Dein Browser kann leider nicht vernünftig mit CSS umgehen. Den Inhalt siehst du, das Design dagegen ist futsch.

Die Hoffnung ...

Montag, Februar 15, 2021

... stirbt zuletzt. Oder so ähnlich.

In der Früh hatte ich es eilig. Beim Frühstück schaute ich kurz, ob etwas Wichtiges in der Mail war (Nein.) und packte dann den Skikram in den Kangoo. Wir hatten den Clio schon am Sonntag Nachmittag zur Werkstatt gebracht. Da war es warm gewesen (naja, 2 Grad mit Sonne) und das Auto war problemlos gefahren, aber ich wollte den Vorfall von Freitag der Werkstatt schon mitteilen. Denn sollte der Clio demnächst sterben (wovon aber keiner ausgeht) lohnen sich TÜV und Reparatur ja nicht wirklich.

Dann fuhr ich ins Kleine Walstertal. Das erste Mal seit Winterbeginn! Es hatte Sonne bei -8 Grad, als ich in Baad parkte und losging. Ich war vergleichsweise spät dran, aber viele Autos hatte es nicht. Unten war wie erwartet nach dem Traumwochenende alles pistenartig zusammengefahren und wo die Sonne hingekommen war, hatte sich ein Deckel gebildet, aber im Schatten ohne Spuren fand sich noch Pulver. Vielleicht fände sich oben in den weiten Hängen ja noch was Nettes zum Fahren.

Aber erst mal Aufstieg. Ich nahm den Normalweg statt des Sommerweges, um mir die Abfahrt schon mal anschauen zu können. Die untere Engstelle hatte sogar durchgehend Schnee, aber das war eine abgerutschte Eispiste. Die Spur ging dann auch ganz schlau nebendran durch den Wald und war recht gut zu gehen. Die Spur umging auch die obere steile Eispiste, war da aber teilweise schon ganz schön hart und glatt, weil dort Sonne drauf kommt. Es war schon absehbar, dass unten nirgendwo gut zu fahren sein würde. Egal.

Der Rücken oben war natürlich total zusammengefahren und von gefrorenen Spuren gezeichnet (da knallt die Sonne ziemlich drauf), aber meine Hoffnung war ja der breite Gipfelhang, der von der Weite immer noch prima aussah. Gegenüber tasteten sich immer wieder Leute die steile Rinne vor der Unspitze runter. Das sah oben schon nicht schön aus und unten lagen überschneite Lawinenbollen. Nee, echt nicht!

Die Querung war unangenehm. Das ist südseitig und die Spur (egal welche von den vielen) war hart gefroren und glatt. Noch dazu hat man das rechte Bein oben und das erhöhte die Querbelastung auf dem operierten Knie ganz schön. Es sah vermutlich sehr ungeschickt aus, wie ich mich über die ganz besonders glatten Stellen manövrierte ;-)

Der Gipfelhang war natürlich auch total zerfahren, aber ich dachte ganz links, da müsse sich doch noch halbwegs gut fahrbarer Schnee finden. Da ist es recht steil, war minimal weniger zerfahren und die Sonne kommt da auch nicht so gut hin. Erst mal musste ich aber hoch und das war ein bisserl anstrengend, weil der inzwischen aufgefrischte Wind Schneekristalle auf die glatte Spur blies, sodass ich immer wieder abrutschte. Die Vorgänger hatten Harscheisen aufgezogen, ich hatte meine aber vergessen.

Irgendwann war ich dann aber oben :-) Ganz allein :-)
Leider aber ohne Sonne und mit einem unangenehm kalten Wind. Ich ließ die Pause sausen und fuhr direkt ab.

Inzwischen hatte es total flaches Licht und alle Konturen verschwammen. Das war bei der Abfahrt überhaupt nicht hilfreich, weil ich mangels Sicht die Kurven nicht gut planen konnte und einfach auf Verdacht reinfahren geht einfach (noch?) nicht. Die linke Seite des Gipfelhangs stellte sich als zu steil für den wenigen neuen Schnee raus. Ich fuhr eigentlich immer im nassen Altschnee unten drunter und das ging eher solala :-/ Dafür gab es in der kleinen Ebene noch ein bisserl unzerfahrenen Schnee und im Hang über der Alpe gingen auch noch ein paar Kurven. Immerhin.

Beim Wiederauffellen machte ich Pause, da hatte es wenigstens keinen Wind. Die restliche Abfahrt nach dem Wiederaufstieg zum Rücken war entschieden unschön. Am Rücken war der Schnee unten weich, oben mit Deckel und sonst total zerfahren. Ich warf mich einmal im relativ Flachen in den Schnee und hatte dann allergrößte Mühe, wieder aufzustehen, weil ich das operierte Knie nicht weit genug abbiegen kann (und es in der Beugung eh noch keine Kraft hat). Ich musste tatsächlich den Ski abschnallen, um aufzustehen :/ Die steilen Eispisten weiter unten abzufahren war aber kein Problem. Selbst ruppeliges Querrutschen auf dem operierten Bein ging gut.

Skitour also, ich bin sehr zufrieden :-) Ja, der Schnee war Dreck, die Abfahrt war Mist und der Aufstieg war weitgehend auch nicht erfreulich und die Sonne war schneller weg als erhofft, aber mein Herz hat sich trotzdem die ganze Zeit an den Bergen und dem Schnee und allem erfreut :-)

Danach war ich aber ganz schön alle und musste daheim erst mal mit Decke aufs Sofa ;-)


Das Ziel in der Sonne


Am Rücken vor der Querung


Der Gipfelhang, das Licht lässt schon nach


Allein am Grünhorn


Widderstein in den Wolken

Von engel am 15.02.2021 23:00 • outdoorski
Dieser Eintrag kann nicht mehr kommentiert werden.

Reiseberichte

Bücher :-)

Letzte Einträge

Letzte Kommentare


Have fun!