Dienstag, 26.04.2016: Versuch am Tremalzo
Der Tremalzo soll ja die tolle schönste beste (usw.) MTB-Tour am Gardasee sein. Und als wir sie vor ein paar Jahren im Nebel geradelt sind, hatten wir durchaus den Eindruck, die Tour würde landschaftlich etwas zu bieten haben, wenn man denn etwas sähe. Taten wir aber nicht, deswegen wollte ich da nochmal hin.
Aber auch diesmal war uns das Wetter nicht gewogen. Wir starteten am Lago die Ledro und es war kalt und bewölkt. Eigentlich hätte da laut Wettervorhersage irgendwie irgendwann die Sonne rauskommen sollen, aber oben am Passo di Nota war von Sonne noch lang nichts zu sehen und es hatte 6 Grad mit eisigem Wind. Bis zum Tremalzo-Tunnel wären noch 600 Höhenmeter (und einige Kilometer) zu bewältigen gewesen, so gut wie immer oben am langen Rücken über dem See, mit immer weniger Sicht und immer niedrigeren Temperaturen und mit diesem Wind.
Wir brachen ab. Man fährt doch nicht an den Gardasee, um dann erbärmlich zu frieren. Wir waren übrigens nahezu allein unterwegs.

Lago di Ledro

Auf dem Weg zur Bocca dei Fortini

Blick über den Gardasee zum Monte Baldo. Ja, das ist Schnee da oben.

Tremalzo-Strasse :-)

Rifugio Alpini am Passo Nota

Rückweg

2 Sekunden Sonne
Mittwoch, 27.04.2016. Via Ferrata Gerardo Sega
Ein Klettersteig, von dem ich bislang noch nie etwas gehört hatte, und das am Gardasee? Noch dazu einer ‘eher für den Abenteurer als für den ambitionierten Klettersteig-Geher’ (sinngemäß). Na, wenn der nicht wie extra für uns gemacht ist, dann weiß ich auch nicht :-)
Der Steig liegt am Monte Bodone, von Riva muss man etwa 40 Minuten fahren. Das war ganz gut so, denn als wir los fuhren, regnete es erst mal, hörte auf dem Weg aber glücklicherweise auf. Wir starteten aus dem Tal und konnten so über einen geradezu kitschig idyllischen Weg durch lichten jungen Buchenwald aufsteigen. Dabei trafen wir sogar auf zwei ‘Lurchis’, also Feuersalamander :-)
Der Abzweig zum Steig war so schmal, dass wir ihn ohne GPS möglicherweise übersehen hätten. Die 4 Italiener hinter uns fanden den Zustieg vermutlich nur deswegen, weil wir da waren. Sie liefen jedenfalls erst mal wild durcheinander rufend durch den Wald und tappten dann hinter uns her.
Zunächst geht es eine ganze Weile unter einer steilen Felswand entlang, dann geht es um die Ecke und plötzlich steht man direkt unter einer riesigen konkaven Felswand mit einem mächtigen Überhang in der Mitte. Der Steig fängt genau unter dem Überhang an und man fragt sich ein wenig, wie es da wohl weiter gehen kann. Man quert unter dem und im Überhang auf zwei breiten Bändern und klettert außerhalb der Wand erst links, dann rechts teilweise im Wald über felsige Steilstufen und über teils erdige Rinnen nach oben. Alles in Allem passt ‘abenteuerlich’ ausgezeichnet. Es ist nie schwer, man muss gelegentlich ein wenig suchen und man stapft ständig in einer beeindruckenden Wand herum :-)
Wenn man dann da rauskommt, wo man zunächst den Ausstieg vermutet, oberhalb einer letzten erdigen Rinne mit einem recht ‘gipfeligem’ Köpfl, geht es noch mal ordentlich zur Sache. Angeblich sind auch das nur ‘C’ Abschnitte, aber inzwischen hatte es angefangen zu graupeln und wir waren ja eben erst über ein paar schmierige Erdrinnen aufgestiegen. Der letzte Teil des Steigs, der vermutlich großartig ist, wenn man was sieht (wir hatten ziemlich Nebel), war dann ein wenig stressig (für mich). Eh schon glatt und abgetreten und dann die feuchten erdigen Stiefel dazu ...
Der Ausstieg erfolgt recht unspektakulär in ein lichtes Wäldchen mit einer Wiese voller Schafe dahinter. Der Abstieg ist dann erst mal ein elendslanger Hatsch über Forstwege, der für uns durch eisigen Wind und vereinzelte Graupelschauer nicht direkt angenehmer wurde. Am Wasserfall kamen wir auf unseren Aufstiegsweg zurück und stiegen über den netten Buchwaldweg zurück zum Auto.

Aufstieg durch lichten Buchenwald

Lurchi :-)

Zustieg auf schmalem Pfad

Der große Überhang

Auf breitem Pfad durch die Wand

Manchmal ist’s auch etwas schmaler

Kletterstelle im Wald

Oben :-)

Der lange Weg zurück über die Hochebene.
Hallo Andrea!
Bin grad Blog offline. Kein Lust auf den Regeltermin jeden Abend oder am WE Bericht schreiben, Fottos aufpimpen usw.
Mitlesen geht grad so.
Was hast Du denn da für nen schicken grünen Rucksack dabei?
Viele Grüße, Andi
Also ich find ja, der ist gelb ;-)
Dynafit Speed Expedition 25. Ich mag den ganz gern, obwohl er keinerlei Seitentaschen oder sonstige Extras hat. Dafür ist er extrem leicht.
Was das Verbloggen der Touren angeht: Versteh ich. Ich mach mir da auch wenig Stress, deswegen hänge ich ja auch andauernd so hinterher ...