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Sonntag, 27.09.2020: Schneestapfen

Freitag, Oktober 02, 2020

Nach 3 Tagen Rumhängen (kann man fast wörtlich nehmen, wir waren nicht mal wirklich draussen) und gruseligem Wetter, sollte es am Sonntag dann noch mal schön werden. Allerdings auch kalt, die Lawinenlage-Sondermail ‘verprach’ Schnee ab 1200m, im Allgäu oben bis zu 50cm. Da hatte ich keine Lust auf Radeln und wir suchten uns eine Zu-Fuss-Tour aus.

Völlig unpassenderweise wurde an diesem Wochenende erst Vorarlberg und dann Tirol zum Corona-Risikogebiet erklärt. Weil ich am Vortag irgendwo im Vorbeisurfen was gelesen hatte, dass in Bayern für Kurzbesuche in Risikogebieten keine Quarantäne erforderlich ist und eine Bergtour ja nun wirklich Corona-Risiko-frei ist, fuhren wir trotzdem am Sonntag nach einem gemütlichen Frühstück ins Tannheimer Tal. Es war sehr leer.

Das Tannheimer Tal sah toll aus. Unten knack-grün, oben strahlend weiss und darüber stahlblauer Himmel, wie frisch geputzt und gewienert. Rein optisch ist Schnee und Winter kaum zu schlagen, auch wenn selbst ich im Moment wirklich noch keinen Winter brauche.

Wir parkten in Rauth (wo das Auto den ganzen Tag lang total allein herum stand) und gingen los. Der Weg geht erst mal durch den Wald und wir hatten nicht bedacht, was passiert, wenn Sonne um diese Jahreszeit auf dunkle, schneebeladene Fichten trifft: Es tropft. Und zwar nicht nur hier und da, sondern massiv, dicke, fette, schneebeladene Tropfen, die uns und die Rucksäcke ordentlich durchnässten. Der beste Allgäuer von Allen holte bald seinen Regenschirm hervor, ich hatte aber keinen dabei und versuchte halt so schnell wie möglich von Waldlücke zu Waldlücke zu sausen. Ich wurde arg nass.

Dann kamen wir aus dem Wald raus und standen richtig im Schnee. Etwa 30 Zentimeter lockerer Pulver, der aber schon recht nass wurde. Unten war der Weg noch einigermaßen erkennbar, weiter oben (da wo tatsächlich die 50cm Schnee lagen) dann nicht mehr.

Am ersten Alp-Hüttchen machten wir eine Pause und stiegen dann, winterangepasst, von den Hütten aus direkt auf dem steilen Rücken auf. Der Schnee war teilweise knietief, windgepresst und eiskalt und teilweise kaum vorhanden und nass. Das war ganz schön anstrengend.

Am Gipfel sahen wir 2 Mal Leute, aber als wir oben an dem Felsköpfl vorbei auf die Ebene traten, war weit und breit niemand zu sehen. Es war unangenehm kalt da oben, weil es ordentlich Wind hatte. Wir gingen zum Gipfel, schauten uns um (unten Skispuren auf der Piste) und gingen wieder. Das war zu ungemütlich.

Der Abstieg im Schnee ging eigentlich recht gut, obwohl man da natürlich immer wieder wegrutscht und das Bein allerlei komische Seitbewegungen abfangen muss. Wer den Abstieg nicht so toll fand, waren meine Schienbeine, die es überhaupt nicht mochten, wieder und wieder über die festen Windpress-Platten gezogen zu werden. Aua.

Wir machten Pause auf einem Wiesenstück auf dem halben Abstieg und dann noch mal an der obersten Hütte, weil die so eine nette südseitige Sitzgelegenheit hatte. Hach, das war prima. Sonne, Schnee, Landschaft :-)

Im Wald unten hatte der ‘Regen’ einigermaßen aufgehört, das war nett. Wir legten uns noch mal kurz über Rauth in die Sonne, aber da kam bald eine dicke Wolke und wir stiegen zum Auto ab. Schöne Tour, aber das mit dem Schneeregen unter den Bäumen, das müssen wir nächstes Mal besser bedenken.


Schnee im Tannheimer Tal


Im Schnee’regen’


Das Stapfen beginnt


Anstieg über den Rücken ...


... der Weg ist weit und steil


Die letzten Meter vorm Köpfl


Schneebrettanriss


Frostiges Gipfelbild


Abstieg ...


... im Schnee


Weitblick


Auf den letzten Metern

Von engel am 02.10.2020 12:14 • outdoorberg
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