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An den beiden Tagen Ruhe mit Niederschlag hatte ich ständig nach den Webcams allüberall geschaut, um die Schneelage zu checken. Es hatte fast überall ordentlich geregnet, aber im Tannheimer Tal hatte es nach Schnee ausgesehen. Teilweise jedenfalls. Ich wollte nochmal mit Skiern raus. Und weil es dem Knie die letzten Tage so gut gegangen war, auch ohne Ibu, beschloß ich den Tag ohne Drogen zu versuchen.

Auf dem Weg nach Grän stellten wir dann fest, dass es viel weniger geschneit hatte, als wir gehofft hatten. Dafür wurde das Wetter viel schneller besser als die Vorhersage versprochen hatte.

In Grän war es eiskalt und alles war eisig. Wir eierten staksig mit den Skistiefeln zum Anfang des Sommerweges und bedauerten, keine Harscheisen mitgenommen zu haben. Aber der Anfang vom Sommerweg war zwar eisig und hart, aber es hatte eine dünne Graupel-Auflage, auf der man ganz gut gehen konnte. Im Wald war der Schnee dann wie befürchtet erst mal weg und wir mussten die Ski tragen.

Glücklicherweise war die Tragestrecke noch immer nicht sehr lang und je höher wir kamen, umso mehr Schnee, auch Neuschnee, hatte es. Der Schnee war allerdings etwas seltsam: da wo er kompakt war, war es sehr glatt. Und unter dem neuen Schnee hatte es den alten Schnee, der teilweise sehr nass gewesen war und nun eishart zusammen gefroren war. Das machte das Laufen etwas anspruchsvoll.

Der beste Allgäuer von Allen rutschte dann auch bei der Abfahrt von dem kleinen Hügel vor den Forststraßen auf Eis aus. Ich bekam das gar nicht mit, weil ich so mit mir selber beschäftigt war, um da unbeschadet runter zu kommen. Denn kein Ibu zu nehmen, war nicht die beste Idee gewesen. Das Knie war sehr empfindlich und ich traute ihm nicht so recht.

Ich kam den Hügel gut runter, aber ich wollte danach doch lieber die Kurven der Forststraße laufen statt den Sommerweg zu nehmen. Denn der ist steil und eng und der Schnee war so komisch und ich hatte Bedenken auszurutschen. Nur die letzte Kurve der Forststraße kürzten wir ab, weil da schön viel Platz im Wald war.

An der Alpe Gessenwang war es sonnig und warm ... und voll. Wir gingen ein paar Meter weiter und setzten uns vor einen Baum in die Sonne mit Blick auf die Spur. Angesichts der Schnee- und Wetterlage war es nicht verwunderlich, dass alle, die auf eine Skitour wollten, hier waren (wir ja auch), aber die Menge der Menschen war schon beeindruckend!

Wir gingen wieder bis zum Gamskopf, wo es - im krassen Gegensatz zu weiter unten - leichten Wind hatte und wirklich empfindlich kalt war. Wir blieben nicht allzu lang und fuhren dann auf der Piste ab. Die Piste hatte schon arg gelitten, besonders in der Mitte, wo es einen kurzen südseiten Abschnitt hat. Da gab es haufenweise blanke Flecken.

Die Abfahrt war ... anstrengend. Kein Ibuprofen haut mehr rein, als man sich mit Ibu vorstellen kann. Das Bein war stabil, ich konnte es belasten und das Knie machte alles mit. Aber halt nicht klaglos. Jede Belastung, die ein wenig aus der Beinachse heraus erfolgte, stach ein wenig. Nie schlimm, aber konstant, mal mehr, mal weniger. Und plötzlich fühlte ich mich schon nicht mehr so gesund. ‘Ein Jahr mindestens’, hiess es. Ist wohl so.

Trotzdem war das eine wunderschöne Tour bei großartigem Wetter. Und zur Standort-Bestimmung der Heilung (das wird noch dauern) war das auch ganz gut.


Wie die letzten Male: Start in Grän


Im Wald fehlt schon ordentlich Schnee


Es sieht schön winterlich aus


In der Querung


Pisten-Anstieg


Man beachte: das rechte Bein ist fast gestreckt :-)


Gipfel :-)


Sehr winterliche Aussicht :-)


Abfahrt, geht auch ohne Ibu lässig


Die Piste hat schon arg gelitten

Von engel am 10.01.2020 18:45 • outdoorski

Montag, 30.12.2019: Skitour mit Gipfel

Donnerstag, Januar 09, 2020

Trotz viel Recherche fand sich einfach keine Skitour mit Pistenabfahrt, wo man nicht vorher über die Piste aufsteigen muss und wo die Piste beschneit war. Wir fuhren also nochmal nach Grän.

Zu unserer Erleichtung hatte der Schnee in den beiden letzten Tagen nicht sehr gelitten und so war der Aufstieg über den Sommerweg noch immer problemlos möglich. Wir mussten auch nicht öfter abschnallen als vor 2 Tagen.

Den kleinen Hügel in der Mitte fuhr ich souverän mit Pflugbogen ab und auch sonst war das Laufen problemlos. An der Alpe Gessenwang - diesmal voll in der Sonne - machten wir wieder Pause und an der schmalen Stelle am Rücken schnallte ich wieder ab. Der beste Allgäuer von Allen lief mit den nun unkaputtbar reparierten Fellen an mir vorbei.

Als wir die Piste erreichten gingen wir weiter ins Jöchle hinauf und dann bis zum Gamskopf, wo es nicht ganz so voll war wie befürchtet. Wir fanden jedenfalls problemlos einen sonnigen Platz zwischen den Latschen.

Die Abfahrt war auch diesmal problemlos. Die Pisten hatten an den sonnigsten Stellen arg gelitten und waren inzwischen deutlich brauner als vor 2 Tagen, Fahren war aber meistens noch OK. Ich ‘fand’ allerdings wieder einen blöden Stein. Und unten verkantete ich vor lauter lässigem Fahren und wäre beinahe gestürzt, weil das Bein zwar stabil ist, aber noch recht verzögert reagiert. Na, das wird auch noch werden.

Hach, eine Skitour mit Gipfel. Es wird :-)


Start in Grän, sieht aus wie Winter


Kurze Stellen im Wald haben wenig Schnee


Sonne und Aussicht


An richtig sonnigen Stellen ist der Schnee recht feucht


Querung zur Piste ...


... und da dann hoch zum Jöchle


Gamskopf!


Abfahrt ...


... man muss schon um den Dreck herum fahren.

Von engel am 09.01.2020 20:29 • outdoorski

Samstag, 28.12.2019: Skitour!!!

Samstag, Januar 04, 2020

Nach einem weiteren wetter-bedingten Tag daheim, sollte es tatsächlich länger schön werden. Ich hatte von Sabine einen tollen Tipp für eine Skitour mit Aufstieg fern der Piste un Abfahrt auf der Piste bekommen und ich wollte die Tour sofort machen um Skifahren zu probieren. Der Skitest vor Weihnachten war ja eher ein Reinfall gewesen :/

Wir fuhren nach einem gemütlichen Frühstück erstaunlich staufrei ins Tannheimer Tal und parkten in Grän. Noch war es bedeckt und teils neblig, aber es sollte später aufklaren. Wir sahen gleich, dass inzwischen der Schlepplift auch schon lief, deswegen wandten wir uns dem Sommerweg zu, der im Freien auch genügend Schnee hatte, um da mit Skiern laufen zu können. Im Wald mussten wir ein paar Mal abschnallen, weil es dann halt doch mehr Steine als Schnee hatte, aber als wir auf dem ersten Hügel waren, war da richtig Schnee und deswegen auch richtig Skitour :-)

Mit Skiern laufen war erwartungsgemäß überhaupt kein Problem, auch wenn ich mich immer wieder ermahnen musste, am Ende des Schrittes das Bein zu strecken. Wird noch eine Weile dauern, bis das automatisch geht.

Die erste wirkliche Schwierigkeit kam, als wir den kleinen Hügel zu den Forststraßen runter mussten. Mit offenen Skiern, den Fellen dran, einer glatten Spur mit Kurven und etwa 20cm Tiefschnee an der Seite. Für Pflug war kein Platz und richtig Querstellen und Bremsen traute ich mir nicht so wirklich zu. Ich löste das Problem, indem ich gaaaanz langsam Kurven um die kleinen Bäumchen neben der Spur machte, mit Druck auf dem Aussenski, was so halbwegs klappte.

Danach ging es kurz auf dem Forstweg, dann auf dem Sommerweg durch den Wald zur Gessenwangalpe. Der Sommerweg ist relativ steil und war teils glatt, aber das ging alles ganz gut, kleiner Ausrutscher inklusive. Irgendwo im Wald waren sogar zwei Spitzkehren nötig und - Tadaa! - auch die gingen problemlos. Ich hatte das daheim trocken probiert, aber im Gelände ist natürlich was ganz anderes.

An der Gessenwangalpe machten wir eine kleine Pause, dann ging es weiter. Nach der Querung und der kleinen Ebene führt der Sommerweg auf einem schmalen Rücken entlang. An einer Stelle war dann für meinen Geschmack einfach nicht genug Schnee, um das sauber und problemlos mit Skiern gehen zu können. Ich wollte auf keinen Fall blöd abrutschen und schnallte ab, der beste Allgäuer stieg mit Skiern auf.

Und dann trat er sich auf dem engen Weg mit dem einen Ski die Front-Klammer seines Fells vom anderen Ski. Das war schon ein paar Mal beinahe passiert, weil die Klammer so labrig ist und innerhalb der Halterung offen ist. Diesmal spickte die Klammer weg und war futsch. Wir suchten eine Weile, bekamen von vielen Leuten Hilfsangebote und Mitleid und reparierten (also: der beste Allgäuer reparierte) das Fell dann mit Draht und einem Holzstückchen. Hielt.

Danach war nur noch die Querung zum Füssner Jöchle zu bewältigen. Wir gingen bis zur Piste und hörten dort auf, denn sollte das mit dem Skifahren nicht klappen, wären so 150 Höhenmeter (man könnte bis zum Gamskopf aufsteigen) weniger zu bewältigen.

Während der gemütlichen Pause in der Sonne staunten wir ein wenig an der Menge der Skitourengeher, die an uns verbei liefen. Das waren Hunderte.

Dann kam die Abfahrt. Im Gegensatz zu sonst fuhr ich voraus. Die ersten Kurven waren noch ein wenig ungelenk, dann traute ich dem Bein so langsam und hundert Höhenmeter später war fast alles so wie immer :-) Ich fuhr vorsichthalber eher langsam und teste allerlei Belastungen aus, aber auf der Piste war das alles nahezu schmerzfrei. Es zwickte gelegentlich hier oder da im Knie, aber es war stabil und hielt sowohl Eisplatten aus auch Schneehaufen aus :-)

Im Lauf der Abfahrt wurde ich etwas schneller, brauchte aber doch einige Pausen. Das war voll anstrengend! Aber toll! :-)))

Die Piste am Füssner Jöchl war sonnseitig schon etwas weich und braun (man ‘fand’ gelegentlich auch ein paar Steine oder gefrorene Grasbollen) und schattseitig beinhart gefroren und eisig. Das Knie machte alles klaglos mit und war unten nur milde gestresst :-) Mittelleichten Schnee würde ich mir jetzt zutrauen. Yay!


Start in Grän bei Nebel


Meist ist der Sommerweg begehbar


Oben kommt langsam Sonne durch


Konzentration auf dem Sommerweg


Beinahe Sonne an der Alpe Gessenwang


Sonne!


Pause an der Piste


Die erste Kurve ist noch vorsichtig ...


... dann wird das Fahren besser :-)


Abfahrt

Von engel am 04.01.2020 13:57 • outdoorski

Sonntag, 22.12.2019: Skitest

Freitag, Dezember 27, 2019

Samstag blieben wir daheim uns bastelten an unseren diversen Projekten rum. Sonntag war das Wetter eigentlich viel schlechter, aber ich wollte raus. Unbedingt. Weil: Endlich Skitest!

Wir fuhren ans Oberjoch, wo das Skigebiet zwar offen war, aber nur der kleine ‘Ideallift’ lief. Ich hatte mir das ganz nett gedacht, mit dem frischen (wenn auch nassen) Neuschnee auf einer der beschneiten aber noch nicht benutzten Piste ein Stück hinauf laufen und dann abfahren, um zu sehen, was das Knie dazu sagen würde.

Was ich nicht bedacht hatte: beschneite Pisten werden regelmäßig gewalzt, vor allem wenn es schneit. Aber nur grob, ohne die Feinwalze. Und bei Temperaturen um die 0 Grad frieren dann die groben Bollen zu einer arg buckligen Oberfläche zusammen ...

Wir marschierten am mittleren Lift also die Aussenrum-Piste entlang. Unten geht es erst mal relativ flach los, dann kommt ein unerwartet steiler Aufschwung. Als ich diesen Aufschwung hinab blickte, war mir der Buckel dann schon ziemlich unheimlich. Vor allem mit den Pistenraupenbollen. Das Laufen selber war - wie erwartet - prima gegangen. Geführte Bewegung, bergauf, natürlich ging das!

Der Plan war eigentlich gewesen, bis zur oberen Liftstation zu laufen und dann die schöne platte flache Piste runter zu fahren. Aber die war weder flach noch platt, die Piste ...

Ich schlug also eine Testabfahrt vor. Wir fellten ab und stiegen in die Ski. Meine erste Kurve ging nach links, mit dem operierten Bein auf der Innenseite. Ich fuhr los und machte erst mal einen Stemmbogen, Last auf dem Aussenski, der Innenski fährt mit. Das Knie jammerte ein wenig über das Gewackel über die Pistenbollen.

Dann ein Stemmbogen nach links, Last auf dem operierten Bein (ich stand da extra fest drauf, statt alles mit dem gesunden Bein zu fahren), das andere fährt halt mit. Das mochte das operierte Bein deutlich lieber, allerdings hatte ich ein paar Probleme mit Abschwingen, da klappte die Steuerung nur mittelmäßig.

Bei den nächsten Kurven versuchte ich im nicht-gewalzten Teil zu bleiben und das ging deutlich besser als auf den halb-gefrorenen Pistenraupenbollen. Insgesamt machte ich 6 Kurven, dann waren wir im Flachen.

Wir beschlossen, nicht nochmal aufzusteigen, weil die Piste wirklich arg unschön war (und im freien Gelände hatte es ganz einfach keine Unterlage). Ich wollte dem Knie die Piste dann doch nicht zumuten und der beste Allgäuer von Allen hatte von Anfang an keine Lust gehabt und war nur mir zuliebe mitgekommen.

Gerade als wir wieder am Auto angekommen waren, fing es an zu regnen, insofern war das auf jeden Fall die richtige Entscheidung gewesen.

Tja, und das Test-Ergebnis? Gemischt.
Einerseits fühlte sich das Knie durchaus stabil an und das leichte Zwacken beim Fahren waren sicherlich vor allem wenig benutzte Sehnen und Ähnliches. Andererseits hatte ich das Gefühl, wenig Kontrolle mit dem Bein zu haben. Fehlende Sensoren vielleicht? Oder genereller Bammel? Na, Letzteres auf jeden Fall!

Sollte es endlich mal schneien, würde ich mir eine leichte, nicht allzu lange Skitour bei einfachem Schnee (weder tief, noch schwer) schon zutrauen. Allzu steil sollte es aber nicht werden und allzu ruppig auch nicht. Und naja, im schlimmsten Fall kann ich eine leichte Tour auch auf einem Bein abfahren, wäre nicht das erste Mal :/
(Über Hinfallen denke ich lieber nicht nach ...)

Aber erst mal brauchen wir Schnee!


Start an der Bahn


Nach der ersten Kurve ...


... ist die mit dem operierten Bein erst mal recht ungelenk.


Volle Konzentration

Von engel am 27.12.2019 11:20 • outdoorski

Der Feiertags-Mittwoch sollte strahlend schön werden. Nach dem Schlechtwettereinbruch hatte es nochmal heftig geschneit, wir entschieden uns deswegen für eine Mischung aus Bergsteigen und Skifahren: mit den Minis am Rucksack aufsteigen und dann halt runterfahren so weit es geht.

Wir parkten an der Wiedhagbahn und stiegen auf dem Wanderweg im Wald hinauf. Unten hatte es noch Schnee auf der Piste, im Wald war es nur feucht. Für die Querung der ersten Rinne mussten wir in den Wald ausweichen und ein Stück aufsteigen, weil sich ein Baum mit einer Lawine da ungeschickt quer gelegt hatte. Danach konnten wir problemlos bis zur nächsten Piste aufsteigen. Ab da war dann eine geschlossene Schneedecke.

Unten drunter war recht fester Altschnee, oben drauf lag eine Schicht Neuschnee, anfangs mit einem Harschdeckel oben drauf, später dann einfach nur weich. Die meiste Zeit ließ ich den besten Allgäuer von Allen spuren, weil Durchbrechen schlecht fürs Knie ist.

Kurz bevor wir den Grat erreichten, machten wir eine Pause und wurden vom einzigen Mitbesteiger dieses Tages dort überholt: ein Skitourengeher. Wir stapften, meistens im Schnee, am Grat jedoch auch immer wieder auf Fels, der Kühgrundspitze entgegen. Die beiden versicherten Steilstellen waren weniger problematisch, als ich befürchtet hatte, obwohl die Seile natürlich weitgehend unter dem Schnee lagen. Aber der Schnee war fest und hielt gut.

In meinem Kopf ist der Übergang von der Kühgrundspitze zum Iseler elendslang und vor dem Abstieg zwischen den Latschen zur Scharte hatte ich mich einigermaßen gegrault (ich hatte Angst vorm Einbrechen, sich so kurz vor der OP noch zu verletzten wäre schon ziemlich doof), aber das ist gar nicht so weit, wie ich dachte (wir kamen auf dem festen Schnee gut voran) und der Weg zwiscehn den Latschen war besser zu gehen als befürchtet.

Selbst den Aufstieg zum Iseler hatten wir schon deutlich anspruchsvoller erlebt, deswegen standen wir nach viel kürzerer Zeit als gedacht (nach einer guten Stunde) am Iseler und machten da die zweite Pause.

Dann wurde es lustig :-)

Wir marschierten erst mal vor bis zur Abzweigung mit dem Bänkle und legten dort die Minis an. Ich die Neuen, die ich schon am Hahnenköpfle getestet hatte, der Ralle die alten, denn wir hatten inzwischen zwar 50€ Nachlass mit Selbstreparatur ausgehandelt (der Kontakt mit dem Verkäufer war prima, er versuchte alles, eine Alternative aufzutreiben und gab uns dann den Nachlass), aber der beste Allgäuer von Allen war noch nicht dazu gekommen, die Reparatur tatsächlich durchzuführen.

Inzwischen war der Neuschnee schon total aufgeweicht, aber er hielt gut auf dem komakten Altschnee und wir konnten wirklich gut abfahren. Oben im recht steilen freien Gelände blieben wir noch gelegentlich an alten Spuren hängen, unten auf der Piste, konnten wir super fahren. Leider verdeckte der Neuschnee auch die Stellen, wo die Piste schon abgetaut war und so fuhr ich einmal über dreck udn Steind und fuhr mir direkt den ersten Kratzer in die netten neuen Minis. Meh! Aber mei, das ist das Schicksal von Tourenskiern, egal welcher Ausprägung.

Wir konnten mit einmal Abschnallen fast bis zum Auto abfahren :-)

Unten kehren wir dann noch in der Seilbahngaststätte ein un gönnten uns - Überraschung ;-) - Kaffee und Kuchen. Beides war sehr gut.

Tolle letzte Tour vor der Knie-OP!


Start am Oberjoch


Anstieg im Wald


Ausweich-Abstieg in die erste Rinne


Eingeschneite Frühlingsblumen


Steile Querung der zweiten Rinne


Sonne :-)


Anstieg zur Kühgrundspitze


Zwischendurch ist der Grat durchaus anspruchsvoll


Der Gipfel ist in Sicht


Kühgrundspitze


Weiterweg zum Iseler


Kurz vor der Scharte, den Iseler im Blick


Steilanstieg zum Iseler


Der zweite Gipfel :-)


Start zum Abfahren


Oben muss man erst mal Queren ...


.... dann wird die Abfahrt echt nett.


Die neuen Minis machen sich gut :-)


Auf den allerletzten Metern


Verdiente Belohnung :-)

Von engel am 08.07.2019 20:53 • diaryoutdoorbergski

Mittwoch, 24.04.2019: Pistenskitour

Dienstag, Mai 14, 2019

Das Wetter sollte super und heiss werden und der beste Allgäuer von Allen hatte eine Pistenskitour ausgesucht. Wir hatten am Vorabend noch die Webcams angeschaut und es sah so aus, als reiche der Schnee tatsächlich noch bis ganz runter.

Als wir an Oberstdorf vorbei das Trettachtal hinter fuhren, war aber rundrum so viel Grün und Frühling, das ich ernsthafte Zweifel bekam, ob das was werden könne. Aber tatsächlich, als wir ganz hinter auf den Bahnparkplatz gefahren waren, reichte da ein weisses Band mitten durch grüne Wiesen nach unten. Wir mussten vielleicht 100 Meter laufen, bevor wir anschnallen konnten.

Die Freude über das weisse Band hielt allerdings nicht lang, denn schon nach dem ersten Aufschwung kam eine Schneelücke, die noch dazu ziemlich matschig war. Ich befürchtete schon Schlimmeres, aber die weiteren Lücken hielten sich in Grenzen. Meistens mussten wir abschnallen, weil die Straße zur Mittelstation schon geräumt war.

Auf (anfangs teilweise sehr schmalen) weissen Bändern durch die grüne Landschaft aufzusteigen war ein wenig irreal, man kommt sich da zwischendrin vor wie im falschen Film. Auf der Straße hatte es Spaziergänger.

Ab der Mittelstation war die Schneedecke geschlossen (die Talabfahrt war wohl schon eine Weile gesperrt) und wir konnten problemlos aufsteigen. Es kam deutlich mehr Sonne in die Ostseite, als wir gedacht hatten und es war bald richtiggehend heiss. Der Schnee auf der Piste war bald komplett durchnässt, aber er würde nicht weicher und tiefer werden als er eh schon war.

An der oberen Mittelstation hätten wir ins freie Gelände raus müssen, um tatsächlich zum Gipfel aufzusteigen. Aber der Hang zum Gipfel ist ganz schön steil und die Sonne war auch da schon lang voll drin und neben der Piste war der Schnee bestimmt bodenlos. Das war uns dann doch zu riskant und wir ließen es da oben gut sein.

Die Abfahrt war wie erwartet. Oben war der Schnee nass und schwer und klebte etwas, war aber ganz gut zu fahren. Weiter unten war der Schnee schon weiter umgewandelt und klebte nicht mehr, aber da mussten wir dann gelegentlich abschnallen. Persönlich mochte ich die Buckelpisten der unteren Hänge und die Abfahrt auf dem superschmalen Streifen am liebsten, das war total ungewöhnlich :-)

Wir kamen bis auf 100 Meter an den Parkplatz ran, aber da unten war die Schneedecke stellenweise schon mehr Wunsch als Realität. Der beste Allgäuer von Allen musste sich kurz mal mit dem Stock im Gras abstützen und da blieb dann das untere Teil vom Stock ganz einfach stehen.

Wir waren den ganzen Tag fast komplett allein, von gelegentlichen Pistenraupen mal abgesehen und das war insgesamt recht ungewöhnlich und deswegen interessant.

So ganz ratsam sind Pistenskitouren nach Saisonende aber doch nicht, denn die Ketten der Pistenraupen (auch hier war alles umgegraben) hinterlassen auf dem Schnee haufenweise dreckiges Maschinenöl (sieht man natürlich nicht). Unsere Felle waren allesamt mit zahllosen Ölflecken gesprenkelt und wir mussten sie daheim gründlich waschen.


Start am Parkplatz


Kurzer Aufstieg zu Fuß


Sommerliches Skitouren in grüner Landschaft


Straßenquerung


Fast schon winterlicher Weitblick


Auf dem Weg zur oberen Mittelstation


Blick zum Gipfel


Abfahrt


Bereit für ...


... das schmale Band


Ein Stück Fußweg ...


... dann Buckelpiste

Von engel am 14.05.2019 15:17 • outdoorski

Auch der Dienstag sollte schön sein und weil nach den Osterfeiertagen fast alle Skigebiete den Betrieb einstellten, wollten wir zu Fuß am Ifen auf der Piste aufsteigen und dann mit den neuen Minis abfahren.

Nach den Erfahrungen letztes Jahr mit dem Sommerschnee an Daumen und Hochvogel, wo die alten kurzen schmalen Minis ja dauernd eingestochen waren und wir an den Schuhkanten hängen geblieben waren, hatten wir etwas längere und breitere Blades gesucht, die ebenfalls mit den Hochtourenstiefeln zu fahren sein sollten. Ich hatte welche mit 109cm bestellt, der Beste Allgäuer von Allen hatte sich für welche mit 119cm entschieden. Beide Satz Ski waren im Februar gekommen und sind echt arg schwer. Nur an der Sicherheitsbindung (die den Vorteil hat, dass man recht hoch steht und deswegen die Schuhe weit weg vom Schnee sind) kann das aber nicht liegen. Immerhin passen aber die Hochtourenstiefel gut in die Bindung rein.

Der Himmel war dunkel und bewölkt, als wir zur Auenhütte hinter fuhren. Da hatte der Wetterbericht aber was anderes vorhergesagt. Und warm war es auch, 7 Grad an der Hütte. Naja, ist wie es ist, wir gingen erst mal los.

Die Piste war zwar weich, aber halt Piste, deswegen sanken wir nicht weit ein. Wir wichen unten auf den Rücken unter der Bahn aus, wo wir ein gutes Stück schneefrei aufsteigen konnten. Die neuen Nicht-Ganz-Minis am Rucksack waren zwar schwer, trugen sich aber doch besser als wir befürchtet hatten.

Wir waren natürlich nicht die einzigen, die unterwegs waren, aber außer uns waren alle mit Tourenski unterwegs und wir ernteten einige verwunderte Blicke.

Zur Nicht-Sonne gesellte sich ab der Mittelstation ein starker und unangenehm kalter Wind, der noch weiter oben noch zulegte. Ich war auf Sonne eingestellt gewesen und fror meistens leicht. Nicht genug allerdings, um die Jacke drüber zu ziehen, denn dann hätte ich geschwitzt. Wir nahmen Handschuhe, Mütze und Buff.

Ein einzelner Skitourer stieg zum Ifen auf. Ich betrachtete den Aufstieg und die Scharte interessiert, denn da waren wir noch nie.

Der Weg von der Gipfelstation zum Gipfel war gespurt, das ist wohl im Winter ein Spazierweg. Wir sausten nur ganz kurz zum Gipfelkreuz hinauf und verzogen uns dann in eine grasige windgeschützte Mulde, wo es beinahe warm war. Nach gemütlicher Pause wurde es spannend: der Test der neuen Minis stand an.

Der Start war erst mal schwierig, denn wir mussten durch freies Gelände mit echt weichem Schnee bis auf den Winterweg. Anfangs weiß man bei neuen Minis auch noch nicht so Recht, wo der Schwerpunkt hin muss. Ist er zu weit vorn, sticht der Ski ein und gräbt sich nach unten, ist er zu weit hinten, fällt man einfach um. Die vergleichsweise weichen Hochtourenstiefel machen das Ganz natürlich auch nicht leichter.

Auf dem Winterweg ging das Fahren dann schon leichter, wenn auch noch nicht wirklich gut. Der Beste Allgäuer von Allen fand seine Ski arg wackelig und meinte, das läge daran, dass man mit der Sicherheitsbindung doch recht hoch steht. Und die Spur würden sie auch nicht richtig halten.

Ich dagegen fand die Ski da schon recht gut fahrbar, allerdings fiel ich bei nahezu jeder Linkskurve aus dem rechten Ski, weil die Bindung auf den Hochtourenstiefeln nicht richtig schliesst. Aber mit sowas hatte ich gerechnet und hatte ‘Schließbändel’ dabei. Wir machten an der Gipfelstation Pause.

Während ich die Bändel um Bindung und Schuhe montierte, betrachtete der Beste Allgäuer von Allen seine Ski genauer. Die Bindung war tatsächlich ein wenig wacklig, vor allem an einem Ski. Nachdem er die Sicherheitsbindung ausgelöst hatte, fand er auch gleich raus warum: bei diesem Ski waren die vorderen Schrauben der Bindungsplatte überdreht und hielten nicht. Diese Bindung war auch schräg auf dem Ski montiert, deswegen verlief der beim Fahren wohl auch so.

Aber Fahren war so eh nicht mehr drin. Wenn sich die Bindungsplatte löst, saust der Ski ungebremst ins Tal. Mit ausgesprochen schlechter Laune stapfte der Beste Allgäuer von Allen also zu Fuß ins Tal. Bei Schnee. Auf einer guten Piste. Mit Skiern am Rucksack. Die Blicke der anderen waren nun noch verwunderter.

Ich fuhr aber ab. Ich hatte kurz überlegt, aus Sympathie auch zu Fuß zu gehen, aber das Knie jammerte ja eh schon rum und überhaupt ... Abfahrt! Also wenn das schon geht, dann will ich auch! Die neuen Minis schlugen sich nun, da ich nicht mehr aus der Bindung fiel, auf der weichen Piste echt gut und auch die wenigen Ausflüge ins freie Gelände (wo der Schnee aber auch recht kompakt war) gingen gut. Das ließ sich schon mal ganz gut an. Allerdings war die Abfahrt erbärmlich kalt, weil ich immer wieder auf den Absteiger warten musste und Abfahren ja kein bisserl anstrengend ist und es nach wie vor windig und kalt bei zu wenig Kleidung war.

Während wir abstiegen/abfuhren wurden sämtliche Pisten mit Pistenraupen umgegraben. Der Sinn des Ganzen erschloß sich uns nicht und einfach nur ‘Boshaftigkeit’ (‘Das sind unsere Pisten und ihr Skitourer könnt mal schön schauen wo ihr bleibt, wenn das bollig zammfriert.’) kann das ja auch nicht sein.

Danach begann die Verhandlung mit dem Händler, die, ich nehme das mal vorweg, am Ende darin resultierte, dass wir 50€ Nachlass bekamen und der Beste Allgäuer von Allen die Ski selbst reparierte. Neue Ski als Ersatz waren nicht mehr zu bekommen.

Nachtrag:
Beim Aufschreiben der Tour hat mich die Sache mit dem Piste-Umgraben dann doch noch mal interessiert und ich habe kurzerhand bei den Oberstdorfer/KLeinwalsertaler Bergbahnen nachgefragt. Schon am nächsten Tag (!) kam eine Antwort, in der sinngemäß stand, dass man halt aufräumen müsse (Pistenbegrenzugen, usw.) und zum Schonen der Pistengeräte die Heckfräsen abmontiert. Klingt logisch, hätten wir auch drauf kommen können. Und zudem würde die umgegrabene Piste wegen der größeren Schneeoberfläche schneller schmelzen. Kann ich auch nachvollziehen.


Mit den neuen Minis am Parkplatz


Aufstieg über die Piste an der Mittelstation


Der Weg zur Gipfelstation ist lang


Rückblick


Die Scharte zum Ifen


Kurzer Gipfelbesuch


Bindungsreparaturversuch


Abstieg zu Fuß :-(


Abfahrt :-)


Mehr Abstieg zu Fuß :-(


Mehr Abfahrt :-)

Von engel am 05.05.2019 15:50 • outdoorski

Der beste Allgäuer von Allen war für das gesamte Osterprogramm zuständig und hatte für den Montag eine Skitour angesetzt, für die wir wegen Rest-Piste nutzen nicht allzu weit würden fahren müssen. Wir starteten mittelfrüh ins Tannheimer Tal und waren recht erstaunt am Bahnparkplatz dann doch gar nicht so wenige Autos vorzufinden.

Wir rödelten auf und marschierten zum Start der Restpiste, die noch ziemlich weit runter ging. Die Luft war zwar noch kühl, aber in der Sonne war es sehr bald recht warm und der Schnee taute auf. Das machte das Gehen wirklich einfach.

Im Stubental war allerdings noch Schatten und da war der Schnee noch hart gefroren. Wir nutzten das, um ohne Harscheisen gehen zu üben. Man geht von der Alpe immer auf der linken Talseite Richtung Güntle und dann zum Satteln hinauf. Ich hatte die neueren Skistiefel an und musste wegen des ständigen Querens auf einer Seite auf halbem Weg die linke Ferse verpflastern. Wie immer natürlich zu spät, es hatte sich schon eine Blase gebildet. Tja, manche lernen es nie.

Zum Sattel hinauf ist es kurz steil uund wird dann wieder etwas flacher. Wir hatten immer noch keine Harscheisen und weil das Laufen doch recht gut ging wurde ich ein wenig übermütig und rutschte halt doch aus. Dabei fiel ich echt blöd hin, nämlich so, dass der Talski auf dem Talstock landete und ich erst mal nicht zum Bremsen kam (später stellte ich dann fest, dass ich auch blöd auf die linke Hand gefallen war, die wurde nämlich dick und schmerzte). Das war kurz echt doof!

Wir stellten die Ski im Sattel ab und gingen zu Fuß zum Gipfel. Wir stiegen in die Scharte ab und zum ‘richtigen’ Gipfel mit dem Kreuz auf, wenn schon denn schon :-)

Für die Abfahrt waren wir dann ein klitzekleines Bisserl früh dran, denn die Sonne war zwar schon im Güntle drin, hatte den Schnee aber noch nicht genügend angetaut (auf der Gegenseite am Bschießer, war allerdings schon tiefer Sulz). Die Abfahrt war deswegen etwas ruppig. Aber Abfahrt, das ist immer gut :-) Und bis fast hinunter zum Auto.  Dort war der Parkplatz inzwischen proppenvoll, was sich aber natürlich an der Anzahl der aufsteigenden Skitourer schon hatte ablesen lassen.

Danach hätten wir eigentlich an den Grüntensee zum Baden (also Sonnen- für mich) gehen wollen, aber es zog Schleierbewölkung auf und es hatte einen unangenehm kühlen Wind. Wir fuhren also doch lieber heim und sonnenbadeten auf der Terrasse.


Die Piste reicht noch fast bis zum Parkplatz


Blick ins Stubental mit Bschiesser


Einmal müssen wir kurz abschnallen


Schattiger (und harter) Anstieg durchs Güntle


Endlich Sonne


Gipfelanstieg zu Fuß


Abstieg zum ‘richtigen’ Gipfel


Am Gipfel


Bei der Abfahrt ist es oben noch echt hart


Weiter unten ist dann weicher


Abfahrt auf der Restpiste


Rückweg zum Parkplatz zu Fuß

Von engel am 05.05.2019 14:36 • outdoorski

Wir planten nochmal eine interessante Tour im Lechtal und standen früh auf, um früh in Boden zu sein. Waren wir auch, aber da war es zu unserem Erstaunen schon ganz schön voll. Erstaunlich viele Leute gingen wie wir links hinauf statt geradeaus, wie wir eigentlich erwartet hatten.

Natürlich war alles hart gefroren, aber die minimale Neuschneeauflage (auch gefroren) der letzten Tage hielt gut. Wir stiegen bis zu den ersten Häusern von Pfafflar auf und gingen dann etwa auf dem Sommerweg ins Fundeistal hinein. Andere bogen ein Stück früher ab und querten unten in den Wald rein (ich überlegte, ob die was wussten, was wir nicht wussten), aber die kamen dann oberhalb des sandigen Abbruchs wo das Wanderschild steht auf auf unseren Weg. Der Schnee war relativ hart, also zogen wir bald Harscheisen an, da waren wir aber in der Minderheit, die meisten liefen ohne.

Weiter vorn teilten sich Skitourengeher und Spuren auf. Die einen gingen noch weiter hoch, andere folgten dem Sommerweg abfallend in den Talgrund hinein. Wir nahmen den unteren Weg, weil im Führer stand man solle eher früher als später in den Talgrund abfahren.

Wir querten noch über den Abbruch drüber, dann war der beste Allgäuer von Allen genervt vom Quergehen, weil das weder den Druckstellen der Skistiefel noch dem Kreuz gut tat und stellte auf Steigeisen um. Ich fand das keine schlechte Idee und nahm die auch. Allerdings brach ich dann andauernd ein (ich bin halt schwerer) und als ich dann noch dazu mit den Eisen in einer Latsche stecken blieb, beschloss ich wieder auf Ski umzustellen. Der beste Allgäuer von Allen ging schon mal weiter.

Ich stand recht ungeschickt und musste erst mal Leute vorbei lassen. Dann packte ich die Steigeisen weg und zog wieder Ski an. Unterdessen kam der beste Allgäuer von Allen zurück und meinte, da vorn ging es wieder steil bergauf, wir hätten mal besser die andere Spur genommen. Und überhaupt sei das hier alles total doof, weil abartig steil. Wir gerieten in einen kleinen Streit (unterdessen gingen weitere Leute an uns vorbei, es waren wirklich erstaunlich viele hier unterwegs) und hatten dann keine Lust mehr auf die Tour und gingen erst mal zurück in die Sonne in Pfafflar.

Dann war natürlich die Luft raus.

Wir taten das, was wir in derselben Situation (ohne den Streit) schon mal gemacht hatten: wir gingen weiter ins Scharnitzkar. Weil im Bach diesmal wirklich beeindruckend große (und dreckige!) Lawinen lagen, gingen wir direkt rechts rauf und fanden so auch gleich einen viel schöneren Weg ins Scharnitzkar, von dem aus man anscheinend allerlei sehr interessante Dinge machen kann, denn da hatte es eine Spur, die die Nordwand des Muttekopfs hinauf führte, in ein Gelände, in dem ich wirklich keine Skispuren erwartet hätte.

Es zogen Wolken rein und die Ski stollten in dem kupierten Gelände (mal Sonne mit sehr nassem Schnee, mal fast Schatten mit eiskaltem Pulver) bald unerträglich und wir beschlossen, Pause zu machen und aufzuhören. Einen Gipfel würden wir ja eh nicht mehr erreichen.

Das war interessant, denn so konnten wir den beiden Muttekopf-Nordseite-Besteigern bei der Abfahrt zuschauen. Die fuhren nämlich nicht da ab, wo sie aufgestiegen waren sondern fuhren über 2 Rinnen und eine Querung ab, bei denen ich von unserem Standpunkt aus nie und nimmer einen Durchlass erwartet hätte. Cool, echt!

Die Abfahrt war ... sehr gemischt. Die schönsten Stellen hatten eine dünne Pulverauflage auf harter Unterlage (mit gelegentlichen, natürlich unsichtbaren, Spuren drin), sonst hatte es bremsenden nassen Neuschnee, fast Firn und Eis. Alles wechselte lustig durcheinander und man konnte sich nicht wirklich auf irgendwas einstellen. Am schönsten war die Abfahrt unterhalb von Pfafflar, wo es ‘richtigen’ Firn hatte.

So war das halt ein netter Skispaziergang statt einer fordernden Skitour. Und das Scharnitzkar ist sehr schön und ich glaube, da müssen wir wirklich mal als eigenes Ziel hin.


Wir starten nicht allein


Auf dem Weg ins Fundeistal


Zu Fuß mit Skiern am Rucksack


Immer wieder nett: Im Winter auf alter Motorradstrecke


Allein unterwegs


Netter Anstieg ...


... in ein wunderschönes Kar


Abfahrt

Von engel am 10.04.2019 21:22 • outdoorski

Samstag, 30.03.2019: Joch statt Gipfel

Dienstag, April 02, 2019

Schon wieder sollte es ein Super-Wochenende mit tollstem Wetter werden. Und warm! Wir standen noch eine halbe Stunde früher auf als letztes Wochenende und fuhren geradewegs ins Lechtal. Diesmal war wirklich wenig los auf den Straßen, aber in Gramais bekamen wir gerade noch so den vorletzten Platz auf dem oberen Parkplatz!

Wir marschierten diesmal direkt das Tal hinter. Das ist wirklich flach, ich hatte Sorge, da den ganzen Weg im Schlittschuhschritt zurück laufen zu müssen (Aua.) und merkte mir relevante Punkte, an denen man vielleicht wieder auffellen sollte. Der letzte war ‘Bödma’ (aus dem natürlich jemand ‘Blödman’ gemacht hatte). Danach war es immer noch flach, aber ich hatte zumindest das Gefühl, das könne man weitgehend abfahren.

Wir waren nicht direkt allein unterwegs, aber es hatte doch ein paar Leute. 4 davon bogen bald nach Bödma rechts zur Landschaftsspitze ab. Der Aufstieg durch den schmalen Schlauch sah anspruchsvoll aus. Unser Anstieg war dann auch gleich anspruchsvoll, aber weniger weil es so sehr bergauf ging, sondern weil wir immer wieder am steilen Bachufer queren mussten und es war - ehklar - alles hart gefroren und eisig. Naja, wozu hat man Harscheisen.

Wo es dann ins Sacktal hinauf ging, waren wir uns nicht ganz sicher, ob wir einer Spur direkt im Bach folgen sollten oder wie der Führer beschrieb, direkt den steilen Latschenhang hinauf gehen sollten. Wir entschieden uns für den Latschenhang und das war dann erst mal einigermaßen schwierig, Harscheisen hin oder. Einer unserer Nachgeher war hochgradig faszinierend, denn der marschierte den eisigen Steilhang hinauf, als sei nichts, während wir bei jedem dritten Schritt nachtreten mussten oder rutschten.

Glücklicherweise kamen wir bald in die Sonne und der Schnee ging schnell auf, das machte das Laufen einfacher. Der Hang war aber noch eine Weile sakrisch steil!

Oberhalb des Steilhangs machten wir eine kurze Pause und folgten dann der Spur das lange, nicht enden wollende Sacktal hinauf. Weiter oben sahen wir, dass anscheinend alle unsere Vorgänger einen schönen Schattenhang auf der linken Seite (nachher auf dem GPS nachgeschaut: unter der Kleinen Leiterspitze) hinaufstiegen, unsere Erinnerung und die Beschreibung im Führer sagten aber, man müsse bis ins Albitjöchl aufsteigen. Also machten wir das, obwohl da nur wenige hingegangen waren.

Im Albitjöchl sahen wir dann auch warum, denn die andere Seite des Jöchls war komplett aper. Da wo wir vor Jahren mit wenig Höhenverlust hatten nach links rausqueren können, war ein fetter Felsriegel, kein Schnee weit und breit. Wir hätten erst mal ein ganzes Stück auf der anderen Seite absteigen (ja, steigen, mit Skistiefeln auf Gras) müssen, bevor wir dann zur Leiterscharte hätten aufsteigen können. Da gab es genau 2 Spuren, denn alle anderen, das sahen wir jetzt, waren aus der Scharte unter der Kleinen Leiterspitze rüber gequert. Wieder was gelernt, dass das geht, wussten wir gar nicht.

Nun erklärte sich auch die seltsame Spur auf der rechten Seite des Aufstiegs, über die wir uns gewundert hatten ... da hatten schon mal welche umgedreht. Das machten auch wir und stiegen dann in den Nordosthang mit den vielen Spitzkehren ein. Auch hier hätte ich mir zwischen den Kehren ein bisserl mehr Steigung gewünscht, aber die Spur war sonst gut zu gehen und die Kehren gingen nicht gar so steil raus, so dass das mein Knie nur aushaltbar stresste.

Im Joch unter der Kleinen Leiterspitze brachen wir dann ab, wie wir das am Albitjöchl schon beschlossen hatten. Es war schon einigermaßen spät und vor allem: Noch war der Schnee im Nordosthang super, wenn da die 20+ Leute, die wir an der Leiterspitze sahen, abgefahren waren, wäre nicht mehr viel Pulverschnee übrig gewesen. Und weder Aufstieg noch Abfahrt durch die Leiterscharte sahen toll aus.

So war die Abfahrt aber ein Traum! Vom Joch bis fast runter zum Tobeleinschnitt vom Sackbach blieben wir auf der schattigen, steilen Nordostseite und hatten schönen Pulver (mit ein paar Spuren drin, aber das stört ja nicht). Dann wechselten wir in die Sonne, nun voll ostseitig und da war dann echt feiner Firn. Der steile Aufstieg über die Latschen war inzwischen natürlich auch aufgegangen und liess sich bestens fahren.

Unten im Tal war der Schnee natürlich total nass und bremste. Wir halfen mit ein wenig Flüssigwax nach, was vor allem beim besten Allgäuer von Allen was brachte. Meine Ski waren frischer gewaxt, da war das kaum ein Unterschied. Bis Bödma musste man nur einmal wirklich aufsteigen, sonst ging alles abzufahren.

Am Bänkle an/in Bödma, machten wir nochmal Pause, bevor wir eigentlich auffellen wollten. Dabei sahen wir aber anderen zu, die danach mit nur wenig Anstrengung weiterkamen und ließen das Auffellen erst mal bleiben. Und dann überhaupt bleiben, dann man musste zwar schon immer wieder mal schieben und skaten, aber alles in allem kamen wir mit moderater Anstrengung zurück nach Gramais. Das ging viel besser als erwartet :-)

Zum wohlverdienten Abschluss gab es guten Kuchen und alkfreien Weizen in der Alpenrose. Wir hatten zu viel Durst für Kaffee ...


Start auf der hart gefrorenen Loipe


Fast im Talschluß


Aufstieg ins Sacktal


Tiefblick


Rückblick vom Albitjöchl


Blick zur Scharte mit Ziel. Die andere Seite vom Jöchl is aper.


Auf dem Weg zum Nordosthang


Am (neuen) Ziel.


Abfahrt. Unten sieht man den tollen Schnee ...


... traumhaft zu fahren!


Abfahrt über den Latschenhang


Rückblick


Die letzten Meter auf der Loipe sind bequem

Von engel am 02.04.2019 20:49 • outdoorski
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