Wegen Schnee und Sonne und Winter und diesen Dingen hatten wir uns beide den Montag frei geschaufelt und Urlaub genommen. Nach so einem Traumwochenende ist die Auswahl an möglicherweise noch einigermaßen un-umgepflügten Hängen natürlich eher beschränkt und dass es prinzipiell wenig Schnee hat machte die Auswahl nicht leichter. Wir entschieden uns für eine weitere Walsertaltour.
Wie üblich ging es erst mal mit einem Talhatsch mit leichtem Wind los, der die eher moderaten -8 Grad recht ungemütlich machte. Wir hatten eigentlich damit gerechnet, dass der Wind im Aufstieg neben dem Wasserfall nachlassen würde, aber da frischte er eher auf. Das hatte der Spur und dem zerfahrenen Schnee nicht gut getan. Der Schnee war hart und rutschig, der Aufstieg entsprechend anstrengend.
Als wir über dem Wasserfall in den Kessel zum eigentlichen Tourenziel kamen, waren wir sehr enttäuscht. Alles verblasen, überall schauten Felsen raus und für die erwartete Sonne war es wohl noch zu früh im Jahr.
Wir disponierten um und stiegen nach einer 10-minütigen Pause (länger wollte uns die Sonne keine Gesellschaft leisten) zum einzig möglichen Alternativ-Ziel hinauf. Auch dort war die Spur hart gefroren, aber es hatte immerhin noch einigen lockeren Schnee nebendran. Weil auch da der ‘Gipfelhang’ (eigentlich eine Scharte) verblasen aussah, brachen wir oberhalb des Lockerschneehangs ab und rüsteten zur Abfahrt.
Dabei musste ich feststellen, dass mein neuer toller Scarpa-Stiefel so toll scheinbar gar nicht ist. So wie es aussah, war am rechten Stiefel eine Niete ausgebrochen (nach 4 1/2 Touren!!!). Damit knickte der Stiefel nach vorn ziemlich ein :-(((((
Die Abfahrt war wie vermutet im oberen Bereich richtig schön, dann aber wurde es schwierig. Aus dieser speziellen Scharte raus haben wir den ‘richtigen’ Weg nach unten noch nicht gefunden und der wenige Schnee, der aus sonst scheinbar freien Hängen Latschen-bewehrte Hindernis-Parcours machte, war da nicht wirklich hilfreich. Wo der Schnee pulvrig war und die Latschen etwas weiter auseinander standen, ging das noch halbwegs gut, da wo er angeschmolzen und ‘bollig’ zusammengefroren war oder wo die Latschen dicht an dicht standen, erklangen in der Abfahrt regelmäßig Flüche.
Wir fanden zwar nicht leicht aber doch ohne Unfälle zurück ins Tal. Ich fand die ‘Skisafari’ insgesamt eher witzig, der beste Allgäuer von Allen aber fluchte noch eine Weile vor sich hin ...
Der Stiefel ist übrigens doch nicht kaputt. Die Niete ist keine richtige Niete, sondern ein Ring in der Außenschale, in den sich ein Nippel der Innenschale einhängen soll. Dieses Ding war bei mir auseinander gerutscht und auf Tour einfach nicht mehr ineinander zu kriegen. Ich bin sehr unbegeistert und muss am Wochenende mal überlegen, ob ich so den Stiefel überhaupt haben will.

Kühler Aufstieg neben dem Wasserfall

Ganz kurz Sonne nach der Entscheidung zum Alternativ-Ziel

Abfahrt aus der Scharte ....

.... mit echt schönem Schnee

Latschen-Hindernis-Parcours