Andi und Ilona haben wieder Allgäu-Urlaub gemacht, da bot sich mal wieder eine gemeinsame Tour an. Beim Überlegen, was denn eine schöne Tour wäre kamen wir lustigerweise alle auf dieselbe Idee, daher trafen wir uns am Samstag in der Früh am E-Werk um Ostrachtal, um die Hohen Gänge zu begehen.
Ich werd alt. Das merkt man vor allem daran, dass ich immer mehr Spass an Kinderkram habe. Mein Sommerbike habe ich jetzt rundrum mit Reflektorstäbchen für die Speichen bestückt und freu mich jedes Mal wie ein Schnitzel, wenn die Stäbchen leuchten, sobald das kleinste bischen Licht drauf fällt :-) Das Winterbike kommt demnächst auch dran.
Die heurige Wiesn zeichnete sich auch ein wenig durch Kinderkram aus. Kettenkarussell statt Achterbahn und Freefall und gesittete ‘Oide Wiesn’ statt Bierzelt. Da hatte der Wolfgang wirklich eine gute Idee! Auf der alten Wiesn hat es auch Bierzelte, aber da sitzen die Menschen an den Tischen, statt drauf rumzutanzen. Die Hendl und das Bier schmecken da aber nicht schlechter.
Anscheinend war ich auf dem Rückweg zum Bike noch so entspannt von dem netten Abend, dass ich meine Eis-Queen-Aura nicht schnell genug wieder hochgefahren habe. Prompt wurde ich dumm und dämlich angemacht. Nicht lang allerdings ;-)
In dieser Nacht schlief ich nicht gut und wachte Donnerstag in der Früh mit Halsweh auf. Ein schlechtes Zeichen. Nach einem kurzen Frühstück verstauten wir die Übernachtungssachen in einer Kiste im Schuhraum und rödelten komplett auf. Nicht weit von der Hütte entfernt würde uns 2er und 3er Kletterei erwarten und bald drauf Gletscher.
Es war noch dunkel, als wir uns auf den Weg um die Tabaretta-Spitze machten. An der zweiten Scharte schien der Weg nach unten schlicht nicht machbar, daher stiegen wir nach oben und umgingen die Scharte über eine hohe Flanke. Das war aber wohl eine dunkelheit-induzierte Täuschung, denn die nachfolgende Bergführer-Seilschaft stieg die Scharte ab und überholte, als wir die Flanke abstiegen. Das war der einzige Verhauer des Tages.
Am Mittwoch frühstückten wir gemütlich um sieben und stiegen dann zum Auto am Rigugio Forni ab. Dort packten wir in der Sonne die Rucksäcke um (im Wesentlichen wurde Unnötiges rausgeworfen, die Daunenjacke beispielsweise) und machten uns auf den Weg auf die andere Seite des Massivs. Diesmal wirklich übers Stilfserjoch.
Am Pass oben dann die Erkenntnis: ‘Ja, genau! Da wollen wir hin!’
Zu Motorradzeiten sind wir unzählige Male übers Stilfserjoch gefahren, aber dass der grossartige Berg, auf den man zufährt, der Ortler ist, das wurde uns erst jetzt schlagartig klar, als wir das erste Mal mit dem Auto dort drüber fuhren. Das erforderte eine ungeplante Pause, wo wir die Payer-Hütte und den vom Joch aus prima einsehbaren Aufstieg studierten. Ein Fernglas wäre nicht schlecht gewesen.
Ausser uns wollte am Dienstag niemand früh los, daher bekamen wir ein Thermos-Frühstück in einem kleinen kühlen Raum hinter dem Schuhraum. Das machte das Frühstück nicht unbedingt besser, weil der Kaffee nämlich trotz Thermoskanne ziemlich kalt war. Schade.
Zum Palon de la Mare geht man erst mal ein gutes Stück an der Zunge des Forni-Gletschers entlang (auf der alten Randmoräne also gute 100 Meter oder mehr über dem Eis) und biegt dann in die Rinne ab, wo der Bach des Mare-Gletschers hinab sprudelt. Spätestens hier wird es anstrengend weil es steil und geröllig und auch ein wenig klettrig wird.
Das Wetter hielt sich mal wieder nicht an die Vorhersage und es schüttete in der Nacht zum Montag heftig. Frühstück war um fünf Uhr und da hatte der Regen grad eben erst aufgehört und der Himmel hing voll dicker dunkler Wolken. Mit uns war ein Südtiroler Pärchen und eine grössere Gruppe von München Oberland aufgestanden. Wie wir beschlossen auch die anderen, zumindest mal loszugehen.
Die Südtiroler frühstückten typisch italienisch (Kaffee und nix) und waren bald weg, die Münchner brauchten länger als wir, daher starteten wir allein im Halbdunkel Richtung Gletscher. Wir hatten uns den Weg vorher schon angeschaut und fanden mit Hilfe des GPS ziemlich problemlos hinab zur linken Seite des aperen Forni-Gletschers. Der Himmel wurde langsam heller und es liess sich schon der eine oder andere blaue Fleck zwischen den Wolken sehen.
Beim letzten Reil des Sommerurlaubs haben wir nicht mal mehr über die Schweiz nachgedacht. Aber endlich mal Eis sollte es dann doch werden. Es dauerte nicht lang, bis die Wahl auf die Ortleralpen fiel, unter Anderem auch, weil uns das Rifugio Branca wärmstens ans Herz gelegt worden war. Wenn schon Hütte, dann wenigstens eine schöne mit gutem Essen.
Am Samstag wurde gepackt (wegen des schönen Wetters noch von einer kleinen Bike-Runde auf den guten alten Blender unterbrochen), Sonntag ging es dann nach einem gemütlichen Start am Vormittag los. 4 Stunden bis ins Valle dei Forni, sagte Google.
ist, wenn man direkt nach der Rückkehr aus hohen Eisbergen krank wird (*hust*, *rotz* *schief*, *schnauf*).
Es war Klasse. Wetter und Bedingung waren fast immer so gut wie man nur hoffen kann, die Hütten waren nahezu leer, die Zimmer/Lager prima und wir wurden mit bestem Essen versorgt (bis aufs Frühstück, das typisch italienisch war). Bisserl kurz war der Ausflug vielleicht weil ein Berg ersatzlos gestrichen wurde, aber - siehe oben - das war so schlecht nicht. Heute käm ich nirgendwo hoch.

(Fällt vermutlich niemandem auf, aber für diesen Eintrag habe ich meinen Rechtschreibreform-unkonformen Grundsatz, das scharfe ‘ß’ seit der Reform komplett zu ignorieren, kurzfristig über den Haufen geworfen. Grossstein, sieht einfach zu doof aus.)
Da meine Schonzeit nach eigener Definition rum war und laut Vorherhersage von Freitag nur ein schöner Tag am Wochenende zu erwarten war (glatt gelogen), wollten wir den Samstag für eine ‘gescheite’ Tour nutzen. Die Wahl fiel auf den Großstein, den höchsten Gipfel im wunderschönen Rosskargebiet. Weglos, steil, gelegentlich ausgesetzt mit kurzer IIer Kletterstelle. Sollte machbar sein.
Sommer zeichnet sich ja kinotechnisch immer durch die Abwesenheit sehenswerter Filme aus, so dass bei mir da regelmässig ein Filme-Defizit entsteht. So langsam geht der Sommer (deutlich daran zu erkennen, dass man Abends nun wieder mit Licht radeln muss) und dafür kommen wieder guckenswerte Filme. Oder zumindest solche, von denen man denkt, dass sie guckenswert sein könnten.
Captain America
Nnnnja. Ich hatte schon nicht viel erwartet, wurde aber dennoch enttäuscht. Zwar hat der Film ein paar nette Highlights (Captain America als Merketing-Figur für Uncle Sam), alles in allem ist aber aber eher langweilig. Allerdings hab ich hier nie den Comic gelesen, ist vielleicht ein Problem.
Stupid Crazy Love
Sehr netter Film über Midlife-Crisis, Erwachsenwerden, Ehe und alles was da sonst noch dazu gehört. Man ist ständig hin- und hergerissen von dem Bedürfnis, den Charakteren in den Hintern zu treten oder sie mitfühlend zu knuddeln. Hat mir sehr gut gefallen.
Midnight in Paris
Woody-Allen-Filme sind bei mir recht zwiespältig, entweder ich liebe sie oder ich hasse sie, dazwischen scheint es nichts zu geben. Dieser Film ist genial. Tolle Einstellungen, tolle Idee, tolle Charaktere (am meisten mochte ich Hemmingway und Dali), toll gefilmt. Hach!
(Danach Heimradeln mit Mark Knopfler im Ohr passte irgendwie ausserordentlich gut dazu.)