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Galtjoch nochmal

Dienstag, März 25, 2008

Als ich Freitag Nachmittag bei meiner Mom anrief um zu fragen, ob sie am Samstag mit auf Skitour kommen wolle, regnete es grad wie aus Kübeln. Vorher hatte es gestürmt und geschneit und überhaupt war der ganze Tag wettermässig zum Abhaken. Aber der Bergwetterbericht bestand darauf, dass es am Samstag verträgliches Wetter haben solle und optimitisch wie ich bin, vertraute ich darauf.

Meine Mom war reichlich skeptisch, aber nachdem sie gerade eine Skitourenwoche hatte absagen müssen, wollte sie zumindest noch einmal die frisch gewaxten Tourenski ausführen und so sagte sie zu.

Und wie ich es mir gewünscht hatte - am Samstag begrüsste mich nach dem Aufstehen ein rosaroter Sonnenaufgang. Alles paletti, Ralle wecken, Mama abholen und ab ins Lechtal zum Galtjoch, einer der wenigen Berge, die bei dieser Lawinenlage (4 im Allgäu, 3 in Tirol) vertretbar schienen.

Wir parkten im tiefen Schnee auf dem ungeräumten Parkplatz der Skilifte von Rinnen (was uns gleich ein Württemberger nachmachte, allerdings stellte der sich ‘a weng’ dumm an, so dass wir ihn umständlich wieder aus dem Schnee schieben mussten). Und dann ging es los, erst mal runter nach Rauth, wo schon die paar Meter Abfahrt eine Wonne waren - lockerer frischer Tiefschnee zum Schweben :-)

Nachdem wir aufgefellt hatten, ging es in winterlich wunderbarer Landschaft los. Natürlich waren wir nicht die ersten, obwohl wie wie üblich früh dran waren, so dass wir diesmal den direkten Weg zur Ehenbichler Alm kennen lernen konnten.

Der Aufstieg durch den Wald war steiler als aussen herum und genauso schön. Es hat einfach was, in lockerem Pulverschnee zwischen tief verschneiten Bäumen unter blauem Himmel einen Berg hinauf zu stapfen. Auch dann wenn einen die Begleiter andauernd abhängen ;-) Naja, es ist nix Neues, dass meine Mom fitter ist als ich und dem besten Allgäuer von Allen könnte man wahrscheinlich einen Schlitten mit mir drauf dran hängen und er wär noch schneller als ich ohne Gepäck ...

Wir hatten gut daran getan, einen ‘sicheren’ Berg auszuwählen, zeigte sich. Als ich den Gipfelgrat hinter dem ‘Scheingipfel’ des Galtjochs erreichte, sah ich grad noch eine grosse Schneestaubwolke im Tal verschwinden. Ein paar Meter neben dem Grat hatte sich auf gute 100 Meter Breite eben erst ein Schneebrett gelöst. Eine Skifahrerin direkt neben mir meinte ein wenig atemlos zu ihrem Begleiter: ‘Ich glaube, die habe ich ausgelöst.’

Während ich mit ein paar anderen Tourengängern noch ein wenig über die Lawine und den Schnee diskutierte, zeigte jemand nach oben. Direkt neben dem Gipfel, wo der flache Südgrat zu den beiden Steinkarspitzen steil in einen ostseitigen Hang (mit Wechte natürlich) überging, löste sich wie in Zeitlupe auf etwa 300 Meter Breite ein Schneebrett, zerbröselte langsam während es über ein Flachstück rutschte und löste sich in der Rinne weiter unten in eine gewaltige Schneestaubwolke auf. Die Anrisskante hatte locker 60cm oder mehr. Uff!

Meinereine ist leider nicht mit allzu schneller Reaktion gesegnet. Bis mir einfiel die Kamera zu zücken und auf die Lawine zu halten, war von der Staubwolke schon kaum mehr was zu sehen. Gna.

Am Gipfel pfiff ein frostiger Wind, deswegen blieben wir nicht allzu lang da oben. Erst auf der Abfahrt merkten wir so richtig, wieviel Schnee es tatsächlich da oben hatte. Lediglich auf ein paar etwas steileren Stücken konnten wir ein paar Kurven fahren. Auf den vielen Flachstücken neigten die Ski dazu, einfach abzusacken, so dass wir hin und wieder einfach stehen blieben und uns zur Aufstiegspur kämpfen mussten, um dort abfahren zu können.

Die Abfahrt durch den Aufstiegswald war wie beim letzten Mal ganz lustig, allerdings gefiel das Kurven auf den vorgegebenen Spuren meiner Mom nicht allzu gut. Die hätte lieber weite Pulverschneehänge gehabt. Naja, wir auch, genau genommen, aber lieber Skicross durch lichten Wald als Lawinen auf freien Hängen.

Schliesslich blieb nur noch der Gegenanstieg nach Rinnen hinauf und es ging heimwärts zu den letzten Mama-Krapfen und viel Kaffee, den mein Papa uns nachdem wir ihn vorgewarnt hatten daheim servierte. Ein Supertag, der sogar von Anfang bis Ende sonnig war, was wir dem Wetterbericht nach überhaupt nicht erwartet hätten :-)

Von engel am 25.03.2008 19:49 • outdoorski

http://home.arcor.de/horstpreckur/Galtjoch/index.html

na - der mann war etwas positioniert -:))

ja—die lage war - und ist - sehr gespannt ...

http://www.alpic.net/forum/index.php/topic,367.msg12032/topicseen.html#msg12032

der sturm noch oben ...der muss waretn !

Lg

charly

[1] Von charly am 25.03.2008 23:22

Eindrucksvolle Landschaft, fantastische Fotos, aber leider leider: langsam dürfts grün werden. Wenigstens bei mir.
Euch wünsch ich gern noch einige sportliche Schitouren .... wenn ihr mögt ,-)

[2] Von andi am 25.03.2008 23:49

Eigentlich müsste der ja neben mir gestanden sein, als die Lawine abging, charly :-) Naja, es standen ein paar Leute staunend am Grat, so genau hab ich mir die aber nicht angeschaut. Ja, gespannte Lage, so kann man das sagen, man liest allüberall dass irgendwo was runter gegangen ist. Sogar am Riedberger Horn!

Ach, bei Dir darf es zwengs mir gern bald wieder grün sein, Andi, aber bei uns sollte die weisse Pracht noch ein Weilchen erhalten bleiben :-) Ich mag Winter!

[3] Von engel am 26.03.2008 10:28

Seit drei Wochen hänge ich fest mit einem Bänderriss am linken Knöchel. Gehen und springen kann ich schon wieder gut damit - dank Airgo.
Am Wochenende will ich es wieder versuchen. Man muss Schnee nutzen solange es noch liegt.

Guter Text, schöne Fotos.

[4] Von Ebola am 26.03.2008 19:08

Und der Papa? Was hatte der für ne Ausrede, nicht zu gehen? Ich dachte, seinem Knie gehts wieder gut? Ich hab mir wohl bei der Benediction ne Grippe geholt - stell dir vor, am Montag hat es geschneit! Morgens hat es aufgehört, es wurde wunderschön bis dann um 10 der vermaledeite Mistral kam. In Böen bis 80km/h und das bei 5grad. Da hat dann selbst meine Mount Everest-taugliche Decathlon-Jacke klein beigegeben. Jetzt solls warm werden und ich laufe auf Minisparflamme trotz Aspirin und Paracetamol. Morgen noch dopen, dann darf ich vielleicht im Bett bleiben (Pferdezahnarzt, Orthophonist Chr und M muss grossen Legasthenie-Test machen)

[5] Von Gabi am 26.03.2008 21:10

Ich wünsch dann mal weiterhin schnelle Besserung, Ebola, damit Du noch was hast vom Schnee.

Der Papa muss sich noch schonen, damit er bei Euch im Skiurlaub dann fit ist, Gabi :-)
Benediction? Pferde-Segnung?
Achja, kalter Mistral, hab ich auch schlechte Erinnerungen dran. Mach mal hin mit der Gesundung, damit das mit dem Skifahren was wird! Wo ihr dieses Jahr doch vermutlich Schnee haben werdet.
Wieso muss der M einen Legasthenie-Test machen und was ist ein Orhtophonist? Mail mal, das wird ja viel zu lang hier ...

[6] Von engel am 26.03.2008 22:05
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