Auch der letzte Tag des Jahres sollte noch mal einigermaßen schön und warm werden. Wir gingen eine letzte Runde über den Illertalhügel, um Bewegung zu bekommen und für das Silvester-Raclette schon mal ein paar Kalorien zu verbrauchen.
Wir gingen die Runde zwengs der Abwechslung mal wieder über die Waldseite hoch und über den Sonnenfleck am Grat runter. Wo am Vortag der Bauer die Holzreste verbrannt hatte, war ein riesiger, ordentlich zusammen gekehrter Haufen Asche, von dem noch erstaunlich viel Wärme abstrahlte.

Start im T-Shirt

Das Ziel in Sicht

Von Winter ist zum Jahreswechsel nichts zu sehen

Oben

Ganz hinten sieht man etwas Schnee
Nach einem Ruhetag (der eher daher kam, dass wir uns nicht aufraffen konnten, das Wetter war so schlecht nicht) nutzten wir den schönen und unglaublich warmen Tag (12 Grad!) zu einer kleinen Runde über den Illertalhügel.
Der beste Allgäuer hatte sich weiter eingehend mit der Kamera beschäftigt und sich eigene Programme (Weißabgleich, Farbe, etc.) zusammengestellt. Und weil das meinem Hang zur Klick-Fotografie zugutekommt, hatte er mir dieselben Programme auf meiner Kamera gebaut.
Wir gingen vorn über den Pavillon hoch, um die Sonne zu nutzen, so lang sie noch da war. Am Bierbankl auf der Aussichtwiese hatten wir einen guten Blick über das Illertal auf den Hauptkamm. Unten war alles grün, oben dann aber doch fast winterlich weiß. Und es hatte ordentlich Sturm da oben, die Schneefahnen waren mit bloßem Auge gut zu erkennen und waren auf der Kamera im Zoom echt beeindruckend!
Nach einer warmen Pause in der Sonne vor dem letzten Waldstück gingen wir zum Gipfel. Inzwischen war die Sonne so halbwegs verschwunden und weil noch dazu am Gratweg ein Bauer Baum- und Holzreste unter ordentlich Qualm verbrannte, gingen wir auf der Nordseite durch den Buchenwald runter. Das Laub hatte sich inzwischen schon einigermaßen gesetzt, sodass ich mich auch ohne Stöcke (wenn auch seeehr vorsichtig) runter traute.

Start bei Weiher mit Gegenlicht

Auf der grünen Wiese

Gerangel vorm Pavillon

Bergblick

Waldanstieg

Bierbankl

Schneefahnen über Wildengundkopf, Trettachspitze, Mädelegabel

Schneefahnen im vollen Zoom

Schwer einzufangen: ein Eichelhäher

Vor dem Gipfel

Abstieg

Abstieg
Nach einem Tag Pause sollte es wieder schön werden und wir nahmen uns einen weiteren Südseitenanstieg im Tannheimer Tal vor. Die Kameras hatten wir inzwischen halbwegs passend eingestellt (hofften wir), sodass es bei schönem Wetter und gutem Licht ein besseres Ergebnis geben sollte.
Am Parkplatz bei Grän standen schon ein paar Autos. Die Leute, die kurz vor uns und kurz nach uns losgelaufen waren, ließen uns bald hinter sich, weil wir natürlich weiter mit Motivsuche und Ausprobieren beschäftigt waren (wobei die schnellen jungen Männer hinter uns sowieso bald vorbei gezogen wären).
Es hatte eine leichte Schneeauflage und es war unten erst mal einigermaßen kalt. Nach der zweiten Brücke kamen wir in die Sonne (leider hatte es Schleierbewölkung) und konnten immerhin eine Schicht Kleidung ablegen. Der Schnee und das festgetretene Eis wurden langsam mehr und so konnten wir kurz vor dem Sattel das nächste tolle Christkindmitbringsel (wieder für beide, nur diesmal aus der anderem Richtung) ausprobieren: Leichtsteigeisen, Kettengrödel oder wie immer die Dinger heißen. Nicht leicht anzuziehen, aber wenn die mal drauf sind, sind sie Klasse :-)
Am Sattel wurde es windig. Wir gingen bis zur Kissinger Hütte und machten dort auf windgeschützten den Bänken vor dem Winterraum eine Teepause. Hier legten wir eine weitere Schicht auf (bei mir war dann Ende mit Zusatzklamotten, ich hatte das Wetter komplett falsch eingeschätzt) und nahmen Handschuhe. Und das war gut so, denn als wir hinter der Hütte auf dem Weg zum Gipfel ums Eck gebogen waren, legte der Wind ordentlich zu. Den Wolken nach war das ein Föhnsturm und er wurde umso stärker, je höher wir kamen.
Die ‘Winterrinne’ am Gipfelaufbau hatte kaum Schnee und das Seil des Sommeraufstiegs verschwand auf halber Höhe unter einem steilen Schneefeld. Die meisten gingen bis zum Schneefeld und drehten dann um. Wir schauten uns das alles gut an und beschlossen dann, dass dieser Tag kein Gipfeltag war. Von oben wurde ständig neuer Triebschnee in das Schneefeld geblasen und die Steigspur verschwand immer wieder unter Triebschnee. Das konnte nicht sehr stabil sein und der Weg nach unten ist da oben schon ganz schön weit. Wir gingen lieber rüber zum Nebengipfel.
Dort war es natürlich auch sehr windig und entsprechend kalt. Nach ein paar Fotos stiegen wir wieder zur Bad Kissinger Hütte ab, wo es auf den Bänken vor dem Winterraum inzwischen schon relativ voll war. Es ging gerade jemand, deswegen fanden wir Platz für die zweite Teepause.
Wir gingen in Vollmontur weiter, aber schon nach dem Absatz hinter der Hütte ließ der Wind nach und war auf dem Abstieg nach dem Sattel kaum mehr zu spüren. Es dauerte nicht allzu lang, wieder warm zu werden und Schicht für Schicht abzulegen. Der weitere Abstieg war so friedlich und einfach, dass wir kaum glauben konnten, was da oben für ein Sturm gewesen war. Die neuen Grödel legten wir bei der Pause am Wasserhüttchen ab, danach war kaum noch Eis auf dem Weg.
Im Abstieg schauten wir immer wieder mal nach oben, wo der leicht weiße Gipfel vor einem schön blauen Himmel strahlte. Es war angenehm da unten und da oben sah alles ganz unschuldig und harmlos aus, ganz und gar nicht nach Sturm und wüstem Winterwetter.

Winterliches Ziel

Anstieg in Schnee (etwas zumindest)

Auf halbem Weg: Sonne!

Blick vom Sattel auf den Hüttengipfel

Bad Kissinger Hütte

In voller Montur geht es weiter

Gut eingepackt

Gams

Blick zum Gipfel mit dem Schneefeld

Querung zum Nebelgipfel

Übergang

Im Sturm am Nebengipfel

Abstieg

Weiter unten ist alles friedlich

Rückblick
Der Montag begann mit einem neuen, hellen und vor allem hoffentlich lang durchhaltenden Rücklicht. Das Alte, auch hell und seinerzeit mal halbwegs ausdauernd, hatte nur noch 1 1/2 Radltage gehalten (umgerechnet sind das nicht mal knapp anderthalb Stunden) und ich war immer wieder hinten unbeleuchtet rumgefahren, was in dieser Stadt, in der die Autofahrer nicht an Radler gewöhnt sind, eher so mittel ist. Jetzt also: Rücklicht :-)
Als ich in der Firma ankam, war der Büro-Komplex komplett dunkel, nur in der Produktion war Licht. Kein Wunder, eigentlich hatte die Firma bis 3-König Betriebsurlaub, nur ein paar Leute sollten ab Montag arbeiten. Ich kam problemlos ins Gebäude und prallte dann gegen die geschlossene Tür zu den Büros. Ich versuchte hinten herum zu den Büros zu kommen, aber auch da war zu. Na, das fing ja gut an im neuen Jahr!
Ich fragte in der Produktion, ob jemand wisse, wie man oben in die Büros käme und ein Mann fragte, ob meine Karte oben nicht funktioniere? Meine Karte? Ich hatte vermutet, man brauche einen Schlüssel. Er ging mit mir hoch und siehe da, neben der Tür war ein kleiner unscheinbarer Kartenleser, der mir anstandslos die Tür öffnete. Ich hab noch einiges zu lernen, scheint mir ;-)
Ich war eine Weile komplett allein im Gebäude, mit der Zeit kamen aber wenigstens vereinzelte Kollegen, unter anderem auch Kollege S. Arbeitsmäßig konnte ich nahtlos an vor Weihnachten anschließen und mich weiter in meine Projekte reinwühlen. Bei dem einen habe ich inzwischen das Gefühl, so was wie Überblick zu haben, das andere ist noch völlig neu. Für das braucht man für einen Teil tatsächlich noch Visual Studio 2003! Flashback direkt zurück in die 90er (oder so). Gegen Ende der Woche war ich dort über die ersten Hürden drüber und konnte das gesamte Produkt komplett übersetzen.
Am Mittwoch kam unser Chef (er ist auch S. direkter Vorgesetzter) und wir konnten eine grobe Jahresplanung und Zielsetzung machen. Ich bin mangels Überblick allerdings nicht ganz sicher, zu was ich da im Detail zugestimmt habe ;-) Wird schon werden.
Dem besten Allgäuer war es am Montag schon nicht ganz gut gegangen, am Dienstag wurde alles schlimmer und an seinem eigentlich freien Mittwoch war er krank. Donnerstag blieb er daheim, dann war die Woche ja eh aus. Das lange Wochenende war entsprechend ruhig. Netterweise konnte er sich dazu aufraffen, meinem Rocky einen neuen Schaltzug zu verpassen (und die Kassette hinten festzuziehen!). Das war dringend nötig.
Das Christkind hatte uns beiden neue ‘kleine’ Kameras gebracht (Klickkameras wird es nicht mehr lang geben, weil inzwischen die Handys alle so gute Bilder machen - Handys sind aber umständlich, um unterwegs Bilder zu machen), die wollten gründlich getestet werden. Wir gingen deswegen auf den Hausberg im Illertal.
Die Foto-Ausbeute mit den Standard-Einstellungen war erst mal einigermaßen enttäuschend (vermutlich auch, weil das Licht eher mau war), aber der Ausflug war trotzdem ein voller Erfolg, denn der beste Allgäuer entdeckte ein seltsames ‘Säckchen’ in einem Baum, das sich beim Heranzoomen als Steinkauz entpuppte :-)
Das Wetter war schon am Anfang eher mäßig und wurde immer schlechter. Wir kamen mit den ersten Tropfen am Auto an und fuhren im Regen nach Hause. Gutes Timing :-)

Start bei beinahe blauem Himmel

Auf dem unteren Rücken

Kauz :-)

Kauz :-)

Anstieg im Buchenwald

Gipfel

Abstieg

Der Regen rückt an
Beim gemütlichen Familien-Weihnachten hatte Neffe T. gefragt, ob er mit uns auf einen Berg gehen könne. Klar doch und wer sonst mag, darf auch mit. Neffe M. wollte auch. Das Wetter sollte super werden.
Wir holten T. und M. in Waltenhofen ab und sausten ins Gunzesrieder Tal. Die Straße nach Blaichach war gesperrt, da war die Feuerwehr dabei, ein noch schwelendes altes Haus zu löschen. Weia! Wir waren nicht früh dran, waren aber die Ersten auf dem Parkplatz in Gunzesried. Dann gingen wir los.
Die jungen Männer waren natürlich fürchterlich schnell, aber ich habe ja Übung darin, die Langsamste zu sein ;-) Wir gingen auf dem üblichen Weg los, bogen dann aber zum kleinen Kapellchen ab, um auf dem südseitigen Direktanstieg aufzusteigen. Die Neffen sausten natürlich vorneweg, aber die Einzige, die den Weg wirklich kennt, bin ich, deswegen war ich nach dem Durchschlupf sogar mal vorne dran, weil alle anderen erst mal dran vorbei gelaufen waren :-)
Auf der Wiese nach dem Steilwald machten wir eine Pause mit schöner Aussicht (die Jungs genossen die Aussicht besonders, sonst sehen sie nur Stuttgart oder Köln). Kurz drauf kam der erste Schnee und es gab sogar eine kleine Schneeballschlacht.
Die Gipfelpause in der Sonne war nicht ganz so warm wie unten, weil es einen kühlen Wind hatte. Wir stiegen über die Leiter ab und gingen dann über die Straße zurück zum Auto.
Sehr schöner Tag mit sehr netter Begleitung :-)

Start in der Sonne

Angeregte Unterhaltung

Querung zur Kapelle

Kapellchen

Sonnenpause mit Aussicht

Gipfel

Abstieg Neffe T.

Abstieg Neffe M.

Abstieg im Schnee

Vor dem Bärenkopf

Auf den letzten Metern
Weihnachten war prima mit K&K bei den Schwiegerleuten, sehr nettem Heiligabend mit allen Neu-Allgäuern bei der besten Mama, die uns alle dann auch noch am ersten Weihnachtsfeiertag verköstigte (mit dabei: Mousse au Chocolat :-)). Nach den Feiertagen gab es dann auch noch ein ‘richtiges’ Weihnachtsessen bei den Schwiegerleuten mit dem kleinen Bruder des besten Allgäuers.
Über die freien Tage nahmen wir zwei der Neffen mit auf den Berg mit Leiter, ließen bei Fönsturm einen mit Triebschnee zugewehten Gipfel im Tannheimer Tal aus, begingen sehr oft den Illertalhügel (meist mit Sonne und gemütlicher Pause) und versuchten uns an Erholung. In meinem Fall klappte das ganz gut, beim besten Allgäuer nicht ganz so gut.
Silvester gab es gemütlich daheim bei Raclette und auf dem Sofa.