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Der Crosstrainer

Montag, November 29, 2021

Nach Morgensport und Frühstück erwartete mich im ‘Büro’ erst mal die Mitteilung, dass der C. und ich die ganze Woche daheim bleiben sollen. Die Firma schickt gerade alle, bei denen es irgendwie geht, ins HomeOffice. Wer ins Büro muss, braucht eine Genehmigung und wer nicht 2G ist, muss sich unter Aufsicht vor dem Eingang testen (die armen Sekretärinnen müssen das beaufsichtigen). Die 2Gs bekommen 2 Selbsttests die Woche und sollen sich bitte selbst testen, bevor sie kommen. Nun denn, dann halt die ganze Woche Heimarbeit, gar so viel wollte ich gar nicht.

Der beste Allgäuer von Allen hatte keinen guten Wochenstart. Er holte in der Früh sein frisch hergerichtetes Winterbike aus dem Keller und verschmiss dabei seinen Hausschlüssel. Der Verdacht war, dass er den entweder im Keller oder im Schnee verloren hatte, aber im Dunklen fanden wir trotz heller Lampen nichts. Er radelte dann trotzdem los und ich versprach, im Hellen nochmal gründlich zu suchen.

Kurz drauf klingelte mein Handy. Dran war der beste Allgäuer, der vor dem Theater stand, weil die Kette am Winterbike gerissen war. Ich holte ihn mit dem Kangoo ab, in den wir dann das tropfende Bike einluden, ohne das Vorderrad auszubauen, weil der Schnellspanner total festgerostet war. Daheim war es dann hell und es tauchte wenigstens der Schlüssel wieder auf. Er lag im Schnee auf der Kellertreppe. Wo ich dann schon mal draußen war, räumte ich auch gleich.

Montags ist vormittags immer erst das Developer-Meeting und dann das KF-Meeting. Ich war gerade dabei, eine Nachricht an den Entwicklungschef zu schicken, dass ich möglicherweise wegen einer Lieferung plötzlich weg müsse, da klingelte es schon. Ich sauste runter und zog Schuhe und wollte den Liefermann bitten, mir das schwere Paket auf die Terrasse zu stellen. Der winkte ab: mit dem Hubwagen komme er nicht mal zum Gartentor rein, weil da eine kleine Stufe ist. Und dann stellte er das 70 Kilo schwere Paket einfach in den Schnee vor dem Gartentor!

Ich zerrte es am vordersten Plastikband von der Palette runter und die kleine Stufe rauf an den Gartenweg. Das konnte ja nicht den ganzen Tag da im Schnee stehen bleiben! Als er mich da rumwerkeln sah, erbarmte sich der Liefermann doch ein wenig und half mir immerhin, das Paket über den Weg zu zerren und zu schieben (gut, dass es da Schnee hatte, so rutschte es wenigstens).

Vor der Terasse stellte ich das Paket auf und kippte es dann auf die Terrasse (da geht es bergauf, die Terrasse ist etwa 50cm über dem Gartenweg) und konnte es da dann bis vor die Terrassentür bugsieren. Der Liefermann war dann schon wieder weg. Ich hatte auch eine Bodenschutzmatte bestellt und legte die über die Schwelle der Terrassentür. Dann konnte ich das Paket mit der Vorderseite drauf hieven und mit der Matte über die Schwelle schieben. Und dann war es drin, das Riesenpaket! Ufff! Ohne den Schnee hätte das niemals geklappt!

Das hatte insgesamt nur eine knappe halbe Stunde gedauert und ich konnte mich danach (erst mal schwer keuchend) direkt ins Meeting einwählen. Bis ich dran war, hatte ich dann auch wieder Luft ;-)

Mittags wärmte ich schnell Reste vom Wochenende auf (Linsen mit Spätzle, Yummie!) und machte dann den Karton auf. Ich holte alle Einzelteile aus dem Karton, entfernte Unmengen Plastik und Styropor und schnitt dann alle Seitenwände vom Karton ab. Danach stand der Korpus des Crosstrainers (Schwungrad und festmontierte Pedale) ausgepackt im Wohnzimmer.

Ich hatte eine vage Vorstellung gehabt, ich könne den Korpus vielleicht allein hoch tragen (25 Kilo Schwungmasse und ein bisserl Drumherum, das wäre schon gegangen), aber da waren ja die ausladenden Trittflächen an den langen Arm dran, da ging nix.

Abends kam der beste Allgäuer heim und wir betrachteten das Ding da im Wohnzimmer und fragten uns, wie wir das in den ersten Stock kriegen sollten. Die Arme mit den Trittflächen waren das Problem, denn wegen denen konnten wir den Korpus nur an der Vorderseite greifen. Der Versuch, Möbelpackergurte aus Schlauchbändern zu basteln (so ein Bergsteiger-Haushalt hat ja allerlei Praktisches zu bieten), scheiterte auch, weil die Arme sich dauernd bewegten.

Schließlich ‘fesselten’ wir den Crosstrainer mit den Armen nach oben und konnten ihn so ins obere Stockwerk schaffen. Zu zweit war das dann gar nicht mehr soooo schwer, aber die langen Arme standen jetzt ja nach oben und deswegen mussten wir (vor allem der beste Allgäuer, der die untere Seite hatte) an der Treppe brutal in die Knie gehen. Ich musste dafür die Treppe rückwärts hoch, was auch nicht einfach war. Aber dann: Oben!

Der Rest war dann einfach: Der Anleitung folgen und alles dran bauen, was noch im Wohnzimmer war. Natürlich baute der beste Allgäuer, ich assistierte nur ;-) Und dann stand er, der neue Crosstrainer und machte einen sehr guten Eindruck :-)

Ein bisserl peinlich ist, wie lang wir brauchten, um den Stromanschluss zu finden. Meine Güte, bei so einer ausführlichen Anleitung (es hat sogar eine Explosionszeichnung des Geräts mit allen Einzelteilen und einer detaillierten Teileliste) wäre ein Hinweis: ‘Stecken Sie das Netzkabel vorn links über dem Boden ein.’ doch auch noch drin gewesen.

Danach passierte nichts mehr, denn es war schon sehr spät. Und ich war echt alle!


Von engel am 29.11.2021 23:00 • diary
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