Der Eiger mit seiner noch unbewzungenen Nordwand, das ‘letzte Problem der Alpen’, lockt 1936 alle namhaften Bergsteiger auf die kleine Scheidegg. Darunter auch die Österreicher Willy Angerer und Edi Rainer und die beiden Bayern Andi Hinterstoisser und Toni Kurz.
Die Nordwand wird von den Nationalsozialisten zu einem Teil der bevorstehenden Olympischen Spiele erklärt und natürlich soll zu Ruhm und Ehre des Reiches ein Deutscher die Wand als erster bezwingen. Daher findet sich im ‘Hotel des Alpes’ auf der Kleinen Scheidegg ein illustrer Kreis von Journalisten, Reichen und Neugierigen ein, die vom Hotel aus den Vorgängen in der Wand zusehen.
Als es nach einer Schlechtwetter-Periode endlich aufklart steigen das Deutsche und das Österreichische Team in die Norwand ein.

Die Geschichte der Bergsteiger ist so nah an den Ereignissen von 1936 wie sich rekonstruieren liess, das Drumherum ist Fiktion und dient vor allem dazu, die Welt drumrum und die Wand miteinander zu verbinden. Sonst wäre das nämlich ein reiner Bergsteigerfilm wie beispielsweise ‘Touching the Void’.
Mit dem Drumherum können aber alle was anfangen und mir scheint die Zeit sehr gut eingefangen. Da gibt es Original-Aufnahmen von 1936 und eine Wochenschau mit heroischem Kommentar, eifrige und weniger eifrige Soldaten des Deutschen Reiches und diese Volontärin bei der Zeitung die so herablassend behandelt wird, wie man sich das für damals vorstellt, so dass man fast mit den Zähnen knirschen möchte und die vor allem Kaffee kochen darf. Achja, und natürlich den abgebrühten Reporter, der am laufenden Band schwülstige Sätze absondert.
Und es gibt diese beiden Kletterer, die mit unglaublichem Zeug unglaubliche Wände hinaufsteigen. Hanfseile. Genagelte Schuhe. Rucksäcke, denen man vor allem den Sack ansieht. Und selbstgeschmiedete Fels- und Eishaken. Die schissige Normalbergsteigerin grault sich da masslos!
Und dann radeln diese beiden Jungs nach Grindelwald, mit Tonnen Gepäck im Anhänger und campen im Regen unter der Wand. Unterdessen wird im Hotel opulent gelebt und gefeiert. Die Bergsteiger, auf deren Einstieg in die Wand man zwar wartet, werden zwar bewundert, aber doch eher als Darsteller eines besonders aufregenden Stückes, wo man sich wohlig gruseln kann, wahrgenommen.
Als die 4 Bergsteiger erst in Zweier-Teams, dann gemeinsam versuchen, die Nordwand zu ersteigen und alles schief geht, was so schief gehen kann, zeigt eigentlich nur die fiktive Reporterin menschliche Regungen, die Gäste des Hotels scheinen die Bergsteiger nicht wirklich als Menschen wahrzunehmen. Die harten Schnitte zwischen eisigem Biwak und wohligem Hotelfeuer, opulenten Mahlzeiten und gefrorenem Speck sind brutal.
Alles in Allem ein wirklich super gemachter Film. Irgendwas zwischen Dokumentation und Spielfilm, für das man vielleicht erst eine Kategorie schaffen muss. Sehr sehr sehenswert, auch für Nicht-Bergsteiger.
Website: http://www.nordwand-film.de/
Das tät ich mir glatt an :-)
Muß schaun wann der bei uns läuft.
Tust den Link noch repariern?
LG andi
Ja, machmal. Und dann würde ich gern lesen wie er Dir gefallen hat :-)
Danke übrigens, wär mir noch lang nicht aufgefallen ...
Huhu Andrea, so ein Ärger(?) bei uns war am Wochenende mangels Sauwetter das Kino gestrichen. Mal schauen, viell nächstes Jahr wieder :-)
Ne Ernst beiseite. Kino gehen is ok, aber sobald es ne Gelegenheit gibt frische Draußenluft zu konsumieren, zieh ich das vor. Der Film läuft uns ja nich weg.