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Die Nacht nach dem Unfall war besser als befürchtet. Abgesehen davon, dass es irgendwann sehr warm im kleinen Zimmer wurde, schlief ich ganz gut. Nach dem Aufstehen machte ich noch mal Inventur und beschloss dann, dass das mit der Bergtour schon hinhauen würde. Der beste Allgäuer hatte nicht so sehr gut geschlafen, der kann in Hütten einfach nicht gut schlafen, Ohrenstöpsel hin oder her.

Das Frühstück war einfach und zeichnete sich vor allem dadurch aus, dass alles (Brot, Käse, Wurst) sehr, sehr dünn geschnitten war. Aber es gab reichlich und so war das nicht wild. Ich hätte mir nur für den Kaffee etwas größere Tassen gewünscht ;-)

Wir trafen die 3 anderen Übernachter kurz am Frühstückstisch. Die hatten aber alle andere Ziele oder wollten allein gehen (‘Ihr seid so viel schneller!’), deswegen machten wir uns allein auf den Weg. Die Temperaturen hatten wir sehr unterschätzt, deswegen mussten wir schon kurz nach der Hütte eine Schicht ablegen.

Wir gingen von der Hütte erst mal direkt nach Osten zur Aussichtskanzel am Gatterl (Blick auf Innsbruck) und bogen dann auf den Höttinger Schützen-Steig ein. Der fängt gleich so an, wie er dann weiter geht: schmal, geröllig, teils etwas ausgesetzt. Also genau so, wie wir das gern haben. Zwischendrin hat es auch mal ein Drahtseil, aber sonst ist das ein ziemlich naturbelassener Steig durch eine sehr steile Karstwand mit viel Aussicht.

G trafen wir am Anfang und sahen sie immer wieder irgendwo hinter uns. Wir machen aber viele Pausen für Fotos, Trinken und Sonstiges, deswegen war sie dann nie so weit hinten, wie man hätte annehmen können.

Am kleinen Sattel nach der Steilwand sahen wir unser Ziel, den Kleinen Solstein, zum ersten Mal (wirklich zum ersten Mal, beim letzten Mal hier war Nebel und nahezu null Sicht). Wir stiegen auf der anderen Seite über Grasmatten mit fast schon verblühten Edelweiß zur letzten Querung auf und waren dann an der Wegekreuzung, an der wir beim letzten Mal komplett im Nebel gestanden hatten. Diesmal gingen wir nach rechts.

Der Anstieg zum Kleinen Solstein fängt mit der Querung einer gigantischen Rinne an, in der man gelegentlich etwas hinlangen muss (meistens mit Drahtseilen gesichert) und geht dann auf der anderen Seite ziemlich direkt über stufige Schrofen zum Vorgipfel hinauf. Zum Hauptgipfel mit Kreuz geht es dann noch mal etwas kraxelig über den Grat rüber. Das ist insgesamt alles wirklich sehr nett, auch wenn ich gelegentlich kleine Probleme hatte, weil ich meine linke Hand wegen des Unfalls kaum benutzen konnte (Aufstützen ging nicht, festhalten ging nicht, biegen und beugen ging nicht, usw.).

Oben waren 3 lautstarke Tiroler, die sich anschickten, die Gratüberquerung bis zur Hohen Warte zu machen (war nicht zu überhören), dem Anschein nach ein ausgesetzter Bröselgrat sondersgleichen, den ich mit mindestens III eingeschätzt hätte. Die drei Tiroler sprachen von VI und schienen dann doch nicht ganz überzeugt, dass das eine gute Idee sei. Der Erste war schon über die erste ausgesetzte Stelle drüber und redete den anderen gut zu, aber der Zweite gab nach wenigen Metern auf und der Dritte machte überhaupt keine Anstalten loszugehen. Der Erste kam dann auch wieder zurück und alle drei stiegen wieder über den Normalweg vom Kleinen Solstein ab, nach wie vor laut diskutierend. Ich war ernsthaft erstaunt, dass sich eine reine Männergruppe auf Umdrehen hatte einigen können und beglückwünschte (innerlich) alle zu dieser guten Entscheidung. Wenn man so was so halblebig angeht, dann geht es bestimmt schief.

Die Tiroler hatten die Gipfelbank (Teil des alten Kreuzes) frei gemacht und wir machten dort ausgiebig Pause. Dann stiegen wir auch ab. G trafen wir im oberen Drittel des kleinen Solsteins. Das Schrofenzeug und die Kraxelrinne stieg ich ohne Stöcke ab, danach nahm ich welche. Die linke Hand kam gut mit den Stöcken zurecht, weil ich die Hände ja eh immer nur in die Schlaufen hänge und nicht wirklich zugreife.

Der kurze Aufstieg zum Großen Solstein war dann noch mal richtig anstrengend. Oben hatte es leider kaum Sonne, aber etwas Wind, sodass es nicht sehr gemütlich war. Wir blieben nicht lang.

Der Abstieg durchs Wörgltal war dann eher nicht toll (viel loses Geröll, abfallende Platten und lustige Mischungen aus beidem), ging aber doch recht schnell, weil es ziemlich steil ist. Unten steigt man dann lang auf einem steilen Weg durch Latschen ab und dann steil durch Wald und da war dann irgendwo auf einen Schlag alle meine Energie weg und der Abstieg wurde unglaublich anstrengend. Wir schafften es aber zurück zur Hütte ;-)

Dort gab es erst mal Kaiserschmarrn – versehentlich die große Portion – und Bier, dann holten wir unser Hüttenzeug aus dem Jägerzimmer und fuhren zum Auto ab. Das war anstrengend für die linke Hand und ich fuhr langsamer und noch vorsichtiger als sonst, ging aber sonst einigermaßen problemlos. Am Heimweg gab es Stau am Fernpass, wir brauchten aber trotzdem wieder nur knapp über 2 Stunden.

Den Unfall hätte es nicht gebraucht, aber das war ein schönes Wochenende :-)


Start an der Hütte, die Wand mit dem Steig direkt voraus


Einstieg in den Höttinger Schützensteig


Anstieg mit Blick aufs Kirchbergköpfl


Auf dem Höttinger Schützensteig


Ungerührter Steinbock beim Grasen


Edelweiß


Vor dem Kleinen Solstein


In der Querung der großen Rinne


Anstieg mit Blick auf Innsbruck


Im oberen Bereich des kleinen Solstein


Grat zum Hauptgipfel


Am Gipfel mit Aussicht


Auf dem Gipfelbänkle


Abstieg


Im Gebrösel der großen Rinne


Auf dem Weg zum Großen Solstein


Großer Solstein


Abstieg durchs Wörgltal


Plattenquerung


Waldabstieg


Kaiserschmarrn


Abfahrt

Von engel am 30.09.2023 18:32 • outdoorbergmtb

Schwester-Unfälle, Uhr, Urlaub

Freitag, September 29, 2023

Die Woche begann so kühl (OK, kalt), dass ich am Montag mit Buff und Handschuhen losradelte. Über die Woche wurde es langsam wärmer, ab Dienstag brauchte ich keine Handschuhe mehr, am Donnerstag ließ ich auch den Buff weg.

Das mit den Bike-Unfällen in der Familie häuft sich gerade. Vor Kurzem fiel auch Schwesterle #1 vom Rad, weil sie sich nicht zwischen Aufmerksamkeit fürs Pferd, für den Hund oder halt doch fürs Rad entscheiden konnte (nix passiert) und am Montag nietete ein Reh Schwesterle #2 vom Rad und zwar dermaßen, dass sie erst eine superfette Beule und geprellte Rippen (keine Gehirnerschütterung, was dem Bild nach ein echtes Wunder war) und dann, als die Beule sich schön langsam nach unten entleerte, ein zugeschwollenes und blaues Auge bekam.

Das sah echt spektakulär (und mit der Zeit bunt) aus und brachte dem Schwager sicherlich den einen oder anderen bösen Verdacht ein. Am Wochenende startete sie dann trotz der geprellten Rippen bei der Deutschen Meisterschaft im Bogenschießen und schnitt dort großartig ab. Coole Schwester, echt!

Die Woche hielt auch wieder viel SAN-Zeug für mich. Das Tourenbuch brauchte noch mal Aufmerksamkeit (leider noch nicht die letzte, irgendwas stimmt noch immer nicht) und die MV-Vorbereitungssession, die ich mir für Dienstag eingetragen hatte, war dann doch am Donnerstag, blockierte aber natürlich beide Tage. Naja, selber schuld :/

Die Arbeit ist nach wie vor sehr intensiv und macht genau deswegen viel Spaß (und kostet Nerven, weil ich an so vielen Stellen wie üblich erst mal nichts weiß). Zum Kurzurlaub passend schälte sich am Freitag eine Lösung raus, mit der wir die diversen POCs der nächsten Zeit bedienen werden können. Kollegin B. fand dabei einen Fehler in einer Open Source Library und wir werden uns demnächst auch damit beschäftigen dürfen, wie wir die Lösung dem Projekt zurückgeben können. Das finde ich prima :-)

Am Donnerstag hatte der beste Allgäuer die große Feier im Büro und kam mit 2 super Geschenkkörben und einer unglaublich schönen Keramik-Schiefer-Uhr zurück. Letztere ist ein Einzelstück, das man nicht kaufen kann und das nur sehr gelegentlich für ausgesuchte Mitarbeiter gebaut wird und schmückt nun unser Wohnzimmer. Seitdem freuen wir uns, wann immer wir an die hintere Wand schauen :-)

Am Freitag läuteten wir den anstehenden Urlaub mit Grillen ein und das war wie immer ausgezeichnet :-) Und dann war Urlaub. Mit sehr schön vorhergesagtem Wetter :-)

Von engel am 29.09.2023 23:00 • diary

Samstag, 26.09.2023: Zur VR-Sitzung

Dienstag, September 26, 2023

Für die SAN-VR-Sitzung war mal wieder ‘Hütte’ dran und deswegen natürlich die Neue Magdeburger Hütte, schließlich ist das die Hütte unserer Partner-Sektion. Wir hatten schon am Freitag die Räder ins Auto geladen und die Rucksäcke mit dem Hüttenzeug beladen (500gr etwa, Hüttenschlafsack, Ohrstöpsel (der Allgäuer), Zahnbürste ;-)) und konnten so recht früh ins Inntal starten. Das ging dann recht gut in etwas über 2 Stunden, obwohl auf dem Fernpass einiges los war und wir oben tankten.

Am Parkplatz zwischen Zirl und Hochzirl stellen wir den Kangoo ab und fuhren los. Die Strecke führt vom Parkplatz knapp 100 Meter relativ steil auf der Teerstraße bergab und führt dann links in den Bergwald hinein. Der beste Allgäuer radelte schon mal los, während ich noch den Autoschlüssel verräumte, dann folgte ich ihm. In Vorbereitung auf das gleich folgende Bergaufradeln wollte ich gleich mal die Gabel feststellen und tauchte schon mal die Vordergabel ein, während ich bremste, um auf der steilen Straße nicht zu schnell zu werden. Das war sehr dumm. Die Physik tat, was Physik halt so tut und ich überschlug mich mitsamt dem Bike. Aua.

Als ich mich sortiert hatte und wieder halbwegs beisammen war, radelte ich sehr langsam dem besten Allgäuer nach, der nach der ersten Biegung auf mich wartete und schon kurz davor war, nachzuschauen, wo ich geblieben war. Ich erzählte vom Unfall und wurde ein wenig geschimpft (zurecht), dann überlegten wir, ob wir nun umdrehen müssten. Also ich überlegte. Im Endeffekt entschied dann, dass der Weg hierher ganz schön lang gewesen war und dass mir von den geprellten Oberschenkeln abgesehen eigentlich (zunächst) nichts wirklich weh tat. Gebrochen hatte ich wohl nichts. Und für die Blutverteilung der blauen Flecken war Bewegung sicherlich nicht schlecht. Wir radelten also weiter.

Anfangs taten meine Beine ziemlich weh, aber das ließ nach einer Weile einigermaßen nach. Dafür kam dann raus, dass mein linkes Handgelenk auch was abbekommen hatte (Daumen nach hinten gebogen) und dass auf der linken Seite Griff, Bremse und Schaltung etwas verdreht worden waren. Der beste Allgäuer drehte alles wieder korrekt hin und damit tat auch die Hand nicht mehr so weh. Am schwierigsten war danach dann immer das Anfahren, weil man da anscheinend ein bisserl am Lenker zieht und das konnte die Hand gar nicht ab. Aber das ließ sich mithilfe der Böschung umgehen. Wir kamen etwas langsamer als sonst vielleicht (nicht viel vermutlich, denn an steilen Stellen kann man auch mit kaputten Beinen nicht langsamer radeln), aber sonst problemlos an der Hütte an.

Dort saßen schon 2 VR-Mitglieder in der Sonne und wir setzten uns dazu. Zur Belohnung für die lange Auffahrt gab es ausgezeichneten Kaiserschmarrn und Kaffee für mich, Bier für den besten Allgäuer. Als die anderen beiden VR-Mitglieder gekommen waren, verzogen wir uns nach drin, um dem Wind zu entgehen und begannen mit der Sitzung. Der beste Allgäuer ging unterdessen eine sehr schöne Runde übers Kirchbergköpfl mit viel Aussicht und steilem Abstieg.

Abends saßen war gar nicht mal so sehr lang zusammen, denn da war ich schon ganz schön kaputt.


Start bei Zirl


Ich komme langsam und lädiert von der Straße


Auf dem Weg ins Ehnbachtal


Kurz vor der Pause im Talschluß


Einsames Gipfelkreuz


Blick auf Innsbruck


Idyll an der Neuen Magdeburger Hütte

Von engel am 26.09.2023 20:13 • outdoormtb

Kaputt, Support-Ärger, fast Billard

Sonntag, September 24, 2023

Am Sonntag Abend war ich ja fast komplett zusammengebrochen und war nach der nahezu kalten Dusche direkt unter der Decke auf dem Sofa eingeschlafen. Den Weg hinauf zum Bett schaffte ich kaum, so weh tat mir alles von dem Bike-Überschlag und der Sonntagstour. Vor dem Aufstehen am Montag grauste es mir unendlich und ich befürchtete schon, am Wochenende einen wirklich großen Fehler gemacht zu haben. Ich schlief wie ein Stein und dann war in der Früh alles gar nicht so schlimm wie erwartet :-)

Natürlich tat mir noch immer alles weh und auf dem Weg in Küche kam zu den eh schon wegen des Unfalls schmerzenden Beinen auch noch Muskelkater von der Sonntagstour dazu. Und das Handgelenk tat weh und der Ellenbogen tat weh, aber das war alles nicht so wirklich schlimm. Das Schlimmste am Radeln ins Büro war das Anfahren. Und ich war langsam …

Arbeitstechnisch war die Woche sehr intensiv. Das neue Projekt nimmt Fahrt auf (die Details an den Schnittstellen zu uns können da noch nicht ganz mithalten) und es ist sehr spannend. Die neue Kollegin B. und ich wurschteln uns in immer neue Tiefen des Produkts rein und es freut mich sehr, dass sie das auch spannend zu finden scheint.

Montag Abend kam dann die Meldung, dass das SAN Tourenbuch kaputt sei. Ich schaute mir das an und ja, da wurden beim Eintragen in die Datenbank alle Umlaute kaputt geschrieben. Das Tourenbuch ist ein wirklich altes Skript und macht sicherlich viele Dinge nicht mehr zeitgemäß, aber wir hatten es ja nicht angefasst, deswegen musste die Änderung bei IONOS passiert sein.

Viele Mails und ein paar Telefonate (bei denen ich zwei Mal ganz sicher mit der Absicht, mir nicht weiter helfen zu wollen - weil ahnungslos oder einfach nur unwillig - in die Warteschleife gehängt wurde) später war dann klar, dass man die SAN-Site auf einen neuen Server umgezogen hatte und das das Problem jetzt unseres sei, weil man da nichts machen könne. Yay! Die können Support, die Leute vonIONOS ! Und damit meine ich nicht die beiden Support-Menschen, die sich tatsächlich gekümmert haben, sondern die Gesamt-Situation und vor allem die beiden Super-Supporter, die bei den ersten Anzeichen, dass es nun kompliziert werden könnte, ganz einfach aufgelegt (also mich stundenlang in die Warteschleife gehängt) haben.

Das Tourenbuch ist nicht von mir und Perl kann ich ehrlich gesagt grad mal buchstabieren, aber der Master des Tourenbuchs machte Touren in den USA und deswegen musste ich mich am Freitag da halt richtig reinhängen. Ganz unerwartet fand ich die Lösung ziemlich schnell, den ganzen nervigen Support-Marathon hätte ich mir also auch schenken können. Gmpf!

Der Muskelkater verschwand wie erwartet über die Woche und die blauen Flecken wurden erst deutlicher, machten sich dann aber auch auf den Weg ins Nirvana. Die Radl-Kur war gar nicht so schlecht gewesen ;-) An der einen ‘Tasche’ im rechten Oberschenkel, wo man zwar nichts sehen konnte, wo ich aber bei Druck fühlen konnte, wie Blut hin und her lief (was sich ganz entschieden eklig anfühlte), hatte ich aber noch bis Ende der Woche ‘Freude’. Das Handgelenk wurde auch besser, aber so langsam, dass ich fürchte, dass ich mit dem noch eine Weile Ärger habe. Arzt zog ich bis Dienstag so halb in Erwägung, ging dann aber doch nicht hin. Mei, Prellungen und blaue Flecken halt, was soll man da schon machen als mit Ibu gegenhalten und das tat ich ja.

Am Freitag beschlossen die Jungs des Nachbar-Teams, am Samstagabend zum Billard zu gehen und - große Ehre - luden mich ein, auch zu kommen. Ich war ehrlich versucht, aber das passte zeitlich einfach nicht rein, deswegen sagte ich dann doch ab. Die sind zum größten Teil etwa so alt wie die Neffen (naja, bisserl älter vielleicht) und da ich mit Kollege S., deren Teamleiter und auch nicht so sehr viel älter, im selben Büro sitze, bekomme ich viel mit vom Leben junger Männer in den 20ern (die haben es auch nicht leicht, aber wer hat das schon?). Zwischendrin kann ich mit Oldie-IT-Wissen aufwarten und habe damit offensichtlich Punkte sammeln können. Die Einladung freute mich jedenfalls sehr :-)

Am Samstag beschäftigte ich mich mit Steuer (die Deadline ist ja nicht mehr weit weg) und das bedeutet ja als Allererstes immer, meinen ganzen Stapel Dokumente, die das Jahr über aufgelaufen sind, durchzusehen und zu sortieren. Netterweise war das Wetter schlecht. Noch nettererweise aber nicht so schlecht wie angesagt, deswegen konnte der beste Allgäuer (der ist ordentlicher und hatte seinen Teil Dokumente fast auf der Stelle parat) noch mal eine Runde durch den Wald drehen. Er kam mit einem Steinpilz und ein bisserl Beiwerk zurück und ich war zumindest mit der Vor-Steuer-Vorbereitung fertig. Der Rest geht dann doch so einigermaßen.

Sonntag nahmen wir den dunklen Spitz hinter Oberstdorf als Ziel, auf den ich schon seit geraumer Zeit mal mal hoch wollte. Das war dann echt nett (schmaler Pfad mit ausgesetzten Stellen vor großartiger Kulisse :-)), vor allem weil wir statt nervig und weit über den Latschengrat zurückzumüssen einen Direktabstieg fanden (auch mit Latschen, aber weniger). Abends lud Schwesterle von dem langen Trip nach USA zum Essen.

Von engel am 24.09.2023 23:00 • diary

Chilis, Nüsse, Unfall

Sonntag, September 17, 2023

Die Temperaturen in dieser Woche waren deutlich mehr mein Ding als die der letzten Wochen. Nachts war es angenehm kühl, in der Früh war es reichlich frisch (cooler Nebel in den Illerauen), nachmittags dann gut warm, aber nicht mehr so heiß. Und schwül, aber das insgesamt schon OK. Inzwischen muss man in der Früh schon die Radl-Lichter anmachen, das ist eindeutig ein Herbst-Zeichen.

Auch Herbst ist, wenn man sich um all das angebaute Zeug aus dem Garten und der Terrasse kümmern muss. Nein, darf natürlich.

In unserem Fall sind das die Chilis, von denen jetzt ständig viele gleichzeitig reif werden und die Haselnüsse an dem Buch, den uns das/ein Eichhörnchen vor die Garage gepflanzt hat. Das Wetter und die Größe des Busches scheinen inzwischen einen kritischen Punkt überschritten zu haben, denn der Busch trägt Nüsse, als sei er explodiert. Das Eichhörnchen scheint nicht mehr zu kommen, als müssen wir uns um die Nüsse auch kümmern (oder halt verfaulen lassen).

Unsere Chilis sind ja etwas überraschend. Der Jalapeno Colima (Schärfe 2) ist wie erwartet nahezu mild und gut essbar. Der Jalapeno Centella (Schärfe 3) ist unerwartet drecksscharf und ganz und gar nicht gut essbar. Der Jalapeno Ixpata (Schärfe 5) dagegen ist unerwartet mild und auch gut essbar. Die drei haben alle dickes Fleisch und einen guten Geschmack (so weit man das halt beim Centella merken kann). Der Letzte, Jalapeno Multicolor (Schärfe 6), ist schön bunt (reift von lila über gelb und orange nach rot ab), ist aber überhaupt nicht Jalapeno-like mit dünnen Wänden und kaum Eigengeschmack. Und er ist scharf, aber das war zu erwarten. Irgendwo bei Ixpatas ist dann noch dazu ein ganz falscher gelber Chili reingeraten, der auch scharf ist und ungewöhnlich schmeckt.

Jedenfalls muss man sich kümmern und ich kochte an 2 Abenden Chilis ein und trocknete die Multicolors. Nebenher knackten wir Nüsse und ich bastelte am Mittwoch dann eine eigene Haselnuss-Schokocreme, die ich ganz super finde, der beste Allgäuer eher nicht so. Danach kamen ständig weitere Haselnüsse dazu und nun trocknen noch etwa 4 Mal so viel am Fensterbrett und warten auf Verarbeitung …

Der beste Allgäuer ging dann an seinem freien Mittwoch noch mal in den Wald und brachte nach einer langen, sehr ergebnislosen Suche dann doch noch genügend Steinis mit, dass wir 2 Portionen einfrieren konnten. Sehr herbstig, die Woche.

Von engel am 17.09.2023 21:00 • diary

Sonntag, 10.09.2023: Erholungsradeln

Sonntag, September 17, 2023

Die Samstagstour war nicht ganz so anstrengend gewesen wie erwartet, aber anstrengend genug, dass wir nicht nochmal eine größere Tour machen wollten. Und als kleiner Tour bietet sich halt meistens nur der Hausberg an, auf den wir beide aber keine so richtige Lust hatten. Wir setzten auf den Eschacher Weiher und Baden. Und weil wir schon so schön Erholen planten, dann auch richtig: auf dem Bahndamm hin und zurück und Einkehr im Brotzeitstüble.

Es war noch schwüler als am Tag der coolen Tour und wir waren schon nass, bevor wir zum Mariaberg hinauf radelten. Oben wars dann natürlich noch schlimmer. Als wir auf dem Bahndamm waren, zogen Wolken rein und das war dann ganz angenehm nahezu flach im Schatten zu radeln. Der Fahrtwind kühlte mehr, als wir wegen der Schwüle und der Anstrengung schwitzten ;-)

Am Brotzeitstüble gab es Eiskaffee für mich, ein kühles Bier für den besten Allgäuer und Zwetschendatschi für uns beide. Dann radelten wir zum Weiher und legten uns in die Sonne. Der Weiher ist schon wieder relativ kühl, deswgen kühlte Schwimmen (OK, in meinem Fall: Baden) sehr schön ab. Es war ziemlich voll am Weiher.

Der Heimweg war wie immer bis Ermengerst wunderbar (quasi kein Mal treten) und zurück zum Mariaberg nervig. Oben machten wir nochmal Pause und sausten dann über Elmatried heim. Am ‘Alten Wirt’ schauten wir uns die Speisekarte an, befanden sie für gut und gingen dann Abends hin. Könnte sein, dass wir ein neues Stammrestaurant gefunden haben, das was ausgezeichnet :-)

Von engel am 17.09.2023 20:00 • outdoormtb

Samstag. 09.09.2023: Ausgesetzt

Donnerstag, September 14, 2023

Wir hatten uns die lange Tour vorgenommen, die wir am vorigen Wochenende dann doch verschoben hatten. Die Tour begann dann damit, dass ich den Wecker verschlief (WTF?! Das passiert echt selten!) und wir deswegen eine halbe Stunde später loskamen als geplant.

Vielleicht wäre es diese halbe Stunde früher beim Radeln von Elbigenalp zum Kasermandl noch kühler gewesen (vielleicht aber auch nicht). So war es jedenfalls wirklich superanstrengend in der Schwüle, da die Straße (bald Piste) direkt steil anfängt und dann lang sehr steil bleibt. Noch dazu lag sehr viel loser Schotter auf der Piste, das machte das Radeln auch nicht einfacher. Gleich am Anfang kamen uns zwei Traktoren mit vollgeladenen Holzanhängern entgegen und das war vielleicht auch der Grund für den vielen losen Schotter. Ich musste teilweise schieben, der beste Allgäuer musste schimpfen.

Nach der ersten Viehabsperrung wurde es etwas flacher und entsprechend einfacher zu radeln. Fürchterlich schwül blieb es aber. Bei der Kasermandl Alm öffnete sich der Blick ins Bernhardstal mit der Rammstallspitze hinten dran. Hach!

Vom Kasermandl bis zur Materialseilbahn ging es mehr oder weniger nur geradeaus und die 3 letzten Kehren bis zum Start des Wanderwegs waren dann auch gut zu radeln. Am Ende der Piste (nach vielen Abzweigungen, da ist alles voll mit Pisten) war eine Art Parkplatz und da standen erstaunlich viele lokale Autos. Wir stellten die Räder zu 3 anderen Rädern in den Wald und gingen los.

Der Wanderweg ist recht breit und führt zunächst waagerecht in ein tief eingeschnittenes Tal mit supersteilen grasigen Wänden (Allgäuer Alpen halt) und nahezu senkrechten Felswänden hinein. Eine Felswand muss man queren und da wurde ein bequemer, breiter Gang rausgehauen. Danach ist man im Talschluss.

Als wir den Bach querten, wuschen wir uns erst mal das Salz vom Hochradeln aus dem Gesicht (das war ausgesprochen angenehm, hielt aber nicht lang). Der Weiterweg führt dann erst mal quer aus dem Taleinschnitt raus und schraubt sich dann in mehreren Kehren und vielen kleinen Kurven einen Latschen- und Schrofen-Hang hinauf. Es war schwül-heiß und anstrengend.

Wir trafen ein paar Leute, unter anderem zwei sehr rotgesichtige Herren (Belgier, wie sich herausstellte), die alle paar Schritte zum Verschnaufen stehen blieben. Als der beste Allgäuer vorbeiging, zeigte der eine ganz erfreut auf seinen Oberarm und sagte ‘Viking’: Der beste Allgäuer verstand ‘Hiking’ und nickte. Aber dann klärte sich, dass der Herr den ‘Viking’ auf dem Oberarm des besten Allgäuers meinte, weil er da auch einen hatte.

Mit zwei Trinkpausen schafften wir es dann doch zur Hermann-von-Barth Hütte (zwischendrin hatte ich Zweifel ;-)). Die Hütte ist kleiner, als wir erwartet hatten und liegt wunderschön vor lauter beeindruckenden Wänden. Wenn man sie sieht, ist man fast schon da.

Wir kehrten erst mal ein, um mit Bier (der Allgäuer) und alkoholfreiem Weizen (ich) die verschwitzte Flüssigkeit und die Mineralstoffe zu ersetzen. Der Kaiserschmarrn am Nebentisch sah super aus, aber den wollten wir uns für später aufheben. Erst mal sollte es zum Gipfel gehen.

Der Anstieg in die Scharte zum Wolfebnerkopf ist nicht schwer, aber sehr steil und entsprechend anstrengend. Dem besten Allgäuer hatte sein Bier (trotz des Alkohols) neue Energie gegeben, mir leider nicht :-( In der Scharte legten wir die Helme an und dann ging es los.

Der Weg ist nach der Scharte erst mal einfach und gut zu erkennen (wenige rote Markierungen) und führt geradewegs zur ersten Schwierigkeit: eine kleine Rinne mit aufgestellter Platte. Der beste Allgäuer zerrte sich auf Reibung hinauf, aber ich traute meinen Stiefeln nicht so richtig. Ich nahm den Rand der Platte, wo es ein paar Tritte hatte und landete dann sitzend auf dem Rand der Platte. Das war dann schwierig, denn das rechte Bein konnte ich (wegen Knie) nicht weit genug biegen, um auf den sich anbietenden Tritt zu kommen und links war einfach nichts. Der beste Allgäuer zog dann an meinem Rucksack und ich bekam das rechte Bein auf den Tritt und dann war die Platte geschafft. Um das Runterkommen würden wir uns dann am Rückweg kümmern.

Nach einem Stück Weg über glatte Platten mit Kies drauf entlang eines Überhangs kam die nächste Schwierigkeit: die Platten wurden abfallender (seitlich ein 200 Meter Abbruch) und der Überhang senkte sich und wurde abdrängend. Griffe gab es keine. Wir manövrierten uns mit aller gebührenden Vorsicht durch die Stelle und gingen weiter.

Kurt drauf kam eine noch abdrängendere Stelle unter dem Überhang mit einem richtigen Bauch, um den man herum musste und unten drunter war eine Rinne, die direkt ins Nichts führte. Ich war kurz davor, zu erklären, dass hier für mich Schluss sei, da entdeckte ich den Ring, der netterweise genau da platziert war, wo man dringend einen Griff brauchte :-) Wir kamen problemlos (immer noch natürlich mit aller gebührenden Vorsicht) am Bauch vorbei und stiegen weiter.

Die spärlichen Punkte leiteten uns nach links und über eine geröllige Rinne zur Scharte direkt unter dem Gipfel. Von hier führt ein Kamin mit lauter nach unten geschichteten Platten und nahezu grifflos zum Gipfelkreuz. Wir stiegen hinauf. Yay! Geschafft!

Wir blieben – trotz großartiger Aussicht – nicht lang oben. So ein fordernder Abstieg ist einer gemütlichen Pause nicht zuträglich. Der Abstieg durch den nach unten geschichteten Kamin war insgesamt am unangenehmsten. Wenn man sich nicht sicher sein kann, ob die Tritte halten und sich noch dazu nicht wirklich festhalten kann, ist das nicht direkt vertrauenserweckend, zumal die wichtigen Tritte auch schon gut abgescheuert waren. Der abdrängende Bauch über der Rinne war mit dem Ring (und wo wir nun ja wussten, wo die wenigen Griffe waren) kein Problem, dass die abwärtsgeschichteten Platten hielten, wussten wir jetzt auch schon (und auch da kannten wir nun die wenigen Griffe) und die untere Platte war runterwärts auch kein Problem. Nicht mal für mich ;-)

In der Scharte machten wir dann erst mal Pause. Gemütlich war es nicht direkt, aber irgendwo muss man den Gipfelschnaps ja nehmen :-)

Dann stiegen wir zur Hütte ab. Kaiserschmarrn gab es da schon nicht mehr, aber es gab Kuchen. Schokokuchen für den besten Allgäuer und Donauwelle für mich. Der Abstieg zu den Rädern war danach eine kleine Tortur. Ich hatte die Stiefel genommen, von den ich wusste, dass die Sohle guten Grip hat, aber die hatte ich nun schon so lang nicht mehr angehabt, dass sie meine Füße fürchterlich stressten. Am Ende schmerzte jeder einzelne Schritt und ich humpelte mehr, als dass ich ging. Bei den Rädern kamen wir natürlich trotzdem an.

Und dann: wunderbare Abfahrt! Entlastung für die armen Füße und natürlich auch die Knie :-)

In der Abfahrt war der lose Schotter nicht halb so schlimm wie beim Hochradeln. Es war aber so steil, dass beim Rad vom besten Allgäuer am Ende die Bremsen anfingen zu riechen (das ist passiert, kurz bevor sie dann nicht mehr gut bremsen). Mein Rad hat größere Bremsscheiben und extra Kühlrippen für die Beläge, da passierte das nicht. Wir kamen aber problemlos unten an.

Der Plan, im Lechtal zum Abendessen zu gehen, fiel allerdings ins Wasser. Die angepeilte Pizzeria war proppenvoll, wir fuhren doch lieber heim und aßen den schon vorbereiteten Wurstsalat.


Kurz über Elbigenalp


Beim Kasermandl mit Aussucht übers Bernardstal


Kurz vor dem Radlparkplatz mit dem Ziel in Sicht


Felsendurchgang


Anstieg durch Latschen und Schrofen, hinten die Rote Wand


Die Hermann-von-Barth-Hütte vor toller Kulisse


Anstieg zur Scharte ...


... mit Tiefblick zur Hütte


Die erste Rinne mit Platte


Anstieg aussen rum


Begutachtung des Weiterwegs


Die abdrängende Stelle über der Rinne


In der Gipfelrinne


Geschafft!


Gipfelbild


Abstieg


Am Ring


Über die glatte Stelle


An der Einstiegsplatte


Zurück an der Hütte ...


... mit dem netten Hüttengnom ...


... und gutem KKB


Abstieg


Im Felsdurchgang


Abfahrt

Von engel am 14.09.2023 18:34 • outdoorbergmtb

Abschied, Nähmaschine, Katzi

Sonntag, September 10, 2023

Die Woche war anstrengend. Einerseits natürlich wegen der Hitze, die nachmittags echt schwierig ist, aber auch weil so viel los war. Das neue Projekt nimmt Fahrt auf und es gibt viel zu recherchieren und zu lernen und nebenher natürlich auch im vorhandenen Projekt zu graben (Software-Archäologie quasi), um zu sehen, was es da schon gibt und wie es funktioniert. Ich finde Löcher allerorten. Viel Spaß für mich, aber ich war jeden Tag erst mal platt.

Dienstag gab es einen kleinen Schock, weil die supernette Rezeptionistin ihren letzten Tag hatte. Das fand ich sehr traurig, denn sie war so ein kleiner Sonnenschein, wann immer man sie traf. Aber sie hat einen tollen anderen Job gefunden und da kann man natürlich nur das Allerbeste wünschen.

Der SAN-Umbau ruht derzeit und ich nutzte die Zeit, um endlich mal die Tourenbücher auf Stand zu bringen. Dass wir dieses Jahr den Führenden (Yak, ehklar) nicht abhängen werden, war schon anfangs des Jahres klar (da ging ja nix), inzwischen haben wir aber wenigstens wieder den Hund abgehängt :-)

Der Hitze wegen verbrachte ich jeden Abend drin und hatte Null Ambitionen auf draußen oder Sport oder sonstige Beschäftigungen. Dafür hatte ich dann am Dienstag einen guten Blick aufs Katzi, der auf die Terrasse geschlendert kam, ins Wohnzimmer schaute und dann direkt vor die Tür kotzte. Katze halt :/

Am Donnerstag nahm ich das Auto und holte am Abend die Nähmaschine von der Reparatur. Anscheinend war irgendwo beim Unterfaden tatsächlich irgendwas kaputt gewesen. Gewartet wurde die Maschine natürlich auch und ich hoffe, jetzt näht sie dann wieder vernünftig. Der Stapel Nähwäsche ist inzwischen doch ganz beachtlich ;-)

Freitag läuteten wir das Wochenende mit Grillen ein, das war (natürlich) wieder super :-) Der Rest vom Wochenende war interessant und abenteuerlich am Samstag und erholsam am Sonntag. Und schwül und heiß natürlich.

Von engel am 10.09.2023 23:00 • diary

Sonntag, 03.09.2023: Wespenkuchen

Donnerstag, September 07, 2023

Nach der langen Tour schliefen wir erst mal aus und radelten dann über den Blender zum Brotzeitstüble. Zumindest war das der Plan gewesen, doch am Weiher stand ein Schild, dass das wegen Urlaub geschlossen sei.

Ich ließ mich deswegen breitschlagen, zur Wenger Egg Alpe zu radeln (den Weg mag ich nicht sehr, da geht es dauernd rauf und runter und mir kommt es langweilig vor). Es war dann aber doch gut.

Auf dem Weg trafen wir die besten Eltern beim Lauftraining, die von gutem Kuchen und vielen Wespen berichteten. Den guten Kuchen nahmen wir dann auch und mit den Wespen arrangierten wir uns. Es waren immer so 5 bis 10 Wespen auf und um den Kuchen. Die musste man halt wegschieben, dann konnte man ein Stück vom Kuchen essen ;-)

Der Heimweg ging dann wie immer schnell, da geht es ja vor allem bergab :-)


Auf dem Weg zum Mariaberg


Eichelhäher


Auf dem Weg zum Blender


Hochlandrinder (Teddys mit Hufen :-))


Auf dem Weg zur Wenger Egg Alpe


Rückweg von der Alpe


Am Weiher

Von engel am 07.09.2023 18:47 • outdoormtb

Samstag, 02.09.2023: Anstrengend!

Donnerstag, September 07, 2023

Nach einer ausgesprochen verregneten Woche (für mich egal, weil ich erst krank war und dann erst mal mit dem Auto fuhr), sollte das Wochenende sehr schön (und netterweise nicht mehr ganz so heiß) werden. Wir überlegten erst eine neue und sehr lange Tour im Lechtal, entschieden uns dann aber doch für eine bekannte und nur ziemlich lange Tour in der Nähe.

Wir parkten am E-Werk, wo es schon ganz schön voll war und sehr viele Leute Räder aus Autos luden. Auf dem Weg ins Ostrachtal waren wir dann aber – vom Anfang abgesehen – doch meistens allein. Ich hatte damit gerechnet, dass es da unten im Schatten am Bach fürchterlich kühl werden würde, aber es war völlig OK und ich zog die lange Hose bald aus. Den Pulli allerdings nicht.

Irgendwo in der Mitte kamen uns Rinder entgegen und wir vermuteten schon, es sei möglicherweise Viehscheid, aber von den wenigen Rindern abgesehen kamen sonst keine mehr und hinten graste haufenweise Vieh in aller Seelenruhe auf verschiedenen Weiden. Oder stand auf der Straße herum und ließ sich auch von der Hupe des besten Allgäuers nicht beeindrucken. Er fuhr halt außen herum. Ich folgte einem Auto, das eben vorbei kam und schaute zu, wie das die Rinder tatsächlich anstupsen musste, bis die von der Straße gingen.

Wir radelten am Giebelhaus vorbei, nahmen noch den ersten steileren Aufschwung mit und bogen dann links auf eine schmale Piste ab, wo wir nach 2 Kehren die Räder unter einem Baum parkten. Der Weg ist schmal und führt ganz kurz steil (und matschig) direkt nach oben. Nach der ersten Wiese kommt man in den Wald und steigt dann einen sehr steilen, mit Felswänden durchsetzten Hang in relativ gemütlichen Kehren hinauf. Davon hat es dafür sehr viele.

Am oberen Ende des Steilhangs geht es nach links raus auf weites, sanftes Alpgelände. Der Weg bleibt gemütlich und macht noch immer sehr viele Kehren, deswegen kommt man nur langsam nach oben. Wir machten an der ersten Kehre erst mal Pause in der Sonne. Danach folgten wir dem Weg so lang, bis wir die Sattelhütte sahen und stiegen dann direkt dort hinauf. Ich hatte mich anfangs total gut gefühlt (bisserl erstaunlich, weil ich ganz schön krank gewesen war), merkte aber so etwa ab dem Almgelände die Höhe deutlich, weil ich Kopfweh bekam (vermutlich waren die Nebenhöhlen noch zu oder so was).

An der Sattelhütte hätte ich eigentlich auf den besten Allgäuer warten wollen, aber er hatte Recht, das war noch zu viel Aufstieg, um da allein hochzugehen. Ich ging also mit.

Wir querten auf einem Weg ins Kar und stiegen dann erst mal weglos durch lichte Latschen bis zum Anfang des Geröllhangs auf. Da hatte es dann Trittspuren, die sich langsam zu einem Weg verdichteten. An der tiefsten Stelle der Felsbarriere hatten wir den Weg dann wiedergefunden. Der Weg über die Geröllfelder zwischen den unteren und oberen Felswänden war dann gut ausgetreten, aber auch gut steil. Vorm Sattelköpfle mussten wir noch mal kurz durch Felsen, dann ging es steil, aber problemlos zum Sattel hoch. Danach war es nicht mehr weit zum Gipfel.

Ich fand alles mit zunehmender Höhe immer anstrengender und das Kopfweh nahm zu. Ganz oben war ich echt alle und war sehr, sehr froh, als wir endlich den Gipfel erreicht hatten. Zur Pause verzogen wir uns zwischen die Latschen und als ich mich da ‘kurz’ zurück legte, schlief ich umgehend ein. Danach war mein Kopf besser.

Im Abstieg nahm der beste Allgäuer noch das Sattelköpfle mit, aber darauf verzichtete ich. Zwar ging es mir viel besser als im Aufstieg, aber man muss ja nichts herausfordern. Nach dem kurzen Abstecher stiegen wir zur Sattelhütte ab und machten dort noch mal eine kurze Pause. Leider nicht mehr mit allzu viel Sonne, deswegen war die Pause auch kurz.

Im Abstieg kürzten wir die vielen Kehren des Almgeländes auf direktem Weg ab und stiegen dann auf den vielen Kehren im Wald zu den Rädern ab. Da ist es so steil, dass der direkte Weg keine Option ist. Es hatte schon am Gipfel ein wenig zugezogen und die Wolken waren im Abstieg mehr geworden. An den Rädern nieselte es dann ganz leicht.

Wir sausten im leichten (und zwischendurch nicht ganz so leichten) Nieselregen das Ostrachtal runter, brauchten aber zu keinem Zeitpunkt mehr als einen Pulli. Am Auto war alles nass, da hatte es wohl mehr geregnet.

Auf dem Heimweg kehrten wir beim Haxenwirt ein, aber das war einigermaßen enttäuschend. Die tolle Karte ist um 4/5 geschrumpft und das Essen ist ganz schön teuer geworden. Letzteres ist durchaus verständlich, aber dass es kaum mehr Auswahl gibt, das ist enttäuschend. Immerhin waren die ‘Spareribs satt’ besser, als wir da schon hatten, allerdings hätte es dann doch nicht ganz so viel Nachschlag gebraucht.


Start am E-Werk


Das Viele Wasser sorgt beim kleinen Brunneb für ordentlich Druck


Rinder


Tiefblick in der Klamm der Ostrach


Renitente Rinder


Auf den letzten Radl-Metern


Bike-Parkplatz


Anstieg im Steilwald


Riesige Bäume liegen wie Mikado herum


Ausstieg ins Almgelände


An der Sattelhütte (vor Sattelkopf und Sattelköpfle)


Weglos durch Latschen


Steiler Anstieg zum Sattelköpfle


Die letzten Meter vor dem Sattel


Am Sattelkopf


Der beste Allgäuer steigt aufs Sattelköpfle


Sattelköpflebezwinger


Abstieg zur Sattelhütte


Ein letzter Blick zum Sattelkopf


Abfahrt

Von engel am 07.09.2023 18:37 • outdoorbergmtb
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