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Gran Canaria

Dienstag, November 17, 2015

Da dieses Jahr kein größerer Urlaub möglich war, hatten wir uns schon zu Anfang des Jahres vorgenommen, am Ende dann wenigstens noch irgendwo auf eine Insel zu entfliehen, weil es letztes Jahr auf Teneriffa so schön war.

Gran Canaria ist nett und man kann da sehr schön und ganz erstaunlich einsam wandern, aber es ist natürlich nicht mit Teneriffa (wo es so viele Touren mit aufregenden Schmankerln hat) vergleichbar. Trotzdem waren es zwei sehr schöne und erholsame Wochen und wir konnten fast jeden Tag kurz im Meer baden. Das große Herbstunwetter haben wir diesmal ausgelassen (war die Woche vorher ;-)), aber einmal Regen haben wir dann doch abbekommen. Sonst war das Wetter meistens wie auf den Inseln üblich: vormittags strahlend schön, nachmittags Wolken in den Bergen.

Wir hatten auch diesmal ein Auto, einen Renault Megane, der wie der Polo von letztem Jahr erst mal nicht so richtig ziehen wollte, sich aber nach der Intensivbehandlung von besten Allgäuer von Allen stetig verbesserte ;-) Unser Autonavi hatte ich leider im Kangoo auf dem Flughafenparkplatz in München vergessen, so dass diesmal Old-Style-Navigation via Karte nötig war. Die Insel ist aber nicht allzu kompliziert und man kann sich wirklich kaum verfahren ;-)

Man kann sich allerdings hinsichtlich des Zeitbedarfs für eine Strecke maßlos verschätzen. Abgesehen von den großen Straßen entlang der Küste ist alles derart kurvig, dass man im Inselinneren froh sein kann wenn man über 30 km/h Durchschittsgeschwindigkeit rauskommt. Die Straßen sehen schon auf der Karte kurvig aus, haben dann aber zusätzlich noch so viele kleine Kurven, die in der Breite der in die Karte gezeichneten Straße untergehen, dass man da einfach nirgends voran kommt.

Beim Hotel, das ich im Wesentlichen nach Lage (am Meer, Parkplatz, günstig gelegen hinsichtlich Zufahrt, Einkaufs- und Essensmöglichkeiten) ausgesucht hatte und bei dem ich gar nicht so sehr auf Ausstattung geachtet hatte, weil wir da ja eh nur Schlafen, Frühstücken und Duschen wollten, habe ich diesmal ein wenig daneben gegriffen. Beim nächsten Mal müssen es dann doch 3 Sterne und vor allem eine rund um die Uhr besetzte Rezeption sein. Immerhin: die Betten waren wirklich gut und der WLAN-Empfang ausgezeichnet.

Eher nicht so toll war, dass im Apartment so ziemlich alles wackelte und kurz vorm Zusammenbrechen oder Auseinderfallen war. Als wir ankamen, gab es kein heißes Wasser, was wir aber erst merkten, als die Rezeption schon verwaist war (ab 18:00h). Als wir es am nächsten Nachmittag meldeten, war es natürlich schon zu spät für irgendwelche Handwerker, so dass wir die ersten beiden Tage kalt duschen mussten. Was jetzt aber in Gran Canaria auch nicht so arg schlimm ist ;-)

Am dritten Tag zierte unser Badezimmer ein nigelnagelneuer Boiler, aus dem auch ordentlich warmes Wasser kam und wir waren zufrieden. Bis zum letzten Tag, als der neue Boiler von der Wand fiel, die Leitungen aus der Wand riß und mit dickem Strahl fröhlich Wasser ins Bad sprudelte. Glücklicherweise landete das meiste in der Badewanne, aber unser Apartment wurde trotzdem schön langsam geflutet. Natürlich war die Rezeption schon nicht mehr besetzt.

Nach einigen Telefonier-Orgien kam dann doch der Besitzer (oder zumindest Haupt-Concierge), drehte das Wasser ab und wischte mit etwa 10 Handtüchern das Wasser auf. Die Handtücher schob er dann in eine Ecke des Bades und wollte wieder gehen.

So geht’s dann aber beim besten Willen doch nicht. Wir sind wirklich nicht anspruchsvoll, aber in einem Apartment ganz ohne Wasser kann man man unmöglich wohnen. Der Typ schaute uns an, als seien wir dran schuld, dass sein Leben so kompliziert sei. Ein anderes Apartment sei aber nicht frei und er könne da jetzt gar nichts machen und er könne ja auch nichts dafür, dass das jetzt passiert sei. Er habe ja sogar schon Feierabend und sei trotzdem gekommen. Kein Wort der Entschuldigung oder irgendwelche Lösungsansätze.

Schließlich bekamen wir die Schlüssel zu einem Apartment in den Katakomben (völlig ohne Fenster, fühlte sich an wie ein Verließ) und hatten die Wahl, wo wir schlafen und/oder Duschen und zur Toilette gehen wollten. Nach gründlicher Begutachtung schliefen wir in unserem feuchten wasserlosen Apartment, wo aber immerhin die Frischluftversorgung einwandfrei funktionierte und die Betten gut waren (im Verließ waren die Betten derart durchgelegen, dass man jede einzelne Bettfeder merkte) und hatschten zum Duschen und für sonstige Erledigungen in die Katakomben. Besser als nix und es war ja eh der letzte Tag.

Essenmäßig finde ich Kanaren ja eh nur so mittelmäßig, aber was uns am ersten Tag im Borsalino am Strand von San Agustin geboten wurde, spottet jeder Beschreibung: Billigste Tiefkühl-Pizza mit Extra-Belag zu horrenden Preisen.
Da war ich dann kurz davor, den Urlaub als von Anfang gescheitert abzuschreiben. Aber in San Agustin gibt es jede Mange andere und teilweise wirklich ausgzeichnete Restaurants, die noch dazu nicht mal teuer sind. Ab dem zweiten Abend war das Abendessen so, dass man sich immer drauf freuen konnte :-)

Das Wandern auf Gran Canaria - und deswegen waren wir ja da - ist durchgehend nett und manchmal sogar richtig Klasse. Es ist ein bisserl Geschmacksache, aber wir mögen Forststraßen- oder gar Teerstraßen-Hatscherei nicht besonders. Wenn man nicht genau hinschaut, landet man aber leider sehr oft auf solchen Straßen. Das muss ich auch dem Rother-Führer ein wenig zur Last legen, der furchtbar viele Forststraßen verwendet und so gut wie nie auf mögliche Alternativen auf den schönen Caminos Reales verweist. Nach den ersten Touren wurden wir schlauer und konnten die Straßen weitgehend vermeiden.

Die Wege auf Gran Canaria sind teilweise wirklich großartig, vor allem die (restaurierten?) Königswege im Landesinneren und alles, was irgendwo in oder an steilen Wänden entlang geht. Schwierig, im Sinne von ausgesetzt, kraxelig oder Ähnliches, ist leider genau gar nichts. Zumindest nicht das, was wir anhand der im Rother-Führer vorgestellten Touren erwandert haben (verglichen mit Korsika und Teneriffa ist dieser Führer sehr sehr zahm). Aber das wußten wir schon vorher ;-)

Was man auf Gran Canaria vermutlich ganz großartig tun kann, ist Mointainbiken. Allerdings ist das - wenn man es nicht in großen Gruppen geführt machen will, wie wir mehrfach gesehen haben - vermutlich logistisch ziemlich aufwändig, weil man dann sowohl Bikes als auch ein (großes) Auto braucht.

In jedem Fall ist es im Hinterland - von wenigen Stellen abgesehen - ausgesprochen einsam. Wenn man dann durch die Dünen von Maspalomas wandert, was ja irgendwie dazu gehört, erschlagen einen die Massen Menschen am Strand von Playa del Ingles beinahe. Aber selbst da verläuft sich alles ein wenig. Von der Ferne hat man den Eindruck, da stehen und liegen Menschen wie Sardinen, in der Nähe löst sich das dann doch ein wenig auf. Nur ein wenig allerdings, ganz vorn liegen die Leute tatsächlich wie Sandinen in der Sonne, etwa 50cm Platz zwischen den Liegestühlen, bruzzeln wie Spanferkel am Grill (entsprechend viele gruselige durchgebuzzelte runzelige Rentner sieht man dann). Dafür, dass wir uns nur 1 1/2 Kilometer von Playa des Ingles enfernt einquartiert hatten, war ‘unser’ Strand, Playa de las Burras, bemerkenswert leer.

Wo wir waren und Bildchen dazu gibt es natürlich auch. Demnächst :-)

Die anderen Teile:

Von engel am 17.11.2015 07:50 • diaryurlauboutdoor

Es freut mich sehr, dass es von Dir wieder etwas zu Lesen gibt. Vielen Dank :-)

[1] Von Sabine am 17.11.2015 13:49

Hi, perkekte Information :-) und wie gewohnt ausführlich. Wir liebäugeln inzwischen mit La Palma, aber der Unterschied ist vermutlich nicht zu groß. Viele Grüße!

[2] Von andi am 17.11.2015 19:39

Gern, Sabine :-)

Doch, da gibt es einen Unterschied, Andi. La Palma ist viel abwechslungsreicher und und hat viel interessantere Touren!

[3] Von engel am 17.11.2015 22:10
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