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Auspacken

Donnerstag, Oktober 04, 2007

Morgens nochmal alles quergecheckt, die grosse Tasche und den Rucksack ernsthaft für den Flug zusammengepackt. Alles fertig, können wir das schöne Wetter noch geniessen, dachten wir, aber: 27 Kilo Tasche + 7 Kilo Rucksack. 34 Kilo! 33 Kilo beim Ralle - bis er die Steigeisen in der Küche entdeckte, dann waren es bei ihm ebensoviel. Zu viel. Viel zu viel!

Alles raus, auseinander sortiert, aussortiert. Was kann man weglassen? Wie kalt kann es werden? Wie und was kann kombiniert werden, um irgendwas anderes zu ersetzen?

An den richtig schweren Sachen kann man nichts drehen. Steigeisen, Klettergurt, Karabiner, Banschlingen, Reepschnüre, Pickel, die schweren Schuhe, alles Sachen die rein müssen und die ganz einfach wiegen was sie wiegen. Genauso Schlafsack und Matte, nichts zu machen.

Am Ende haben wir Gramm gespart. Die Seife geteilt, ein noch kleineres Shampoo (damit hat sich selbst die entfernte Möglichkeit, dass ich mir irgendwann mal auf dem Trek die Haare wasche, erledigt), weniger Zusatzverpflegung, die Menge des medizinischen Schnapses reduziert. 1 Fleecepulli statt 2, keine Fleecejacke, 2 T-Shirts statt 3, eine einzige Trekkinghose und doch weniger Unterwäsche. Wir haben Turnschuhe durchgewogen (wir hatten eh schon die leichtesten dabei) und mein Buch ist auch rausgeflogen. Sollte ich mal einen Pausetag einlegen müssen, weil ich kaputt bin, werde ich meditieren statt lesen.

25 Kilo + 5 Kilo. Weniger wird es nicht mehr, es geht einfach nicht. Knapp 2 Kilo von mir bleiben in Kathmandu, vom Rest ziehen wir einen Teil an, und ein guter Teil muss in den eigenen Rucksack, der dann wohl die meiste Zeit mit Getränk irgendwas um 10 Kilo wiegen wird. 10 Kilo Rucksack sind OK, damit kann man gut gehen. Auf 15 Kilo werden wir die grosse Tasche wohl nicht ganz hintrimmen können, aber wenigstens in die Nähe. Unser Träger bekommt extra viel Trinkgeld. Oder alle kriegen das, wenn ich das richtig sehe, dann gibt es das Trinkgeld für alle zusammen und das wird dann vom Sirdar oder dem Guide aufgeteilt.

Frieren werden wir wohl nicht. Wenn es ganz kalt wird, müssen wir halt nach dem Zwiebelprinzip alles was wir haben übereinander anziehen. Wenn es richtig warm wird, hab ich keine Hose mehr, an der man die Beine abmachen kann. Aber Frauen sollen das in Nepal eh nicht machen, immerhin wird in den Tourigebieten schon akzeptiert, dass Trekkerinnen keinen Rock tragen, wenigstens was. Anfänglich hab ich ja noch überlegt, ob ein leichter Pseudo-Rock über der Hose vielleicht angebracht wäre, aber angesichts der Taschengewicht-Probleme müssen die Nepali leider mit dem Anblick meiner Beine leben. Wenn das dann in deren Augen flittchenhaft wirkt - so be it.

Von engel am 04.10.2007 06:58 • diaryurlaubnepal2007
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