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Der Samstag sollte schön werden, es hatte in der Woche geschneit (oben zumindest) und ich wollte nochmal eine Skitour. Allerdings lieber eine eher Kleine, Leichte, denn die Skitour von letzten Samstag hatte ja doch deutliche Nachwirkungen gehabt. Aber alles Kleine, Leichte fängt halt weiter unten an und dass da kaum Schnee liegt, hatten wir nun ja schon feststellen müssen.

So entschieden wir uns dann doch für eine etwas längere Skitour, die nicht direkt leicht ist - dafür aber schön mit klettrigem Gipfel. Ich stellte mir alle Schwierigkeiten vor und hatte etwas Sorge ...

Wir standen mittelfrüh auf und kamen trotz etwas länglichem Frühstück problemlos übers Oberjoch und ins Tannheimer Tal. Am Parkplatz war schon einiges los.

Auf der Forststraße war genügend Schnee (naja, beinahe, hin und wieder schauten doch ein paar Steine raus) und er wurde mehr als wir höher kamen. Da wurde auch die Qualität besser und am Abzweig hatte es im Schatten tatsächlich Pulver :-) Viel Schnee war es aber trotzdem nicht, was wir eindrucksvoll am Brückle über den Bach sahen (die beiden letzten Jahre waren wir auf Höhe des Geländers gelaufen).

Die Spur wand sich in langen Schleifen um den Latschenbuckel unter der Nordrinne herum (mit viel Aussicht auf die komplett abgeblasene Krinnenspitze) und brachte uns schließlich zum Sattel vor der Gräner Edenalpe. Da mussten wir ganz kurz ein total vereistes abgeblasenes harschiges Stück queren und ich hatte schon Bedenken, ob die ganze Querung bis zum Litnis so sein würde. War aber nicht so.

Allerdings wurde der Schnee, da wir nun auf der Sonnenseite waren, bald feucht und schwer. Das machte mir Sorgen, denn da fahren würde das Knie bestimmt arg stressen. Als der beste Allgäuer von Allen vor der Latschenquerung seine Ferse tapen musste, war ich kurz davor, abzubrechen, aber dann wollte ich doch nicht.

Der Weg zum Einstieg zum Gipfelaufbau war dann vor allem wegen der Wärme recht anstrengend. Wir stellten die Ski relativ weit unten ab, weil wegen des wenigen Schnees allerlei Steine und Felsen raus schauten und stapften dann die Rinne hoch. Das ging sehr gut, vor allem, als ich den besten Allgäuer von Allen, der spurte, bat, die Schritte mit rechts kleiner zu machen. Auf der Querung zum Gipfel hatte es natürlich Eis. Da ging ich sehr vorsichtig, weil ich meiner Reaktion nicht traue.

Wir blieben nicht lang am Gipfel, denn da oben zog es und ich wollte gern den Gipfelabstieg hinter mir haben, bevor wir es uns gemütlich machten. Der Abstieg über den eisigen Grat war dann auch anspruchsvoll. Der Abstieg über die Schneerinne dagegen ging erstaunlich gut. Ein paar Tritte waren zu hoch für das Knie, da musste ich runter hüpfen, aber das war im weichen Schnee einfach.

Dann fuhren wir zum kleinen Sattel ab und machten da die ‘Gipfelpause’. Das war ganz nett da, denn es hatte kaum Wind.

Vor der Abfahrt über den Südhang hatte ich ja etwas Bammel gehabt, weil der Schnee da schwer und oberflächlich sogar nass war. Das ging aber ganz gut, auch weil ich im ganz schweren Schnee ganz einfach Stemmbogen machte ;-) Wo der Schnee kälter und noch pulvrig war, traute ich mich sogar voll reinfahren und das war super!

Vor der Nordabfahrt über den Latschenhang steht der kleine Zwischenaufstieg, bei dem sich Auffellen nicht lohnt. Hätte ich trotzdem machen sollen, denn das Rauftreppeln im Tiefschnee (immerhin schon etwas zusammen getreten) war schrecklich. Das Knie motzte bei jedem Schritt, rechtsrum mehr, linksrum weniger. Ich war echt froh, als wir die 30 Meter geschafft hatten.

Im Latschenhang war natürlich viel weniger Schnee als sonst, also musste man noch mehr Slalom fahren als sonst. Der Schnee war super, kalt und pulvrig, und das ging problemlos. Wenn ich weiß, was auf mich zukommt, schaffe ich auch schnelle kurze Schwünge, nur schnell reagieren klappt noch nicht so recht. Dass derzeit der beste Allgäuer hinter mir fährt, ist aber sehr gewöhnungsbedürftig. Normalerweise fahre ich als Letzte ab.

Auf der Abfahrt zur Forststraße warf ich mich dann noch in den Schnee, weil ich verkantete. War überhaupt kein Problem, obwohl ich im ersten Augenblick fürchterlich erschrak. Hab ich das jetzt also auch schon hinter mir. Es wird ;-)

Tolle Tour mit toller Abfahrt! Der Zeitpunkt, wo ich sage, die Reha ist jetzt rum, rückt näher :-)


Der schöne Start


Am Brückle sieht man wie wenig Schnee eigentlich liegt


Am Sattel


Anstieg zum Gipfel


Am eisigen Grat


Gipfelbild


Eisiger Abstieg


In der Rinne


Südabfahrt (man beachte die vielen Bollen)


Nordabfahrt (Steile Rinne? Kein Problem :-))


Ganz unten nochmal schöner Pulver

Von engel am 21.02.2020 17:41 • outdoorski(0) Kommentare

Samstag, 08.02.2020: Skitour-Skitour!!!

Donnerstag, Februar 13, 2020

Also, eine Skitour mit Abfahrt im freien Gelände und keine Skitour mit Abfahrt auf einer Piste. Und das ging erstaunlich gut :-) Auch wenn der Anfang alles andere als vielversprechend war.

Bei der Auswahl am Vorabend hatte ich mir sehr schwer getan, denn die Sache mit dem Schnee war ja alles andere als ideal. Am Ende fiel die Wahl dann doch aufs Gunzesrieder Tal, denn auf der Webcam der Gunzesrieder Bergbahn sah es so aus, als könne da genug Schnee liegen, um auch den unteren Hang im Tourengebiet fahren zu können. Grad so. Anderswo lag mehr Schnee, aber da waren die Touren auch allesamt lang und ob das alles so klappen würde wie erhofft, war ja nicht abzusehen.

Wir fuhren also durchs grüne Allgäu ins Gunzesrieder Tal, wo dann anfangs tatsächlich Schnee lag, aber das waren grad mal 2 Zentimeter oder so. Je weiter wir hinter kamen, umso mehr Schnee wurde es, aber Skitouren-tauglich sah das nicht aus. Es schaute Gras raus und bestenfalls in den Mulden lagen ein paar mehr Zentimeter. Selbst auf den Kuhwiesen weiter hinten, war da nicht wirklich an Abfahrt zu denken :-(

Aber nun waren wir schon da und sinnvolle Alternativen gab es ja auch nicht (naja, sich in den Stau nach Oberstdorf zu stellen, in Baad keinen Parkplatz zu finden und dann in einer Schlange irgendwo hoch laufen - wir waren viel zu pät dran für sowas :-() und irgendwie würden wir den unteren Hang schon runter kommen (Zu Fuß?) und oben würde es doch ganz bestimmt viel Schnee haben. Wir gingen los.

Beim Blick in die Umgebung kamen allerdings leichte Zweifel an der letzten Theorie auf. Der Regen der Vorwoche hatte dem Schnee überall den Garaus gemacht und auch wenn es momentan überall oberflächlich weiß war, sah man Grashalme, Büsche und Geländeformationen. Immerhin lag genug Schnee auf der Forststraße, dass wir da abfahren können würden. Die eventuelle Verlängerung übers Rangiswanger war aber schon vom Tisch, denn der Hang sah so weit das Auge reichte aus wie der untere: kaum mit Schnee bedeckt.

Wir liefen an der Alpe vorbei und hinten ums Eck rum, aber der Schnee wurde nicht wesentlich mehr. Erst nach dem kleinen Waldstück mit dem Bach sah dann doch so aus, als würde die Tour ein gutes Ende nehmen. Endlich lag Schnee. Nicht grad viel, aber genug zum Fahren.

Der Aufstieg zum Gipfel wurde dann ein bisserl anstrengend. Die Sache mit der Kondition hat auch noch Luft nach oben. Unterwegs und dann auch am Gipfel ließ jemand immer wieder eine Drohe steigen. Boah, nervig! Aber für einen Schneeball war das Ding zu weit weg (nicht, dass mein Zielvermögen für irgendwas in der Art reichen würde).

Nach einer langen sonnigen Pause am Gipfel kam die Abfahrt. Oben war der Schnee schon schwer geworden und meine Versuche, da ordentliche Kurven zu machen, waren eher unbeholfen. Wo es steil wurde, überlegte ich alle Kurven gut und hatte immer gute Gelegenheiten zum Drehen und Bremsen. Das war nicht flüssig oder schön, aber ging ganz gut, auch wenn die seitliche Belastung gerade im schwereren Schnee ein wenig schmerzte.

‘Unser’ steiler Hang im Wald war noch völlig unverspurt. Er lag im Schatten und die Sicht war nur so mittel, deswegen fuhr der beste Allgäuer von Allen als erster ab. So hatte ich mehr Übersicht über den Hang. Bei der ersten Kurve war ich noch etwas unsicher, aber der Schnee war locker und gleichmäßig, ich konnte fast unbeschwert abfahren :-) Die Kurven waren allerdings größer und weiter als sonst und am lockeren Schwingen muss ich noch arbeiten. Aber trotzdem: das lief super und tat fast gar nicht weh :-)

Den unteren Teil vom Hang fuhr ich vor, das war dann wegen der schlechten Sicht und einem Harschdeckel unter dem Pulver etwas schwieriger und unsicherer, aber auch das lief prima :-)

Wir stiegen dann noch ein Stück Richtung Rangiswanger Horn auf. Einerseits, um nicht nervig aus dem Bachloch raustreppeln zu müssen und andererseits, weil da nochmal ein netter Hang zu sein schien. ‘Schien’, denn da war dann teilweise schon die Sonne reingekommen und der Schnee war schwer oder hatte einen leichten Deckel. Nebendran war aber auch Pulver, das war also sehr gemischt.

Danach brauchten wir nur noch die Forststraße runter rutschen. Eigentlich hatten wir die bis zum Ende fahren wollen, aber genau am letzten Abfahrtshang kamen plötzlich Steine raus und wir fuhren doch den Hang runter. Das war dann so eine Art Grasbollen-Slalom, vor dem ich mich etwas gefürchtet hatte, aber das ging erstaunlich gut.

Also, eine Skitour :-) Ha!

Das Knie hatte am Ende bei den Rechtskurven, also ohne Last weil Innenski, ziemlich geschmerzt, bei den Linkskurven, also mit Last, nur minimal weh getan. Unten, im Auto, daheim und beim Abendessen bei der besten Mama hatte es gelegentlich wirklich weh getan und gelegentlich, auch beim Draufstehen, überhaupt nicht. Das war alles seltsam und ungewohnt. Ob das eine Überlastung werden würde, würde erst am nächsten Tag rauskommen.


Seeehr magere Schneedecke unten


.. und auf dem Weg wird es erst mal auch nicht viel besser


Bachquerung ...


... und dann tatsächlich sowas wie Schnee :-)


Gipfel


Abfahrt ...


... und die geht weitgehend echt gut :-)


Meistens jedenfalls ;-)


Weiter unten hat es einen Harschdeckel drunter


Im schwereren Schnee tu ich mich schwerer

Von engel am 13.02.2020 21:09 • outdoorski(0) Kommentare

An den beiden Tagen Ruhe mit Niederschlag hatte ich ständig nach den Webcams allüberall geschaut, um die Schneelage zu checken. Es hatte fast überall ordentlich geregnet, aber im Tannheimer Tal hatte es nach Schnee ausgesehen. Teilweise jedenfalls. Ich wollte nochmal mit Skiern raus. Und weil es dem Knie die letzten Tage so gut gegangen war, auch ohne Ibu, beschloß ich den Tag ohne Drogen zu versuchen.

Auf dem Weg nach Grän stellten wir dann fest, dass es viel weniger geschneit hatte, als wir gehofft hatten. Dafür wurde das Wetter viel schneller besser als die Vorhersage versprochen hatte.

In Grän war es eiskalt und alles war eisig. Wir eierten staksig mit den Skistiefeln zum Anfang des Sommerweges und bedauerten, keine Harscheisen mitgenommen zu haben. Aber der Anfang vom Sommerweg war zwar eisig und hart, aber es hatte eine dünne Graupel-Auflage, auf der man ganz gut gehen konnte. Im Wald war der Schnee dann wie befürchtet erst mal weg und wir mussten die Ski tragen.

Glücklicherweise war die Tragestrecke noch immer nicht sehr lang und je höher wir kamen, umso mehr Schnee, auch Neuschnee, hatte es. Der Schnee war allerdings etwas seltsam: da wo er kompakt war, war es sehr glatt. Und unter dem neuen Schnee hatte es den alten Schnee, der teilweise sehr nass gewesen war und nun eishart zusammen gefroren war. Das machte das Laufen etwas anspruchsvoll.

Der beste Allgäuer von Allen rutschte dann auch bei der Abfahrt von dem kleinen Hügel vor den Forststraßen auf Eis aus. Ich bekam das gar nicht mit, weil ich so mit mir selber beschäftigt war, um da unbeschadet runter zu kommen. Denn kein Ibu zu nehmen, war nicht die beste Idee gewesen. Das Knie war sehr empfindlich und ich traute ihm nicht so recht.

Ich kam den Hügel gut runter, aber ich wollte danach doch lieber die Kurven der Forststraße laufen statt den Sommerweg zu nehmen. Denn der ist steil und eng und der Schnee war so komisch und ich hatte Bedenken auszurutschen. Nur die letzte Kurve der Forststraße kürzten wir ab, weil da schön viel Platz im Wald war.

An der Alpe Gessenwang war es sonnig und warm ... und voll. Wir gingen ein paar Meter weiter und setzten uns vor einen Baum in die Sonne mit Blick auf die Spur. Angesichts der Schnee- und Wetterlage war es nicht verwunderlich, dass alle, die auf eine Skitour wollten, hier waren (wir ja auch), aber die Menge der Menschen war schon beeindruckend!

Wir gingen wieder bis zum Gamskopf, wo es - im krassen Gegensatz zu weiter unten - leichten Wind hatte und wirklich empfindlich kalt war. Wir blieben nicht allzu lang und fuhren dann auf der Piste ab. Die Piste hatte schon arg gelitten, besonders in der Mitte, wo es einen kurzen südseiten Abschnitt hat. Da gab es haufenweise blanke Flecken.

Die Abfahrt war ... anstrengend. Kein Ibuprofen haut mehr rein, als man sich mit Ibu vorstellen kann. Das Bein war stabil, ich konnte es belasten und das Knie machte alles mit. Aber halt nicht klaglos. Jede Belastung, die ein wenig aus der Beinachse heraus erfolgte, stach ein wenig. Nie schlimm, aber konstant, mal mehr, mal weniger. Und plötzlich fühlte ich mich schon nicht mehr so gesund. ‘Ein Jahr mindestens’, hiess es. Ist wohl so.

Trotzdem war das eine wunderschöne Tour bei großartigem Wetter. Und zur Standort-Bestimmung der Heilung (das wird noch dauern) war das auch ganz gut.


Wie die letzten Male: Start in Grän


Im Wald fehlt schon ordentlich Schnee


Es sieht schön winterlich aus


In der Querung


Pisten-Anstieg


Man beachte: das rechte Bein ist fast gestreckt :-)


Gipfel :-)


Sehr winterliche Aussicht :-)


Abfahrt, geht auch ohne Ibu lässig


Die Piste hat schon arg gelitten

Von engel am 10.01.2020 18:45 • outdoorski

Montag, 30.12.2019: Skitour mit Gipfel

Donnerstag, Januar 09, 2020

Trotz viel Recherche fand sich einfach keine Skitour mit Pistenabfahrt, wo man nicht vorher über die Piste aufsteigen muss und wo die Piste beschneit war. Wir fuhren also nochmal nach Grän.

Zu unserer Erleichtung hatte der Schnee in den beiden letzten Tagen nicht sehr gelitten und so war der Aufstieg über den Sommerweg noch immer problemlos möglich. Wir mussten auch nicht öfter abschnallen als vor 2 Tagen.

Den kleinen Hügel in der Mitte fuhr ich souverän mit Pflugbogen ab und auch sonst war das Laufen problemlos. An der Alpe Gessenwang - diesmal voll in der Sonne - machten wir wieder Pause und an der schmalen Stelle am Rücken schnallte ich wieder ab. Der beste Allgäuer von Allen lief mit den nun unkaputtbar reparierten Fellen an mir vorbei.

Als wir die Piste erreichten gingen wir weiter ins Jöchle hinauf und dann bis zum Gamskopf, wo es nicht ganz so voll war wie befürchtet. Wir fanden jedenfalls problemlos einen sonnigen Platz zwischen den Latschen.

Die Abfahrt war auch diesmal problemlos. Die Pisten hatten an den sonnigsten Stellen arg gelitten und waren inzwischen deutlich brauner als vor 2 Tagen, Fahren war aber meistens noch OK. Ich ‘fand’ allerdings wieder einen blöden Stein. Und unten verkantete ich vor lauter lässigem Fahren und wäre beinahe gestürzt, weil das Bein zwar stabil ist, aber noch recht verzögert reagiert. Na, das wird auch noch werden.

Hach, eine Skitour mit Gipfel. Es wird :-)


Start in Grän, sieht aus wie Winter


Kurze Stellen im Wald haben wenig Schnee


Sonne und Aussicht


An richtig sonnigen Stellen ist der Schnee recht feucht


Querung zur Piste ...


... und da dann hoch zum Jöchle


Gamskopf!


Abfahrt ...


... man muss schon um den Dreck herum fahren.

Von engel am 09.01.2020 20:29 • outdoorski

Samstag, 28.12.2019: Skitour!!!

Samstag, Januar 04, 2020

Nach einem weiteren wetter-bedingten Tag daheim, sollte es tatsächlich länger schön werden. Ich hatte von Sabine einen tollen Tipp für eine Skitour mit Aufstieg fern der Piste un Abfahrt auf der Piste bekommen und ich wollte die Tour sofort machen um Skifahren zu probieren. Der Skitest vor Weihnachten war ja eher ein Reinfall gewesen :/

Wir fuhren nach einem gemütlichen Frühstück erstaunlich staufrei ins Tannheimer Tal und parkten in Grän. Noch war es bedeckt und teils neblig, aber es sollte später aufklaren. Wir sahen gleich, dass inzwischen der Schlepplift auch schon lief, deswegen wandten wir uns dem Sommerweg zu, der im Freien auch genügend Schnee hatte, um da mit Skiern laufen zu können. Im Wald mussten wir ein paar Mal abschnallen, weil es dann halt doch mehr Steine als Schnee hatte, aber als wir auf dem ersten Hügel waren, war da richtig Schnee und deswegen auch richtig Skitour :-)

Mit Skiern laufen war erwartungsgemäß überhaupt kein Problem, auch wenn ich mich immer wieder ermahnen musste, am Ende des Schrittes das Bein zu strecken. Wird noch eine Weile dauern, bis das automatisch geht.

Die erste wirkliche Schwierigkeit kam, als wir den kleinen Hügel zu den Forststraßen runter mussten. Mit offenen Skiern, den Fellen dran, einer glatten Spur mit Kurven und etwa 20cm Tiefschnee an der Seite. Für Pflug war kein Platz und richtig Querstellen und Bremsen traute ich mir nicht so wirklich zu. Ich löste das Problem, indem ich gaaaanz langsam Kurven um die kleinen Bäumchen neben der Spur machte, mit Druck auf dem Aussenski, was so halbwegs klappte.

Danach ging es kurz auf dem Forstweg, dann auf dem Sommerweg durch den Wald zur Gessenwangalpe. Der Sommerweg ist relativ steil und war teils glatt, aber das ging alles ganz gut, kleiner Ausrutscher inklusive. Irgendwo im Wald waren sogar zwei Spitzkehren nötig und - Tadaa! - auch die gingen problemlos. Ich hatte das daheim trocken probiert, aber im Gelände ist natürlich was ganz anderes.

An der Gessenwangalpe machten wir eine kleine Pause, dann ging es weiter. Nach der Querung und der kleinen Ebene führt der Sommerweg auf einem schmalen Rücken entlang. An einer Stelle war dann für meinen Geschmack einfach nicht genug Schnee, um das sauber und problemlos mit Skiern gehen zu können. Ich wollte auf keinen Fall blöd abrutschen und schnallte ab, der beste Allgäuer stieg mit Skiern auf.

Und dann trat er sich auf dem engen Weg mit dem einen Ski die Front-Klammer seines Fells vom anderen Ski. Das war schon ein paar Mal beinahe passiert, weil die Klammer so labrig ist und innerhalb der Halterung offen ist. Diesmal spickte die Klammer weg und war futsch. Wir suchten eine Weile, bekamen von vielen Leuten Hilfsangebote und Mitleid und reparierten (also: der beste Allgäuer reparierte) das Fell dann mit Draht und einem Holzstückchen. Hielt.

Danach war nur noch die Querung zum Füssner Jöchle zu bewältigen. Wir gingen bis zur Piste und hörten dort auf, denn sollte das mit dem Skifahren nicht klappen, wären so 150 Höhenmeter (man könnte bis zum Gamskopf aufsteigen) weniger zu bewältigen.

Während der gemütlichen Pause in der Sonne staunten wir ein wenig an der Menge der Skitourengeher, die an uns verbei liefen. Das waren Hunderte.

Dann kam die Abfahrt. Im Gegensatz zu sonst fuhr ich voraus. Die ersten Kurven waren noch ein wenig ungelenk, dann traute ich dem Bein so langsam und hundert Höhenmeter später war fast alles so wie immer :-) Ich fuhr vorsichthalber eher langsam und teste allerlei Belastungen aus, aber auf der Piste war das alles nahezu schmerzfrei. Es zwickte gelegentlich hier oder da im Knie, aber es war stabil und hielt sowohl Eisplatten aus auch Schneehaufen aus :-)

Im Lauf der Abfahrt wurde ich etwas schneller, brauchte aber doch einige Pausen. Das war voll anstrengend! Aber toll! :-)))

Die Piste am Füssner Jöchl war sonnseitig schon etwas weich und braun (man ‘fand’ gelegentlich auch ein paar Steine oder gefrorene Grasbollen) und schattseitig beinhart gefroren und eisig. Das Knie machte alles klaglos mit und war unten nur milde gestresst :-) Mittelleichten Schnee würde ich mir jetzt zutrauen. Yay!


Start in Grän bei Nebel


Meist ist der Sommerweg begehbar


Oben kommt langsam Sonne durch


Konzentration auf dem Sommerweg


Beinahe Sonne an der Alpe Gessenwang


Sonne!


Pause an der Piste


Die erste Kurve ist noch vorsichtig ...


... dann wird das Fahren besser :-)


Abfahrt

Von engel am 04.01.2020 13:57 • outdoorski

Sonntag, 22.12.2019: Skitest

Freitag, Dezember 27, 2019

Samstag blieben wir daheim uns bastelten an unseren diversen Projekten rum. Sonntag war das Wetter eigentlich viel schlechter, aber ich wollte raus. Unbedingt. Weil: Endlich Skitest!

Wir fuhren ans Oberjoch, wo das Skigebiet zwar offen war, aber nur der kleine ‘Ideallift’ lief. Ich hatte mir das ganz nett gedacht, mit dem frischen (wenn auch nassen) Neuschnee auf einer der beschneiten aber noch nicht benutzten Piste ein Stück hinauf laufen und dann abfahren, um zu sehen, was das Knie dazu sagen würde.

Was ich nicht bedacht hatte: beschneite Pisten werden regelmäßig gewalzt, vor allem wenn es schneit. Aber nur grob, ohne die Feinwalze. Und bei Temperaturen um die 0 Grad frieren dann die groben Bollen zu einer arg buckligen Oberfläche zusammen ...

Wir marschierten am mittleren Lift also die Aussenrum-Piste entlang. Unten geht es erst mal relativ flach los, dann kommt ein unerwartet steiler Aufschwung. Als ich diesen Aufschwung hinab blickte, war mir der Buckel dann schon ziemlich unheimlich. Vor allem mit den Pistenraupenbollen. Das Laufen selber war - wie erwartet - prima gegangen. Geführte Bewegung, bergauf, natürlich ging das!

Der Plan war eigentlich gewesen, bis zur oberen Liftstation zu laufen und dann die schöne platte flache Piste runter zu fahren. Aber die war weder flach noch platt, die Piste ...

Ich schlug also eine Testabfahrt vor. Wir fellten ab und stiegen in die Ski. Meine erste Kurve ging nach links, mit dem operierten Bein auf der Innenseite. Ich fuhr los und machte erst mal einen Stemmbogen, Last auf dem Aussenski, der Innenski fährt mit. Das Knie jammerte ein wenig über das Gewackel über die Pistenbollen.

Dann ein Stemmbogen nach links, Last auf dem operierten Bein (ich stand da extra fest drauf, statt alles mit dem gesunden Bein zu fahren), das andere fährt halt mit. Das mochte das operierte Bein deutlich lieber, allerdings hatte ich ein paar Probleme mit Abschwingen, da klappte die Steuerung nur mittelmäßig.

Bei den nächsten Kurven versuchte ich im nicht-gewalzten Teil zu bleiben und das ging deutlich besser als auf den halb-gefrorenen Pistenraupenbollen. Insgesamt machte ich 6 Kurven, dann waren wir im Flachen.

Wir beschlossen, nicht nochmal aufzusteigen, weil die Piste wirklich arg unschön war (und im freien Gelände hatte es ganz einfach keine Unterlage). Ich wollte dem Knie die Piste dann doch nicht zumuten und der beste Allgäuer von Allen hatte von Anfang an keine Lust gehabt und war nur mir zuliebe mitgekommen.

Gerade als wir wieder am Auto angekommen waren, fing es an zu regnen, insofern war das auf jeden Fall die richtige Entscheidung gewesen.

Tja, und das Test-Ergebnis? Gemischt.
Einerseits fühlte sich das Knie durchaus stabil an und das leichte Zwacken beim Fahren waren sicherlich vor allem wenig benutzte Sehnen und Ähnliches. Andererseits hatte ich das Gefühl, wenig Kontrolle mit dem Bein zu haben. Fehlende Sensoren vielleicht? Oder genereller Bammel? Na, Letzteres auf jeden Fall!

Sollte es endlich mal schneien, würde ich mir eine leichte, nicht allzu lange Skitour bei einfachem Schnee (weder tief, noch schwer) schon zutrauen. Allzu steil sollte es aber nicht werden und allzu ruppig auch nicht. Und naja, im schlimmsten Fall kann ich eine leichte Tour auch auf einem Bein abfahren, wäre nicht das erste Mal :/
(Über Hinfallen denke ich lieber nicht nach ...)

Aber erst mal brauchen wir Schnee!


Start an der Bahn


Nach der ersten Kurve ...


... ist die mit dem operierten Bein erst mal recht ungelenk.


Volle Konzentration

Von engel am 27.12.2019 11:20 • outdoorski

Der Feiertags-Mittwoch sollte strahlend schön werden. Nach dem Schlechtwettereinbruch hatte es nochmal heftig geschneit, wir entschieden uns deswegen für eine Mischung aus Bergsteigen und Skifahren: mit den Minis am Rucksack aufsteigen und dann halt runterfahren so weit es geht.

Wir parkten an der Wiedhagbahn und stiegen auf dem Wanderweg im Wald hinauf. Unten hatte es noch Schnee auf der Piste, im Wald war es nur feucht. Für die Querung der ersten Rinne mussten wir in den Wald ausweichen und ein Stück aufsteigen, weil sich ein Baum mit einer Lawine da ungeschickt quer gelegt hatte. Danach konnten wir problemlos bis zur nächsten Piste aufsteigen. Ab da war dann eine geschlossene Schneedecke.

Unten drunter war recht fester Altschnee, oben drauf lag eine Schicht Neuschnee, anfangs mit einem Harschdeckel oben drauf, später dann einfach nur weich. Die meiste Zeit ließ ich den besten Allgäuer von Allen spuren, weil Durchbrechen schlecht fürs Knie ist.

Kurz bevor wir den Grat erreichten, machten wir eine Pause und wurden vom einzigen Mitbesteiger dieses Tages dort überholt: ein Skitourengeher. Wir stapften, meistens im Schnee, am Grat jedoch auch immer wieder auf Fels, der Kühgrundspitze entgegen. Die beiden versicherten Steilstellen waren weniger problematisch, als ich befürchtet hatte, obwohl die Seile natürlich weitgehend unter dem Schnee lagen. Aber der Schnee war fest und hielt gut.

In meinem Kopf ist der Übergang von der Kühgrundspitze zum Iseler elendslang und vor dem Abstieg zwischen den Latschen zur Scharte hatte ich mich einigermaßen gegrault (ich hatte Angst vorm Einbrechen, sich so kurz vor der OP noch zu verletzten wäre schon ziemlich doof), aber das ist gar nicht so weit, wie ich dachte (wir kamen auf dem festen Schnee gut voran) und der Weg zwiscehn den Latschen war besser zu gehen als befürchtet.

Selbst den Aufstieg zum Iseler hatten wir schon deutlich anspruchsvoller erlebt, deswegen standen wir nach viel kürzerer Zeit als gedacht (nach einer guten Stunde) am Iseler und machten da die zweite Pause.

Dann wurde es lustig :-)

Wir marschierten erst mal vor bis zur Abzweigung mit dem Bänkle und legten dort die Minis an. Ich die Neuen, die ich schon am Hahnenköpfle getestet hatte, der Ralle die alten, denn wir hatten inzwischen zwar 50€ Nachlass mit Selbstreparatur ausgehandelt (der Kontakt mit dem Verkäufer war prima, er versuchte alles, eine Alternative aufzutreiben und gab uns dann den Nachlass), aber der beste Allgäuer von Allen war noch nicht dazu gekommen, die Reparatur tatsächlich durchzuführen.

Inzwischen war der Neuschnee schon total aufgeweicht, aber er hielt gut auf dem komakten Altschnee und wir konnten wirklich gut abfahren. Oben im recht steilen freien Gelände blieben wir noch gelegentlich an alten Spuren hängen, unten auf der Piste, konnten wir super fahren. Leider verdeckte der Neuschnee auch die Stellen, wo die Piste schon abgetaut war und so fuhr ich einmal über dreck udn Steind und fuhr mir direkt den ersten Kratzer in die netten neuen Minis. Meh! Aber mei, das ist das Schicksal von Tourenskiern, egal welcher Ausprägung.

Wir konnten mit einmal Abschnallen fast bis zum Auto abfahren :-)

Unten kehren wir dann noch in der Seilbahngaststätte ein un gönnten uns - Überraschung ;-) - Kaffee und Kuchen. Beides war sehr gut.

Tolle letzte Tour vor der Knie-OP!


Start am Oberjoch


Anstieg im Wald


Ausweich-Abstieg in die erste Rinne


Eingeschneite Frühlingsblumen


Steile Querung der zweiten Rinne


Sonne :-)


Anstieg zur Kühgrundspitze


Zwischendurch ist der Grat durchaus anspruchsvoll


Der Gipfel ist in Sicht


Kühgrundspitze


Weiterweg zum Iseler


Kurz vor der Scharte, den Iseler im Blick


Steilanstieg zum Iseler


Der zweite Gipfel :-)


Start zum Abfahren


Oben muss man erst mal Queren ...


.... dann wird die Abfahrt echt nett.


Die neuen Minis machen sich gut :-)


Auf den allerletzten Metern


Verdiente Belohnung :-)

Von engel am 08.07.2019 20:53 • diaryoutdoorbergski

Mittwoch, 24.04.2019: Pistenskitour

Dienstag, Mai 14, 2019

Das Wetter sollte super und heiss werden und der beste Allgäuer von Allen hatte eine Pistenskitour ausgesucht. Wir hatten am Vorabend noch die Webcams angeschaut und es sah so aus, als reiche der Schnee tatsächlich noch bis ganz runter.

Als wir an Oberstdorf vorbei das Trettachtal hinter fuhren, war aber rundrum so viel Grün und Frühling, das ich ernsthafte Zweifel bekam, ob das was werden könne. Aber tatsächlich, als wir ganz hinter auf den Bahnparkplatz gefahren waren, reichte da ein weisses Band mitten durch grüne Wiesen nach unten. Wir mussten vielleicht 100 Meter laufen, bevor wir anschnallen konnten.

Die Freude über das weisse Band hielt allerdings nicht lang, denn schon nach dem ersten Aufschwung kam eine Schneelücke, die noch dazu ziemlich matschig war. Ich befürchtete schon Schlimmeres, aber die weiteren Lücken hielten sich in Grenzen. Meistens mussten wir abschnallen, weil die Straße zur Mittelstation schon geräumt war.

Auf (anfangs teilweise sehr schmalen) weissen Bändern durch die grüne Landschaft aufzusteigen war ein wenig irreal, man kommt sich da zwischendrin vor wie im falschen Film. Auf der Straße hatte es Spaziergänger.

Ab der Mittelstation war die Schneedecke geschlossen (die Talabfahrt war wohl schon eine Weile gesperrt) und wir konnten problemlos aufsteigen. Es kam deutlich mehr Sonne in die Ostseite, als wir gedacht hatten und es war bald richtiggehend heiss. Der Schnee auf der Piste war bald komplett durchnässt, aber er würde nicht weicher und tiefer werden als er eh schon war.

An der oberen Mittelstation hätten wir ins freie Gelände raus müssen, um tatsächlich zum Gipfel aufzusteigen. Aber der Hang zum Gipfel ist ganz schön steil und die Sonne war auch da schon lang voll drin und neben der Piste war der Schnee bestimmt bodenlos. Das war uns dann doch zu riskant und wir ließen es da oben gut sein.

Die Abfahrt war wie erwartet. Oben war der Schnee nass und schwer und klebte etwas, war aber ganz gut zu fahren. Weiter unten war der Schnee schon weiter umgewandelt und klebte nicht mehr, aber da mussten wir dann gelegentlich abschnallen. Persönlich mochte ich die Buckelpisten der unteren Hänge und die Abfahrt auf dem superschmalen Streifen am liebsten, das war total ungewöhnlich :-)

Wir kamen bis auf 100 Meter an den Parkplatz ran, aber da unten war die Schneedecke stellenweise schon mehr Wunsch als Realität. Der beste Allgäuer von Allen musste sich kurz mal mit dem Stock im Gras abstützen und da blieb dann das untere Teil vom Stock ganz einfach stehen.

Wir waren den ganzen Tag fast komplett allein, von gelegentlichen Pistenraupen mal abgesehen und das war insgesamt recht ungewöhnlich und deswegen interessant.

So ganz ratsam sind Pistenskitouren nach Saisonende aber doch nicht, denn die Ketten der Pistenraupen (auch hier war alles umgegraben) hinterlassen auf dem Schnee haufenweise dreckiges Maschinenöl (sieht man natürlich nicht). Unsere Felle waren allesamt mit zahllosen Ölflecken gesprenkelt und wir mussten sie daheim gründlich waschen.


Start am Parkplatz


Kurzer Aufstieg zu Fuß


Sommerliches Skitouren in grüner Landschaft


Straßenquerung


Fast schon winterlicher Weitblick


Auf dem Weg zur oberen Mittelstation


Blick zum Gipfel


Abfahrt


Bereit für ...


... das schmale Band


Ein Stück Fußweg ...


... dann Buckelpiste

Von engel am 14.05.2019 15:17 • outdoorski

Auch der Dienstag sollte schön sein und weil nach den Osterfeiertagen fast alle Skigebiete den Betrieb einstellten, wollten wir zu Fuß am Ifen auf der Piste aufsteigen und dann mit den neuen Minis abfahren.

Nach den Erfahrungen letztes Jahr mit dem Sommerschnee an Daumen und Hochvogel, wo die alten kurzen schmalen Minis ja dauernd eingestochen waren und wir an den Schuhkanten hängen geblieben waren, hatten wir etwas längere und breitere Blades gesucht, die ebenfalls mit den Hochtourenstiefeln zu fahren sein sollten. Ich hatte welche mit 109cm bestellt, der Beste Allgäuer von Allen hatte sich für welche mit 119cm entschieden. Beide Satz Ski waren im Februar gekommen und sind echt arg schwer. Nur an der Sicherheitsbindung (die den Vorteil hat, dass man recht hoch steht und deswegen die Schuhe weit weg vom Schnee sind) kann das aber nicht liegen. Immerhin passen aber die Hochtourenstiefel gut in die Bindung rein.

Der Himmel war dunkel und bewölkt, als wir zur Auenhütte hinter fuhren. Da hatte der Wetterbericht aber was anderes vorhergesagt. Und warm war es auch, 7 Grad an der Hütte. Naja, ist wie es ist, wir gingen erst mal los.

Die Piste war zwar weich, aber halt Piste, deswegen sanken wir nicht weit ein. Wir wichen unten auf den Rücken unter der Bahn aus, wo wir ein gutes Stück schneefrei aufsteigen konnten. Die neuen Nicht-Ganz-Minis am Rucksack waren zwar schwer, trugen sich aber doch besser als wir befürchtet hatten.

Wir waren natürlich nicht die einzigen, die unterwegs waren, aber außer uns waren alle mit Tourenski unterwegs und wir ernteten einige verwunderte Blicke.

Zur Nicht-Sonne gesellte sich ab der Mittelstation ein starker und unangenehm kalter Wind, der noch weiter oben noch zulegte. Ich war auf Sonne eingestellt gewesen und fror meistens leicht. Nicht genug allerdings, um die Jacke drüber zu ziehen, denn dann hätte ich geschwitzt. Wir nahmen Handschuhe, Mütze und Buff.

Ein einzelner Skitourer stieg zum Ifen auf. Ich betrachtete den Aufstieg und die Scharte interessiert, denn da waren wir noch nie.

Der Weg von der Gipfelstation zum Gipfel war gespurt, das ist wohl im Winter ein Spazierweg. Wir sausten nur ganz kurz zum Gipfelkreuz hinauf und verzogen uns dann in eine grasige windgeschützte Mulde, wo es beinahe warm war. Nach gemütlicher Pause wurde es spannend: der Test der neuen Minis stand an.

Der Start war erst mal schwierig, denn wir mussten durch freies Gelände mit echt weichem Schnee bis auf den Winterweg. Anfangs weiß man bei neuen Minis auch noch nicht so Recht, wo der Schwerpunkt hin muss. Ist er zu weit vorn, sticht der Ski ein und gräbt sich nach unten, ist er zu weit hinten, fällt man einfach um. Die vergleichsweise weichen Hochtourenstiefel machen das Ganz natürlich auch nicht leichter.

Auf dem Winterweg ging das Fahren dann schon leichter, wenn auch noch nicht wirklich gut. Der Beste Allgäuer von Allen fand seine Ski arg wackelig und meinte, das läge daran, dass man mit der Sicherheitsbindung doch recht hoch steht. Und die Spur würden sie auch nicht richtig halten.

Ich dagegen fand die Ski da schon recht gut fahrbar, allerdings fiel ich bei nahezu jeder Linkskurve aus dem rechten Ski, weil die Bindung auf den Hochtourenstiefeln nicht richtig schliesst. Aber mit sowas hatte ich gerechnet und hatte ‘Schließbändel’ dabei. Wir machten an der Gipfelstation Pause.

Während ich die Bändel um Bindung und Schuhe montierte, betrachtete der Beste Allgäuer von Allen seine Ski genauer. Die Bindung war tatsächlich ein wenig wacklig, vor allem an einem Ski. Nachdem er die Sicherheitsbindung ausgelöst hatte, fand er auch gleich raus warum: bei diesem Ski waren die vorderen Schrauben der Bindungsplatte überdreht und hielten nicht. Diese Bindung war auch schräg auf dem Ski montiert, deswegen verlief der beim Fahren wohl auch so.

Aber Fahren war so eh nicht mehr drin. Wenn sich die Bindungsplatte löst, saust der Ski ungebremst ins Tal. Mit ausgesprochen schlechter Laune stapfte der Beste Allgäuer von Allen also zu Fuß ins Tal. Bei Schnee. Auf einer guten Piste. Mit Skiern am Rucksack. Die Blicke der anderen waren nun noch verwunderter.

Ich fuhr aber ab. Ich hatte kurz überlegt, aus Sympathie auch zu Fuß zu gehen, aber das Knie jammerte ja eh schon rum und überhaupt ... Abfahrt! Also wenn das schon geht, dann will ich auch! Die neuen Minis schlugen sich nun, da ich nicht mehr aus der Bindung fiel, auf der weichen Piste echt gut und auch die wenigen Ausflüge ins freie Gelände (wo der Schnee aber auch recht kompakt war) gingen gut. Das ließ sich schon mal ganz gut an. Allerdings war die Abfahrt erbärmlich kalt, weil ich immer wieder auf den Absteiger warten musste und Abfahren ja kein bisserl anstrengend ist und es nach wie vor windig und kalt bei zu wenig Kleidung war.

Während wir abstiegen/abfuhren wurden sämtliche Pisten mit Pistenraupen umgegraben. Der Sinn des Ganzen erschloß sich uns nicht und einfach nur ‘Boshaftigkeit’ (‘Das sind unsere Pisten und ihr Skitourer könnt mal schön schauen wo ihr bleibt, wenn das bollig zammfriert.’) kann das ja auch nicht sein.

Danach begann die Verhandlung mit dem Händler, die, ich nehme das mal vorweg, am Ende darin resultierte, dass wir 50€ Nachlass bekamen und der Beste Allgäuer von Allen die Ski selbst reparierte. Neue Ski als Ersatz waren nicht mehr zu bekommen.

Nachtrag:
Beim Aufschreiben der Tour hat mich die Sache mit dem Piste-Umgraben dann doch noch mal interessiert und ich habe kurzerhand bei den Oberstdorfer/KLeinwalsertaler Bergbahnen nachgefragt. Schon am nächsten Tag (!) kam eine Antwort, in der sinngemäß stand, dass man halt aufräumen müsse (Pistenbegrenzugen, usw.) und zum Schonen der Pistengeräte die Heckfräsen abmontiert. Klingt logisch, hätten wir auch drauf kommen können. Und zudem würde die umgegrabene Piste wegen der größeren Schneeoberfläche schneller schmelzen. Kann ich auch nachvollziehen.


Mit den neuen Minis am Parkplatz


Aufstieg über die Piste an der Mittelstation


Der Weg zur Gipfelstation ist lang


Rückblick


Die Scharte zum Ifen


Kurzer Gipfelbesuch


Bindungsreparaturversuch


Abstieg zu Fuß :-(


Abfahrt :-)


Mehr Abstieg zu Fuß :-(


Mehr Abfahrt :-)

Von engel am 05.05.2019 15:50 • outdoorski

Der beste Allgäuer von Allen war für das gesamte Osterprogramm zuständig und hatte für den Montag eine Skitour angesetzt, für die wir wegen Rest-Piste nutzen nicht allzu weit würden fahren müssen. Wir starteten mittelfrüh ins Tannheimer Tal und waren recht erstaunt am Bahnparkplatz dann doch gar nicht so wenige Autos vorzufinden.

Wir rödelten auf und marschierten zum Start der Restpiste, die noch ziemlich weit runter ging. Die Luft war zwar noch kühl, aber in der Sonne war es sehr bald recht warm und der Schnee taute auf. Das machte das Gehen wirklich einfach.

Im Stubental war allerdings noch Schatten und da war der Schnee noch hart gefroren. Wir nutzten das, um ohne Harscheisen gehen zu üben. Man geht von der Alpe immer auf der linken Talseite Richtung Güntle und dann zum Satteln hinauf. Ich hatte die neueren Skistiefel an und musste wegen des ständigen Querens auf einer Seite auf halbem Weg die linke Ferse verpflastern. Wie immer natürlich zu spät, es hatte sich schon eine Blase gebildet. Tja, manche lernen es nie.

Zum Sattel hinauf ist es kurz steil uund wird dann wieder etwas flacher. Wir hatten immer noch keine Harscheisen und weil das Laufen doch recht gut ging wurde ich ein wenig übermütig und rutschte halt doch aus. Dabei fiel ich echt blöd hin, nämlich so, dass der Talski auf dem Talstock landete und ich erst mal nicht zum Bremsen kam (später stellte ich dann fest, dass ich auch blöd auf die linke Hand gefallen war, die wurde nämlich dick und schmerzte). Das war kurz echt doof!

Wir stellten die Ski im Sattel ab und gingen zu Fuß zum Gipfel. Wir stiegen in die Scharte ab und zum ‘richtigen’ Gipfel mit dem Kreuz auf, wenn schon denn schon :-)

Für die Abfahrt waren wir dann ein klitzekleines Bisserl früh dran, denn die Sonne war zwar schon im Güntle drin, hatte den Schnee aber noch nicht genügend angetaut (auf der Gegenseite am Bschießer, war allerdings schon tiefer Sulz). Die Abfahrt war deswegen etwas ruppig. Aber Abfahrt, das ist immer gut :-) Und bis fast hinunter zum Auto.  Dort war der Parkplatz inzwischen proppenvoll, was sich aber natürlich an der Anzahl der aufsteigenden Skitourer schon hatte ablesen lassen.

Danach hätten wir eigentlich an den Grüntensee zum Baden (also Sonnen- für mich) gehen wollen, aber es zog Schleierbewölkung auf und es hatte einen unangenehm kühlen Wind. Wir fuhren also doch lieber heim und sonnenbadeten auf der Terrasse.


Die Piste reicht noch fast bis zum Parkplatz


Blick ins Stubental mit Bschiesser


Einmal müssen wir kurz abschnallen


Schattiger (und harter) Anstieg durchs Güntle


Endlich Sonne


Gipfelanstieg zu Fuß


Abstieg zum ‘richtigen’ Gipfel


Am Gipfel


Bei der Abfahrt ist es oben noch echt hart


Weiter unten ist dann weicher


Abfahrt auf der Restpiste


Rückweg zum Parkplatz zu Fuß

Von engel am 05.05.2019 14:36 • outdoorski
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