Letztes Jahr haben wir ja kaum was anderes gemacht als Radeln, was ich ganz prima fand (keine Abstiege, ihr wisst schon ;-)). Dieses Jahr haben wir per Definition mein Knie für geheilt erklärt und geguckt was es aushält. Noch nicht alles, aber doch schon wieder ziemlich viel, darauf kann man aufbauen (wenn ich diesen Quadrizeps endlich wieder aufgebaut habe erst recht).
Über das lange vorletzte Wochenende sind wir neben einer Tour auf die Klimmspitze (Hallo Florian, ich hab Dich im Gipfelbuch 'gesehen'. 29.08. 13:45h) auch schon mal beim Biken gewesen. Die 'kleine' Runde ums Wertacher Hörnle, 40 km, 1100 Höhenmeter. Da es am Sonntag doch endlich wieder schön wurde, sind wir gleich nochmal mit dem MTBs gestartet. Ich muss doch mein schönes Bike hin und wieder ausführen ;-))
Die Runde im Gunzesrieder Tal ist eine typische 'Nachmittagsrunde', 30km, 1200 Höhenmeter. Wir sind auch erst Mittags losgefahren, dass wir aber erst um 13:30 zum Radeln kamen haben wir den Staus wegen der zahlreichen Baustellen um diese Jahreszeit zu verdanken. Nie und nimmer hätte ich gedacht, dass man Sonntag Mittag im Herbst vor Immenstadt in Stau kommen kann. Unglaublich!
Wir starteten also schon relativ spät am Parkplatz an der Säge. So ganz schlecht war das gar nicht, denn so war es zumindest in der Sonne angenehm warm, wenn auch die Luft eigentlich ziemlich kalt war. In der Früh hatte es ganze 3 Grad und so am frühen Nachmittag im Schatten sicherlich nicht viel mehr als 10-12. Erst mal ging es gemütlich den geteerten Alpweg zur Höllritzer Alpe hoch.
Bisher sind wir da immer nur runtergefahren, da fällt gar nicht wie wie stark befahren dieser Alpweg ist, dabei ist das eigentlich eine Mautstrasse. Alle 10 Minuten kam ein Auto an uns vorbei, was kein Problem war, wenn die Autofahrer ihr Fahrzeug im Griff hatten. Aber speziell die Fahrer der 'dicken' Autos mit den ganz fremden Kennzeichen haben das System Radler und Abstand halten noch nicht begriffen. Ein blöder A4-Fahrer fuhr so dicht an uns vorbei, dass uns der Luftzug zur Seite drückte, das muss man sich mal vorstellen! Dabei ist der Weg so breit, dass auch 2 Autos aneinander vorbei passen, wenn sie aufpassen.
Das war aber das einzige Ärgernis. Ansonsten war die Fahrt hinauf zur Höllritzer Alpe mehr oder weniger bequem (so bequem 500 Höhenmenter bergauf halt sind ;-)). Von der Alpe aus folgte die erste Abfahrt hinab zur Dreiangelhütte. Früher war das mal ein ziemlich anspruchsvoller Trial, weil der alte Alpweg sehr steil und ausgewaschen mit abgrundtiefen Löchern war. Steil ist der Weg immer noch, inzwischen ist er aber mit Schotter aufgefüllt und ganz gut zu fahren, wenn man mal davon absieht, dass man auf dem groben Schotter irre durchgeschüttelt wird (trotz Vollfederung).
An der Dreiangelhütte machten wir Pause in der Sonne und freuten uns an den herbstlichen Farben der Bäume runderum. Farbentechnisch ist der Herbst eine wunderbare Jahreszeit, ich verschätze mich nur leider ständig bei der zu erwartenden Temperatur und friere deswegen im Herbst mindestens doppelt so oft wie in den anderen Jahreszeiten ;-)
Nach der Pause ging es ein Stückchen das Ostertal hinunter (im Wald, Brrrrrrrrr!), dann ging es hinauf zur Rangiswanger Alpe, an der wir immer vorbei kommen wenn wir skitourenderweise auf den Grossen Ochsenkopf steigen. Diese Alpstrasse zur Alpe war uns neu. Sie führte in fast immer gleichbleibender Steigung durch herbstlichen Wald und schien nur gemässigt steil zu sein, trotzdem war es anstrengend zu radeln. Das Strässchen ist ein 'Flachtäuschling', wie der Ralle feststellte: Schaut flach aus, ist es aber nicht. Mein Tacho zeigte ständig 14-18 Prozent an.
Von der Rangiswanger Alpe ging es auf einem Schotterweg bis hinauf bis zum Sattel zwische Rangiswanger Horn und Weiherkopf. Die Piste ist meist radelbar, aber irgendwo in der Mitte so steil, dass schon das Schieben anstrengend ist ;-) Dass er Weg auf der anderen Seite runter erst mal zu steil zum Radeln ist, wusste ich. Der Ralle fuhr trotzdem, was mir schon beim Zuschauen Angst machte. Ich Feigling schob die 30 Höhenmeter runter ;-)
Dann waren wir auf dem Panoramaweg, der seinem Namen alle Ehre machte. Der Blick von den Hörnern über's Illertal in der Spätnachmittags-Sonne war einfach nur gigantisch, was die kleinen Klick-Fotos leider nicht ordentlich einfangen konnten.
Der zweite Teil vom Panoramaweg war dann leider komplett unradelbar, eine Tatsache, die ich beim Aussuchen der Tour total verdrängt hatte. Ein schmaler Pfad, voller Wurzeln, Steinen, Stufen, dazu und und abschüssig. An einer Stelle, wo ich mich mit dem Rad unterm Arm an einem Baum vorbeischlängeln musste, rutschte ich mit den 'Klickies' an den Schuhen von einem feuchten Stein ab. Es hätte nicht viel gefehlt und ich hätte das Bike den Hang runter werfen müssen, um mich an den Baum zu schmeissen. Es ging aber alles gut aus.
So um 17:00h rum ging es dann vom Allgäuer Berghof aus bergab, zurück nach Gunzesried, vorbei am Berghaus Blässe, die eine überaus nette Schnitzfigur im Garten haben. Auf der Abfahrt hätten wir Handschuhe und lange Hosen gebraucht, ich kam buchstäblich zähneklappernd im Tal an. Nur gut, dass das Auto lang in der Sonne gestanden hatte und innendrin warm wie ein Backofen war. Normalerweise reissen wir nach den Touren alle Öffnungen des Autos auf, um soviel Hitze wie möglich abzuführen, diesmal machten wir die Türen und die Klappe nur so kurz auf wie wir brauchten, um die Bikes und das restliche Zeug einzuladen, um soviel der kostbaren Wärme wie möglich drin zu lassen. Erstaunlich, wie schnell sich sowas ändert ;-)
Hui, da war es bei uns aber wärmer. Aber beim Runterfahren friere ich auch immer wie´n Schneider.
Flachtäuschling ist gut! Es gibt ja sogar Bergabtäuschlinge, hab ich schon erlebt: Sieht aus wie: Auf fein, jetzt gehts runter, dabei zählt der Höhenmesser unermüdlich hoch.
Aber 14-18 %, das ist ja eklig!
Schöne Bilder! Ich hatte die Kamera leider nicht mit, aber bei uns konnte man vom Dreifaltigkeitsberg aus bis in die Alpen gucken am Sonntag. So ne schöne Sicht habe ich da noch nie erlebt.
Ach, an sowas wie ständig 14-18% gewöhnt man sich beim Bergradeln, Ilona ;-) Das ist der Preis für Auto-freie Strassen und Wege. Wär nur nett, wenn man sähe, warum es grad so anstrengend ist, sonst ist es ein bisserl frustrierend. Etwa so wie Gegenwind, das ist auch sowas Nerviges ...
Also ich finde 14-18% so richtig schön zum radeln ;) Sieht ja nach einer richtig schönen Tour aus. Muss ich mir mal merken.
Ja also, wenn ich das so lese und sehe, bekomm ich schon heimweh. Einen Teil von dem Weg bin ich ja schon vor nem guten Jahr mit den Kindern gegangen. Einen Tag ein Stück davon in der Sonne, den anderen Tag ein anderes Stück davon im Regen. Schnief. Aber wir haben hier im Augenblick auch wunderbares Herbstwetter. In der Früh ziemlich frisch (nee, nicht kalt) mit um die 10 grad, Nachmittags dann ja nach Windverhältnissen dann bis 25 grad. So sollt es jetzt noch mindestes 12 Tagen bleiben. Was hältst du davon? Am Sonntag dann Saint Victoire! Pic du Mouches. Aufstieg etwa 3 Stunden mit den ganzen Pausen eingerechnet 4 Stunden. Die 3 Studnen sind schon im Kindertempo gerechnet. Und ich hab noch ein paar andere Sachen gesehen, die interessant wären.
Ja, Stefan, sehr schön :-) Und gar nicht weit weg von Dir - Du musst nur ein Stück aus den Bergen raus ;-)
Du musst halt nächsten Sommer mit den Kindern hier Urlaub machen, Gabi :-)
Ich zähle ganz fest auf schönes Herbstwetter bei Euch! Ja, Sonntag eine schöne Tour, damit die von der langen Fahrt lädierten Knochen sich erholen können. Ich hab inzwischen eine ganze Menge Wanderungen gefunden, aber der Pic du Mouches ist nicht dabei. Macht aber nix :-)
Die Bikes lassen wir daheim, bei euch schaut es so furchtbar zugebaut aus und zu Fuss braucht man nicht so viel ‘freien Platz’ ;-)
Ich freu mich!!!