geradeaus (blöd wegen Rückweg) auf einer Teerstraße bis zu einem Wasserfall. Die Teerstraße war leider geräumt, aber es hatte netterweise genügend drauf geschneit, um da mit Skiern gehen zu können, man musste nur ein wenig aufpassen, die Felle nicht allzu nass werden zu lassen.

Danach geht es nochmal knapp 2 Kilometer auf einer Forststraße weiter bis man in einem weiten Kessel landet. Da geht es immerhin bergauf, also kann man am Rückweg abfahren. Es hatte von Anfang an mal mehr mal weniger geschneit und als wir in dem Kessel ankamen, standen wir noch dazu im Nebel und sahen echt wenig. Vor allem halt nicht, wo was war und wo wir eigentlich hin wollten (Griesgundkopf, Alpgundkopf). Immerhin war da aber ja eine Spur vor uns und wir gingen halt der nach, es sahen eh alle Hänge schön aus (wenn auch mit Baum-Slalom).

Die Abfahrt war oben ziemlich prima, wurde aber in den unpassenden Ausrichtungen teilweise schwierig und weiter unten wieder ziemlich gut. Es hatte eine schöne frische Pulverschneeauflage (immerhin ein Vorteil des ständigen Schneefalls), aber in der Mitte brach man immer wieder mal unvermutet in den aufgeweichten Altschnee unten drunter ein (das ist nach wie vor eine meiner Horrorvorstellungen: in weichen schweren Schnee einbrechen und dann so blöd stecken bleiben, dass ein Knie bricht). Passend dazu hatte es total flaches Licht und es waren kaum Konturen zu erkennen. Unten wurde die Altschneeschicht härter, das war besser. Aber das war trotzdem eine schöne Abfahrt :-)

Für den Rückweg fellte ich für den ersten Gegenanstieg an (die S. ging lieber ohne Felle). Danach kamen wir gut zum Wasserfall zurück, wobei ich das Beinahe-Loch an einem Bachlauf fast übersehen hätte und fellten für den restlichen Weg beide auf. Auf der Teerstraße lag nun noch mehr Schnee, das ging ganz gut.

Die Abfahrt von der Mittelstation war dann kein Problem, wenn auch nicht schön (Altschneebuckelpiste mit Bollen halt, immerhin aber nicht hart) und etwas nervig, weil man halt die Straße queren muss. Unten nutzte ich den Schnee bis zum letzten Meter mit Schieben aus, die S. ging zu Fuß, weil sie mit den Skistiefeln nicht in den Matsch steigen wollte. Ich hatte Glück, der Matsch hielt sich in Grenzen.

Das war eine echt hatschige Tour und direkt danach dachte ich noch, das war es aber nicht wert. So mit etwas Abstand: doch, war es. Mit Sicht, der richtigen Aufstiegsroute und einem Gipfel könnte man da vermutlich ein paar tolle Touren machen. Ich muss da mal im Sommer hin.

Den Nachmittag verbrachte ich nach einem ausführlichen Mittagessen mit Arbeit, bis der beste Allgäuer heim kam.


Start dicht unter den Wolken


Unten hat die Piste ein Loch (S.)


Kurz vor der Mittelstation in den Wolken


Auf der Teerstraße


Am Wasserfall (S.)


Im weiten Kessel mit Schnee und ohne Sicht


Rückblick in einem lichten Moment


Aufstieg


Lichtblick am ‘Ziel’


Abfahrt


Abfahrt (S.)


Spuren


Zurück am Wasserfall


Blick über Piste und Straße zum Parkplatz

Von engel am 15.04.2021 23:00 • outdoorski

Frei-Tag-Skitour

Mittwoch, April 14, 2021

Der beste Allgäuer hatte seinen freien Tag und weil es ja geschneit hatte, war das die Gelegenheit für nochmal eine Skitour. Weil es unter der Woche war, ließen wir uns Zeit mit Aufstehen und Frühstück, deswegen war es in Baad schon ziemlich voll. Das Wetter war traumhaft, stahlblauer Himmel über frisch verschneiten Bergen :-)

Wir gingen auf einer guten Spur ins Derratal hinter. Die Bachquerung war etwas abenteuerlicher, als ich mir gewünscht hätte (ganz schön tiefer steiler Abstieg), dafür war der Anstieg zur Spitalalpe viel besser als befürchtet. Es hatte genügend neuen Schnee, um problemlos aufsteigen zu können.

Im Tal oberhalb der Alpe war es wie erwartet schon ziemlich warm, obwohl so langsam die angekündigten Wolken anrückten. Der Betrieb hielt sich sehr in Grenzen. Wir ließen ein paar schnelle Jungspunde an uns vorbei und waren dann für lange Zeit schön allein am Ende unterwegs. Bei einem technischen Stop kurz vor der oberen Derraalpe überholten uns nochmal 2 Leute, sonst sahen wir grad mal 10 Leute insgesamt :-)

Die Querung des steilen Nordhangs zum Gipfelgrat, die sehr oft sehr glatt und unangenehm zu laufen ist, war total problemlos (so gut haben wir die noch nie erwischt, glaube ich). Die Spur querte dann unter dem Gipfel zum anderen Grat rüber (das geht nicht immer, weil es in dem steilen Hang gern mal Schneemäuler hat). Wir ließen die Ski direkt am Grat und stiegen zu Fuß zum Gipfelwegweiser auf.

Leider war es ziemlich windig oben und die Sonne war inzwischen schon weitgehend von Wolken verdeckt, deswegen hielten wir die Pause kurz. Die Abfahrt über den Südosthang war dann nicht ganz so toll, wie sie aussah, weil einerseits die Sonne den Schnee schon hatte zusammenfallen lassen und weil man andererseits bei den Kurven mit den Skienden immer den harten Altschnee erwischte. War trotzdem schön, auch wenn ich vor sowas (noch?) etwas Bammel habe.

Im Gegenhang gab es netterweise auch schon eine Spur und wir stiegen zur zweiten Abfahrt auf. Inzwischen war die Sonne ganz verschwunden und die Sicht war ziemlich schlecht geworden. Oben machten wir noch eine zweite Pause und fuhren dann den zweiten Hang ab. Da war der Schnee im oberen Drittel echt gut, unten war er dann schon sehr schwer.

Das war sehr schön :-)

Insgesamt hatte das aber ganz schön lang gedauert. Nach K&B (Kaffee&Brezeln) daheim war der Tag dann ziemlich schnell rum.

Nett war, dass mein ‘erstes Eisen’ eine kurze Mitteilung schickte, dass man mich nicht vergessen hätte, dass man aber noch Zeit für die gründliche Evaluierung brauche. Ich nehme aber trotzdem an, dass ich da nicht an erster Stelle stehe und eher ‘warm gehalten’ werde, aber dass man sich die Mühe macht, mal ein Update zu schicken, ist nett.


Start bei Traumwetter


Kleiner Umweg


Hach!


Bachüberquerung


Nicht viel los im Hochtal


Vor grandioser Kulisse


Dicke Wechte am Übergang


Anstieg zum Grat


Oben :-)


Abfahrt


Abfahrt


Im Gegenanstieg, es fängt zu schneien an


Vor der zweiten Abfahrt

Von engel am 14.04.2021 23:00 • outdoorski

Dienstag, 06.04.2021: Einsam spuren

Mittwoch, April 07, 2021

Die Nacht über hatte es geschneit und auf dem Tisch auf der Terrasse lagen knapp 10 Zentimeter Schnee. Wir hatten uns schon vorher überlegt, dass man mit dem Neuschnee unbedingt was anfangen sollte, aber weil die Montags-Tour ein wenig anstrengend gewesen war (Muskelkater!), halt doch eher was Kürzeres, Einfacheres.

Weil es vor genau einer Woche da noch Schnee gehabt hatte und es zwischenzeitlich ja eher kühl gewesen war, dachte ich, dass wenn da jetzt Schnee oben drauf liegt, dann könnte das prima werden und schlug die übliche ‘wir-wollen-es-einfach-haben’-Runde vor. Der beste Allgäuer fand das auch gut.

Wir starteten also ins Ostertal und waren dann ziemlich erstaunt. Ja, da lag Schnee. Vielleicht sogar etwas mehr als 10 Zentimeter. Aber drunter, da war nichts! Entsprechend leer war der Parkplatz (4 Autos). Nach kurzer Diskussion und mangels Alternativen dank der eher fortgeschrittenen Zeit gingen wir los. Wenig Schnee auf Kuhwiese, irgendwie würden wir da schon wieder runter kommen. Immerhin waren wir nicht die einzigen Deppen, es hatte schon Skispuren ;-)

Wir gingen also los. Erst mal durch den Einstiegs-Matsch und dann die nasse Wiese hoch. An der Forststraße wandten wir uns nach rechts und hatschten auf dieser Straße ins Ostertal hinter. Wenn da auch kein Schnee läge, würden wir halt auf dieser Forststraße mit den Fellen an den Skieren wieder zurück hatschen.

Netterweise wurde der Schnee nach der Biegung mehr und die Idee von Skitour war bald gar nicht mehr so dämlich. Auf den Wiesen lag der Schnee nun auf Altschnee und die Bäume waren dick eingeschneit, das sah alles ganz prima aus. Und ab der Alpe gab es nicht mal mehr eine Spur vor uns :-)

Das Wetter konnte sich nicht recht entscheiden, Sonne, Wolken, Schneefall, alles gleichzeitig und durcheinander, April halt. Wir spurten abwechselnd auf den Großen Ochsenkopf und machten dort kurz Pause. Das Wetter spielte gerade eher Winter, deswegen fuhren wir bald ab. Der Schnee war, wo Sonne rein gekommen war, schon ein wenig schwer, auf den Nordseiten und im Schatten war er aber noch richtig schön fluffig. Wir nahmen deswegen die Abfahrt durch die Waldschneise und das war prima!

Als wir unten aufgefellt hatten und Richtung Rangiswanger Horn gingen, kamen uns die ersten (und einzigen) beiden Nachgänger entgegen und auf dem Rangiswanger Horn selbst trafen wir noch einen Einheimischen, der von Süden aufgestiegen war (Auf welchem Schnee eigentlich?). So einsam war es da hinten noch nie :-)

Die Abfahrt vom Rangiswanger Horn war dann erstaunlich gut. Es hatte vielleicht 10 Spuren und so war viel Platz für uns, den lockeren Pulverschnee der Nordseite zu nützen. Sogar das steile Waldstück hatte noch frischen Schnee. Bis vor den letzten Hang fanden wir Altschnee und konnten darauf wunderbar runter wedeln. Dann aber wurde es schwierig mit dem wenigen Neuschnee auf der Kuhwiese. Mit vorsichtigen Stemmbogen, wenig Geschwindigkeit und achtsam verteilter Last schafften wir es aber bis ganz unten. Dass wir keine Steine erwischten, war natürlich reine Glücksache :-)

Tolle Tour! Und so unerwartet!


Start. Schaut nach mehr Schnee aus, als es war.


Auf dem Weg ins Ostertal, Wind und wenig Schnee.


Hinten ist es aber Winter :-)


Sogar die Bäche kann man noch problemlos queren


Und dann: selber spuren!


Rückblick in ein einsames Hochtal


Immer noch: selbst spuren :-)


Gipfel!


Abfahrt


Und Abfahrt


Gegenanstieg


Am Grat sind noch dicke Wechten


Die letzten Meter zum zweiten Gipfel


Nordseitige Abfahrt mit Pulverschnee :-)


Und was für einer!


Tolle Bögen auf Altschnee-Unterlage


Vorsichtiges Runter-Tasten auf Kuhwiese

Von engel am 07.04.2021 15:40 • outdoorski

Montag, 05.04.2021: Steilaufstieg

Mittwoch, April 07, 2021

Nachdem es am Sonntag so voll gewesen war und der Schnee ja doch eher zu wünschen übrig gelassen hatte, verlegten wir uns am Montag aufs Bergsteigen. So richtig Berg, mit steil und Wegsuche und Allem, weil der beste Allgäuer mal woanders hin wollte als zum Illertalhügel und ich mich inzwischen auch schwierigeren Aufstiegen gewachsen fühle. Ich habe ja immer ‘Projekte auf Lager’ ;-)

Wir parkten am Erzgrubenbähnleparkplatz und gingen erst mal über den Weinberg. Der ist nett und man hat da schöne Blicke übers Illertal in die Berge. Die Bänkle oben waren aber alle besetzt, deswegen gingen wir gleich weiter.

Nach dem Weinberg bogen wir links in das ‘grüne Band’ (meine Bezeichnung) ab und stiegen, erst auf einem Karrenweg, dann wegklos im Gras, steil und immer steiler Richtung Berg hinauf. An der richtigen Stelle (vorher auf der Karte angeschaut) bogen wir rechts in den Wald ab und fanden dort tatsächlich Trittspuren, die uns zum Forstweg weiter oben führten.

Wir hatten 2 Nachsteiger, die sich aber besser auskannten, denn die bogen ein Stück die Forststraße runter links ins Steilgelände ab und waren kurz drauf verschwunden. Da kannten wir aber keinen Weg und Trittspuren waren auch keine zu sehen. Wir gingen also weiter Richtung Normalweg.

Und dann fand sich im abgeholzten Teil des Steilhangs tatsächlich eine Markierung und ein Pfad. Wo wir dann schon mal dabei waren, wildes Zeug zu gehen, bogen wir kurzerhand dort ab. Der Pfad führte gut erkennbar zu einem Jägerstand oberhalb der abgeholzten Fläche und hörte dann einfach auf. Da waren wir aber schon so nah am Normalaufstieg, dass wir nicht mehr zurück wollten. Anhand von Karte und GPS fanden wir dann auch mit nur einem Verhauer (das supersteile Grasfeld über einem Abbruch wollten wir nicht queren) zum Normalweg rüber und stiegen bis zum Gipfel auf. Toller Aufstieg :-)

Oben war es sehr windig, deswegen gingen wir gleich weiter und suchten uns für die Pause weiter unten ein gemütliches Plätzchen unter einer Fichte, wo wir zwar keine Aussicht, dafür aber keinen Wind und sogar etwas Sonne hatten.

Für den Abstieg nahmen wir den Normalweg durch die Schlucht, der teilweise noch erstaunlich eisig war. Der Rückweg über den Weinberg war dann superanstrengend, so viel Bergsteigen sind wir wirklich nicht mehr gewöhnt ;-)

Tolle Tour! :-)))
(Zur ‘Belohnung’ gab es für uns beide einen voll gruseligen Wadl-Muskelkater und für den besten Allgäuer, der um seine Hand zu schonen, ohne Stöcke abgestiegen war, auch noch einen echt heftigen Oberschenkel-Kater. Yay!)


Start zum Weinberg


Schöne Aussicht vom Weinberg


Wegsuche im Steilwald


Auf unbekanntem Pfad


Weglos im Gras


Hier nicht! (drunter ein Abbruch)


Im Normalweg


Grüntenblick


Abstieg


Am Weinberg

Von engel am 07.04.2021 12:54 • outdoorberg

Sonntag, 04.04.2021: Endlich Skitour!

Mittwoch, April 07, 2021

Endlich war es so weit: der Schnee fror nachts wieder durch. Ostersonntag ist natürlich nicht der ideale Tag für eine Skitour, aber irgendwann muss man (also: der beste Allgäuer) ja mal damit anfangen, vor allem wenn es so spät im Jahr ist.

Wir starteten relativ früh ins Kleine Walstertal. Ich hatte schon erwartet, dass da viel los sein würde (wie soll es auch anders sein, wenn keiner woanders hin darf), aber dass wir nur gerade so noch einen Parkplatz bekommen würden, das war schon ein wenig erstaunlich. Wir starteten also fast in einem Pulk zur Bärguntalpe. Glücklicherweise verlief sich das dann bald etwas.

Der Schnee war natürlich hart gefroren und eisig. Wir legten deswegen Harscheisen an, als wir am Sommerweg ankamen und das war nicht verkehrt. Im Bach war es nicht ganz einfach, auf dem eigentlichen Sommerweg war es dann aber ganz gut zu gehen. Im Kessel kam natürlich Wind auf und der war wirklich kalt. Der Anstieg zur Querung war dann auch eishart gefroren und die Querung erforderte konzentriertes Gehen (andere schnallten die Ski ab). Erst danach wurde es einfacher.

Als wir in die Sonne kamen, wurde immerhin der Schnee etwas weicher, der Wind blieb aber kalt. Wir stiegen zum Skigipfel auf (oben ging der Schnee dann schon auf und wir sahen Leute schöne Firnschwünge machen) und querten dann zum Hauptgipfel rüber. Wenn schon Berg, dann auch Gipfel :-)

Wir blieben nicht lang oben. Es war voll und es hatte einen kalten Wind. Für die Abfahrt zum Skigipfel zurück zu gehen wäre schlau gewesen, aber wir dachten, die Sonne im direkten Gipfelhang hätte auch schon ihre Arbeit getan. Dem war aber absolut nicht so, die Abfahrt war bis zur Hälfte in den Kessel hart und bollig und ausgesprochen unschön zu fahren. Danach war es teilweise weicher und OK, teilweise aber noch immer bockhart und natürlich sah man dem Schnee nicht an, was einen erwartete. Erst ganz unten fanden wir einen kurzen Firnhang, der immerhin war sehr schön. Wir machten im warmen Kessel erst mal gründlich Pause.

Die restliche Abfahrt war auch gemischt. Nach 2 letzten Firnkurven wurde es nach der Wasserfallquerung sehr hart und eisig, aber nach der Querung rüber zum Hang mit den Büschen gab es nochmal ein paar nette Slalomkurven im Firn um die Büsche im Hang. Frühjahr halt.

Aber immerhin eine Skitour. Der beste Allgäuer durfte feststellen, dass er noch skifahren kann und genoss es sehr, endlich mal wieder ‘richtig’ in den Bergen gewesen zu sein. Und am Ende war es trotz des Massenauflaufs in Baad doch gar nicht sooo voll.

Daheim hatte es volle Sonne auf der Terrasse und wir konnten da noch voll gemütlich Kaffee trinken und das frühe Aufstehen wegdösen. Frühjahr halt :-)


Im Bärgunttal


Im Kessel unter dem Wasserfall


Eisige Querung


Auf dem Weg zum Gipfel


Abfahrt (harte Bollen)


Firnkurven


Der letzte Hang


Rausfahren

Von engel am 07.04.2021 12:03 • outdoorski

Freitag, 02.04.2021: Sonnenschlaf

Mittwoch, April 07, 2021

Eigentlich hatten wir eine Skitour machen wollen, aber auch eigentlich war schon am Vortag klar gewesen, dass das nicht sinnvoll sein würde. Nachts Plusgrade bis 2000m und nächtlicher Regen, da würde man dann nur im weichen Schnee absaufen. Als ich in der Früh aufstand, war es genauso warm wie angesagt, also durfte der beste Allgäuer ausschlafen.

Am mittelfrühen Vormittag starteten wir also bei Sonne und Wolken zum Illertalhügel. Im Aufstieg nahmen die Wolken dann überhand und wir stellten uns schon mal auf eine eher kühle Pause ein. Am netten Plätzchen am Grat übernehmen schon wieder die Ameisen das Kommando, deswegen gingen wir gleich weiter.

Und hatten Glück: Als wir auf halbem Weg einen netten Pausenplatz gefunden hatten, kam die Sonne raus und wir konnten den ersten Sonnenschlaf der Saison halten ;-) Das war angenehm warm und sehr schön. So langsam kommen überall Blümchen und Blätter raus, das ist auch sehr schön.

Über irgendwen (leider vergessen) bin ich auf eine tolle App gestossen: BirdNET. Mit der habe ich gerade große Freude und am Illertalhügel konnte ich ein ‘Sommergoldhähnchen’ identifizieren. Leider haben wir das nur gehört (und zwar erstaunlich laut) und nicht gesehen.

Daheim hatte es dann kaum noch Sonne, deswegen gab es noch das letzte Skirennen der Saison aus der Konserve. Und Karfreitags-angemessen am Abend Kässpatzen.

Von engel am 07.04.2021 10:52 • outdoorberg

Absolut nicht!

Mittwoch, März 31, 2021

Das mit dem inneren Wecker klappt inzwischen ganz gut. Ich wachte um 20 vor Fünf auf und konnte den besten Allgäuer so ungestört weiterschlafen lassen. Nach Kaffee und Frühstück packte ich meinen diesmal ganz schön schweren Rucksack (Steigeisen, Klettersteigset, Gurt, Helm, Eisbeil und das ganze andere Skitourenzeug) und fuhr nach Waltenhofen. Die S. kam kurz drauf und wir fuhren ins Kleine Walsertal (naja, wohin auch sonst?).

Wir starteten mit wenigen Anderen ins Wildental und bogen diesmal an der Unteren Fluchtalpe links ab. Der Weg über den Wasserfall war bestimmt glatt und hart, vielleicht liesse sich da besser laufen. Erst mal das auch so. Im Wald war gerade noch genug Schnee, um bequem auf dem Sommerweg aufzusteigen und er war angenehm aufgeweicht (bis auf die eine Stelle, wo ich dachte, ganz schlau eine Latsche zu umgehen und im harten Steilhang landete).

Nach der Oberen Fluchtalpe folgte die Querung ins Ochsenloch und das war dann nicht mehr ganz so toll, weil der Schnee dort hart war und der Hang recht steil ist. Wir legten Harscheisen an. Nach der Querung der Lawine vom Vortag mussten wir dann den richtig steilen harten Hang hoch und dazu waren ein paar Spitzkehren im Steilen nötig. Yay, das war super, das kann ich echt gut :/

Kurz vorm Ochsenloch dachte ich dann, der harte Schnee sei vorbei und schlug vor, die Harscheisen wieder abzulegen. Das hielt dann etwa 5 Minuten, dann legten wir sie wieder an, denn es blieb hart. Der Anstieg in die Scharte zwischen den Schafalpenköpfen zog sich dann ganz schön hin (das ist aber auch weiter, als es von unten aussieht).

Oben waren 2 schon da und machten Pause in der Sonne und unsere direkten Vorgeher rüsten gerade auf. Helm, Gurt, Set, Steigeisen. Die wollte also auch auf den Mittleren Schafalpenkopf wie wir. Der Vorsatz erstarb allerdings kläglich, als wir den ersten Blick auf den Einstieg warfen.

Da hätte man ungesichert über eine halb abgebrochene Wechte über einem Steilhang krabbeln müssen, die voll in der Sonne lag (und da muss man dann ja eine Stunde später wieder zurück). Das war nichts für meinereine. Die S. wollte auch nicht. (Puh!) Wir schauten den beiden Jungs zu und es sah genauso unangenehm aus, wie ich mir vorgestellt hatte. Die Wechte hielt aber erst mal und sie fielen nicht vor unseren Augen in die Tiefe.

Wir machten eine Weile Pause und fuhren dann ab. Im Ochsenloch war nordseitig wie erhofft noch Pulver, aber er war natürlich total zerfahren. Die S. sauste da total unbeeindruckt drüber weg, aber ich tue mir mit so ‘ungleichem’ Schnee (noch, hoffe ich) total schwer und stöpselte da ziemlich ungeschickt runter. Na, egal, 3 halb vernünftige Kurven bekam ich auch hin ;-)

Wir fuhren über den Wasserfall ab. Vor der kurzen Steigung war es so weich, dass mein schöner Plan, da nach einer schnellen Kurve mit Schwung hoch zu sausen, total schief ging. Ich brach bei der Kurve ein, kam kaum rum und verlor allen Schwung. Hochtreppeln ist echt doof. Die Abfahrt über den Wasserfall war dann oben grad noch OK, in der Mitte hart und unten schon weich. Wenn man da von der ‘Piste’ abkam, brach man oft schon durch.

Das war auch ohne den Klettersteig eine schöne Tour und es war sogar nochmal ein neuer ‘Gipfel’, denn in dieser Scharte des Ochsenlochs war ich noch nicht.

Daheim gab es erst was zu Essen, dann lernte ich noch ein wenig (neues Thema gefunden, voll spannend). Als der beste Allgäuer heim kam, war noch gut Zeit für Kaffe und Sonne auf der Terrasse :-)


Start ins Wildental


Bequemer Aufstieg über den Sommerweg (S.)


Lawinenquerung


Das Ochsenloch


Anstieg zur Scharte


Die letzten Meter (S.)


Querung zum Klettersteig


Wir queren in den pulvrigen Teil


Abfahrt


Auch Abfahrt


Mühsames Hochtreppeln


Ausfahrt aus dem Wildental


Rückblick

Von engel am 31.03.2021 23:00 • outdoorski

Schattenhang

Montag, März 29, 2021

Ich nahm mir fest vor, vor Fünf aufzuwachen, um den besten Allgäuer nicht eine Stunde zu früh zu wecken (den nimmt die Zeitumstellung immer ein wenig mit) und das klappte: um dreiviertel Fünf wachte ich auf. Ich übe das seit ein paar Wochen und staune ein wenig, dass das tatsächlich zu klappen scheint. Tagsüber ist mein Zeitgefühl nämlich nicht besonders gut, warum sollte das nachts funktionieren.

Nach dem Frühstück sauste ich nach Baad, wo trotz der Stunde früher schon einiges los war. Beim Losgehen war der Schnee wie erwartet gefroren. Aber das Wetter war super und der Widderstein sah großartig aus, das würde schon werden!

Der mir bekannte Weg zum Karlstor führt über den Sommerweg zum Bärenkopf, aber die Spur führte direkt in den Bachlauf hinein. Das war bislang nie möglich, weil da so oft riesige Lawinen drin liegen, und es war total angenehm zu gehen. Sonst muss man elendslang quer den Hang am Bach entlang hatschen, im Bachbett dagegen hat man immer wieder ein anderes Bein oben, das ist viel bequemer. Dafür ist es zwischendurch steil und rutschig war es wegen des harten Schnees auch, aber das war echt gut.

Der lange Hang zum Karlstor war tatsächlich nicht eisig. Es hätte sich sogar auch Pulverschnee gefunden, aber der Hang war unglaublich zerfahren. Nicht grad Piste, aber schon kurz davor (meine Vorstellung, da noch ein paar schöne Pulverschnee-Kurven hinzukriegen, löste sich direkt auf). Immerhin war es da meistens ganz gut zu gehen, auch wenn kleine Treibschnee-Kügelchen die Steilstellen manchmal rutschig machten.

Insgesamt waren mit mir 4 Leute unterwegs. 2 waren vor mir und 2 überholten mich im Steilhang. Oben gingen alle die schmale steile Rinne, von der aus man ins Gemsteltal abfahren kann, hoch. Und dann querten sie doch rüber zur breiten Scharte. Ich ging gleich außenrum.

Oben war mir nicht nach Pause (irgendwas rumorte in meinem Bauch rum), deswegen sah ich mich nur gründlich um und fuhr dann gleich wieder ab. Oben fand ich noch Schnee für ein paar halbwegs okaye Kurven, dann war Schluss mit okay. Ich brauchte nicht grad Stemmbogen, setzte aber doch lieber bei jeder Kurve um, um bei dem steilen Hang ohne allzu viel Druck schnell ums Eck zu kommen und nicht allzu schnell zu werden. Kann man machen, war aber halt nicht die Abfahrtsfreude, die ich mir erhofft hatte.

Weiter unten querte ich links raus, weil der Schnee da besser aussah. Aber da kommt Nachmittags Sonne rein, deswegen war das eine schöne Mischung aus Bruchharsch und hartem Pulver, garniert mit alten Spuren. Dann doch lieber Bachbett, da war alles noch gleich hart gefroren ;-)

Trotzdem: prima Tour in absolut großartiger Umgebung :-)

Daheim war ich dann ganz schön kaputt. Wenn die Abfahrt auch Arbeit ist, wird so eine Tour gleich viel anstrengender! Aber unter der Woche habe ich ja die ‘Pflicht’, irgendwas zu tun und so beschäftigte ich mich weiter mit der Lektion, die ich gerade in der Pipeline habe. War dann auch so interessant, dass ich wieder wach wurde. Der Kaffee half natürlich auch ;-)

Die Zeitumstellung hat selbst für den besten Allgäuer was Gutes. Als er heim kam, konnten wir auf der Terrasse Kaffee trinken :-)


Widderstein im frühen Licht


Wechsel ins Bachbett


Im Bachbett mit Blick aufs Ziel


Der lange Hang zum Karlstor


Blick auf Güntlespitze und Grünhorn


In der Mitte der Liechelkopf


Abfahrt


Rückblick


Ganz unten 5 Firnkurven :-)

Von engel am 29.03.2021 23:00 • outdoorski

Mini-Umbau

Sonntag, März 28, 2021

Am Freitag gab es endlich das Essen, wegen dem wir die Heissluftfritteuse gekauft hatten: Fischstäbchen mit Pommes (naja, nicht wirklich, aber irgendwie auch schon). Voll gut, yay! Also das Teil wird sicherlich noch oft genutzt werden und man kann sicherlich auch ‘gesünderes’ Zeug damit machen ;-)

Den regnerischen Samstag verbrachten wir daheim. Erst mal gemütlich mit Dingen, TV-Sport und K&K (Apfelkuchen vom Montag), dann im Keller, wo der beste Allgäuer die uralten Silvretta 404 Bindungen, die ich Second-Hand erwischt hatte, auf die ganz neuen Minis (die ja gar nicht so mini sind) montierte. Die Bindungen sind (auch) für Bergstiefel konzipiert, damit steht lustigen Frühjahrstouren nun nichts mehr im Weg (es steht ja zu erwarten, dass wir dann noch immer ‘nur’ bei uns rum was tun dürfen). OK, es fehlt fast nichts, Felle wären nicht schlecht.

Sonntag war noch immer nicht alles wie es sein soll, aber immerhin war das Wetter schön. Wir spazierten im totalen Frühlings-Outfit (T-Shirt, kurze Hose) über den Illertalhügel und machten 2 laaaange Pausen in der Sonne auf den Liegematten. Das war sehr schön. Dass es Nachmittags dann auf der Terrasse auch noch warm und nett war, liegt natürlich an der Zeitumstellung, die ich erfreut begrüßt habe und der beste Allgäuer grummelig zur Kenntnis genommen hat ;-)

Von engel am 28.03.2021 23:00 • outdoorberg

Neuer Gipfel

Donnerstag, März 25, 2021

Für die Donnerstags-Skitour hatte die S. ein Ziel vorgeschlagen, das der beste Allgäuer und ich auch schon mal hatten machen wollen, dann aber doch irgendwie dran vorbei gelaufen waren (dafür hatten wir ins Hölloch geschaut :-)). Natürlich wollte ich da hin.

Wir trafen uns wieder um 7 und fuhren dann gemeinsam ins Kleine Walsertal. Wir parkten am Mahdtalhaus (anderswo geht da eh nicht, das ist eine total schmale Straße und es gibt nirgends Platz). Die Zeit für längerfristigen Pulverschnee ist inzwischen wohl vorbei. Am Dienstag hatte ich ja noch Pulverschnee in allen Ausrichtungen gehabt, inzwischen war der Schnee unten hart und eisig.

Aber die Sonne war schon intensiv genug, um die Oberflächen aufzuweichen. Harscheisen brauchten wir keine. Die Spur führt nach dem Einstiegshang in Bögen über einzelne Freiflächen, verbunden mit schmalen Querwegen, durch den Wald. Noch reichte der Schnee, aber es schauten in exponierten Steilstellen schon ein paar Steine heraus.

Nach den Waldpassagen geht es ein Stück den Forstweg zum Hölloch entlang und dann biegt man links in gestufte Hänge ab und geht unter und zwischen Felswänden und Latschen entlang. Das sieht super aus :-) Der Schnee wurde aber nicht viel besser, weitgehend zerfahren und in der Sonne verharscht, aber noch nicht hart genug, um auffirnen zu können. Nur nordseitige Steilstücke waren noch annähernd pulvrig.

So kupiertes Gelände ist total schön (vor allem wenn es mit Felsen durchsetzt ist), aber es hat den Nachteil, dass man viele ‘Fehlgipfel’ hat. Als wir dann ‘oben’ waren, waren wir natürlich doch nicht oben und der Weg zum Gipfel sah noch arg weit aus. War aber gar nicht so schlimm :-)

Am Gipfel steht ein Steinmannl, die Gottesackerwände gehen aber natürlich noch weiter. Wir gingen noch ein Stück, weil es hinten höher aussah. Dort sah es weiter hinten noch höher aus, das war uns dann aber auch egal und wir erklärten den aktuellen Buckel zum Ziel.

Gerade als wir dort ankamen, kam auch eine große Gruppe Schneeschuhgeher (15?) mit riesigen Rucksäcken (ich tippe auf Schneehöhlen-Übernachtungen) an. Hmm, so viele Leute, alle eng im Kreis am Gipfel, ich weiss ja auch nicht ...

Weil ein kühler Wind wehte, fuhren wir ein Stück ab, bis wir eine windgeschützte Mulde fanden und machten da Pause und schauten in die großartige Landschaft :-)

Die Abfahrt war wie erwartet eher so mittel. Der halb aufgegangene, noch immer halb gefrorene, zerfahrene Schnee oben stresste das Knie, in der Mitte waren ein paar nette Schwünge im fast-noch-Pulver möglich, dann war es weich und ganz OK und dann war der Schnee schon so nass, dass er klebte. Der Skicross durch den Wald war dann aber ganz nett (leider übersah ich einen Stein).

Tolle Tour, super Wetter, grandiose Gegend und ein neuer Gipfel :-)

Daheim kam dann doch die Absage der Firma vom Montag. Das hatte ich fast erwartet, weil die Stelle halt doch ein bisserl anders aussah, als von der Recruiterin beschrieben. Die wollten jemanden mit solideren Java-Kenntnissen. irgendwie schade und irgendwie ... naja, so ganz was ich gewollt hätte, wäre das ja nicht gewesen, aber halt schön nah. Frustrierend ist es trotzdem.

Abends hörte ich mir den aktuellen Stand der ‘Alpenverein Digital’ Initiative an. Das dauerte fast 2 Stunden und ich mir bin noch immer nicht so richtig drüber im Klaren, wieviel wir davon haben werden. MS Teams und Office 365 für die Sektions-Kommunikation und zeitgemäßen Ersatz für ein paar Dinosaurier-Tools auf jeden Fall. Was dann sonst noch taugt, müssen wir uns genauer anschauen, wenn es dann da ist.


Der Starthang, schon ordentlich zerfahren


Gut gezeichnet geht es durch den Wald


Buckelpiste auf einer der Freiflächen


Anstieg unter Felswänden (S.)


Weiter oben werden die Hänge weiter


Oooh, das war doch noch nicht der Gipfel!


Die letzten Meter (S.)


Gipfel-Steinmannl (S.)


Das Gottesackerplateau und der Ifen


Abfahrt


Ich bin ein bisserl stakslig unterwegs (S.)


Die S. saust cool runter.

Von engel am 25.03.2021 23:00 • outdoorski
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