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Ereignisreich

Montag, Oktober 17, 2022

Den schönen Montag begann ich mit Orga-Kram (Mails, etc.) und Frühstück, dann packte ich das Rad in den Kangoo und fuhr nach Gunzesried. Ich radelte zur Alpe am Kapellchen und nahm den steilen Weg durch den Wald zum Gipfel. Unterwegs überlegte ich, ob ich mal versuchen sollte, den kleinen Spitz mit dem Kreuz (Unterkirche?) zu finden und eventuell zu besteigen, ging dann aber doch direkt zum Gipfel. Da war ich allein!

Ich hatte mir den langen Weg für den Rückweg vorgenommen und stieg dafür erst mal die Leiter runter. Unten klingelte das Handy und weil ich ja derzeit mit allerlei Kontakt-Aufnahmen rechne, ging ich auch ran (sonst lasse ich das Handy am Berg Handy sein). Da kam erst lauter Geraschel und ich war schon kurz davor, wieder aufzulegen, als die Stimme der besten Mama doch durch kam: “Ich hatte einen Fahrrad-Unfall.” Ufffff!

Blöder Zeitpunkt! Das Wichtigste war ihr, dass ich kommen sollte und das Fahrrad abholen sollte. Wie irrelevant. Ich klärte ab, was überhaupt passiert sei und konnte immerhin feststellen, dass ihre Verletzungen auf den ersten Blick überschaubar waren. Irgendwer hatte auch schon die Rettung gerufen und sie versprach, sich mit ins Krankenhaus nehmen zu lassen und sich durchchecken zu lassen.

Die lange Runde war dann raus. Ich kletterte die Leiter wieder hoch und nahm den relativ direkten Rückweg über die Forststraße zurück zum Fahrrad und sauste zurück zum Kangoo. Der hatte einen Strafzettel, obwohl ich ganz brav mit dem Handy die Parkgebühr bezahlt hatte ... für das falsche Auto allerdings. Toll! Naja, das kläre ich, wenn der Strafzettel kommt oder halt auch nicht.

Erst mal die Bergbilder, der Rest geht unten weiter.


Herbstfarben


Neugierige Jungkuh


Das Kapellchen


Blick den steilen Weg runter


Blick den steilen Weg rauf


Allein am Gipfel


Leiter und Weg


Nochmal Herbstfarben

Ich fuhr direkt zum besten Papa. Vor dem Haus stand sein Bike (erste Erleichterung, er war trotz Aufregung zurückgekommen), es machte aber niemand auf. Gerade als ich anfing, mir Sorgen zu machen, kam er vom Parkplatz, wo er eben das Auto abgestellt hatte.

Er hatte einen Zettel mit den Daten der Frau, die den Unfall verursacht hatte, wusste aber leider nicht genau, wo der Krankenwagen die beste Mama hingebracht hatte. Der beste Papa machte uns erst mal Kaffee. Ich rief die beste Mama am Handy an, aber sie ging nicht ran. Ich versuchte es beim Klinikum Kempten, kam aber ewig lang nicht dran. Ich rief die Unfallgegnerin an, die zwar ranging (und die sich hundertmal fast unter Tränen entschuldigte, es täte ihr so, so, so leid - ja, das glaube ich), aber auch nichts wusste.

Also noch mal das Klinikum und da ging dann endlich mal jemand ran (Und wollte nicht nur den Namen der besten Mama, sondern auch das Geburtsdatum. Glücklicherweise bestand die Dame nicht auf dem Jahr, sondern war mit Monat und Tag zufrieden.). Die beste Mama war tatsächlich dort in die Notaufnahme gebracht worden. Prima, endlich wussten wir wenigstens, wo sie war. Ich wurde in die Notaufnahme verbunden, da wurde aber einfach aufgelegt. Papa und ich beschlossen, hinzufahren.

Mama war gerade bei irgendeiner Untersuchung, aber einer von uns durfte im Wartezimmer warten und dann zu ihr. Ich schickte Papa rein und setzte mich draußen auf den heißen leeren Parkplatz (das mochte ich dem Papa wirklich nicht zumuten). Nach kürzerer Zeit als befürchtet kam er wieder raus. Im Großen und Ganzen sei alles OK, die Wunde an der Hand müsse noch genäht werden, wir sollten unterdessen mal das Fahrrad holen.

Zurück bei den Eltern, bastelten wir den Fahrrad-Träger an die Anhängerkupplung und fuhren zum Ort des Geschehens. Das Rad mussten wir ein bisserl suchen, weil es der freundliche Herr der Käserei in seinen Garten gestellt hatte. Von außen sah das Rad relativ unversehrt aus, aber irgend was am Vorderrad war wohl verbogen, denn da schliff irgendwas und es schob sich schwer. So ein E-Bike ist übrigens sakrisch schwer, auch wenn man den Akku weg macht. War gar nicht einfach, das auf den Träger zu wuchten.

Wir waren genau richtig zurück, um den Anruf der besten Mama abzupassen, sie sei nun fertig und müsse nur noch auf den Arztbrief warten. Wir verabredeten uns im Krankenhaus-Café, wo wir sie dann auch antrafen. Bisserl hinkend mit Verband an der Hand und noch immer etwas blutverschmiert, aber ganz unverkennbar OK. Hach, wunderbar!

Nach Kaffee und etwas zum Essen (außer Frühstück und 3 Nüssen hatte ich bis dahin noch nichts gegessen) brachte ich die besten Eltern zurück in ihre Wohnung und fuhr heim.

Dort fand ich eine Einladung zum persönlichen(!) Gespräch für den Job, über den ich am Freitag mit der Recruiterin gesprochen hatte. Cool! Nächsten Montag fahre ich also eine Firma besuchen :-)

Was für ein Tag!

Von engel am 17.10.2022 23:00 • outdoorberg
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