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Samstag, 30.03.2019: Joch statt Gipfel

Dienstag, April 02, 2019

Schon wieder sollte es ein Super-Wochenende mit tollstem Wetter werden. Und warm! Wir standen noch eine halbe Stunde früher auf als letztes Wochenende und fuhren geradewegs ins Lechtal. Diesmal war wirklich wenig los auf den Straßen, aber in Gramais bekamen wir gerade noch so den vorletzten Platz auf dem oberen Parkplatz!

Wir marschierten diesmal direkt das Tal hinter. Das ist wirklich flach, ich hatte Sorge, da den ganzen Weg im Schlittschuhschritt zurück laufen zu müssen (Aua.) und merkte mir relevante Punkte, an denen man vielleicht wieder auffellen sollte. Der letzte war ‘Bödma’ (aus dem natürlich jemand ‘Blödman’ gemacht hatte). Danach war es immer noch flach, aber ich hatte zumindest das Gefühl, das könne man weitgehend abfahren.

Wir waren nicht direkt allein unterwegs, aber es hatte doch ein paar Leute. 4 davon bogen bald nach Bödma rechts zur Landschaftsspitze ab. Der Aufstieg durch den schmalen Schlauch sah anspruchsvoll aus. Unser Anstieg war dann auch gleich anspruchsvoll, aber weniger weil es so sehr bergauf ging, sondern weil wir immer wieder am steilen Bachufer queren mussten und es war - ehklar - alles hart gefroren und eisig. Naja, wozu hat man Harscheisen.

Wo es dann ins Sacktal hinauf ging, waren wir uns nicht ganz sicher, ob wir einer Spur direkt im Bach folgen sollten oder wie der Führer beschrieb, direkt den steilen Latschenhang hinauf gehen sollten. Wir entschieden uns für den Latschenhang und das war dann erst mal einigermaßen schwierig, Harscheisen hin oder. Einer unserer Nachgeher war hochgradig faszinierend, denn der marschierte den eisigen Steilhang hinauf, als sei nichts, während wir bei jedem dritten Schritt nachtreten mussten oder rutschten.

Glücklicherweise kamen wir bald in die Sonne und der Schnee ging schnell auf, das machte das Laufen einfacher. Der Hang war aber noch eine Weile sakrisch steil!

Oberhalb des Steilhangs machten wir eine kurze Pause und folgten dann der Spur das lange, nicht enden wollende Sacktal hinauf. Weiter oben sahen wir, dass anscheinend alle unsere Vorgänger einen schönen Schattenhang auf der linken Seite (nachher auf dem GPS nachgeschaut: unter der Kleinen Leiterspitze) hinaufstiegen, unsere Erinnerung und die Beschreibung im Führer sagten aber, man müsse bis ins Albitjöchl aufsteigen. Also machten wir das, obwohl da nur wenige hingegangen waren.

Im Albitjöchl sahen wir dann auch warum, denn die andere Seite des Jöchls war komplett aper. Da wo wir vor Jahren mit wenig Höhenverlust hatten nach links rausqueren können, war ein fetter Felsriegel, kein Schnee weit und breit. Wir hätten erst mal ein ganzes Stück auf der anderen Seite absteigen (ja, steigen, mit Skistiefeln auf Gras) müssen, bevor wir dann zur Leiterscharte hätten aufsteigen können. Da gab es genau 2 Spuren, denn alle anderen, das sahen wir jetzt, waren aus der Scharte unter der Kleinen Leiterspitze rüber gequert. Wieder was gelernt, dass das geht, wussten wir gar nicht.

Nun erklärte sich auch die seltsame Spur auf der rechten Seite des Aufstiegs, über die wir uns gewundert hatten ... da hatten schon mal welche umgedreht. Das machten auch wir und stiegen dann in den Nordosthang mit den vielen Spitzkehren ein. Auch hier hätte ich mir zwischen den Kehren ein bisserl mehr Steigung gewünscht, aber die Spur war sonst gut zu gehen und die Kehren gingen nicht gar so steil raus, so dass das mein Knie nur aushaltbar stresste.

Im Joch unter der Kleinen Leiterspitze brachen wir dann ab, wie wir das am Albitjöchl schon beschlossen hatten. Es war schon einigermaßen spät und vor allem: Noch war der Schnee im Nordosthang super, wenn da die 20+ Leute, die wir an der Leiterspitze sahen, abgefahren waren, wäre nicht mehr viel Pulverschnee übrig gewesen. Und weder Aufstieg noch Abfahrt durch die Leiterscharte sahen toll aus.

So war die Abfahrt aber ein Traum! Vom Joch bis fast runter zum Tobeleinschnitt vom Sackbach blieben wir auf der schattigen, steilen Nordostseite und hatten schönen Pulver (mit ein paar Spuren drin, aber das stört ja nicht). Dann wechselten wir in die Sonne, nun voll ostseitig und da war dann echt feiner Firn. Der steile Aufstieg über die Latschen war inzwischen natürlich auch aufgegangen und liess sich bestens fahren.

Unten im Tal war der Schnee natürlich total nass und bremste. Wir halfen mit ein wenig Flüssigwax nach, was vor allem beim besten Allgäuer von Allen was brachte. Meine Ski waren frischer gewaxt, da war das kaum ein Unterschied. Bis Bödma musste man nur einmal wirklich aufsteigen, sonst ging alles abzufahren.

Am Bänkle an/in Bödma, machten wir nochmal Pause, bevor wir eigentlich auffellen wollten. Dabei sahen wir aber anderen zu, die danach mit nur wenig Anstrengung weiterkamen und ließen das Auffellen erst mal bleiben. Und dann überhaupt bleiben, dann man musste zwar schon immer wieder mal schieben und skaten, aber alles in allem kamen wir mit moderater Anstrengung zurück nach Gramais. Das ging viel besser als erwartet :-)

Zum wohlverdienten Abschluss gab es guten Kuchen und alkfreien Weizen in der Alpenrose. Wir hatten zu viel Durst für Kaffee ...


Start auf der hart gefrorenen Loipe


Fast im Talschluß


Aufstieg ins Sacktal


Tiefblick


Rückblick vom Albitjöchl


Blick zur Scharte mit Ziel. Die andere Seite vom Jöchl is aper.


Auf dem Weg zum Nordosthang


Am (neuen) Ziel.


Abfahrt. Unten sieht man den tollen Schnee ...


... traumhaft zu fahren!


Abfahrt über den Latschenhang


Rückblick


Die letzten Meter auf der Loipe sind bequem

Von engel am 02.04.2019 20:49 • outdoorski
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