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Überraschung!

Donnerstag, Mai 09, 2019

Die Nacht war viel besser als die letzte, denn ich konnte immerhin stundenweise am Stück schlafen. Irgendwann wacht man halt doch auf, wenn irgendwas weh tut.

Als die Schwestern morgens zum Messen kamen, meinten sie, dass ja heute die Schläuche gezogen würden, und wenn ich wolle, könnten wir danach ins Badezimmer gehen. Ich war sehr dafür, denn Badezimmer = Toilette :-)

Zum Frühstück kam dann aber die Nachricht, dass die Schläuche doch erst am nächsten Tag gezogen werden sollten. Ich war ein wenig enttäuscht, aber weil noch immer Sappel in die Flaschen floß, würde das schon seinen Grund haben. Mit den Schwestern machte ich aus, das ich trotzdem bitte ins Bad und dort auf die Toilette gehen wollte. Nach dem Frühstückstrubel.

Vor den Schwestern kam die Physiotherapeutin und die wollte mit mir Laufen am Gestell üben. Ich wurde also ausgekabelt (Schmerzkatheter) und bekam meine Blutflaschen in die Hand und sollte ein paar Schritte gehen. Das machte ich, quer durchs ganze Zimmer bis vors Bad. Da durfte ich dann erst mal bleiben und das war sehr erleichternd :-)

Kurz drauf kam die Schwester und brachte mir ein neues Krankenhauskleidchen, denn mit der ganzen Kabelei und den Flaschen war das Hemdchen doch die einfachste Lösung. Frisch gewaschen im Bett fühlte ich mich trotzdem besser :-)

Der Schmerzkatheter hatte schon von der ersten Nacht an ein wenig rumgesuppt (ein Teil des Mittels lief daneben, aber anscheinend nicht alles, denn der Oberschenkel war ja taub) und man bestellte die Anästhesistin für den Nachmittag, damit sich die das mal anschauen möge.

Beim Nachmittagskaffee (also der direkt nach dem Mittagessen) kam der Operatur mit seinem Assistenzarzt und die Beiden stellten fest, dass man die Schläuche doch heute schon ziehen muss. Der Assistenzarzt würde das nachher machen. Ich dachte, da gehe ich doch vorher noch schnell aud die Toilette (haha, momentan geht gar nichts schnell) und ließ mir das Bein aus der Schiene vom Bett heben. Und genau da kam die Anästhesistin. Alles wieder zurück aufs Bett.

Dort wurde der Katheterzugang begutachtet und festgestellt, dass der Zugang quasi schon draußen ist. Das Ding wurde also gezogen. Das schnelle Hin und Her mit dem Bein war dann doch ganz schön stressig gewesen und ich ging halt doch nochmal auf den Klostuhl, um für den Assistenzarzt bereit zu sein. Der kam auch bald.

Als erstes schnitt er den kompletten Verband von unten nach oben auf, viele, viele Lagen elastische Binde. Beim Aufschneiden der Polsterung war er dann schon langsamer und vorsichtiger. Und dann wurde mein Bein sozusagen geschält, indem alle Schichten weggeklappt wurden. Und Boah! Die ist ganz schön groß, die Wunde, sauber geklammert von oben bis unten. Und das Knie ist rundrum blau und das Bein ist geschwollen, war nicht anders zu erwarten.

Vorm Schlauchziehen hatte ich ziemlich Bammel gehabt, denn das hat schon ein paar Mal ordentlich weh getan. Aber das machte er super! Ich sollte meine Hände ineinander krallen und tief und langsam ein- und dann ausatmen. Beim Ausatmen zog er die beiden Schläuche, schön zügig und fast schmerzfrei.

Dann kam ein langes Pflaster auf die Wunde, ein Druckpflaster auf das Schlauchloch und alles war fertig. Die Beinschiene nahm er auch gleich mit.

Und da war ich dann mit meinem nackigen unbeschienten Bein und wusste nicht hin und nicht her, nicht rauf und nicht runter. Anfangs war ich so nervös, dass ich die Muskeln gar nicht entspannen konnte und das Bein zu zittern anfing. Und natürlich war es gereizt. Und natürlich konnte ich es nicht strecken. Sollte ich aber.

Die nächsten Stunden verbrachte ich im Wesentlichen damit, irgend eine Lage zu finden, in der ich entspannt liegen konnte. Das war ziemlich vergeblich. Ich sah eine üble Nacht auf mich zukommen.

Zwischendrin durfte ich aber die Menschwerdung vollziehen: Ins Bad gehen und umziehen. Kein Krankenhaushemdchen mehr :-) Yay!

Bei der letzten Schwesternrunde versprach man mir für die Nacht eine Art Betäubungsmittel. Ein starkes Schmerzmittel, das auch müde machen sollte. Während die Bettnachbarin und ich TV guckten, lief das in uns hinein. Ihr wurde gleich schlecht und schwindelig, ich vertrug das gut, aber von Betäubung und müde und Schmerzberuhigung merkte ich erst mal wenig.

Da fiel dann schon auf, dass mein Zugang schlecht lief. Den Zugang hatte ich beim Gestell-Laufen anfangs recht unangenehm gemerkt, später dann weniger und da dachte ich schon, dass er wohl abgedrängt wird.


Ausgepackt

Von engel am 09.05.2019 23:00 • diaryKnieOP

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