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Der erste ‘echte’ Reha-Tag

Montag, Mai 20, 2019

Ich weckte mich wieder 2 Mal selbst. Das kann man inzwischen wohl als Regel etablieren: 2 Mal in der Nacht checkt mein Hirn, ob alles in Ordnung ist, bzw. wo irgendwas nicht in Ordnung ist.

Morgens wurde mir erst mal Blut entnommen, dann sollte ich mich an der Schwesternstation melden. Wirklich nur melden und das könne ich leicht auch per Telefon machen. Prüfen die Patienten-Anwesenheit? Wurscht, wenn das im Therapieplan steht, rufe ich zukünftig an.

Ich gönnte mir ein sehr langes und gemütliches Frühstück (5 Tassen Kaffee :-)), um nicht vor dem ersten Krankengymnastik-Termin nochmal hoch zu müssen. Der KG-Termin bestand im Wesentlichen aus nochmal Anamnese, dann Funktionscheck (Beugen, Strecken, wie schnell mit wie vielen Schritten laufe ich 10 Meter) und ein bisserl Erguß ausstreichen. Fand ich etwas enttäuschend.

Problematisch scheint zu sein, dass der Operateur nicht in den Arztbrief geschrieben hat, wieviel Belastung ich wann darf. Jetzt traut sich nämlich keiner so Recht, mir Belastung zuzumuten und ich soll sogar wieder 3-Punkt Krücken-gehen. Meh! Auch die KG-Therapeutin warnte mich eindringlich davor, zu übertreiben. Was glauben die, was ich mache, Saltos? Naja, vermutlich spricht da schon einschlägige Erfahrung, die können ja nicht wissen, dass ich eigentlich faul und bequem bin ;-)

Danach wartete ich im Zimmer auf die Arztvisite. Ich hatte den Arztbrief vom Operateur rausgekramt und wir sprachen nach dem allgemeinen Teil darüber, wievie Belastung ich haben darf. Und Tadaa! - sie strich die Teilbelastung aus meinen Patentientenheftchen und schrieb rein, dass ich immer mehr Belastung haben darf und ab 30.05. auch frei gehen darf ... wenn das Gangbild stimmt. Letzteres heisst, dass es beim Gehen keinen optischen Unterschied zwischen den beiden Beinen geben darf. Also nicht hinken. Das kann lustig werden, hinken hab ich momentan ja schon im Unterbewusstsein und ob ich bis dahin die volle Streckung habe, darf bezweifelt werden :/

Dann ging ich zur Schmerztherapie, wo kribbeliger Strom durch meinen unteren Rücken geleitet wurde, um die Rückenmuskulatur zu entspannen. Da habe ich zwar keine Probleme, aber das soll sicherlich auch Prophylaxe sein. Direkt danach ging ich zum Mittagessen und dann weiter zum Training im Bewegungscenter.

Wie ich mir das am Vortag gedacht hatte, stellte ich die Radl-Kurbeln auf 4 Löcher und das ging ganz gut. Im weiteren Verlauf des Trainings tat mir allerdings das Bein immer mehr weh. Nicht furchtbar weh, sondern es fühlte sich eher so an, als würde es immer steifer und und unwilliger. Ich verkürzte ein paar Übungen (10 statt 15 pro Satz) und ging dann hoch, um Eis aufs Bein zu legen und es auszuruhen. Ich hatte echt Sorge, ob ich nun übertrieben habe.

Mit dem Rumliegen und dem Eis wurde das Bein aber bald besser. Vor den Spätnachmittags-Anwendungen duschte ich, weil ich danach ein Problem mit Duschpflaster-Abziehen bekommen hätte, weil die Schwestern-Station schon zu gewesen wäre.

Der erste Nachmittags-Termin hieß ‘Lymphamat’. Das ist ein Luft-Bein zum Anziehen, das immer wieder mit Druck von unten nach oben aufgeblasen wird. Das ist natürlich nicht so gut wie eine ‘richtige’ Lymphdrainage, aber dem Bein war danach spürbar wohler :-)

Der letzte Termin war die Motorschiene. Die Schienen hier sind natürlich viel moderner als das alte quietschende Ding aus dem Krankenhaus und folgen der natürlichen Bewegung des Beins besser. Ich gab an, dass ich im Krankenhaus schon bei 100 Grad gewesen sei, aber die Therapeutin meinte, das sei zu viel. Sie stellte 90 Grad ein und das war genau richtig, vor allem so am Ende eines doch anstrengenden Tages.

Ich ging direkt danach zum Abendessen. Kaum hatte ich mich gesetzt, fiel mir ein Mann vor die Füsse, der die Stufe in diesem Teil des Raums übersehen hatte. Sowas ist natürlich der Super-Gau, heftig stürzen wenn man grad auf dem Weg zur Heilung ist. Aber er derappelte sich bald und kehrte an seinen Tisch zurück. Ein Arzt wurde dennoch gerufen, denn die Leute hier halten alle noch nicht viel aus.

Ich ging nach dem Abendessen wieder aufs Zimmer, um einen Eisbeutel aufs Knie zu legen, und mich auszuruhen. Nach dem Telefonat mit dem besten Allgäuer von Allen schlief ich mehr oder weniger direkt ein. War wohl ein anstrengender Tag. Den Fernseher machte ich erst viel später aus.

Von engel am 20.05.2019 22:59 • diaryKnieOP

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