Der Samstag sollte schön werden, noch ein ‘richtiger’ Urlaubstag also. Für den Abend war jedoch das Südfranzosen-Abendessen angesetzt, da war nur eine kleine Tour drin. Der beste Allgäuer von Allen schlug den Besler vor, da könnte man dann mal gucken, wie sich die Fivefingers beim Klettern machten. Feine Idee, ich verkürzte die Tour jedoch mit dem Start an der Herzbergalpe, allzu stressig sollte der Tag dann doch nicht werden.
Beim Aufstieg durch den kühlen feuchten Wald trafen wir gleich am Anfang auf zwei Spechte an einem alten Baum. Wir guckten ein Weilchen zu und konnten schön sehen, wie Mama Specht dem Junior beibrachte, wie die Sache mit dem Spechten so funktioniert: Man arbeitet sich von unten nach oben vor, sucht lose Rinde, die sich mit wenigen aber kräftigen Schlägen wegpicken und mit Schwung verstreuen lässt und schnabuliert dann ganz fix das Gekreuche von unter der Rinde. Immer wenn Junior die Lust verlor, köderte ihn Mama Specht mit einem kleinen Leckerbissen von weiter oben. Zufrieden spechte dann auch Junior weiter.

Die Besler-Runde erwies sich als deutlich anstrengender für die Füsse als die weichen bequemen Wege auf den Falkenstein, dafür machte es viel Spass auf den schrägen geschliffenen Felsen herum zu balancieren.

Als wir den Grat erreicht hatten und uns dem Gipfelturm des Beslers näherten, stakste eine kleine Besonderheit neugierig auf uns zu: Ein Kalb mit Hörnern. So langsam wird das leider zu einer echten Rarität. Ich kann wohl verstehen, warum die Bauern ihr Vieh enthornen, aber schön finde ich es nicht. Die kleine Lady da schaut doch wirklich allerliebst aus :-)

Auf den letzten Metern zum Gipfelaufbau erreichte uns dann endlich die sehnlich erwartete Sonne :-) Der kleine Klettersteig zum Gipfel liess sich mit den Fivefingers völlig problemlos bewältigen, allerdings zeigen sich da schon die Mängel der Schuhe (oder die der Trägerin, je nach Sichtweise): Da frau keine feste Sohle unter den Füssen hat, müssen alle kleineren Tritte mit der Wadenmuskulatur ausbalanciert werden. Das ist ziemlich anstrengend.


Am Gipfel waren wir so früh, dass wir ihn fast eine halbe Stunde ganz allein für uns hatten :-) Wir machten uns nach einem ausgiebigen Sonnenbad an den Weiterweg, als eine lärmende Riesengruppe betagterer Herren auftauchte, die allesamt sehr glücklich über den Klettersteig zum Gipfel waren.

Der Abstieg über die Alpe Schönberg erwies sich als keine allzu gute Idee. Nicht wegen der Alpe, die ist wirklich nett und es gibt feinen Kaffee und Kuchen dort (letzterer so frisch, dass er noch warm war). Nein, die Probleme bereitete der Abstieg zur Alpe. Was wir völlig vergessen hatten ist, dass der Abstieg schon unter besten Bedingungen immer nass und matschig ist. Nach dem vielen Regen der letzten Tage war der Abstieg die reinste Schlammschlacht.

Die Fivefingers bewiesen ihr Talent als ‘Barfussschuhe’. Sie geben zwar etwas mehr Halt als die nackten Fussohlen, aber der Matsch quillt genauso zwischen den Zehen durch, wie wenn man gar keine Schuhe anhätte. Wenn man sich erst mal dran gewöhnt hat, macht es dann allerdings Spass - lässt sich ja schliesslich alles waschen ;-)
Abends kamen dann die Südfranzosen. Die Idee mit dem Grillen hatten wir zugunsten eines ‘Bergsteiger-Essens’ aufgegeben. War weise, denn erstens war es bald kühl und zweitens regnete es später natürlich. Das Bergsteiger-Essen - Älplar-Nudla - kam bei der gesamten Verwandschaft sehr gut an :-) Mit so einer Unterlage konnte beim Sonntagsausflug ja nichts mehr schief gehen!
Gut zu lesen, dass die 5fingers bei Euch so gut zum Einsatz kommen. Ich bin auch noch sehr zufrieden, kann sie aber leider nicht so oft anziehen. Hast Du mal das waschen in der Waschmaschine (laut Handbuch möglich) ausprobiert?
Ja, Neun, grad dieses Wochenende hab ich sie das erste Mal in die Maschine gesteckt. Zusammen mit anderen Outdoor-Klamotten (weisst schon, das Polyester-Zeugs). 30 Grad, wenig Pulver, viel Wasser, kein Weichspüler. Bisher haben wir sie immer nur mit der Hand gewaschen, aus der Maschine kommen sie deutlich sauberer wieder raus.
Kleiner Tipp am Rande: Darauf achten, dass die Klettverschlüsse alle sauber geschlossen sind, sonst verhaken die sich in allen möglichen Mitwasch-Sachen.
Ich hab übrigens garkeinen Muskelkater bekommen, weder in den Waden, noch haben mir die Fußsohlen weg getan, die waren abends nur fürchterlich heiß. Der Muskelkater war ein wenig in den Oberschenkeln vom Bergablaufen. Reiten ist ein echt gutes Fivefingers-Training!
Gut für Dich, Gabi. Du warst ein bisserl zu früh dran, inzwischen hab ich auch den Gaisalpsee-Ausflug bebildert :-)