Da es am vergangenen Wochenende doch ganz schön voll gewesen war, hatte ich nach einer einsameren Tour gesucht und war bei einer Runde gelandet, die ich schon länger mal hatte machen wollen. Wir fuhren übers Tannheimer Tal ins Lechtal und parkten in der Kurve über Namlos.
Beim Loslaufen war es zunächst arg kühl, aber dann kamen wir in die Sonne und die Bewegung wärmte auch. Bald nach dem Start mussten wir über eine Kuhwiese, die am Bach von den Hochland-Jungrindern total matschig getreten war. Der Versuch, den Matsch neben dem Weg zu umgehen, war aber keine gute Idee. Ich trat in ein Schlammloch und damit waren die neuen Schuhe dann auch eingeweiht ;-)
Der Anstieg zur Engelspitze ist steil und anstrengend und war wie erwartet wunderbar einsam. Wir trafen zeitgleich mit Leuten am Engelspitzle ein, die über den Kalten Stein aufgestiegen waren, aber wir wollten ja eh gleich weiter. Die Engelspitze selbst hat dann keinen eindeutigen Gipfel. Wir gingen einfach alle Zacken ab und stiegen dann zu einer windgeschützten Mulde für die Pause ab. Die Sonne war angenehm, der Wind aber echt kühl.
Nach der Pause gingen wir über den Rücken Richtung Rudigerkopf weiter. Der Pfad ist schmal, ist aber in der Mitte mit deutlichen Steinmännern gekennzeichnet. Ein gutes Zeichen, dachten wir, denn den unbezeichneten Abstieg kennen wir nicht. Vor dem Abstieg kam uns aber erst noch eine sonnige und windgeschützte Mulde in die Quere.
Danach verlief unser Pfad eine Weile an einem Rücken Richtung Faselfeiltal hinab und verschwand dann sang- und klanglos in Latschen. Zumindest sah es so aus, vielleicht hätten wir ihn mit etwas Suchen auch wieder gefunden, wir stiegen aber einfach weglos zwischen Latschenflecken und Felsen über die sehr steile Kuhwiese zur Rudighütte ab. Das ging ganz gut.
An der Hütte fanden wir den Pfad wieder und folgten ihm bis ins Tal. Das war insgesamt ein interessanter Abstieg, allerdings ist er sehr lang und wenn man dann im Tal ist, muss man noch 4 Kilometer bis nach Namlos hatschen, das wird dann am Ende ziemlich nervig. In Namlos mussten wir dann auch noch mit wehen Füßen und ganz kaputt an der Kirche vorbei bis zum Auto aufsteigen, das war dann schon fast Strafe ;-)
Von dem langen Talhatsch abgesehen war das aber eine schöne und sehr einsame Tour :-)
Nicht gut: Im oberen Abschnitt des Aufstiegs fing das Knie an zu zwicken. Innen vorn seitlich. Zwar scharf, aber immer nur kurz, nach dem Abklingen war dann eine Wile Ruhe. Bei der Querung oben passierte das relativ häufig, im Steilabschnitt kaum, im weiteren, leichten Abstieg dann gelegentlich und im Talhatsch nur noch selten. Insgesamt aber: Meh.

Der Start ist echt kühl

Hochlandrind mit Matschfüßen

Gipfel in Sicht (aber weit weg)

Steilanstieg

Es ist immer noch weit!

Endlich angekommen

Auf dem erklärten Gipfel

Vorbereitung zum Abstieg zur Pause

Der Weiterweg

Oben schön gekennzeichnet mit Steinmännern ...

... und dann irgendwann weglos

Wegsuche

Die letzten Meter ins Tal

Auf dem laaaangen Rückweg