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Mittwoch, 13.03.2019: Auf fremden Spuren

Sonntag, März 24, 2019

Der Tag begann bedeckt und die Aussichten waren trüb. Bald sollten wieder Wolken und Schneefall kommen.

Wir hatten uns für das Merbjoch entschieden, zu dem man eigentlich in Prettau startet, etwa 3 Kilometer die Straße runter. Ich hatte auf der Karte den Wanderweg zur Malga Brugger gefunden und überlegt, ob man vielleicht direkt von Kasern aus zur Malga gelangen könnte, aber nachdem wir uns die felsigen Abbrüche zwischen dem Röttal und dem Hochtal zum Merbjoch nochmal genauer angeschaut hatten, beschlossen wir doch, von Prettau aus zu starten. Wir waren an dem Übergang ja schon mal gescheitert und wo man zu Fuß hoch kommt, kann man nicht zwangsläufig mit Skiern gehen. Mich stimmte auch nachdenklich, dass ein Zugang von Kasern ins Merbtal nicht ein einziges Mal in irgendeiner Beschreibung als Variante auftaucht.

Als wir den Kangoo an der Kirche in Prettau abstellten, sahen wir da die beiden Graubündener Busse der großen Schweizer Truppe, die auch in unserem Hotel waren. Ich hoffte sehr, dass die sich woanders hin orientiert hatten, hatte aber wenig Zuversicht. Und die starb dann auch gleich, als wir hinter der Brücke losgingen, denn neben der Spur waren sehr viele Stockabdrücke. Tja.

Zunächst erwies es sich aber als gar nicht schlecht, dass da schon viele Skier eine Spur getreten hatten, denn man kann da entweder den sehr steilen und immer eisigen Hang aus dem Tobel aufsteigen oder zu Fuß die Straße hochlaufen. Da ist eine Spur im Tobel doch vorzuziehen.

Wo am Vortag die Sonne reingekommen war, war es hart, aber es lag immerhin eine dünne Neuschneeschicht oben drauf, so dass wir ganz gut gehen konnten. Die Harscheisen waren aber nicht nur im Tobel brauchbar.

Wer immer die Schweizer führte, kannte sich gut aus und hatte eine sehr schöne Spur durch die Steilstufe im Wald gezogen. Wir kamen am Bach und genau von der anderen Seite zu der Ebene mit der Merbalm als beim letzten Mal. Was da jetzt die bessere Variante ist, mag ich nicht beurteilen, der Aufstieg war jedenfalls bequem.

Im Wald hatte noch gelegentlich ein wenig Sonne durch die Wolken und die Bäume geschaut, als wir an der Ebene ins ‘Freie’ traten, war der Himmel aber bedeckt. Immerhin konnte man aber noch zum Merbjoch schauen, das wir dann endlich auch mal sahen ;-)

Die Spur führte weiter zum Merbjoch, immer schön das Gelände ausnutzend und prima angelegt. Es zog weiter zu und begann bald zu schneien. Als wir immer wieder in die Wolken kamen ließ die Sicht arg zu wünschen übrig, man konnte aber noch die nähere Umgebung erkennen und wir hatten ja die Spur. Anfangs hatten wir gedacht, 8 Leute vor uns zu haben, später sahen wir einmal kurz die ganze Gruppe und das waren dann 20. Oh weh!

Die Gruppe schien den letzten Aufstieg ins Joch zu Fuß zu machen und als wir näher kamen (da fuhren gerade alle wieder ab), sahen wir auch warum: da war eine harte steile Wechte. Zu Fuß hatte die Gruppe eine tiefe Spur eingegraben, die inzwischen bis runter an das abwärts geschichtete Gestein ging, auf dem die meisten im Abstieg abgerutscht waren. Ich hatte ein wenig Angst davor, da rauf und runter zu gehen, das sah nach einer prima Gelegenheit aus, sich das Knie zu verbiegen.

Der beste Allgäuer von Allen besah sich die Wechte und die Spur von der Nähe und meinte dann, das lohne sich nicht wirklich. Ich war sehr froh drum. Wir drehten also am Skidepot um.

Die Abfahrt war ein wenig anspruchsvoll, weil man echt wenig sah. Die Sicht war zwar besser als im Whiteout an der Sattelspitze, aber weiter als 10 bis 15 Meter konnte man trotzdem nicht schauen. Die Aufstiegspur und die Abfahrtsspuren der Gruppe waren jedenfalls hilfreich.

Trotzdem waren natürlich Hügel, Mulden und Geländekanten nicht zu gut zu erkennen. Ich versuchte immer im unbefahrenen Schnee zwischen der Aufstiegspur und den Abfahrtsspuren zu fahren, denn der Schnee an sich war echt gut. Das war aber nur eine mäßig gute Idee, denn die kleine 2-Meter-Wechte an einer Geländekante sah ich nicht und fiel dann gleich mal auf der Abbruchseite runter. Da verbog ich mir natürlich das Knie ordentlich, was wirklich weh tat. Glücklicherweise legte sich das nach einer Weile wieder und ich konnte weiter fahren. Glück gehabt!

Unten im Wald waren wir aus den Wolken raus und hatten sowohl Sicht als auch - weiter oben jedenfalls - guten Schnee und das war dann nochmal sehr vergnüglich.

Wir kamen gerade richtig zurück zum Hotel, um erst mal noch Kaffee trinken und dann gemütlich in die Saune gehen zu können, bevor wir uns am Salatbüffet und beim Abendessen den Bauch voll schlugen :-)


Start in Prettau


Anstieg durch den Tobel


Sonne im lichten Wald


Sicht aufs Merbjoch (in Mitte zwischen den Bäumen) von der Merbalm aus


Es schneit und die Sicht lässt nach


Die letzten Meter ins Joch (oben die 20 Schweizer, kaum zu erkennen)


Kurz vorm Skidepot


Abfahrt mit wenig Sicht ...


... echt wenig


Abstieg in den Tobel

Von engel am 24.03.2019 17:24 • outdoorski

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