Dein Browser kann leider nicht vernünftig mit CSS umgehen. Den Inhalt siehst du, das Design dagegen ist futsch.

Treppensteigen

Freitag, Juni 07, 2019

Frühes Frühstück, dann Wärme. Die kurze Pause danach nutzte ich zum Radeln und da gingen 10 Löcher mit 70 Watt ohne Probleme :-) Danach war Wassergymnastik, die alles in allem eher langweilig war.

Eine Übung war aber doch neu und gut: von einem Bein auf andere hüpfen. An Land ist sowas noch völlig undenkbar, im Wasser geht es aber und das Besondere daran ist, dass sich das Bein plötzlich ganz normal anfühlt. So als wäre nie was damit passiert. Der Muskel arbeitet wie er soll, das Bein federt, wie es soll, das ist ein sehr ungewohntes Gefühl. Ein bisserl fordernd ist es auch, das geht noch nicht allzu lang am Stück.

Danach hatte ich eine längere Pause. Als erstes ging ich zur Rezeption und verlängerte das teure Internet. Soviel Luxus muss noch immer sein. Dann marschierte ich zum Haupteingang raus und am Söllbach runter zum See. Sehr konzentriert und mit den Stützen locker und verkehrt herum in der Hand. Ganz ‘ohne’ ist das noch nicht, aber wenn man sie so hält, benutzt man sie nur minimal. Und das ging wirklich gut! Nur an den Steilstücken an den beiden Brücken nahm ich die Stützen richtig, davor hatte ich noch ordentlich Respekt.

Danach legte ich mich auf eine der Liegen im Garten und hörte Musik. Die Narbe schmierte ich dick mit Sonnencreme ein. Erst lag ich im Halbschatten, aber da war es dann doch recht kühl und ich zog in die Sonne um.

Bei der Motorschiene liess ich wieder 110 Grad einstellen und das ging wieder sehr gut. Danach war Mittagessen, bei dem ich wie beim Frühstück völlig allein war. Für Ute und Nadine gibt es vermutlich bis nach Pfingsten keinen Ersatz (Reha-mäßig ist da ja nichts los) und Hedi hat einen völlig anderen Rhythmus. Ich mag das gern, gemütlich essen und dabei lesen (auf dem Handy, das geht erstaunlich gut und die Kindle-App ist eh großartig, nie wieder nix zu lesen!).

Weil sowohl Radeln als auch Motorschiene so gut gelaufen waren, hatte ich mittags beschlossen, nun immer Treppen zu steigen. Das Treppensteigen klappte zwar nicht immer gleich gut (das Bein hoch genug heben, bzw. beim Absteigen von der oberen Treppe zu heben, ist gelegentich schwierig), aber irgendwann muss man ja anfangen. Ich stieg ins Kellergeschoß zum Schwimmbad.

Mit vollem Bauch schwimme ich eigentlich nicht gern, aber die Aussicht auf ein leeres Schwimmbad war zu verlockend. Ich kraulte 500 Meter und machte dann meine Übungen. Wasser ist einfach toll.

Das medizinische Training hängte ich direkt dran, auch wenn die Haare noch tropften. Egal, es war eh so warm, da konnte etwas Kühlung nicht schaden. Dann endlich ging ich hoch - über die Treppe vom Keller in den 2. Stock - und stellte fest, dass mein Zimmerschlüssel nicht mehr funktionierte.

Ja klar, dem Schlüssel muss die Verlängerung auch mitgeteilt werden. ich ging also zur Rezeption (mit dem Aufzug, da war ich dann einfach zu faul) und liess den Schlüssel auch verlängern. Dann endlich Pause mit Coolpack auf dem hochgelegten Bein.

Am späten Nachmittag ging ich erst auf eine Schattenliege in den Klinikgarten und dann noch auf einen Eiskaffee ins Cafe runter. Draussen war so schönes Wetter, da kam es mir wie Verschwendung vor, drinnen zu bleiben. Und natürlich war beides schön.

Nach dem Abendessen war mir noch nach draussen sitzen und weil ich die Jungspundgruppe nirgends sah, machte ich etwas, was ich noch nie getan habe: ich setzte mich an einen Tisch wo Leute sassen, mit denen ich bisher nur freundliche Grüße getauscht habe. Das klappte erstaunlich gut, es waren nette Menschen und wir unterhielten uns gut. Die eine Dame war großartig sarkastisch, was in allerlei Lachsalven endete.

Das klappte erstaunlich gut, vielleicht sollte ich sowas öfters wagen?


Sonnen im Klinikgarten

Von engel am 07.06.2019 23:00 • diaryKnieOP(0) Kommentare

Voller Tag

Donnerstag, Juni 06, 2019

Der Tag begann mit einem Vortrag um 8, ‘Schmerzbewältigung’. Es ging darum, welche psychologischen Faktoren Schmerz begünstigen und welche helfen. Ich habe die Details vergessen, aber wie immer spielt die innere Haltung eine Rolle. ‘Katastrophisierer’ (schönes Wort der Vortragenden) fahren bei Schmerz schlechter als positive Menschen.

Vor der Wärme ging ich auf Rad und schaffte da problemlos 15 Minuten lang 10 Löcher mit 70 Watt. Es fühlte sich gut an :-)
Nach der Wärme war war Arztvisite. Diesmal wurde der junge Arzt von der Stationsärztin begleitet. Ich bat um eine Knochendichtemessung, weil mich de Osteporose-Vortrag doch beeindruckt hatte. Sie wurde mir zugesagt.

Die beiden Ärzte waren natürlich wieder spät dran gewesen und ich hetzte zur Motorschiene, wo ich etwas verspätet ankam. Da macht da aber wenig, weil eh immer fliegender Wechsel ist. Ich nahm mutig 110 Grad und das ging von den ersten beiden stressigen Beugungen abgesehen echt gut.

Danach war Krankengymnastik. Davor fürchte ich mich ja immer ein bisserl, aber die Therapeutin war diesmal fast freundlich zu mir. Natürlich wurde das Bein am Ende wieder gestreckt, aber es war weniger schmerzhaft als letztes Mal. Das Knie war danach natürlich trotzdem beleidigt, was ich direkt beim Loskrücken merkte.

Beim Mittagessen war noch kein Ersatz für Ute am Tisch. Nadine und ich ratschten noch ein wenig. Inzwischen wusste sie auch schon, wann sie abgeholt werden würde. Da wollte ich dann nochmal in die Empfangshalle kommen.

Ich hatte nochmal etwas Zeit und nutzte die zum Radeln. 10 Löcher verweigerte das Knie, 9 gingen grad so. Ich hängte noch die Kraftübungen dran und ging dann zum Lymphamat, wo ich inzwischen etwas mehr Druck bekomme. Ich hoffe, das bringt was, ich finde es jedenfalls sehr angenehm.

Das Knie brauchte Pause und ich ging hoch, um es zu kühlen und mich auszuruhen. Da fand ich den Anamnese-Bogen für die eKnochendichtemessung, den ich ausfüllen und unten abgeben sollte. Das war schnell gegangen! Ich stellte mir vorsichtshalber einen Wecker und brauchte den auch, um rechtzeitig zum Cryojet gehen zu können. Der war wie immer total angenehm.

Danach warf ich einen Blick ins Schwimmbad. Es sah so aus, als sei gerade keine Gruppe drin, also nutzte ich die Gelegenheit, schwamm ein wenig und machte meine Übungen. Im Wasser war das Knie zufrieden, draussen jammerte es weiter rum.

Aber ich musste noch mein medizinisches Training machen und ging rüber ins Bewegungscenter. Ich war aber nett zu mir, radelte gemütlich mit 8 Löchern und ging nirgends an die Grenze. Bewegung und die Übungen sind wichtig, aber quälen soll man sich ja auch nicht.

Als ich fertig war, ging ich hoch, aber Nadine schien noch nicht da zu sein. Das gab mir Zeit, mich umzuziehen. Als ich danach wieder runter ging, stellte ich fest, dass Nadine doch da gewesen war, ich hatte sie nur nicht gesehen. Katharina, Julia und Josef waren auch da und warteten mit Nadine auf ihren Mann, der sie abholen würde. Es war nochmal sehr nett, zusammen zu sitzen.

Wir anderen sassen noch ein wenig länger zusammen, als Nadine gegangen war, dann lösten wir uns auf. Die anderen gingen direkt zum Abendessen, ich ging nochmal hoch für eine Katzenwäsche nach dem viele Chlor und ging dann auch zum Abendessen.

Danach ging ich hoch und hatte einen geruhsamen Abend.

Von engel am 06.06.2019 23:00 • diaryKnieOP(0) Kommentare

Tischdamen-Verlust II

Mittwoch, Juni 05, 2019

In der Früh war das Bein wieder etwas steif, aber das gab sich bald. Vor dem Frühstück sollte ich zum Wiegen kommen, ‘Abschlüßgewicht’. Nach dem Frühstück war ein Vortrag ‘Bewältigungsstrategien’. Da ging es um Stress, aber der Vortrag war leider ziemlich langweilig.

Danach war die erste ‘richtige’ Pilates-Stunde und ich glaube, damit kann ich mich anfreunden. Natürlich macht man hier nur wenige einfache Übungen, aber selbst die waren am Ende anstrengend.

Direkt danach bekam ich die verschobene manuelle Lymphdrainage bei einer jungen Therapeutin, die das sehr gut machte. Nett fand ich, dass sie zwischendrin ein wenig erklärte. Die knappe halbe Stunde danach überbrückte ich auf dem Bike (9 Löcher, 60 Watt, 15 Minuten), dann war der Vortrag ‘Gesundheitsbildung’. Da ging es um Sucht. Ich lernte nicht viel Neues, aber der Vortrag war trotzdem sehr gut.

Während ich danach auf den Hydrojet wartete, zeigte mir ein Mitpatient Bilder von einem Buntsprechtnest im Klinikgarten. Total nett, da guckte ein kleiner Specht aus einem Loch im Baum.

Beim Hydrojet konnte ich mich nicht mehr erinnern, wie stark der Jet das letzte Mal gewesen war. Der Therapeut stellte 75 (Prozent?) ein und ich meinte, das dürfe gern mehr sein. ‘Volle Kanne?’, fragte er. Ich bejahte das und das war genau richtig. Der harte Wasserstrahl massierte meine Rückseite rauf und runter, es war wunderbar. Ich konnte auch besser liegen als bei letzten Mal, aber so ganz problemlos kann ich noch immer nicht auf dem Rücken liegen.

Total tiefenentspannt ging ich vor dem Mittagessen nochmal aufs Rad und war mutig: 10 Löcher. Und das ging prima. 15 Minuten mit 70 Watt :-) Dann machte ich noch die Kraftübungen des medizinischen Trainings und ging zum Mittagessen.

Das Mittagessen musste ich kurz halten, denn auf meinem Plan stand trotz der Verlängerung noch immer ‘Abschlußuntersuchung’ beim Stationsarzt. Ich hatte das seltsam gefunden und immer drauf gewartet, dass das gestrichen würde. Ich wartete lang und schließlich kam der Arzt. Er war total erstaunt mich zu sehen, weil er mich ja grad verlängert hatte und entschuldigte sich. Der Termin hätte verschoben werden sollen. Naja, ein verkürztes Mittagessen und ein bisserl warten sind soooo schlimm auch nicht. Ich werde aber drauf achten, ob die Abschlußuntersuchung nächste Woche tatsächlich im Terminplan steht.

So hatte ich aber gut Zeit zur Motorschiene zu kommen, ich hatte mir schon wieder Sorgen gemacht. Ich liess mir wieder 105 Grad einstellen und das ging von Anfang bis Ende gut. Nächstes Mal versuche ich 110 Grad! Der Herr neben mir wollte 80 Grad, die Therapeutin überredete ihn aber zu 85 Grad. Das führte dazu, dass er bei jeder Beugung den Schmerz wegatmete. Es hörte sich wirklich so an, als läge er in den Wehen. Das ist eigentlich natürlich nicht lustig, aber uneigentlich natürlich schon.

Danach sauste ich runter zur Elektrotherapie und hängte direkt das medizinische Training dran. Bei den Beugungsübungen stacht es gelegentlich noch immer, aber seltener.

Die Pause danach nutzte ich zum Duschen und Knie kühlen, um auf die Gangschule vorbereitet zu sein. Bei der versuchte ich dann, die Stützen so wenig wie möglich zu nutzen, was weitgehend gut klappte. Mein größtes Problem ist derzeit noch, das Bein gebeugt zu heben oder anzufersen. Das tut weh, die vielen Grade auf der Motorschiene und die Kurbellöcher beim Radl hin oder her. Das ist auch das, was mich momentan vom Treppen steigen abhält. Die Beugung, die man da braucht, bekomme ich in der Bewegung gerade so nicht hin. Doof.

Nach der fordernden Gehschule radelte ich nochmal 15 Minuten locker (8 Löcher, 60 Watt) und ging dann zum Osteporose-Vortrag. Da glaube ich eigentlich, nicht gefährdet zu sein, aber der Diät-Assistent brachte üerzeugend rüber, dass man das nicht wissen kann und besser mal die Knochendichte messen lässt. Schaumermal, ob ich das bei der Visite in den Terminplan bekomme.

Dann kam ich zum ersten Mal an diesem Tag raus und legte mich erst gemütliich auf eine der Liegen im Schatten und gönnte mir dann noch einen Cappucchino. Das war sehr schön und sehr gemütlich :-)

Nach dem Abendessen gab es Nadines Abschiedsfeier im nahe gelegenen Freibad (kein Becken, das ist nur eine Liegewiese am See). Das war ganz nett, aber eigentlich waren mir da zu viele Leute. So was Kleines, Feines wie bei Utes Abschied ist eher auf meiner Linie. Ab dem nächsten Tag wäre dann also die nette Damenrunde komplett aufgelöst. Traurig.

Ich harre gespannt der beiden Neuen am Tisch.


Abendstimmung am Freibad

Von engel am 05.06.2019 10:24 • diaryKnieOP(0) Kommentare

Tischdamen-Verlust I

Dienstag, Juni 04, 2019

Wieder frühes Frühstück, weil der erste Termin schon um 8 war. ‘Fußdynamik’. Das war diesmal etwas langweilig, weil wir nur die einfachen Dinge machten. Schade.

Danach wäre eigentlich manualle Lymphdrainage gewesen, aber die wurde mir im letzte Moment gestrichen und am nächsten Tag einngefügt. Sehr schade, denn an diesm Tag wäre der Therapeut von der ersten Lymphdrainage dran gewesen, der hatte das super gemacht.

Ich ging hoch und sagte all die Physio-Termine in München ab, die ich im Vorfeld schon ausgemacht hatte. Nach München würde ich so schnell nicht kommen. Danach war Motorschiene und ich nahm wieder 105 Grad. Das ging anfangs zäh und am Ende gut. als ich dan auf dem Handy schauen wollte, was und wann der nächste Termin sein würde, war kein Therapieplan auf dem Handy. Das war schon mal, ich tippe auf Serverprobleme. Ich hastete aufs Zimmer, um auf den Papierplan zu gucken und verbrachte die nächsten 20 Minuten halt da.

Das Schlingentraining ging wieder ein Stück besser als beim letzten Mal, aber mein Oberschenkel verkrampfte noch immer etwas und brauchte zwischendurch Pause. Sonst war das aber wieder super und ich hoffe, ich bekomme das nächste Woche nochmal.

Der Plan war dann gewesen, direkt Schwimmen zu gehen, aber um elf war da noch eine Gruppe drin. Ich stieg aufs Rad (kurzer Versuch mit 10 Löchern, dann 9 Löcher, 15 Minuten, 70 Watt) und machte einen Teil des Beintrainings. Als ich kurz nach halb zwölf wieder ins Bad sah, packte die Gruppe gerade zusammen und es war keine neue Gruppe in Sicht :-)

Ich schwamm wieder 500 Meter und machte noch meine Wasserübungen. Zum Mittagessen kam ich günstig, denn die Schlangen waren kurz. Danach sauste ich hoch, denn ich hatte das sozialmedizinische Gespräch mit dem Arzt.

Da redet man drüber wie es mit der Anschluß-Reha laufen soll. Die Deutsche Rentenversicherung hat dazu 6-monatige Programme in ausgewählten ambulanten Reha-Zentren, an denen man teilnehmen kann. Da ist dann halt alles auf einem Fleck: Therapie, Training, Lymphdrainage, usw. Alternativ kann man sich von seinem Arzt so viele Rezepte holen, wie man eben braucht und die Therapien in Reha-Praxen seiner Wahl durchführen. Das ist alles sehr ähnlich, man muss sich halt nur mehr kümmern.

Für mich kommt nur die 2. Variante in Frage, weil ich einen Teil der ambulanten Reha in Kempten machen werde und den zweiten Teil in München. Das geht mit dem Programm nicht.

Danach war Zeit für das verschobene medizinische Training. Diesmal machte ich auch die Streckungs-Übungen wieder. Die gingen ganz gut, dafür machten die Beugungs-Übungen Probleme. Am Ende der Beugungsübung mit dem Ball, stach es im Knie. Mitten drin, da wo eigentlich nur Prothese sein kann. Meh. Ich hielt mich an die Therapeuten: wenn es schmerzt, aufhören. Blöd ist das, man macht sich da schon Gedanken. Das restliche Training lief gut.

Danach war Cryojet, der wieder sehr sehr gut tat, und ich hatte endlich Pause. Ich ging aufs Zimmer, legte ein Coolpack aufs Knie und schlief fast vor dem Fernseher ein. Das schöne Wetter draußen liess ich durch die weit geöffnete Balkontür rein.

Der Vortrag ‘Ernährung und Vitamine’ war ganz informativ und gut gemacht. Danach ging ich ins Aussencafe, setzte mich in den Schatten und gönnte mir ein kühles alkoholfreies Weißbier. Da sass ich eine Stunde, las mein Buch, whatsappte mit der Famile und telefonierte mit Nico, der Patientin, die kürzlich heim gegangen war und bei der bald eine weitere OP anstand.

Nach dem Abendessen setzten wir uns auf die Terrasse, um den Abschied von Ute zu feiern, die nächste Tischdame, die gehen würde. Das war ein sehr sehr netter Abend. Es tut mir sehr leid, dass sich der nette Tisch nun auflöst.


Pause auf der Terrasse

Von engel am 04.06.2019 23:00 • diaryKnieOP(0) Kommentare

Verlängerung

Montag, Juni 03, 2019

Nach dem Aufstehen war das Bein steif und empfindlich, auf dem Weg zum Frühstück war ordentlich gehen schwierig. Der Ausflug zum Wallberg war vielleicht doch keine gute Idee gewesen?

Ich ging wieder früh zum Frühstück, obwohl der erste Termin erst um 9 war. Aber ich wollte einen guten Teil des Trainings schon in der Früh hinter mich bringen, um mir Nachmittags eine Pause zu schaffen. Ein weiterer Vorteil war, dass es morgens im Bewegungscenter noch kühl ist.

Nach dem Frühstück war das Bein aber viel besser und ich fühlte mich wirklich gut. Ich startete mit 9 Löchern auf dem Rad und weil das so gut ging, probierte ich 10 - die volle Kurbellänge! - und das ging wunderbar. Ich musste sogar auf 70 Watt erhöhen, um nicht ins Leere zu treten. Das war super!

Nach dem halben Training war ‘Pilates’ Einführung. Wir machten da noch nicht viel, es ging nur darum, was man wissen muss, um ‘richtig’ Pilates zu machen. Das könnte eine schöne Ergänzung zum medizinischen Training werden.

Danach ging ich hoch, um auf die Ärztin-Visite zu warten. Es wurde eine Arzt-Visite, weil schon wieder ein Vertretungs-Arzt kam. Er hatte eine Dreiviertelstunde Verspätung, das machte mich ziemlich nervös, denn ich wollte/musste mit ihm über die Verlängerung sprechen. Er sei unterwegs, sagte man mir im Schwesternzimmer, und so riskierte ich halt den nächsten Termin.

Als er endlich kam, sprachen wir über eine Verlängerung und er war sehr dafür. Ich hatte die letzte Woche ja damit gehadert, ob ich das will oder nicht (es ist ja auch Pfingsten dazwischen, ein ‘verlorener’ Montag). Mal war ich dafür, mal dachte ich, den Kram kriege ich auch allein gebacken, aber am Ende siegte doch die Vernunft. Eine so gute Betreuung wie hier bekomme ich nie wieder. Also Verlängerung!

Die Damen bei der Schmerztherapie hatten mich schon als AWOL eingetragen, es war aber noch eine Kabine frei und so bekam ich den Strom auf die Lendenwirbelsäulenmuskeln trotz meiner Verspätung.

Dann ging ich zum Mittagessen und direkt danach ins Schwimmbad, wo ich 500 Meter kraulte und meine Beinübungen machte. Ich hatte das eigentlich vor dem Mittagessen machen wollen, aber wegen der Verspätung wäre sich das alles nicht mehr ausgegangen. Ich verausgabte mich einfach nicht sehr, da ging das schon mit dem vollen Magen.

Danach war endlich wieder Krankengymnastik und wie ich insgeheim befürchtet hatte, war sie schrecklich. Schrecklich gut natürlich! Erst kam wieder der nette einlullende Teil mit Massieren und Ausstreichen und dann ging es ans Strecken und ... Aua! Ich musste mich wieder bäuchlings auf die Liege legen, ein Kissen unter dem Knie und der Unterschenkel hing frei. Natürlich stützte die Therapeutin den Unterschenkel, aber sie drückte ihn langsam und unerbittlich nach unten, dabei massierte sie in der Kniekehle herum und stellte meinen Fuß immer weiter an. Das fing alles ganz erträglich an, aber am Ende war es wieder wirklich schmerzhaft.

Und das Knie nahm mir die Behandlung auch übel. Es war heiss und unwohl. Bei der Motorschiene kurz danach liess ich mir nur 100 Grad einstellen, ich wollte dem Knie nicht gleich wieder Unangenehmes zumuten. Und das war auch gut so, denn die 100 Grad gingen gut und bequem, mir tat fast nichts weh.

Danach ging ich erst mal aufs Zimmer, um mir Eis aufs Bein zu legen. Das war gut, denn die Damen vom Lymphamat riefen an, ob ich vielleicht früher Zeit hätte. Hatte ich, auch wenn ich das medizinische Training dafür in 2 Teile teilen musste. Den Termin um halb sechs hatte ich eh ungeschickt gefunden.

Ich ging also ins Bewegungscenter, radelte etwas (8 Löcher, 50 Watt, das Knie jammerte erbärmlich) und machte die wichtigsten Übungen. Streckung liess ich aus, das hatte ich an dem Tag schon zur Genüge gehabt. Dann ging ich zum Lymphamat und direkt zur Wassergymnastik. Die war gut, kühles Wasser rund ums Knie, kaum Belastung und die Übungen liefen auch gut.

Als ich danach aus dem Wasser stieg, war dem Bein aber nach wie vor unwohl. Ich strich einfach die restlichen MTT Übungen (waren eh nicht mehr viele und die Therapeuten betonen ja eh dass man auf den Körper hören soll) und ging aufs Zimmer, um weiter zu kühlen und zu entspannen. Auf dem Bett mit leicht gebeugten Bein (ich brachte es nicht über mich, weiter Streckung zu üben) und Coolpack auf dem Knie fühlte ich mich wohl, alles andere war anstrengend.

Entsprechend ‘unrund’ ging ich auch zum Abendessen. Frei gehen probierte ich nicht mal. Zum ‘Spieleabend’ später auf der Terrasse ging ich trotzdem. Nett beineinander sitzen und Eiskaffee trinken war Verlockung genug. Die einen spielten irgendein Kartenspiel, auf meiner Seite wurde ein ‘Looping Louie’ oder so ähnlich Spiel aufgebaut, wo man einen betrunkenen Piloten dazu bringen muss, die eigenen ‘Hühner’, also Chips, nicht über den Haufen zu fliegen, indem man zur rechten Zeit auf einen Hebel drückt. Genau das Richtige für mich Reaktions-Schlaftablette ;-) Erstaunlicherweise gewann ich trotzdem einmal.

Von engel am 03.06.2019 23:00 • diaryKnieOP(0) Kommentare

Exkursion

Sonntag, Juni 02, 2019

Ich ging früh zum Frühstück, denn ich hatte viel vor. Etwas verschämt machte ich mir eine Extra-Semmel mit Schinken und Käse und packte sie samt Serviette in meinen Rucksack, den ich genau zu diesem Zweck mitgenommen hatte ;-)

Die Semmel parkte ich im Kühlschrank bei den Kirschen und ging dann erst mal gründlich trainieren. In letzter Zeit habe ich eigentlich keine Zeit mehr für die Extra-Übungen für den Oberkörper, heute ließ ich sie bewusst weg, denn ich wollte nochmal das Knie kühlen, bevor ich startete.

Der Bus fuhr um 10:20h. Ich war - natürlich - um 10:05h da und stand mir erst mal die Beine in den Bauch. Auf dem Bus stand ganz unerwartet ‘Wallbergbahn’, dabei hatte die DB Navigator App behauptet, ich müsse umsteigen. Der Busfahrer meinte, einfach sitzen bleiben, er würde nur eine Runde durch Rottach-Egern drehen und dann wieder an der Umsteige-Haltestelle vorbei fahren. Folglich stiegen dort all die Leute wieder ein, die da kurz vorher erst ausgestiegen waren.

An der Wallbergbahn erwarteten mich erst mal viele Treppen. Schon klar, an einer Bergbahn macht man keine Aufzüge hin. Der Kassenmensch meinte auf meine Frage, ob es Ermäßigung für Reha-Patienten gäbe, er könne mich als Kurgast behandeln. Fand ich prima, aber ich habe nicht nachgeschaut, ob das dann auch tatsächlich eine Ermäßigung gab ;-)

Als ich die Treppen zur Bahn hinter mir hatte, erwartete mich die erste Hürde: Einsteigen in die fahrende Seilbahngondel. Ähem! Das hatte ich total übersehen, dass Seilbahnen tatsächlich aus beweglichen Teilen bestehen! Aber der nette Einstiegshelfer hielt mir die Kabine kurz an, so dass ich problemlos einsteigen konnte. Puh!

Den Weg hinauf überlegte ich mir Strategien, wie ich oben wieder aus der Gondel rauskommen könnte, ohne mir oder dem Bein zu schaden. Es war ganz einfach :-) Da oben war nämlich auch ein Helfer, der die Kabine kurz anhielt. Super! Im Nachhinein: da fahren so viele Leute rauf, die deutlich schlechter zu Fuß sind als ich mit den Krücken, dass es kein Wunder ist, dass man Strategien für Fußlahme hat.

Oben hat es natürlich auch haufenweise Treppen und zum Klo muss man dann nochmal eine Extra-Treppe runter und rauf. Was prinzipiell kein Problem ist, Treppen kann ich, ich bin halt bloß sehr langsam. Ich erntete allerlei mitleidige und seltsame Blicke, das war mir aber sowas von egal.

Als ich aus dem Seilbahnhäusl/Restaurant trat, blieb mir erst mal fast der Atem weg. Berge, Berge, Berge, so weit das Auge reichte. Und noch massig Schnee, Lawinen und Schneebretter in der näheren und ferneren Umgebung eingeschlossen. Hach! Ich glaube, ich hatte schon etwas Entzug, selbst mit der Klinik am Tegernsee ;-)

Ich ging erst mal zur Kapelle vor und schaute mir die Gegend dort von einer Bank aus an. Vor mir war der scharfe Grat, über den wir vor 2 1/2 Jahren bei der SAN Weihnachtsfeier gekraxelt waren. Nett!

Auf der anderen Seite der Seilbahn war der Wallberg-Gipfel. Das war nicht weit, vielleicht 150 Höhenmeter, aber natürlich für mich völlig unschaffbar. Ich ging trotzdem mal in die Richtung, denn da führte ein breiter Forstweg hin. Der war erst gemütlich und wurde dann ziemlich steil.

Hochzugehen war aber gar kein Problem. Ich testete kurz, wie runtergehen war und ging dann weiter. Bis zum Ende des breiten Wegs. Da war dann wirklich Schluß, denn der Bergweg ging umgehend in Felsen über und da wieder runter zu krücken wäre sicherlich schief gegangen.

Ich ging stattdessen seitlich in eine steile Wiese, suchte mir ein schönes Plätzchen und machte da Brotzeit mit meiner ‘geklauten’ Semmel und den Kirschen. Ganz bequem war es nicht, aber ich lag trotzdem lang in der Wiese rum, des Gefühls wegen. Draussen! Oben!

Der Runterweg war anspruchsvoll, steil und steinig. Ich ging entsprechend vorsichtig und kam ohne Zwischenfall wieder bei der Bahn an. Dort setzte ich mich nochmal auf eine Bank, aber so langsam war es Zeit wieder zu gehen. Das Bein jammerte rum und wollte Eis. Ich fuhr also wieder runter und mit dem Bus zurück.

In der Klinik ging ich erst mal duschen und legte mich dann aufs Bett und nacheinander beide Coolpacks aufs Knie. Als die beide warm geworden waren, ging ich runter und gönnte mir einen Eiskaffee im Aussencafe. Voll verdient!

Nach dem Abendessen holte ich mir dann noch Eis, denn die Coolpacks wurden in der Kürze der Zeit nicht mehr richtig kalt. Ich ging ohne Krücken zum Eis! Fand ich ehrlich gesagt, ziemlich abenteuerlich, denn im Zimmer hat es ja überall Wände, Stühle und sowas zum Festhalten, so ein Gang ist aber breit und da ist nix. Es ging aber gut, auch wenn ich humpeliger unterwegs war, als ich mir gewünscht hätte.


An der Wallbergbahn


Blick und Weg zur Kapelle


Der Tegernsee von oben


Wallberggipfel von der Kapelle aus


Auf dem steilen Weg


Am Felsaufbau war Schluß für mich


Ausblick von meinem Pausenplatz


Rückfahrt

Von engel am 02.06.2019 23:00 • diaryKnieOPoutdoorberg(1) Kommentare

Edeka-Ausflug

Samstag, Juni 01, 2019

Ich ging um 7 zum Frühstück, denn der Vormittag war dicht gepackt mit Terminen. Ich war auch schnell fertig mit dem Frühstück (trotz vollem Programm: Obstsalat mit Joghurt, eine Semmel mit Wurst/Käse und Frischkäse/Marmelade auf je einer Seite, Orangensaft und viel Kaffee) und traf keine der anderen Tischdamen. Vor dem ersten Termin sauste ich noch ins Zimmer hoch, um meine Teekanne abzustellen und das Badezeug mitzunehmen.

Um 8 war Wassergymnastik mit einer sehr großen Gruppe. Sehr effektiv und sehr nett. Jede Übung endete mit “Und jetzt das Ganze nochmal mit geschlossen Augen!”, was ein ganz neues Schwierigkeitslevel darstellt. Besonders wenn man mit speziellen Schrittfolgen das Becken queren soll. Faszinierend war übrigens, dass mein Beinschlag derzeit keinen Effekt hat. Ich hatte ein Schwimmbrett und wollte daran ein Stück paddeln, aber ich strampelte total auf der Stelle. Seltsam!

Ich war diesmal in Normalkleidung runter gegangen und hatte mich umgezogen statt im Bademantel direkt aus dem Zimmer zu kommen. Nach der Wasssergymnastik zog ich mich wieder um und sauste ins Bewegungscenter um mein Training durchzuziehen. Ganz kurz versuchte ich 10 Löcher auf dem Rad, also die volle Kurbellänge, aber das war nichts. Ich ging zurück auf 9 Löcher, nahm dafür aber 60 Watt.

Ich war mit meinem Knie-Training gerade rechtzeitig zur Gehschule fertig. Die war wieder fordernd, wie üblich. Ich versuchte, wo möglich die Krücken nur mitzuführen, aber nicht zu verwenden. Das ging vorwärts schon ganz gut, rückwärts und seitwärts aber gar nicht. Am Ende spielten wir ‘Fussball’ mit kleinen gefüllten Stoffsäckchen. Kicken ist auch noch nicht so meins.

Danach radelte ich nochmal 10 Minuten und ging dann hoch, um laaaang zu duschen und ein Coolpack aufs Bein zu legen.

Beim Mittagessen machte ich mit Nadine aus, dass wir uns um 2 treffen würden, um zum Edeka zu gehen. Ein richtiger Ausflug! Nadine ging sich ausruhen (stressiger Vormittag) und ich ass gemütlich fertig. Noch während ich am Tisch sass, wuchs die Menge der Leute, die später zum Edeka gehen würden, deutlich an ;-)

Wir trafen uns im Aussencafe und diskutierten eine Weile, ob wir den nahegelegenen (etwa 900 Meter) oder den weiter entfernten Edeka (etwa 2,5 Kilometer) nehmen sollten. Ich war nicht sicher, ob ich den weiten Weg schaffen würde (man muss ja auch wieder zurück) und zwei der Herren verweigerten den weiten Weg komplett. Damit war klar, dass wir zum nahegelegenen Edeka gehen würden. Das ist eh der schönere Weg, weil man am Söllbach laufen kann.

Meine Motivation war nur, Kaugummi und Haarspülung zu kaufen und halt einen Spaziergang zu machen (Kirschen und runtergesetzte Schokolade liefen mir allerdings auch über den Weg). Die Gruppe aber kaufte für eine Strandparty ein: Chips, Würstchen, Käsewürfel, Zeugs. Bier war schon besorgt worden. Ich wurde auf dem Rückweg auch eingeladen.

Zurück in der Klinik waren fast alle kaputt. Gut 2 Kilometer laufen ist kein Zuckerschlecken, wenn man nichts mehr gewohnt ist. Wir setzten uns noch gemeinsam ins Aussencafe und ich trank - es wird niemanden wundern - einen Eiskaffee. Dann war aber echt wieder Zeit, das Bein hochzulegen und zu kühlen. Ich verabschiedete mich.

Nach dem Abendessen holte ich mir noch eine Jacke und ging dann runter an den See, wo die Herrschaften schon 3 Bänke zu einem U zusammengestellt hatten. Ein Kasten Bier und Radler stand im See und in die Mitte des Us waren all die Fressalien ausgekippt worden. Ich bekam ein Radler spendiert und bediente mich an Radieschen und Kirschen. Es war nett, aber ziemlich kühl da unten. Um 9 verabschiedete ich mich.

Nachtrag:
Als wir so gemütlich beisammen sassen, ganz und gar nicht leise, schwamm ein Biber vorbei. Grad mal 10 Meter entfernt!


Unerschrockener Enterich bei der Mittagspause am See


Ein Biber schwimmt vorbei

Von engel am 01.06.2019 23:00 • diaryKnieOP(0) Kommentare

Resilienz

Freitag, Mai 31, 2019

Der Tag begann früh mit einem Vortrag um 8, zu dem auch Nadine durfte. Wir unterhielten uns ein letztes Mal mit der uns verlassenden Dame und gingen dann zum Vortragsraum.

Der Vortrag hieß ‘Schutzfaktoren’ und es ging um Resilienz, also darum, wie man mit Schwierigkeiten und Problemen umgeht und sie übersteht. Er wurde von einer Psychologin gehalten und die machte das wirklich super.

Mitgenommen habe ich, dass man, um bestmöglich aus egal welchen Situationen, in die einen das Leben schmeisst, rauszukommen, Folgendes braucht:

  • Optimismus, Humor
  • Verlassen der Opferrolle
  • Akzeptanz
  • Verantwortung
  • Zukunftspläne, Visionen
  • Netzwerk-Orientierung, Information

Ich hatte während des ganzen Vortrags, der eigentlich eher ein Gespräch war (wir sassen in einem großen Kreis, sie stellte Fragen und erklärte dann), das Gefühl, ‘Jajaja!’ sagen zu müssen, denn genau so, wie die Psychologin das beschrieb, sehe (und mache) ich das auch. Das war prima.

Dann hatte ich eine Pause, in der ich aufs Zimmer ging, bevor der große Physiotherapie-Marathon aus manueller Lymphdrainage, Krankengymnastik und Motorschiene begann. Die Lymphdrainage war leider nicht so gut wie die erste, aber nett war sie natürlich trotzdem. Nicht so nett war, dass ich im Anschluß einen geänderten Therapieplan bekam, in dem die Krankengymnastik fehlte. Die finde ich aber das allerwichtigste (Schmerzen hin oder her) und das nervte mich gewaltig. Was genau gar nichts half.

Ich ging runter ins Bewegungszentrum, um mich aufs Rad zu setzen. Ich nahm 9 Löcher bei 50 Watt und das ging so gut wie die 8 Löcher. Liegt vermutlich daran, dass ich den Sattel wieder runter stellen musste. Bei der Motorschiene hänge ich aber nach wie vor bei 105 Grad und da tut sich einfach nichts mehr. Das Problem dürfte jetzt dasselbe sein wie bei der Beugung: das ging schon seit Jahren nicht mehr und alles ist verkürzt und verhärtet.

Vor dem Mittagessen bekam ich noch Strom, dann ging ich hoch zum Essen. Wir haben nun eine neue Tischdame und ich habe das Gefühl, mit der werde ich nicht warm werden. Schaumermal.

Nach kurzer Pause ging es mit einem Vortrag zu Prothesen weiter. Es ging darum, was man darf und was man nicht darf, was vor allem bei den Hüftprothesen eine Rolle spielt, weil man die Hüfte erst mal nicht weiter als 90 Grad beugen darf. Bei den Knien stand nur, dass man sich wegen der Scherkräfte nicht auf dem Bein drehen soll. Das alles etwa für die ersten 3 Monate. Und danach hängt es mehr oder weniger von einem selbst ab, was man kann und tut oder auch nicht. Eben!

Vor der Wärme ging ich nochmal radeln (15 Minuten, 9 Löcher, 50 Watt) und danach machte ich den Rest meines Trainings. Das ist nach wie vor echt stressig für’s Knie und ich habe aktuell einfach nicht das Gefühl, als ginge da was nach. Training tut an den Endpunkten der Bewegung einfach nur weh, aber die blöden Punkte bewegen sich nicht. Naja, Geduld braucht man auch, wird einem immer gesagt und das stimmt wohl. Ich bin bisher halt verwöhnt von den schnellen Fortschritten.

Weil ich jetzt darf, übe ich auch immer wieder ohne Krücken gehen, bzw. die Krücken nur minimal zu benutzen. Das klappt mal besser, mal schlechter. Wichtig scheint mir, dass man auch ohne Krücken möglichst ‘unhumpelig’ läuft. Das ist noch einigermaßen schwierig.

Am Ende des Trainings radelte ich nochmal 10 Minuten. Momentan steige ich mit dem gesunden Bein auf und mit dem Operierten ab. Da muss ich jetzt mal anfangen, das anders herum zu üben, denn beim Absteigen von einem echten Rad muss man ja gescheit stehen und nicht komisch rumeiern.

Danach stand noch Wassergymnastik zum Selberüben kurz vor dem Abendessen auf meinem Trainingsplan. Ich ging aber lieber direkt runter. Vorher fragte ich noch im Schwesternzimmer, ob ich ohne Folienpflaster ins Wasser dürfe und bekam die Freigabe.

Ich übte all das, was wir in der letzten Gruppe gemacht hatten und es war wieder ziemlich fordernd. Ich blieb eine halbe Stunde und war dann reichlich durchgefroren. Eine lange heisse Dusche behob das aber wieder :-)

Das Abendessen war nicht so nett und lang und ratschig wie sonst. Nadine fehlte, weil sie mit ein paar Anderen zum Pizzaessen ging und irgendwie ergab sich kein richtiges Gespräch. Wir gingen bald alle unserer Wege.

Von engel am 31.05.2019 23:00 • diaryKnieOP(0) Kommentare

Ohne (kurz jedenfalls)!

Donnerstag, Mai 30, 2019

Ich begann den Feiertags-Donnerstag mit einem sehr frühen Frühstück, um nach meinen Terminen einerseits noch duschen zu können und andererseits vor allem auch noch Zeit zum Knie ausruhen zu haben denn der beste Allgäuer von Allen wollte kommen.

Dieser Tag war der, ab dem ich offiziell Vollbelastung hatte. Ich war schon vorher im Bad hier und da mal auf das operierte Bein gestanden, immer nur kurz und mit halb schlechtem Gewissen. Aber nun durfte ich das ja offiziell. Ich übte also nach dem Aufstehen (eine Weile danach, direkt nach dem Aufstehen ist das Bein schwach und dumm) ohne Krücken zu laufen.

Und das war echt schwierig. Nicht wegen des Beins, das machte alles klag- und schmerzlos mit. Mein Kopf ist das Problem, die ständige Angst da drin. Nur mit höchster Konzentration brachte ich 3 Schritte ohne Humpeln zustande. Nunja, das muss geübt werden, wie alles andere. Wird schon werden :-)

Beim Frühstück traf ich nur eine Tischdame, die auch Besuch bekam und alles vorher erledigen wollte. Wir trafen uns kurz danach beim Training (immer noch 8 Löcher und 50 Watt, ging aber sehr gut) und dann bei der Gehschule.

Die Gehschule war auch diesmal sehr anstrengend. Glaubt man gar nicht, wenn man da so zuschaut, denn da laufen halt ein paar Leute in einer Halle im Kreis rum. Normal, langsam, schnell, vorwärts, rückwärts, seitwärts, andersrum seitwärts, mit Anfersen und Knie heben und schnellen vorwärts-rückwärts Schritten. Danach tat mir das Knie weh und ich ging aufs Zimmer, um erst zu duschen und dann ein Coolpack aufs Knie zu legen.

Der beste Allgäuer hatte den Schwager dabei. Wir gingen erst mal hoch auf mein Zimmer, um das anzuschauen, dann mit einem Spaziergang um die Klinik rum zum Freibad-Kiosk, wo es Kaffee und Bier gab. Ganz kurz war ein bisserl Sonne, dann war es kühl und windig. Als uns kalt wurde, gingen wir auf dem Seeweg zurück zur Klinik und setzten uns für Kaffee uns Kuchen rein. Da war es schön warm ;-)

Der Schwager verschwand dann nochmal zum Freibadkiosk und wir gingen nochmal um die Klinik herum und dann auf mein Zimmer, denn inzwischen brauchte ich Pause. Und dann war schon wieder Zeit zum Fahren. Der Weg hierher ist halt schon arg weit.

Abends sassen wir 4 Tischdamen noch etwas im Cafe beieinander, denn am nächsten Tag würde uns die mir gegenübersitzende Dame verlassen. Das war ein bisserl schade, denn ich finde, wir 4 waren eine nette Gruppe. Aber für die Dame war es natürlich super und sie kriegte sich ja schon seit Tagen nicht mehr richtig ein. Endlich das eigene Bett, der eigene Kaffee, der Hund, die Freunde. Da freut man sich natürlich für sie mit :-)

Von engel am 30.05.2019 23:00 • diaryKnieOP(0) Kommentare

Stagnation irgendwie

Mittwoch, Mai 29, 2019

Diese Nacht war nicht so geruhsam, wie die vorige. Ich wachte ein paar Mal auf, weil dem Knie nicht wohl war, schlief aber immer schnell wieder ein.

Ich ging mittelfrüh zum Frühstück, denn mein erster Termin, ‘Cryojet’, war um 8:30h. Die Kälte tat auch diesmal ausgesprochen gut. 2 Minuten sind aber echt wenig, denn allzu läng hält die Beruhigung nicht an.

Vor dem Vortrag hatte ich dann etwa 20 Minuten Zeit und nutzte die auf dem Rad (immer noch 8 Löcher und 50 Watt, das stagniert gerade). Danach hielt einer der Sport-Orthopäden einen Vortrag über Arthrose, der ausgeprochen interessant war. Ich lernte nicht allzu viel Neues (ich beschäftige mich ja nun schon seit einer Weile mit dem Thema), es war aber trotzdem sehr interessant. Vor allem die beiden mitten-in-der-OP-Bilder eines total degenerierten Knies und einer ziemlich kaputten Hüfte faszinierten mich. Das ist aber wohl nicht für alle so. Die mir gegenüber sitzende Tischdame erzählte mittags, an der Stelle wäre sie beinahe vom Stuhl gekippt.

Ich hatte dann wieder etwas Zeit und ging nochmal aufs Rad und dehnte die Wadl-Muskeln. Danach war Motorschiene (105 Grad, das stagniert auch grad) und endlich eine kleine Pause. Ich ging aufs Zimmer und legte mir ein Coolpack aufs Knie, das darüber sehr froh war.

Nach dem Mittagessen wollte ich eigentlich direkt ins Bewegungscenter gehen, um danach nochmal ein Pause zu haben, aber ich hatte übersehen, dass da Mittwoch Mittag zu ist. Ich nahm die Pause gleich und ging so trainieren, dass ich direkt im Anschluß zum Lymphamat gehen konnte. Danach war wieder eine kurze Pause, in der ich nochmal ein sehr willkommenes Coolpack aufs Knie legte.

Danach war mir kalt, ideale Voraussetzung für die Wassergymnastik :/ Ich ging ein wenig früher hin, um mein freies Üben vor der eigentlichen Gruppe durchzuziehen. Die Wassergymnastik war diesmal deutlich besser als am Vortag, was sicherlich auch daran lag, dass die Gruppe sehr klein war und es keine ständig gackernden Hühner in der Gruppe hatte.

Ordentlich ausgeführt - und ich gab mir wirklich Mühe - waren die Übungen teilweise wirklich stressig für’s Knie. Der Therapeut betonte immer wieder, dass man nur bis zur Schmerzgrenze gehen solle und nicht drüber, aber das ist gar nicht so einfach. Wenn man so konzentriert dabei ist, Gleichgewicht zu halten und die Übungen korrekt auszuführen, merkt man gelegentlich halt doch etwas spät, wenn es irgendwo sticht.

Danach war das Knie jedenfalls ordentlich angestrengt. Für ein Coolpack war mir allerdings zu kalt. Ich duschte lang und heiss und legte mich dann ins Bett, mit der Decke komplett über mir (seit der OP lasse ich das Knie eigentlich draussen, damit es so kühl bleiben kann, wie möglich).

Die Tischdamen waren nach dem Abendessen alle müde (vor allem die, die nun schon ein paar halbe Nächte lang gefeiert hatten), mir war aber nach einem Betthupferl, deswegen setzte ich mich allein ins Cafe vor den Kamin und genoss sehr gemütlich einen Eiskaffee.

Von engel am 29.05.2019 23:00 • diaryKnieOP(0) Kommentare
Page 2 of 282 pages
 <  1 2 3 4 >  Letzte »

Reiseberichte

Bücher :-)

Letzte Einträge

Letzte Kommentare

Blogroll


Have fun!