Dein Browser kann leider nicht vernünftig mit CSS umgehen. Den Inhalt siehst du, das Design dagegen ist futsch.

Exkursion

Sonntag, Juni 02, 2019

Ich ging früh zum Frühstück, denn ich hatte viel vor. Etwas verschämt machte ich mir eine Extra-Semmel mit Schinken und Käse und packte sie samt Serviette in meinen Rucksack, den ich genau zu diesem Zweck mitgenommen hatte ;-)

Die Semmel parkte ich im Kühlschrank bei den Kirschen und ging dann erst mal gründlich trainieren. In letzter Zeit habe ich eigentlich keine Zeit mehr für die Extra-Übungen für den Oberkörper, heute ließ ich sie bewusst weg, denn ich wollte nochmal das Knie kühlen, bevor ich startete.

Der Bus fuhr um 10:20h. Ich war - natürlich - um 10:05h da und stand mir erst mal die Beine in den Bauch. Auf dem Bus stand ganz unerwartet ‘Wallbergbahn’, dabei hatte die DB Navigator App behauptet, ich müsse umsteigen. Der Busfahrer meinte, einfach sitzen bleiben, er würde nur eine Runde durch Rottach-Egern drehen und dann wieder an der Umsteige-Haltestelle vorbei fahren. Folglich stiegen dort all die Leute wieder ein, die da kurz vorher erst ausgestiegen waren.

An der Wallbergbahn erwarteten mich erst mal viele Treppen. Schon klar, an einer Bergbahn macht man keine Aufzüge hin. Der Kassenmensch meinte auf meine Frage, ob es Ermäßigung für Reha-Patienten gäbe, er könne mich als Kurgast behandeln. Fand ich prima, aber ich habe nicht nachgeschaut, ob das dann auch tatsächlich eine Ermäßigung gab ;-)

Als ich die Treppen zur Bahn hinter mir hatte, erwartete mich die erste Hürde: Einsteigen in die fahrende Seilbahngondel. Ähem! Das hatte ich total übersehen, dass Seilbahnen tatsächlich aus beweglichen Teilen bestehen! Aber der nette Einstiegshelfer hielt mir die Kabine kurz an, so dass ich problemlos einsteigen konnte. Puh!

Den Weg hinauf überlegte ich mir Strategien, wie ich oben wieder aus der Gondel rauskommen könnte, ohne mir oder dem Bein zu schaden. Es war ganz einfach :-) Da oben war nämlich auch ein Helfer, der die Kabine kurz anhielt. Super! Im Nachhinein: da fahren so viele Leute rauf, die deutlich schlechter zu Fuß sind als ich mit den Krücken, dass es kein Wunder ist, dass man Strategien für Fußlahme hat.

Oben hat es natürlich auch haufenweise Treppen und zum Klo muss man dann nochmal eine Extra-Treppe runter und rauf. Was prinzipiell kein Problem ist, Treppen kann ich, ich bin halt bloß sehr langsam. Ich erntete allerlei mitleidige und seltsame Blicke, das war mir aber sowas von egal.

Als ich aus dem Seilbahnhäusl/Restaurant trat, blieb mir erst mal fast der Atem weg. Berge, Berge, Berge, so weit das Auge reichte. Und noch massig Schnee, Lawinen und Schneebretter in der näheren und ferneren Umgebung eingeschlossen. Hach! Ich glaube, ich hatte schon etwas Entzug, selbst mit der Klinik am Tegernsee ;-)

Ich ging erst mal zur Kapelle vor und schaute mir die Gegend dort von einer Bank aus an. Vor mir war der scharfe Grat, über den wir vor 2 1/2 Jahren bei der SAN Weihnachtsfeier gekraxelt waren. Nett!

Auf der anderen Seite der Seilbahn war der Wallberg-Gipfel. Das war nicht weit, vielleicht 150 Höhenmeter, aber natürlich für mich völlig unschaffbar. Ich ging trotzdem mal in die Richtung, denn da führte ein breiter Forstweg hin. Der war erst gemütlich und wurde dann ziemlich steil.

Hochzugehen war aber gar kein Problem. Ich testete kurz, wie runtergehen war und ging dann weiter. Bis zum Ende des breiten Wegs. Da war dann wirklich Schluß, denn der Bergweg ging umgehend in Felsen über und da wieder runter zu krücken wäre sicherlich schief gegangen.

Ich ging stattdessen seitlich in eine steile Wiese, suchte mir ein schönes Plätzchen und machte da Brotzeit mit meiner ‘geklauten’ Semmel und den Kirschen. Ganz bequem war es nicht, aber ich lag trotzdem lang in der Wiese rum, des Gefühls wegen. Draussen! Oben!

Der Runterweg war anspruchsvoll, steil und steinig. Ich ging entsprechend vorsichtig und kam ohne Zwischenfall wieder bei der Bahn an. Dort setzte ich mich nochmal auf eine Bank, aber so langsam war es Zeit wieder zu gehen. Das Bein jammerte rum und wollte Eis. Ich fuhr also wieder runter und mit dem Bus zurück.

In der Klinik ging ich erst mal duschen und legte mich dann aufs Bett und nacheinander beide Coolpacks aufs Knie. Als die beide warm geworden waren, ging ich runter und gönnte mir einen Eiskaffee im Aussencafe. Voll verdient!

Nach dem Abendessen holte ich mir dann noch Eis, denn die Coolpacks wurden in der Kürze der Zeit nicht mehr richtig kalt. Ich ging ohne Krücken zum Eis! Fand ich ehrlich gesagt, ziemlich abenteuerlich, denn im Zimmer hat es ja überall Wände, Stühle und sowas zum Festhalten, so ein Gang ist aber breit und da ist nix. Es ging aber gut, auch wenn ich humpeliger unterwegs war, als ich mir gewünscht hätte.


An der Wallbergbahn


Blick und Weg zur Kapelle


Der Tegernsee von oben


Wallberggipfel von der Kapelle aus


Auf dem steilen Weg


Am Felsaufbau war Schluß für mich


Ausblick von meinem Pausenplatz


Rückfahrt

Von engel am 02.06.2019 23:00 • diaryKnieOPoutdoorberg

Diesen Entzug kann ich voll und ganz nachempfinden :-)

[1] Von Sabine am 03.06.2019 13:46

Name:  

E-Mail:  

URL:  

Angaben merken?

Nachricht bei weiteren Kommentaren?

Reiseberichte

Bücher :-)

Letzte Einträge

Letzte Kommentare


Have fun!