Dein Browser kann leider nicht vernünftig mit CSS umgehen. Den Inhalt siehst du, das Design dagegen ist futsch.

Winter

Dienstag, Januar 15, 2013

Direkt nach Afrika habe ich ja innerlich ein bisserl gejammert, denn das was sich uns da als ‘Winter’ präsentierte, verdiente den Namen nicht mal ansatzweise, auch wenn wir tatsächlich eine halbwegs gute Skitour hinbekommen haben. Dieses Wochenende aber, das war Winter. So richtig und von seiner besten Seite :-)

Samstag sollte es durchgehend schneien. Wir entschieden uns der Bequemlichkeit halber fürs Gunzesrieder Tal, denn da muss man nicht so früh los um irgendwelchen Skifahrer-Staus zu entgehen. Gucken wollten wir auch, denn wir waren gar nicht so sicher, ob der Schnee da überhaupt reichen würde. Er reichte. Unten zwar nur knapp, aber oben so richtig und in Mengen :-)

Anfangs schneite es tatsächlich, allerdings nicht allzu intensiv. Später kam dann sogar ein wenig die Sonne raus, was wirklich traumhaft war. Auch traumhaft war der Schnee in den oberen Bereichen, von dem wir, obwohl wir wirklich nicht früh da waren, noch jede Menge nahezu unverspurte Flächen vorfanden. Hach, frische Kringel in knietiefem Schnee in unberührte Hänge ziehen ... einfach nur wunderbar :-)

Für Sonntag war sogar etwas Sonne vorhergesagt, also sausten wir recht früh ins Kleine Walsertal, um dort hoffentlich noch etwas mehr von dem unberührten weissen Stoff vorzufinden. Für den Aufstieg schlichen wir uns auf den Sommerweg (soll heissen, wir bogen erst spät auf den Sommerweg ein, um keine Nachgeher zu verführen) und fanden dort tatsächlich haufenweise fluffigen Neuschnee, den wir (also: der beste Allgäuer von Allen) ganz allein spuren durften.

Nachgeher gab es keine, vermutlich weil es so aussah, als müsse man den kompletten Sommerweg selber spuren. Und das ist bei guten 30-40cm Neuschnee in dem Gelände keine Kleinigkeit. Alles in Allem spurte der beste Allgäuer von Allen mehr oder weniger den kompletten Aufstieg zum Grünhorn, vom Start des Sommerwegs bis knapp unter den Gipfel, wo wir auf den letzten Metern auf die inzwischen gut ausgetretene Spur einbogen. Es war wunderbar! Wir waren den kompletten Aufstieg allein und der Sommerweg hat trotz aller Schwierigkeiten etwas von Winterspaziergang.

Ich hatte ja befürchtet, dass wir wegen unseres langwierigen Aufstiegs nun kein Fleckchen freien Hang mehr abbekommen würden, aber das Grünhorn hat so viele frei Hänge, dass wir auch hier noch genügend völlig spurfreien Schnee vorfanden, um in allerbestem knietiefen fluffigem Schnee talwärts schweben zu können. Hach!

Was ganz seltsam war und mir bislang noch nie passiert ist: Irgendwo zwischen Abfellen am Gipfel und Wiederauffellen an der Starzelalpe vereisten meine Ski. Auf der gesamten Skiunterseite befand sich eine sehr dünne glasige Eisschicht, die sich nicht (oder nur schwer) abkratzen liess. Im Tiefschnee fiel das nicht auf, wohl aber, sobald ich irgendwo auch bereits befahrenen Schnee stiess. Die Geckos hafteten problemlos auf dem Eis. Beim zweiten Abfellen stellte ich die Ski in die Sonne und trocknete den Belag dann sorgfältig ab. Trotzdem hatte ich dann unten in Baad wieder Eis auf dem Belag.

Was für ein wunderbares Winterwochenende! Bitte mehr davon!
(Dass meine Skimuskeln noch immer nicht richtig funktionieren und meine Füsse ihre Freundschaft mit den Skistiefeln noch immer nicht erneuert haben, erwähne ich nur der Vollständigkeit halber. So ein bisserl Aua beeinträchtigt das geniale Wochenende nicht im Geringsten!)


Vor dem Grossen Ochsenkopf


Auf dem Weg zum Rangiswanger Horn


Einsam auf dem Weg zum Grünhorn


Im Gipfelhang

Von engel am 15.01.2013 21:15 • outdoorski
Dieser Eintrag kann nicht mehr kommentiert werden.

Reiseberichte

Bücher :-)

Letzte Einträge

Letzte Kommentare


Have fun!