Als ich am Dienstag in der Früh aus dem Fenster sah, war es zwar nass, regnete aber nur ganz leicht. Das änderte sich zwischen Duschen, Anziehen und Rausgehen signifikant: es schüttete. Ich stieg vor der Haustür in die neuen (dichten :-)) Regenklamotten und radelte ins Büro. Ich hatte zwar vor, den sandigen Wegen des Englischen Gartens aus dem Weg zu radeln, fand aber dann doch keinen durchgehend geteerten Weg und sah bei der Ankunft im Büro aus, als hätte man mich von hinten sandgestrahlt ;-) Oder mit Matsch beworfen.
Egal. Trocknen lassen, abbürsten, fertig.
Netterweise wurde es im Lauf des Tages trocken draußen, so dass ich tatsächlich ins Kino und ‘Into the Woods’ anschauen konnte. Mir hat der Film gefallen, auch wenn Musicals sicherlich nicht jederfraus Sache sind. Die Märchen, die da lustig durcheinander gewürfelt werden und sich am Ende in eine ganz neue Story zusammen finden, haben richtig Spaß gemacht. Am meisten beeindruckt hat mich der Junge, der den Jack singt und spielt.
Ich kam relativ spät (für mich) heim und ging direkt ins Bett. Ein bisserl beutelt mich der Infekt vom Wochenende schon noch.
Mittwoch wollte ich mein Notebook endlich auf 64-bit hochziehen. Ich kann durchaus nachvollziehen, dass die 0815-Büro-Rechner-Installation auch in einer IT-Firma nicht zwingend 64-bit benötigt. Dass es aber nicht mal auf Nachfrage 64-bit-Installation gab, war schon ein wenig erbärmlich. Nunja. Seit ein paar Wochen kann man aber, deswegen wollte ich das jetzt endlich durchziehen.
Das wichtige Wort im oberen Absatz: wollte. Ich habe zwar meiner Meinung nach alle Schritte durchgeführt, die man zur Selber-Installation durchführen soll - also der IT den Auftrag geben, abwarten, dass er angenommen und bestätigt wird, das Notebook-BIOS konfigurieren und all das - aber als es dann so weit war, meldete der PXE-Boot-Vorgang lapidar: Abort.
Das ist quasi der Super-GAU, denn da kann man dann selber nichts mehr machen. Ob das Notebook ein Bootimage verteilt bekommt oder nicht, wird irgendwo in den verworrenen Tiefen der IT bestimmt. Da kommt man als Normal-Anwender aber nicht hin. Ich erklärte mein Problem also dem ersten IT-Menschen, First-Level-Support natürlich. Der Mensch dort verstand das Problem nicht, nahm es aber auf und gab es weiter.
Man nimmt ja immer naiv an, wenn man ein Ticket aufmacht, kümmert sich dann auch wer. Sofort. Ich saß also 20 Minuten boot-bereit vor meinem Notebook und rief dann nochmal an. Der nächste IT-Mensch verstand auch nicht, was ich wollte, diskutierte länger mit Kollegen und wollte mich dann mit der Dokumentation abspeisen, die ich direkt vor mir liegen hatte. Ja, das Problem wird weiter gegeben.
Das ist genau das was man braucht, wenn man sich mühsam 2 Stunden frei geschaufelt hat, um diese dämliche Migration durchzuführen. Ich gab genervt auf. Ich finde, wenn man ein gewisses Knowhow-Level erreicht hat, sollte man direkt in den 3rd-Level Support gelangen. Arrogant? Vermutlich, nach meinen bisherigen Erfahrungen würde das aber auf beiden Seiten Zeit und Energie sparen.
Dann halt bis auf weiteres kein 64-bit OS. Vielleicht kommt bis Montag ja die Lösung von der IT, da wäre mein nächstes Zeitfenster. Allerdings war ich am Telefon arg genervt, vermutlich wirkt sich das darauf aus, wie schnell man mir helfen will. Ich würde wahrscheinlich auch lieber netten Leuten helfen.
Und ganz ehrlich: IT Service Desk? Würde ich niemals nie nicht machen wollen, nicht an vorderster Front. Ich sitze ja gelegentlich hinter dem 4th-Level und auch das ist manchmal anstrengend. Gelegentlich ist es aber auch interessant :-)
Genug geschimpft.
Zur Feier des Beinahe-Krankseins dann nochmal Kino. Valley of Saints, eine Story, die in einem abgelegen Tal in Kashmir spielt. Ich bin da ja nur reingegangen, weil ich dachte, da müsse es großartige Landschaftaufnahmen geben. Das war eine Fehlkalkulation, aber nett war der Film trotzdem. Nicht wegen der mageren Story, aber weil der Film wie eine Dokumentation des Lebens am Dal-See daher kommt und ein ganz anderes Leben zeigt.