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Kleine Wunder

Montag, März 31, 2014

Manchmal gibt es welche. Ich habe gerade so eines :-)

Schon mitten drin in der Samstags-Skitour hatte ich mein Knie gemerkt. Da sowas aber allenaselang vorkommt, hatte ich dem wenig Beachtung geschenkt. Im Gipfelaufstieg war mir dann schon klar, dass das Knie diese spezielle Skitour nicht so recht mochte, warum auch immer. Ich zog also für die Abfahrt das Gummiknie über (kommt nicht sehr oft vor).

Die ersten Meter waren noch einigermaßen OK, dann merkte ich schon, dass die Tour nicht gut enden würde. Ich fuhr so weit wie möglich auf dem linken Bein ab, um das rechte Knie zu schonen, aber je schwerer der Schnee unten wurde umso schwieriger wurde es, die Last vom Knie zu nehmen und umso weher tat das Knie. Am Ende hätte ich bei jeder Belastung (ganz besonders bei Querbelastungen, von denen es beim Skifahren ja nicht wenige gibt) aufschreien können. Kurzzeitig dachte ich sogar über einen Hubschrauber nach, aber so weit war ich dann doch noch nicht.

Der Fußmarsch am Ende der Tour war dann glücklicherweise weniger schlimm als befürchtet, denn da hatte ich ja alles im Griff und konnte steifbeinig humpeln. Das Knie beugen war inzwischen nahezu unmöglich. So war es eine glückliche Fügung, dass wir am Ende nur einmal statt drei mal Bus fahren mussten und ich um den Weg quer durch Oberstdorf herum kam.

Die Nacht zum Samstag war ausnehmend schmerzhaft und mir war da eigentlich schon klar, was das nur bedeuten konnte: Ein Meniskusriss oder etwas ähnlich Lustiges. Damit dann zwangsläufig die nächste OP, die ich eigentlich gern noch ein paar Jahre hinauszögern möchte. Ich stellte mich dann schon mal innerlich darauf ein, operiert werden zu müssen. Im Laufe des Sonntags liess zwar der scharfe Schmerz nach, aber bewegen konnte ich das Knie noch immer nur sehr schwer und keineswegs schmerzfrei.

Für Montag aktivierte ich den Mama-Fahrdienst und liess mich zu dem Orthopäden kutschieren, der das Vertrauen des besten Allgäuers von Allen geniesst. Schon mal vorweg: Gute Wahl, ich fand die gute Meinung durchwegs bestätigt.

Der Orthopäde meinte, dass die Bilder meine Knies zwar auch direkt eine OP rechtfertigen würden (keine Neuigkeit, das Knie ist ja schon seit geraumer Zeit kaputt), dass man aber bei meinem Aktivitätsniveau davon ausgehen kann, dass ich das Knie ‘nur’ mit irgendwas arg beleidigt habe (ich vermute das war das hemmungslose Carven auf der harten Piste im Skigebiet Maseben, die Skitour am Samstag war nur der letzte Tropfen) und dass ich daher aller Wahrscheinlichkeit nach mit 20 Tagen harter Medikation (seine Worte) und lediglich leichter Bewegung (also erst mal keine Ski- oder Bergtouren) wieder alles so gut oder schlecht wie vorher machen können werde. Eine Operation würde er in meinem Fall noch nicht empfehlen sondern erst mal abwarten. Damit hat er quasi wortwörtlich das gesagt, was meine beiden Orthopäden in München schon gesagt haben.

Und tatsächlich ist es auch so, dass sich schon wieder Besserung eingestellt hat. Erstaunlich schnell sogar, was vermutlich auch an den Tabletten liegt, die vermutlich intensiver wirken als das Voltaren Resinat, das ich sonst in schlimmen Fällen nehme. Das Zeug heißt Arcoxia 90mg und ist ein Cyclooxygenase-2-(COX-2)-Hemmer (sagt mir nix, hab ich eben abgeschrieben zwengs der Langzeit-Dokumentation hier für mich). Das Diclofenac im Voltaren scheint eher ein allgemeiner Schmerzhemmer zu sein.

Jedenfalls und das hat meine Welt in Sekundenschnelle wieder deutlich aufhellt: erst mal keine OP und weitermachen wie bisher :-)

Meine ganz persönliche Schlußfolgerung:
Da alle Orthopäden entsetzt sind, in welchem Zustand sich das Knie befindet und sich allesamt extrem erstaunt zeigen, was ich trotz des Knies alles tun kann, kann das was ich mache, nicht allzu verkehrt sein. Und die Sache mit den Indianern und so auch nicht. Ich gehe nur zum Arzt, wenn etwas passiert, was ungewöhnlich ist oder neu oder extrem. Und akzeptiere sonst halt, dass Schmerzen im Abstieg (gelegentlich auch bei der Abfahrt, aber viel seltener) meistens zu einer Bergtour so dazu gehören wie das Hochgefühl am Gipfel zu stehen. Ist halt so, muss wohl so.

Jetzt heisst es abwarten und Radeln. Morgen fange ich wieder damit an (erst langsam und vorsichtig und noch krankenstandgerecht hier in Kempten, ab Mittwoch dann wieder in München) und dann wird sich schon zeigen, ob die optimistische Prognose, dass das schon wieder werden wird, so passt. Wer kann und mag, darf mir gern den einen oder anderen Daumen drücken :-)

Von engel am 31.03.2014 19:38 • diarywehwehchen

Wir haben 4 Daumen und drücken ganz fest!!
Gute und schnelle Besserung!!
Außerdem kommt jetzt der Frühling, der Schnee wird immer schlechter und Radeln macht auch Spass,oder?

[1] Von Ingrid am 31.03.2014 20:24

Dass ich auf Eure Daumen zählen kann, wusste ich schon :-) Danke!
Ja, Radeln ist auch ganz nett und mag ich ja auch. Skitouren tät ich zwar lieber mögen (jetzt fängt ja die Skihochtourensaison an), aber unter diesen Umständen freue ich mich erst mal sehr, dass ich Radeln kann und darf.

[2] Von engel am 01.04.2014 07:42
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