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Schattwaldrunde

Sonntag, Juni 15, 2008

Die Wetterfrösche haben uns ganz schön reingelegt am Samstag, denn das tatsächliche Wetter hatte mit der Vorhersage nur am Rande zu tun. Andererseits wären wir ohne die wohlwollende Vorhersage (Sonne und Wolken gemischt, trocken) vielleicht gar nicht los gegangen ;-)

Losgehen wollten wir aber, weil sich der beste Allgäuer von Allen inzwischen auch Fivefingers zugelegt hat. Die Vorstellung quasi-barfuss in den Bergen rumzulaufen gefiel ihm sehr und meine Erfahrungen waren ja auch durchweg positiv (von dem blauen Fleck unter der linken Fussohle vielleicht mal abgesehen ;-)).

So starteten wir am Samstag um zehn nach einem sehr gemütlichen Frühstück am Parkplatz der Wannenjochbahn, mit den Bergstiefeln im Rucksack und den Fivefingers an den Füssen. Nachmittags sollte es schöner sein als Vormittags, daher hatten wir uns extra viel Zeit gelassen. Würde es schöner werden, wäre das durchaus kein Schaden, denn die Wolken hingen tief und dunkel und schwer in den Gipfeln vor uns.

Der Ralle war wie ich von dem Barfuss-Gefühl der Fivefingers gleich begeistert. Man spürt fast jede Unebenheit des Bodens, wird aber nicht von jedem kleinen spitzen Stein sofort gefoltert. Auch diesmal sorgten wir für Unterhaltung bei den Menschen, die wir trafen. Die grosse Damen-Truppe, die wir unten auf dem Forstweg überholten, überschüttete uns mit Fragen, die wir aber nur kurz beantworteten, bevor wir weitereilten.

Die Wege waren vom nächtlichen Regen noch recht feucht, daher dauerte es nicht lang, bis wir beide feuchte Füsse hatten. Was aber kein Problem war, denn die Fivefingers halten Nässe problemlos aus. Allerdings wirkte sich die Feuchtigkeit von unten eher ungünstig auf die Wärme-Entwicklung im Fussbereich aus - im Tal hatte es 11 Grad, am Boden eher weniger. Wir glichen die Kühle von unten durch beschleunigtes Gehen aus.

Nachdem wir kurz vor der Stuibenalpe Richtung Bschiesser abgezweigt waren, kamen wir endlich vom Forstweg auf ‘richtige’ Bergpfade und dort konnten die Fivefingers ihre Stärken endlich richtig ausspielen. Mit spielerischer Leichtigkeit liess es sich auf dem Weg, durch’s Gras, über Steine und durch Bäche laufen. Natürlich muss man viel mehr aufpassen, wo man hintritt, als mit Stiefeln, aber es macht Spass.

Weiter oben, wo noch die letzten Schneefelder rumlagen, mussten wir ins steile Gras ausweichen und da zeigen sich dann - wie beim Schnee - die Grenzen der Fivefingers. Ohne harte Sohlen, die man in die Bergflanke rammen kann, ist das Gehen im Steilgelände einigermassen schwierig.

Der Weiterweg zum Bschiesser besteht dann zunächst aus grasigen Matten (zur Zeit moor-ähnlich nass), einem Latschengürtel auf lehmigen Untergrund und schliesslich aus einem mittelsteilen Schotter-Rücken. Die grasigen Matten waren patschnass, wir bekamen beiden reichlich kalte Füsse, wollten aber noch nicht aufgeben. Auf dem lehmigen Weg durch die Latschen waren die Fivefingers nicht rutschiger als Bergstiefel mit zugeschmierten Sohlen, dafür liess sich der Lehm schneller wieder abwaschen und im Schotter weiter oben liess es sich wieder ganz gut gehen. Da es dort aber inzwischen frischen Schnee auf dem Weg hatte, wurde das Experiment langsam ein wenig ungemütlich ;-)

Aber wir hielten beide bis zum Gipfel des Bschiesser durch. Dort zupften wir die Fivefingers von den inzwischen ziemlich eisigen Zehen und schlüpften in Socken und Stiefel. Die Füsse wurden umgehend warm und mollig, selten hab ich Bergstiefel so sehr genossen :-)

Das Wetter war statt besser zu werden inzwischen schlechter geworden. Die Wolken war dicker und dunkler geworden, hin und wieder wurde es neblig rund um uns herum und jetzt fing es sogar an, leicht zu schneien. Von der versprochenen Sonne war nichts zu sehen. Wir beschlossen dennoch, die Runde wie geplant weiter zu gehen.

Der Übergang vom Bschiesser zum Ponten war sogar weitgehend schneefrei, obwohl im Pontental noch Unmengen an Schnee lag. Morgens hatten wir da sogar zwei Skifahrer gesehen, über deren Spuren wir beim Ponten kletterten. Auf der guten halben Stunde Übergang waren wir abwechselnd in Nebel und Graupel und Beinahe-Sonnenschein unterwegs.

Auch am Ponten war die Pause kurz, es war reichlich ungemütlich da da oben. Der Weiterweg zur Rohnenspitze durch den Mini-Klettersteig fand dann durchgehend in leichtem Schneefall statt, der Ponten hinter uns verschwand endgültig in den Wolken. Inzwischen war ich für die leichte Runde ungewöhnlich kaputt und auch der Ralle meinte, das sei heute doch anstrengender als er gedacht hatte. Klar, Bergsteigen ist was Anderes als Skitouren und man muss auch da wieder reinkommen, aber wir glauben, dass das auch was mit der Fivefingers-Besteigung des Bschiessers zu tun hatte. Das ist einfach anstrengender als ‘normales’ Bergsteigen.

Der Abstieg über den Schotterhang der Rohnenspitze war dann ziemlich widerlich. Der Schneefall von oben ging unten in Regen über und wurde immer stärker, der Schotter war oben war rutschig, der nasse Lehm und Dreck weiter unten erst recht, teilweise lief man wie auf Seife mit riesigen Lehmbollen unter den Schuhen. Scheusslich.

Nach 6 Stunden waren wir dann wieder unten, ohne Regen, der hatte inzwischen wieder aufgehört. Für das Wetter war die Runde eigentlich ganz OK gewesen, schade nur, dass in Schattwald grad so gut wie alles zu ist, so dass wir nicht mal zu Kaffee und Kuchen zum Abschluss kamen. Das gab es dann erst wieder daheim.

Von engel am 15.06.2008 16:43 • outdoorberg

Das sieht echt lustig aus mit den Dingern. Wie zwei Frösche. Kann mir schon vorstellen, dass die Leute euch komisch anguggen. ;-)

[1] Von Ilona am 15.06.2008 17:55

Noch viel lustiger als die aussehen ist damit rumlaufen :-)

[2] Von engel am 16.06.2008 07:04

Wo habt ihr die Fivefingers denn her? Ich kenne einen Mann in unserem Haushalt, der bald Geburtstag hat und sowas sooo gerne hätte…

[3] Von Karin am 16.06.2008 08:17

Beim Globetrotter (http://www.globetrotter.de) bestellt. ‘In echt’ hab ich die Dinger noch nirgendwo gesehen, nicht mal unser wirklich gut sortierter Lieblings-Dealer hat die auf Lager. Theoretisch müsste die aber jeder Sportladen auch bestellen können, ich weiss ja nicht, wie teuer beim Globe der Versand in die Schweiz ist.

Die Fivefingers sollten schon ziemlich gut sitzen, also nicht zu gross sein, sonst hat man keinen Halt da drin. Bei mir hat Damen 39 auf Anhieb gepasst, ich hab aber ziemlich breite Füsse. Beim Ralle war Herren 43 zu gross, er musste auf 42 runter gehen und der hat eher schmale Füsse. Im Zweifelsfall würde ich eher kleiner als grösser bestellen.

[4] Von engel am 16.06.2008 08:30

Danke dir! Wir haben die irgendwann mal in München (oder in einem Katalog?) gesehen und da hat Christian einen Narren dran gefressen. Jetzt weiss ich wenigstens, wie sie heissen.

[5] Von Karin am 16.06.2008 09:29

Nachtrag: sehe ich das richtig, das du normale hast und Ralle die “Sprint”? Was würdet ihr eher empfehlen?

[6] Von Karin am 16.06.2008 09:38

Stimmt. Ich werde niemals nie nicht mit den Dingern Joggen gehen, daher tun’s mir die normalen. Der Ralle hat das aber tatsächlich vor, daher hat er sich für die Sprint entschieden. Die lassen sich mit den Klett-Streifen auch eine ganze Ecke besser befestigen, das muss man zugeben. Dass man damit zum Klettern kann, wie die Werbung verspricht, halte ich jedoch für stark übertrieben ;-)
Die normalen halten aber auch sehr gut und wie gesagt - sie müssen eh relativ eng sitzen, damit nicht drin rumrutscht.

[7] Von engel am 16.06.2008 09:43

Danke!

[8] Von Karin am 16.06.2008 09:53

Lustige Idee, diese Dinger! Aber gibt’s die auch gefüttert ? Wie ich mich alte Frostbeule kenne, bekomme ich bei Temperaturen unter 20 Grad sicherlich wieder kalte Füße in solchen Dingern ;o).

[9] Von Petra am 16.06.2008 13:57

Ich fürchte, die Dinger sind nichts für Frostbeulen, Petra, ich hab noch nirgends gefütterte gesehen ;-)
Aber im Ernst: Wenn man nicht grad bei knapp über Null Grad im nassen Gras oder gar im Schnee rumläuft, sind kalte Füsse nicht wirklich ein Problem. Die Füsse erwärmen sich durch die Bewegung recht schnell.

[10] Von engel am 16.06.2008 20:39
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