Nachdem nun der dritte Arzt in Folge (mit dabei einer der besten Orthopäden Münchens) quasi die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen hat und kopfschüttelnd mehr oder weniger fassungslos auf die MRT- und Röntgen-Bilder gestarrt hat, kann man nun wohl zusammenfassend sagen: das Knie ist hinüber.
Totalschaden, aber sowas von.
Angesichts der Bilder hat sogar mein Doc, der das Knie und mich ja nun seit Jahren ‘kennt’, gestaunt. Es ist erstaunlich, dass ich machen kann, was ich mache. Er hält mich jetzt für einen ‘echt harten Hund’, aber ehrlich gesagt komme ich mir so nicht vor. Vermutlich sind die Schmerzrezeptoren im Knie auch kaputt.
Operativ irgendwas machen zu wollen (außer Gelenkersatz) ist sinnlos und gefährlich. Sinnlos, weil man nicht überall hinkommt und deswegen nicht überall aufräumen kann. Und das birgt dann das Risiko, dass derzeit so halbwegs verräumtes Zeug im Knie frei werden könnte und irgendwo rumschrappen könnte, wo es nicht soll. Das könnte dann zu lustigen Effekten wie Nekrosen führen, weil die Versorgung des Knochens beschädigt wird oder sowas und dann gibt es da dann noch dazu Löcher im Knochen. Das will keiner anfassen. Und ich will auch nicht, dass das jemand anfasst.
Immerhin: wenn man alles so lässt wie es sich jetzt eingespielt hat, ist das sehr unwahrscheinlich. Das finde ich halbwegs erleichternd. (Eine definitive Aussage zu irgendwas macht ja eh keiner, es geht immer um Wahrscheinlichkeiten.)
Ich bin ganz klar ein Fall für eine Knieprothese, aber ich bin ebenso klar zu jung dafür, auch wenn man auch schon jüngeren Leuten welche verpasst hat. Deswegen ist die Devise jetzt: nichts tun (operativ) und weiter machen.
Unbedingt weiter machen und auf keinen Fall die Bewegung einstellen. Was mein Knie und mich so aufrecht hält, ist die starke (Doc’s Worte, nicht meine) Muskulatur, die ich habe. Und die muss ich erhalten.
Dabei aber darauf achten, dass die Bewegungseinschränkungen nicht so extrem werden, dass sich die Muskulatur extrem verkürzt. Das ist schwierig. Ich kann das Knie ja nicht mehr durchstrecken, wie soll ich zukünftig wissen, wann der Punkt erreicht ist, ab dem die Verkürzung der Muskulatur problematisch wird?
Dass die Beugung auch eingeschränkt ist, ist wohl weniger problematisch.
Also kann und soll ich im Prinzip all das machen was ich eh mache. Immerhin.
Kaputt machen kann ich angeblich nichts mehr.
Was natürlich jederzeit wieder und völlig ohne Vorwarnung oder offensichtlichen Auslöser passieren kann (und wird) ist, dass wieder irgendwas klemmt. So wie auf der Schochen-Skitour und beim Hirschalpe-Abstieg.
Am Ende gab mir mein Doc die meines Erachtens wichtigsten Aufgaben mit:
Und natürlich: So lang wie möglich Durchhalten. Jedes Jahr, das ich jetzt gewinne, kommt der Prothese und der Medizin zugute, die immer besser wird. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Prothese, die ich irgendwann brauchen werde, länger und länger hält und mehr und mehr mitmacht. OK, Challenge accepted.