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Allgäu-Urlaub zum Zweiten

Donnerstag, August 13, 2015

Heiß war’s in unserer zweiten Urlaubswoche. Und auch schön und weitgehend trocken :-) Wie üblich in letzter Zeit lief nicht alles wie gewünscht, aber wir haben dennoch schöne und abwechslungsreiche Touren hingekriegt. Die Hitze hat mir auch diesmal etwas zugesetzt, aber mit Pause und Flüssigkeit war das schnell wieder vorbei.

Samstag: Nix
Der Urlaub startete mit Regen. Vorhergesagt war einiges, runter kam dann doch nur grad so viel, dass die Regentonne wieder voll wurde. Wir nutzten den Tag zum Aufräumen. Vorbereiten, Nachbereiten, Organisieren und Ähnlichem. War je eh noch kein Urlaub sondern ‘nur’ Wochenende ;-)

Sonntag: Breitenberg über den Himmelsstürmerweg
Angesagt war vormittags Wolken, Nachmittags Sonnenschein. Ich wollte mal über den Himmelstürmerweg (wenn ein Weg schon so schön heißt! :-)) auf den Breitenberg und hoffte, dass es des Wetters wegen da nicht allzu voll sein würde. Die Rechnung ging auf, wir trafen auf dem Hochweg grad mal 2 Leute im Abstieg, fanden in der Ostlerhütte problemlos einen Sitzplatz und mussten für Kaffee und Kuchen nicht mal anstehen :-)
Beim Start an der Fallmühle regnete es, als wir dann beim Tiroler Stadl auf den steilen Steig abbogen, war es zumindest von oben trocken. Der neu angelegte Steig im Wald war erstaunlich nass und entsprechend schmierig. Weiter oben trafen wir auf das alte Steiglein, das sich teils steil und teils in schönen Kehren erst durch die Latschen und dann ganz unspektakulär durch die Schrofenwand oben schlängelt.
Beim Abstieg über den langen (breiten) und sehr schönen Westgrat des Breitenbergs kam dann die Sonne raus.


Start bei Regen


Im Himmelstürmersteig :-)


Die Ostlerhütte


Sonne im Abstieg

Montag: Klettersteig Köllenspitze
An diesem Klettersteig hatte ich ja schon mal direkt am Einstieg im dritten Drahtseilstück gestreikt, weil ich eine endlose Seil-Hangelei befürchtete und mir da schon die Hände weh taten. Da hatten wir noch keine Klettersteighandschuhe.
Jetzt haben wir und weil man(n) so eine Niederlage nicht auf sich sitzen lassen kann, standen wir am Montag gegen Mittag wieder am Einstieg. Ich bekenne, dass mir nicht ganz wohl war. Der Steig sollte aber ‘nur’ D an den schwersten Stellen haben und das kann ich eigentlich. Allerdings sind da viele Stellen bis D und der Steig ist lang ...
Wir stiegen also ein. Der Einstieg war genauso knackig wie befürchtet, aber mit den Handschuhen durchaus machbar. Der Fels am Einstieg ist an den wichtigen Stellen schon ziemlich abgetreten (zumindest wenn man mit Bergstiefeln einsteigt), so dass ich bald den Versuch aufgab, an den senkrechten Stellen irgendwas im Fels machen zu wollen und einfach geradeaus am Seil hochstieg. In den Querungen klappte die Sache mit dem Fels besser ;-) Wenn man die ersten 40 Höhenmeter hinter sich hat, wird der Klettersteig einfacher und weniger abgetreten. Ab da macht es dann ziemlich Spaß, der wirklich schönen und kühnen Linie durch die Wand zu folgen. Die Aussicht ist Klasse und der Steig ist perfekt abgesichert. Leute wie ich müssen ja Kraft sparen, in einem so langen und eigentlich durchgehend fordernden Steig erst Recht, deswegen gab es nur noch wenige wirkliche Seil-Hangel-Stellen für mich, aber ganz im Fels ging ich doch eher selten. In ein Drahtseil reinfallen stelle ich mir ganz entschieden unspaßig vor. Nach 3 Stunden waren wir oben, ich gestehe, dass ich da dann schon froh war ;-) Sollten wir den Steig nochmal gehen (was ich anfangs für undenkbar gehalten hatte), dann nehme ich Kletterschuhe.
Meine Hände bekamen übrigens trotz der Handschuhe jeweils eine Blase in der Handfläche direkt unter dem Mittelfinger ...


Idyllischer Zustieg


Der Klettersteig geht gleich ordentlich ausgesetzt los (Bild nach der Einstiegswand)


Die Routenführung ist sehr schön (und fast immer steil)


Umhängen ist manchmal ... schwierig


Aussicht


Noch lang nicht oben


Am Gipfelkreuz

Dienstag: Beslerkopf
Nach dem anstrengenden Klettersteig wollten wir etwas Erholsameres machen und stiegen zum Klettergarten am Besler auf. Oben ging uns dann der Mut aus (die leichteste Route hat immerhin 5-), deswegen legten wir uns erst auf dem Beslergrat in die Sonne und nahmen dann noch den netten kleinen Beslerkopf mit. Kaffee und Kuchen auf der Schönbergalpe gab es trotzdem :-)


Beslerkopf vom Beslergrat


Am Beslerkopf

Mittwoch: MTB-Tour Kreuzleshöhe
Für Nachmittag waren Gewitter angesagt und heiß war es sowieso. Wir entschieden uns für eine schattenreiche Bike-Runde über den Blender-Höhenweg und das Kürnachtal zur Kreuzleshöhe. Am Hohen Kapf probierten wir einen neuen Weg zum Brotzeitstüble und fanden so einen höchst interessanten Trail. Brotzeit im Stüble gab es aber leider nicht, denn Mittwoch haben die Ruhetag. Nach dem Baden am Eschacher Weiher sausten wir in Höchstgeschwindigkeit über den Mariaberg um noch Grillzeug einzukaufen. Gewitter ließen sich keine sehen :-)


Auf dem Blender-Höhenweg


Kreuzleshöhe


Rosa-Dorn-Kapelle


Netter neuer Trail

Donnerstag: Barfußtour zum Englspitzle
Zur Abwechslung wollten wir mal irgendwo barfuß herumlaufen. Meinen zarten Füßen wegen ist dazu irgendwas Grasiges wichtig, weil die bei pieksigem Untergrund recht schnell anfangen zu jammern. Wir versuchten es an der Englspitze und das war ein voller Erfolg. Sogar ich kann da von unten (nach dem Ende des Schotterwegs) bis fast ganz oben (wo es dann doch irgendwann schottrig wird), barfuß gehen. Selbst der Windbruch unten in der Waldschneise, wo haufenweise Bäume quer über den Weg lagen und wir weglos in den Wald ausweichen mussten, waren die nackten Füße kein Problem. Man muss allerdings schon sehr bewusst gehen, wenn man keine Schuhe anhat.
Am Englspitzle, wo das (völlig falsch bezeichnete) Kreuz steht, machten wir lang Pause, dann stiegen wir wieder ab. Die Hoffnung, viele, viele Schmetterlinge fotografieren zu können, erfüllte sich leider nicht.


Aufstieg zur Engelspitze


Hindernisse im Wald


Die letzten beiden Erhebungen


Am Gipfel

Freitag: Rietzlersteig zum Thaneller
Schon wieder so ein Hitze-Rekord-Tag. Wir hatten uns eine Nordseiten-Tour mit viel Schatten ausgesucht, den Thaneller über den Rietzler-Steig. Direkt nach dem Karlift eine Überraschung: Schusterpilze! Wir hatten angenommen, für Pilze sei es derzeit viel zu trocken.
Nach dem Stück Forststraße ist der Aufstieg ins Thanellerkar durch die kleine Waldschneise mit dem schlängeligen Steiglein wirklich idyllisch. Allerdings auch warm ;-) Im Thanellerkar ist es naturgemäß weniger idyllisch, dafür kamen wir in vielen Kehren der Wand und damit wieder Schatten näher.
Es ist sicherlich schon um die 10 Jahre her, dass wir das letzte Mal über den Steig auf den Thaneller gestiegen sind. Ich habe den Steig als lang, schön, stellenweise etwas klettrig, selten wirklich ausgesetzt und mit ein paar blöden Stellen (hauptsächlich wegen Schutt) in Erinnerung. Meine Einordnung war etwa I+.
Deswegen waren wir ziemlich erstaunt, am Einstieg Klettersteigreste (Seil und Klammern) vorzufinden. Und tatsächlich, aus dem schönen alpinen Steig ist nun ein Klettersteig (Schwierigkeit A?) geworden. Die Drahtseile sind allerdings ziemlich seltsam gesetzt, man fragt sich des Öfteren, warum nun genau da ein Seil gesetzt wurde und warum woanders nicht. Nunja, das ist jetzt halt ein Klettersteig. Hätte es zwengs mir nicht gebraucht. Aber nett ist der Steig trotzdem noch immer :-)
Am Gipfel waren wir allein. Der Abstieg über den Steig ging recht schnell und im Geröllkar waren wir geradezu rasant unterwegs. So waren wir ziemlich fix wieder unten (normalerweise bin ich sehr langsam im Abstieg), um nochmal nach den Schusterpilzen unten zu schauen. Die waren zu alt, aber wir fanden in der Nähe zwei wunderschöne Steinpilze (!), die wir abends mit Genuss verspeisten.


Start am Karlift


Aufstieg ins Thanellerkar


Vergnügliche Kletterei ...


... mit Tiefblick.


Oben


Im Abstieg

Samstag: Bade-Bike-Tour Hoher Kapf
Seit Tagen schon redeten die Wetterleute von gar fürchterbaren Gewittern am Samstag. Wir ließen den Tag deswegen langsam angehen und radelten gemütlich zum Eschacher Weiher, von dem man schnell wieder heim kommt. Und weil es so nett war, nahmen wir den neuen Trial vom Hohen Kapf auch gleich noch mit und kehrten im Brotzeitstüble ein. Es blieb heiß und Gewitter ließen sich keine blicken, deswegen nutzten wir zum ersten Mal den Grillfleisch-Automaten in Ermengerst und warfen daheim noch haufenweise ‘Ochsenfetzen’ auf den Grill. Klang prima im Automaten, aber die Dinger waren doch ziemlich kleine dünne Fetzen, die werden wir nicht mehr grillen.


Pause im Wald


Der aufregende Hohe Kapf


Gleich sind wir am Weiher

Sonntag: MTB-Tour Wenger Egg Alpe
Es waren immer noch heftige Gewitter angesagt und wir hatten ja am Samstag schon sehen können, dass das in der Bergen durchaus auch der Fall gewesen war. Deswegen gab es nochmal eine Bike-Runde rund um daheim. Die Hitze setzte mir an diesem Tag aber ziemlich zu. Nachdem wir bis auf den Blender-Höhenweg geradelt waren, musste ich mich erst mal setzen und etwas trinken. Mir war leicht schwindelig und meine Hände zitterten.
Das ging glücklicherweise schnell vorbei und die weitere Radrunde durch die Kürnacher Wälder zur Wenger Egg Alpe (kein Kuchen dort, sondern nur Käsbrot, das aber sehr fein) war problemlos. Abschluss wieder am Eschacher Weiher, von dem wir relativ eilig verschwinden mussten, denn diesmal kamen die Gewitter tatsächlich.
Vor der Garage fing es an zu tröpfeln und dann kam ein ordentliches Gewitter, das unsere Regentonne (immerhin 200 Liter) innerhalb einer Viertelstunde komplett auffüllte. War eh nötig :-)


Es ist zu heiß für steile Wege


Mountainbikerfreuden ;-)


Der Weiher!

Von engel am 13.08.2015 21:23 • outdoorberg

Klettersteig am Thaneller? Der muss dann wirklich ganz neu angelegt worden sein. Ich gehe den Rietzlersteig eigentlich jedes Jahr einmal - nur dieses Jahr habe ich es noch nicht geschafft. Das ist ja wirklich schade. Ich fand diesen Aufstieg immer sehr schön und habe es genossen, dass dort nie allzuviel los war.

[1] Von Sabine am 14.08.2015 21:30

Wenn ich das richtig sehe (von Berichten aus dem Alpic), dann gibt es die Drahtseile seit wenigstens 2011. Vielleicht sollte man es auch eher ‘versicherter Steig’ nennen.
Für die Schwierigkeit, naja Einfachheit, des Steigs ist der Berg eigentlich zu anstrengend, um die typischen Klettersteiggeher anzulocken, glaube ich. Da wird es nach wie nicht allzu voll bleiben.

[2] Von engel am 15.08.2015 07:13
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