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Dooftag

Montag, März 18, 2019

Ich war eine Viertelstunde vor dem Wecker wach und stand direkt auf. Der Clio hatte in der Garage parken dürfen und alles sah gut aus: Keine blöden Meldungen und die Lüftung lief nach einem Klaps an die Seite der Mittelkonsole auch an. Prima!

Beim Vogelwirt etwa begann der Ärger. Das Auto jammerte kurz über das Abgassystem, dann über die Einspritzung, dann war wieder Ruhe, dann kam das wieder. Ich schaltete die Lüftung aus und hörte dem Auto gut zu: alles klang prima und völlig normal und der Clio zog auch wunderbar an, wenn ich Gas gab. Irgendwann wurde es kühl und ich wollte die Lüftung wieder einschalten, aber da ging nix. Menno!

Weil man unterm Fahren nicht gut die Mittelkonsole prügeln kann (naja, hinklopfen halt), fuhr ich auf den letzten Parkplatz vor der Autobahn. Die Lüftung lief dann auch wieder an, ratterte aber jämmerlich. Und das blieb dann auch so bis München und zusätzlich hatte ich Freude an den beiden Meldungen. Super!

Der beste Mechaniker ist der Meinung, das das alles nur schwächelnde Elektronik ist und dass dem Auto nicht wirklich was fehlt und ich glaube das eigentlich auch. Der Clio parkt in Kempten immer so, dass das Wetter schön von vorn kommt und da hat es die letzten Wochen ja regelmäßig mit voller Wucht Feuchtigkeit reingeblasen. Nach 10 Jahren machen dann wohl allerlei Sensoren schlapp.

Wie auch immer, so will ich das nicht. Mein Auto muss funktionieren!

Ich rief am Vormittag bei der Werkstatt an, um einen Termin auszumachen. Leider sind die total voll diese Woche, aber ich darf das Auto am Dienstag da abstellen und dann schauen sie mal, was sie bis Freitag hinkriegen oder auch nicht. Versprechen wollte man mir nichts. Egal, für ein funktionierendes Auto fahre ich auch mal mit dem Zug.

Überhaupt ist grad alles super :/
Als ich in München in die Wohnung kam, war es da kühl (ehklar, ich hatte die Heizung abgeschaltet) und es stank erbärmlich nach Rauch. Wirklich, erbärmlich! Ich hätte herspeien können. Bei den Rauchern unter mir muss gelber Nikotin-Sappel von den Wänden tropfen. Als Nachmieter hat man da bestimmt sehr viel Freude.

Ich riss alle Fenster auf und schaltete den Luftreiniger an (ich hätte den durchlaufen lassen sollen!). Dann war es eiskalt in der Wohnung und stank immer noch, allerdings nicht mehr so schlimm. Ich frühstückte mit Faserpelz und dicken Socken.

In der Firma sollten sich so langsam ja Betriebsleitung und Betriebsrat auf eine Vorgehensweise für die Schließung einigen. Angeblich schaffen die das tatsächlich bis Ende März, aber Informationen kommen keine raus. Cheffe musste aber nachfragen, wer bis wann zu bleiben plant. Naja, das hab ich mir ja gut überlegt: OP im Mai, dann Reha stationär und danach 6 Monate lang noch so viel ambulante Reha, wie nötig (bis ich hink-frei laufen und das Bein voll durchstrecken kann) und erst dann suche ich was Neues. Anfang nächsten Jahres also etwa. Bis dahin lerne ich nebenher noch ein bisserl Zeug und bastle an den neuen und alten Projekten rum. Eigentlich mache ich das ja ganz gern. Das ist auf jeden Fall total stressfrei, weil es ja eh egal ist, was ich hier mache.

Am späten Nachmittag sah ich On the basis of sex, das Biopic über Ruth Bader Ginsburg, das ich letztens schon mal sehen wollte und wo ich dann in die Ginsburg-Doku geraten war. Die beiden Filme kann man natürlich nicht mal annähernd vergleichen, das sind völlig verschiedene Ansätze. Jedenfalls ist auch das Biopic prima und hat mir total gut gefallen.

Am Anfang vom Film müssen die Jura-Studentinnen von Hardward begründen, warum sie studieren wollen und ‘einem Mann einen Platz wegnehmen’. Das war in den 50ern, aber ich habe bei einer Ärztin gelesen, dass sie noch 2008 ähnliche Bemerkungen zu hören bekam. 2008!

Ich habe das in meinem Studium Mitte der 80er - und Elektrotechnik ist ja auch ein sehr ‘männliches’ Studium, war es zumindest damals, 3 Frauen unter 120 Männern - glücklicherweise nie gehört. Ich bin inzwischen allerdings zu der Überzeugung gelangt, dass mir relevante soziale Fähigkeiten abgehen und ich das wahrscheinlich einfach nicht gemerkt habe. Ich kann nicht zwischen den Zeilen lesen und verstehe Andeutungen in den allermeisten Fällen nicht, deswegen hätte mir da wohl jemand wirklich deutlich sagen müssen “Was machst Du eigentlich hier?”, damit ich das kapiert hätte. Und selbst dann hätte ich das vielleicht einfach als Frage nach Motivation verstanden.
(OT: Deswegen verstehe ich ja noch immer nicht, was die Ex-Kletterfreundin gemeint hat, verstanden zu haben, was dann zu diesem abrupten Bruch führte.)

Jedenfalls hat mir der Film sehr gut gefallen und am Ende steigt tatsächlich die echte Ruth Bader Ginsburg die Stufen zum Supreme Court hinauf. Zumindest glaube ich, dass das der Supreme Court ist, ein sehr imposantes Gebäude jedenfalls.

Nach dem Heimradeln steckte ich noch das Rocky in den Clio, damit ich den restlichen Dienstag nicht Laufen und MVV fahren muss. So im späteren Nachhinein bejammert das Knie den Skiurlaub jetzt nämlich doch.

Der Luftreiniger hatte gute Arbeit geleistet, die Wohnung stank nur noch ein wenig. Über OP und Reha hinweg werde ich Balkontür und Fenster gekippt lassen (mit irgendwas reingeklemmt, damit da nichts zuknallen kann) und die Bad-Lüftung wieder zukleben. Sonst tropft es nachher von meinen Wänden auch ...

Von engel am 18.03.2019 23:00 • diary

Na, das nenne ich mal einen gelungenen Start in die Arbeitswoche nach dem Urlaub ;-)
Das ist ja echt alles nervig. Zigarettengestank in der eigenen Wohnung - igitt!
Musst Du Dir tatsächlich einen neuen Job suchen - oder gibt es auch noch die Chance, dass Du bleiben kannst? Nein, wahrscheinlich nicht. Deine Abteilung wird aufgelöst, oder? Also würdest Du vermutlich am liebsten intern wechseln?
Ich wusste nicht, dass Du Elektrotechnik studiert hast, dachte immer Du wärst auch Informatikerin.

[1] Von Sabine am 19.03.2019 20:38

Da hast Du Recht, Sabine, alter Rauch ist sowas von igitt!
Der Rauchgestank ist von all dem das mit Abstand am nervigsten. Der Rest ist ... naja, passiert halt.
Inzwischen ist aber alles wieder gut. Das Luftreinigerle ist gerade mein liebstes Haushaltsgerät ;-) Ich sollte ihm einen Namen geben ;-)

Ja, Elektrotechnik. Deswegen mache ich jede Menge Hardware-lastiges Zeug, auch wenn die Tätigkeit an sich Software ist.

Es gibt das Gerücht von extensiven Whitelists, aber ob und wieviel da dran ist, kommt wohl frühestens Anfang April raus. Bleibt nix als Abwarten ...

[2] Von engel am 19.03.2019 22:45
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