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Samstag, 31.08.2019: Bike&Hike Grasbergsteigen

Freitag, September 06, 2019

Das Wetter war schön angesagt, das musste genutzt werden. Ich wollte ‘aufnBerg’, aber nicht allzu weit zu Fuß, die eine Tour im Urlaub, wo mir der Abstieg so sehr schwer gefallen war, wirkte noch nach. Ich hatte mir deswegen ein paar Bike&Hike Touren rausgesucht, wo man oben mit vergleichsweise wenigen Höhenmetern auf einen Gipfel kommt.

Wir fuhren ins Tannheimer Tal, wo wir zu unserem Erstaunen am Oberjoch in Stau kamen. Wir beschlossen, am Oberjoch zu starten (Wozu haben wir Fahrräder?) und luden am Skiparkplatz aus. Ich hatte kurz den Verdacht, dass das eine Nebenwirkung der Tiroler Nebenstraßen-Kontrollen sein könnte, aber es lag dann ganz einfach nur an einer Brückenbaustelle.

Wir radelten auf dem Nebenweg nach Schattwald runter und beschlossen direkt, da nicht wieder hinauf zu fahren. Einerseits war es zwischendrin recht steil und andererseits landet man unten auf der Hauptstraße, was beim Runterfahren nicht problematisch ist, beim Rauffahren aber sicherlich nervig geworden wäre.

In Schattwald bogen wir nach links ab und radelten die recht gemütliche Forststraße Richtung Einstein hinauf. Im oberen Bereich bogen wir links ab und legten die Räder an einem Baum ins Gras. Dann zogen wir uns um (kurze Hosen statt der gepolsterten Radlhosen) und machten erst mal Pause. In der Sonne am Berg im Gras liegen. Hach!

Der Weg hier hinten ist so selten begangen, dass wir ihn nur mit Hilfe des GPS fanden. Gleich am Anfang trafen wir auf frei laufende Pferde, von denen eines gleich neugierig her kam und an meinem Rucksack rumzupfte. Pferde, hier Haflinger, sind zwar friedlich, aber so groß, dass sie von der Nähe halt doch ein bisserl unheimlich sind. Ich war froh, dass es den Rucksack dann doch langweilig fand und abließ ;-)

Der beste Allgäuer von Allen war Barfuß unterwegs und freute sich sehr am wechselnden Untergrund. Gras, Moor, Moos, mal warm, mal kühl. Es war überhaupt sehr idyllisch hier hinten.

Nach dem ersten Buckelchen (und einem blöden Stacheldraht-Durchlass) kamen wir auf den bezeichneten Weg. Da ging es sehr steil einen Grasbuckel hinauf. Es war feucht, es war warm, es war steil ... ich fand den Aufstieg, grad mal 200 Höhenmeter, brutal anstrengend. Dem Knie ging es ziemlich gut, meiner Kondition nicht so. Ich schnaufte wie ein Walross und war echt froh, als wir den Rücken bezwungen hatten. Natürlich hätte ich auch Stöcke nehmen können, aber raufwärts muss das auch ohne gehen.

Ich hatte angedacht, eventuell noch einen Buckel weiter zu gehen, aber angesichts des steilen Aufstiegs, von dem ich ja noch nicht wusste, wie er mir auf dem Runterweg bekommen würde, war dann doch am ersten Gipfel Schluss. Auch wenn der kein Gipfelkreuz hat.

Nach einer kurzen Pause stiegen wir wieder ab. Der beste Allgäuer von Allen verschwand gleich im Wald, ich blieb auf dem Weg. Ich ging bis zum Anfang des Abstiegs und wartete dort. Ich wartete lang, mir war ja klar, dass den Mann im Fall von Steinpilzen (und die waren in der Gegend zu erwarten) das Sammelfieber ereilen würde. Als er aber nach wirklich langer Zeit noch immer nicht kam, ging ich zurück Richtung Gipfel und brüllte in den Wald hinein. Vergebens. Ich ging zum Abstieg.

Unterdessen hatte der beste Allgäuer von Allen natürlich Steinpilze gefunden. Einer schöner als nächste und Unmengen davon. Er ging zwar mal wieder hoch bis zu einer ‘Lichtung’ und rief nach mir, aber ich hörte nichts.

Also marschierte ich genervt den Weg hinab, er marschierte genervt wieder hinauf, weil er schon unten an der Straße gewesen war. Da trafen wir dann endlich aufeinander. Zum Merken: Immer einen Treffpunkt ausmachen! Oder Funkgeräte mitnehmen.

Der steile Abstieg war anstrengend, ging aber besser als ich befürchtet hatte. Am Ende schmerzte das Knie etwas, das wurde aber beim Aufstieg über den kleinen Buckel vor den Bikes schon wieder besser. Ich war trotzdem froh als wir bei den Rädern waren.

Wir diskutierten kurz über den Rückweg und einigten uns schnell: Nicht einkehren (es zogen schon ordentlich dicke Wolken auf) und nicht über die Hauptstraße zurück fahren. Neue Wege direkt auf dem Navi suchen ist nicht ganz einfach, aber ich fand den Radweg über Unterjoch und die Alpe Untere Schwande problemlos. Der Weg war zwar lang und von E-Bikern verseucht, aber bestimmt viel schöner, als im fetten Verkehr auf der Hauptstraße zum Oberjoch zu radeln. Auf dem Heimweg wurde es in den Bergen sehr dunkel, vermutlich hatten wir den Absprung grad noch so geschafft.

Vor dem Abendessen schnitt der beste Allgäuer von Allen für Sonntag schöne Schnitzel aus den Pilzen und ich machte aus dem Rest Pilzgulasch, das wir mit Semmelknödeln genossen :-) Pilze, die man gleich isst, sind die besten!


Hindernis auf dem Nebenweg nach Schattwald


Raufradeln


Sonnenpause


Neugieriger Haflinger


Das Rucksack-Zupf-Pferd


Abstieg zum Aufstieg


Mini-Buckel-Abstieg. Ich laufe noch nicht rund.


Fast oben mit Aussicht


Abstieg. Braucht Konzentration, ist anstrengend.


Abfahrt


Umweg übers Unterjoch zum Oberjoch

Von engel am 06.09.2019 17:34 • outdoorbergmtb
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