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Ja, genau ... Urlaub :-)

Sonntag, September 22, 2002

Und wie immer bin ich so offline, dass ich es kaum schaffe, mal nach den Mails zu schauen. Stört mich aber gar nicht ;-)

Dabei ist es gar nicht mal so, dass wir nur noch 'Outdoor' rumhingen und kaum daheim wären. Wir haben unsere Zeit schön halbe-halbe aufgeteilt: An den scheusslichen Tagen waren wir daheim, an den schönen draussen.

Nunja, nicht ganz. Der letzte Samstag - richtig, der mit der im vorigen Eintrag erwähnten Schlammschlacht - war nicht schön, aber wir waren trotzdem draussen. Weil der beste Allgäuer von allen die Radltour schon ausgemacht hatte, sind wir dann auch Radeln gegangen. Bis auf den einen furchtbaren Schauer war es richtig nett - und sowas wie die Schlammschlacht gehört wohl einfach zum Bergradeln dazu ;-)

Dienstag machten wir einen recht kurzen, dafür aber umso netteren Ausflug ins Tannheimer Tal. Die Rhonenspitze lockte. Wir waren noch nie da oben, weil wir die Tour immer so kurz fanden. Da wir am Mittwoch aber was Langes machen wollten, schien sie uns genau richtig für einen halben Tag :-) Es war nett, meistens einsam, wunderschön und am Nachmittag lagen wir auf der Terrasse in der Sonne. :-))

Am Mittwoch löste ich mein Versprechen ein und fragte den Florian, ob er mit uns in die Berge wolle. Wohin dürfe er aussuchen, meinte ich. Ich hatte schon erwartet, dass er den Imster Klettersteig vorschlagen würde und bereitete uns schon mal darauf vor. Leider fand ich die Beschreibung des Klettersteiges nicht mehr, aber ich hatte KS3 im Kopf. 'Mässig schwierig' heisst das.

Logisch wollte der Florian genau diesen Klettersteig gehen, schliesslich hatten wir uns darüber schon ein paar mal unterhalten. Prima! Um 8.00h trafen wir uns am Hahntennjoch und stiegen zum Scharnitzsattel auf. Der Blick von da oben auf Ötztal und Pitztal war atemberaubend!

Die Herren bestanden darauf, die Querung vom Sattel zum Klettersteig-Einstieg weglos über Geröllfelder zu machen. Ich zog es meinem Knie zuliebe vor, ganz normal auf dem Weg abzusteigen und dann erst einer Trittspur zu folgen. Es dauerte nicht lang, dann waren wir am Einstieg.

Es war seltsam, überall um uns herum war es leer (wie im Lechtal üblich :-)) - nur der Klettersteig war voll. Warum merkten wir schnell, nachdem wir die ersten Meter geklettert waren: da war eine Imster Jugendgruppe unterwegs. Die zu überholen, bzw an ihnen vorbei zu klettern, war nicht einfach und kostete zumindest mich viel Kraft. Trotzdem bewunderte ich sowohl die Kids als auch die Betreuer, denn der Steig war nicht einfach und zumindest ein Mädchen jammerte schon ziemlich weit unten, wie schrecklich es sei.

Nach dem Zwischenausstieg fiel mir fast der Kinnladen runter: Vor uns erhob sich eine glatte Wand, die nur durch das Drahtseil und ein paar Klammern entschärft wurde. Mir war der Steig schon unten schwerer als 'mässig schwierig' vorgekommen. Hier war es dann klar: Das war mindestens KS5, also 'sehr schwierig'. Und ich war wegen dem Umklettern der Kids da unten schon ziemlich kaputt!

Aber um diese Wand führte wohl nichts drum herum. Der Florian war schon eingestiegen und wenn ich ehrlich bin - einfach aufgeben hätte mich dann doch zu sehr gewurmt. Ich stieg also mit einem unguten Gefühl als letzte in die Wand ein. Der erste Abschnitt führte an einem Riss entlang und war noch ganz gut zu gehen, aber der zweite Abschnitt - der mit den Klammern - der liess mich erst mal anhalten.

Die Wand war so glatt, dass einem nichts anderes übrig blieb, als mit Gewalt am Drahtseil hoch zu steigen. Vor der letzten Klammer ging mir die Kraft aus. Mit zitternden Armen schaffte ich es grad noch auf die Klammer drauf. Und jetzt? Runter ging auf keinen Fall, aber würde ich den letzten Kraftakt noch hinkriegen?

Nene, so geht das nicht, Mädel, schimpfte ich mich innerlich. Wer da einsteigt, sollte wissen, worauf sie sich einlässt! Luft holen und lossteigen! Und das tat ich dann. Im Nachhinein bin ich erstaunt, wieviel Kraftreserven man doch hat, auch wenn man denkt, man sei am Ende ;-)

Der Rest war wieder nett zu klettern, auch wenn ich inzwischen ziemlich langsam war ;-) Alles in allem war das ein wunderschöner Tag. Erstaunlicherweise hatte ich am nächsten Tag nirgendwo übermässig Muskelkater. Nur haufenweise blaue Flecken ;-)
(Ich bekomme so leicht blaue Flecken, dass meine Beine schon in Gefahr sind, wenn nur eine Fliege auf meinem Oberschenkel landet.)

Der Rest vom Urlaub war vor allem gemütlich :-) So gemütlich, dass wir sogar die Zirkus-Freikarte verfallen liessen, weil wir uns einfach nicht aufraffen konnten, abends da hin zu gehen ;-)

Und jetzt wird es gleich wieder gemütlich :-) Ich rieche Cappucchino von unten ...

Von engel am 22.09.2002 18:23 • outdoor

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