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Abgesoffen

Montag, Mai 03, 2021

Nachdem ich mir die Woche vorher die Ifenmauer so gründlich angeschaut hatte, war mir der Durchstieg zum Ifen nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Erst plante ich nur hinzugehen und mir den Durchstieg mal genauer anzuschauen, dann aber kam mir das albern vor, weil wenn man schon da ist, warum dann nicht gleich hochsteigen? Aber allein? Ich fragte die S., ob sie mitkommen wolle. Die S. hatte letzte Woche ein ‘Skitouren-Ende-Symbolbild’ geschickt, sagte aber sofort zu :-)

Wir trafen uns in Waltenhofen und fuhren zur Auenhütte. Wegen des Schneefalls vom Wochenende sah die Gegend wunderbar winterlich aus und nachdem es auf Höhe Sonthofen erst mal geregnet und nach Sauwetter ausgesehen hatte, war da hinten blauester Himmel über blitzblank sauberen Pisten mit vielleicht 5 Zentimeter Neuschnee oben drauf. Sah kaum anders aus als am Donnerstag, nur schöner.

Wir stiegen über die rote Piste auf. Da muss man zwar 2 Mal abschnallen, aber es ist nicht ganz so steil. Oder es wäre nicht ganz so steil, wenn man nicht direkt geradeaus hochginge. Das war ganz schön anstrengend, aber wir waren (gefühlt zumindest) sehr schnell vor dem Einschnitt an der Ifenmauer.

Da gab es dann noch nicht mal eine Spur! Wir gingen also in allerschönster Einsamkeit das kleine Tal hoch bis zu den 3 großen Steinen unter dem Durchstieg. Dabei konnten wir 2 Leuten zusehen, wie sie sich zu dem Felsvorsprung hochkämpften, der der Punkt zum Umstellen auf Skier-am-Rucksack zu sein scheint. Die beiden brauchten lang, um dort hinauf zu kommen und blieben dann sehr lang an dem Felsen. Als wir in den steilen Hang einbogen, begannen sie zum Hahnenköpfle rüber zu queren.

Den Anstieg zum Felsvorsprung wurde gegen Ende immer steiler, war aber insgesamt ganz gut zu gehen. Was aber auffiel: im Anstieg versanken die Stöcke bei Belastung umso öfter, je höher wir kamen. Das deutete schon drauf hin, weshalb die beiden Vorgänger umgedreht waren.

Vor dem Felsvorsprung war der Schnee ordentlich umgetreten und es führte keine Spur nach oben. Nach dem Felsen wurde es sehr schnell ganz deutlich steiler. Die S. überlegte, mit Skiern weiter zu gehen, hatte dann aber Bedenken, ob sie beim Spuren in dem steilen Gelände überhaupt noch Spitzkehren hinkriegen würde. Mir war eh schon klar, dass ich da Riesenprobleme bekommen würde (Spitzkehren sind ja eh nicht meine Kernkompetenz, vorher schon nicht und seit der OP noch weniger).

Dann also zu Fuß. Wir stellten die Ski ab und versuchten (erst mal ohne Ski) ein Stück aufzusteigen. Für mich war das schlicht und einfach unmöglich. Sobald ich den festgetretenen Schnee verließ, soff ich bis zu den Oberschenkeln ab und konnte dann bestenfalls queren, aber kein Stück aufsteigen, weil ich nicht mal das linke Bein so weit hoch brachte, dass ich in dem Steilgelände eine Stufe hätte treten können. Rechts ginge das ja eh nicht. Der S. ging es weiter oben nicht viel anders.

Na gut, dann also nicht.
Immerhin hatten wir den Durchstieg jetzt mal aus der Nähe gesehen und waren uns einig, dass der gar nicht soooo schlimm aussah, wie wir befürchtet hatten.

Wir querten zum Hahnenköpfle rüber. Oben war es eher kühl und windig (und relativ voll), deswegen fuhren wir bald wieder ab. Dort oben lagen etwa 10 Zentimeter Neuschnee auf festem Altschnee und das war tatsächlich schön zu fahren. Wir wollten auf halber Strecke sogar in einen Bacheinschnitt abbiegen, aber da wurde der Schnee schon weich und weil wir uns nicht sicher waren, ob wir da unten wieder raus kommen (Im Nachhinein auf der Karte angeschaut: Ja.), ließen wir das dann doch lieber bleiben und stiegen wieder ein paar Meter zur Piste auf.

Kurz drauf wurde der Neuschnee zu Bremsschnee und der Altschnee wurde weich. Das war dann seeeehr anstrengend. Die Pause an der Mittelstation war leider nicht so warm wie gewünscht und fiel eher kurz aus.

Trotzdem, ich fand das eine spannende Tour und mit Frischschnee-Optik kriegt man mich ja immer ;-) Die S. hat jetzt aber endgültig fertig mit Skitouren - ich bin da noch nicht so sicher ;-)

Den Nachmittag verbrachte ich mit Lernen. Als der beste Allgäuer heimkam, gab es sogar noch eine Gelegenheit, auf der Terrasse in der Sonne zu sitzen, das war sehr nett.


Winterlich :-)


Im Anstieg (S.)


Rückblick über die Mittelstation


Einsam spuren :-) (S.)


Anstieg zum Durchstieg


Am Felsen


Kein Vorankommen (S.)


Querung zum Hahnenköpfle


Gipfel


Rückaufstieg

Von engel am 03.05.2021 23:00 • outdoorski

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