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Freitag, 19.09.2025: Einsamer Abbruch

Freitag, September 26, 2025

Der erste Tag des Herbsturlaubs war gar kein Urlaub, sondern spontan genommene Gleitzeit, weil das Wetter so großartig werden sollte (im eigentlichen Urlaub dann nicht mehr so sehr). Wir fuhren durch den Tunnel ins Lechtal und parkten in Bach vor der Brücke.

Es war noch recht frisch, als wir auf der Straße nach Madau im Schatten den ersten Anstieg hinaufradelten, aber mit der Anstrengung wurde es uns natürlich schnell warm. Die Teerstraße ist schmal, oft geflickt, und wenn man aus dem Wald rauskommt, eröffnet sich ein großartiges Panorama. Ab hier ging es dann erst mal eine Weile ohne Steigung ins Tal hinein.

Nachdem wir ‘unseren’ Berg weitgehend umrundet hatten, bog nach rechts eine Piste ab, der wir, nun wieder steigend, folgten. Die Piste war einigermaßen gut zu radeln, nur selten sehr steil, und bot immer wieder Erholungsstücke. Es dauert aber eine gute Weile, bis wir nochmal ein gutes Stück um den Berg herum ins offene Almgelände kamen.

Hier begrüßten uns viele Rinder, die sich alle hinter dem Gatter auf der Piste gesammelt hatten, weil es da schön flach war (was man vom restlichen Almgelände nicht unbedingt sagen kann). Wir wurschtelten uns langsam durch, dabei war Fladen-Kontakt aber nicht zu vermeiden. Naja, das würde bei der Abfahrt dann schon wieder abfallen ;-)

Hier überholten uns ein paar E-Biker, die aber geradeaus weiter ins Tal hineinradelten. Wir bogen nach rechts auf eine schmalere Piste ab, die uns weiter hinauf und zurück um den Berg führte. Inzwischen war das Radeln doch ganz schön anstrengend, weil die Piste jetzt natürlich auch schlechter war.

Nach der ersten Kehre nach einem sehr langen Schlag machten wir eine Pause. Und waren zwei kurze Kehren später an der Stelle, wo unser Pfad den Berg hinauf abzweigte. Wir hätten den Pfad beinahe übersehen, so schmal war er.

Nachdem wir die Radelklamotten gegen die Wanderausrüstung getauscht hatten (eine andere Hose im Wesentlichen), stiegen wir den Pfad in den steilen Wald hinauf. Nicht weit allerdings, denn ein Mordsverhau an altem Windbruch versperrte den Weg. Mithilfe des Navis und den Pfadfinderfähigkeiten des besten Allgäuers wurschtelten wir uns durch den Verhau und ein steiles Krautfeld hinauf und fanden den Pfad oberhalb wieder.

Aber auch diesmal verloren wir den Pfad bald wieder, weil sich im nächsten steilen Waldstück keine Spur gehalten hatte. Wir stiegen den Wald etwa entlang des Weges bis zum Ende des Walstücks hinauf, wo uns eine noch steilere Wiese mit felsigem Abschluss oberhalb erwartete.

Sollten wir hier keinen Pfad finden, würden wir umdrehen, denn so langsam war uns das alles viel zu steil und wild, und wir würden irgendwann ja auch wieder absteigen müssen. Wir fanden den Pfad aber tatsächlich wieder und hier war er tatsächlich auch ohne guten Willen als solcher zu erkennen (wenn auch nach wie vor schmal) :-)

Das Steiglein führte uns in Kehren durch vereinzelte Bäume am Felsabschluss vorbei und danach über eine weitere, natürlich steile, Wiese zu einem Felsriegel, durch den (erst kurz vorher erkennbar) ein ‘gesicherter Steig’ (alte, fast verrottete Balken, ein altes Kletterseil) führte. Der Steig war steil (was sonst) und gut zu gehen.

Auf der endlich mal etwas flacheren Wiese oberhalb schauten wir uns ein paar Mal um, um den Einstieg zum Felsriegel auch bestimmt wiederzufinden. Kurz drauf kamen wir an eine noch flachere Stelle mit wildem Abbruch auf der rechten Seite und es eröffnete sich ein großartiger Ausblick nach allen Seiten.

Wir machten kurz Pause und folgten dann weiter dem Pfad, der nun keine Kehren mehr machte, sondern einfach nur geradeaus nach oben führte. Das Gelände war nun wieder sehr steil und fiel, weil wir uns auf einer Art Geländerippe befanden, auch nach allen Seiten steil ab.

Der Anstieg war ausgesprochen anstrengend und deswegen schaute ich vermutlich zu spät aufs Navi: Der Weg hätte ein Stück unter uns nach rechts abbiegen sollen. Den super-steilen geradeaus-nach-oben-Weg, dem wir folgten, gab es auf der Karte gar nicht. Das war nun echt doof.

Der beste Allgäuer war dafür, einfach weiterzugehen, aber ich wollte wissen, wo wir die Abzweigung übersehen hatten. Unser aktueller Pfad war kaum mehr zu sehen und es war nicht absehbar, wo der hinführen würde. Ich bot an, alleine zurückzugehen und zu gucken, aber der Allgäuer kam doch mit. Was auch gut war, denn wir waren schon ein gutes Stück über die Abzweigung hinausgestiegen. Die war nämlich an dem kleinen Flachstück, wo wir Pause und Fotos gemacht hatten.

Dort zweigte ein Weglein nach rechts in eine supersteile, mit Büschen bewachsene Rinne ab und auf der anderen Seite der Rinne schien der Weg weiterzugehen. Die Rinne kann getrost als Abbruch bezeichnet werden, aber es hatte Wegspuren. Ich ging 10 Meter rein und drehte dann wieder um, denn nach den ersten ganz okayen Metern war dort eine bröselige, erdige Stelle, unter der die Büsche schon abgerutscht waren, und die man hätte einen Meter senkrecht hinauf (und später wieder hinunter!) steigen müssen. Oh, nein, das war nichts für mich!

Der beste Allgäuer, der schon die ganze Zeit gemeint hatte, da rechts habe es nur den Abbruch, ging ein Stück weiter in die Büsche hinein. Er rief zurück, den Weg gäbe es nicht und er würde umdrehen. Und dann polterten plötzlich ein Haufen Steine zwischen den Büschen die Rinne runter und mir fiel kurz das Herz in die Hose, weil auf mein Rufen nun keine Antwort mehr kam. Aber dann kam der beste Allgäuer aus den Büschen raus und hatte nichts gehört. Weder das Gepolter, noch mein Rufen. Puh!

Wir machten erst mal Pause.

Und beschlossen dann, es hier gut sein zu lassen. Nochmal die 100 Höhenmeter zur Umdrehstelle hinauf und dann nochmal 300-400 Höhenmeter genauso steil weiter, ohne zu wissen, ob wir überhaupt oben ankommen würden, schien uns dann ganz einfach zu mühsam. Und dann war dann ja noch der Abstieg.

An den machten wir uns nach einer Weile. Erst mal ging es einigermaßen bequem bis zum Einstieg des Felsriegels (den wir problemlos fanden), wo wir vorsichtig die Stufen hinabstiegen und dann auf dem Steig mit den guten Kehren bis zum obersten Waldstück abstiegen. Hier verschwand der Pfad natürlich, aber wir wussten ja, wo wir ihn unterhalb des Waldes verloren hatten. So konnten wir bis zum Windbruch absteigen.

Weil es ein wenig doof gewesen war, unterhalb des steilen Krautfelds durch den Rand des Windbruch-Verhaus zu klettern, stiegen wir auf der rechten Seite ab, wo wir die Piste bereits sehen konnten. Weglos, supersteil und mit Kraut, Stauden und Gräsern zugewachsen. Wir hatten schon bessere Ideen :/

Der Abstieg bis zur Piste war dann einigermaßen herausfordernd. Man sah den Untergrund nicht immer und wusste dann auch nicht, ob man vernünftig stehen würde (besonders herausfordernd für mich). Ging alles und Rutschen wäre bei dem vielen Gewächs auch nicht allzu schlimm gewesen, aber das will man ja nicht.

Wir machten uns an die Abfahrt. Der obere Teil bis zu der großen Weidefläche, wo wir vom Talweg abgebogen waren, war etwas holprig (kein Wunder, dass das anstrengend zu radeln gewesen war), dafür mussten wir kein einziges Mal treten :-) Unten trafen wir wieder auf die Kuhherde, die sich auf dem Platz vor dem Gatter versammelt hatte.

Die Rinder lagen und standen recht dicht beieinander und ich fand es ein wenig abenteuerlich, mein Bike da zwischendurch zu schieben. Dass man vielen (sehr frischen) Fladen ausweichen musste, machte die Sache auch nicht einfacher. Dem besten Allgäuer hinter mir ging es auch nicht besser und so kam es, dass unsere Räder hinter dem Gatter etwas verdreckt waren. Wir machten die Reifen so gut es ging an einem kleinen Bach sauber und hofften, der Rest der Fladen würde bei der restlichen (noch recht langen) Abfahrt abfallen.

Diese Abfahrt verlief dann ereignislos, allerdings mussten wir auf der Teerstraße dann doch noch ein paarmal treten ;-) In Bach kehren wir im Grünen Baum auf Bier und Kuchen ein. Die Käsesahne war leider aus und wir suchten uns aus den verbliebenen Angeboten eine ‘Weiße-Schokolade-Birnen-Torte’ aus. Großartige Wahl!

Das war eine Super-Tour und zumindest für mich war es völlig egal, dass es dabei keinen Gipfel gegeben hatte. Das war so schön und es hatte so viele coole Sachen gegeben, das war einfach nur perfekt :-) Und anstrengend genug war es auch ohne den Gipfel gewesen ;-)


Start in Bach


Auf der Piste ins Griessltal hinein


Die Rinder schauen etwas vorsichtig


Die letzten flachen Meter im Griessltal


Radlparkplatz


Windbruchverhau


Steilanstieg zum Windbruchverhau


Anstieg durch Krautverhau


Pfad mit Aussicht


Anstieg über den gesicherten Steig


Anstieg oberhalb des Steigs


Abbruch


Rückweg über den gesicherten Steig


Aussicht ins Griessltal


Der letzte Krautabstieg zur Piste


Abfahrt mit Aussicht


Kuhherdenquerung


Bier und Kuchen in Bach

Von engel am 26.09.2025 17:59 • outdoorbergmtb
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