Der Dienstag fing ausnehmend kühl (genau genommen: eiskalt) an, als wir die Räder in der Früh am zugigen Tunnel vorm Fellhornparkplatz aus dem Auto luden. Ins Trettachtal geht es weit und lang und mit wenig Steigung nach hinten, so dass wir bis fast zur Abzweigung nach Einödsbach brauchten, um halbwegs warm zu werden. In Einödsbach war uns dann aber warm.
Von Einödsbach, wo wir die Räder abstellten, geht es erst mal laaaang und mit wenig Steigung durch allerlei Kraut und Lawinenreste bis ins hinterste Eck des Tals zum Bacherloch und dann über eine kleine nette Steiganlage über den untersten Felsriegel hinauf zum Waltenberger Haus.
Wir legten eine gemütliche Pause im Gras über dem Felsriegels ein, von wo wir fasziniert einer Herde Gämsen mit Jungtieren zuschauten, die völlig ungerührt die extremst steilen Grashänge und Schneereste auf der gegenüberliegenden Talseite (irgendwo zwischen Habaum und Linkerskopf) hinauf und hinab spazierten.
Auf dem Waltenberger Haus (das trotz der Nähe zum vielbegangenen Heilbronner Weg klein und nett ist und sehr freundliches Personal hat) gönnten wir uns Getränke und teilten uns ein Käsbrot, bevor wir uns an den anstengenden Aufstieg zur Bockkarscharte machten.
Dieser Anstieg ist vor allem wegen des losen, steilen Gerölls so stressig. Leider ist das Geröll trotzdem nicht gut dazu geeignet, auf dem Rückweg darauf abzufahren. Naja, da muss man durch. Nach knapp 1700 Höhenmetern waren wir dann an der Bockkarscharte und konnten das Projekt angehen, wegen dem wir den langen Zustieg auf uns genommen hatten: Die Besteigung der Hochfrottspitze :-)
Im Führer stehr etwas von einem kleinen Überhang, also hatten wir auch ein wenig Sicherungsmaterial mitgenommen. Wär ja blöd, wenn wir dann 50 Meter unter dem Gipfel umkehren müssten. Nachdem wir uns ausgestattet hatten (diesmal mit Helm, wie sich das gehört), krabbelten wir den ersten Aufschwung, eine bröselge Rinne, hinauf und spazierten zum nächsten Aufschwung.
Dort fand sich besserer Fels und es sah deutlich schwieriger aus. Ab hier sicherten wir. Der Fels war weitgehend recht gut und die Kletterei sah meist deutlich schwieriger aus, als sie war (was sicherlich auch daran lag, dass sich inzwischen die Wolken soweit gesenkt hatten, dass wir mitten drin standen und zeitweise sehr wenig Sicht hatten). Der kleine Überhang unter dem Gipfel war natürlich auch kletterbar aber spätestens da war das Seil doch eine spürbare Erleichterung :-)
Wir hatten eigentlich eine Überschreitung geplant, aber angesichts der fortgeschrittenen Zeit und weil wir wegen des Nebels so wenig sahen, kletterten wir auf dem Weg ab, auf dem wir gekommen waren. In der Bockkarscharte war es dann kurz vor Fünf und es stand noch der elendslange Abstieg bevor (vor dem ich mich ja immer besonder graule).
Im oberen Teil des Abstiegs begleitete uns ein einzelner Steinbock, immer in gewissem Mindestabstand, aber ganz klar auf demselben Weg. Er bog dann aber Richtung Sockscharte ab. Das Waltenberger Haus liessen wir aus, um möglichst noch im Hellen zum Auto radeln zu können (als Mitglieder der SAN keine Lampe im Rucksack zu haben, ist aber auch fahrlässig!).
Ein paar Pausen waren zwar nötig, um den Abstieg zu bewältigen, aber wir schafften es doch, noch im Hellen bei den Rädern in Einödsbach anzukommen. Bei der Abfahrt im Wald und in den Tunnels war es aber schon verdammt dunkel! Alles in Allem waren wir gut 13 Stunden unterwegs, davon gut 3 für die Klettermeter am Gipfel.
Mittwoch nutzen wir wieder zum Radeln und Baden, Donnerstag war schlechtes Wetter, gute Gelegmheit für etwas Haushalt und Verwandtenbesuche.
Nach dem erfrischenden sonntäglichen Badetag waren wir bereit für neue Taten und hatten bereits eine Riesentour für Montag geplant. Der Wetterbericht legte dann allerdings eine Verschiebung der Riesentour auf Dienstag nahe, der Montag war recht kühl und wolkig angesagt.
Wir starteten daher Montag Früh mit den Rädern von Tannheim Richtung Älpele unterm Gaishorn, um dieses dann entweder auf dem Nordgrat zu ersteigen oder auf dem Normalweg zu überschreiten. Aufs Älpele zu radeln ist erstaunlich gemütlich. Zwar ist die Forststrasse recht geröllig, so dass man aufpassen muss, wo man radelt, aber die Steigung ist von unten bis oben eher mässig.
Wie angekündigt war es recht wolkig. Gelegentlich lugte die Sonne durch die Wolken, aber allzu oft war das nicht der Fall. Als wir vom Älpele nach links auf den Nordrücken wechselten, erwischte uns der Wind und es war ganz entschieden kühl. Je näher wir dem Nordgrat kamen, umso bröseliger sah der aus, so dass wir beschlossen, doch auf dem Normalweg durch die Nordflanke zum Gipfel zu steigen. Bröselig mögen wir nicht.
Auch auf dem Normalweg ist das Gaishorn ein wunderschöner Berg. Nachdem wir letztes Jahr den Gipfel ohne Kreuz erlebt hatten, konnten wir nun das neue Kreuz bewundern, das wirklich sehr schön ist, mit einer blauen Kugel, die bei Sonne vermutlich toll leuchtet.
Den Abstieg nahmen wir über den Nordwestgrat und die Zehrerköpfe (neue Gipfel ;-)—- mit jeweils etwa 10-20 Meter Schartenhöhe) und zurück zum Älpele. Der Weg über die Zehrerköpfe ist ganz unerwartet nett. Man erwartet Gras- und Latschengestapfe und landet dann auf einem schönen teils ausgesetzten Steiglein am Abbruch zum Älpele.
Kaffee und Kuchen in der Älpele-Alpe (durchschnittlich) rundeten diese sehr schöne Tour ab.
Der erste Samstag der Urlaubswoche (11.08.) sollte ein wunderbarer Tag werden. Angeregt durch diverse Vorschläge im Alpic.Net Forum wollten wir ein wenig Grate klettern und entschieden uns Leute-bedingt (bzw. der Wahrscheinlichkeit wegen für wenige davon) für die Parzinnspitze. Zugegeben, viel Anstieg für recht wenige Klettermeter, aber das Parzinn ist so oder so immer einen Besuch wert :-)
Wir schafften es problemlos vor der grossen Urlaubsreisewelle (Ferienanfang in Bayern) durch den Grenztunnel Füssen und bekamen sogar noch einen Parkplatz in Boden. Früh Aufstehen lohnt sich ;-)
Beim Radeln war es noch recht kühl, obwohl es bis zur Materialseilbahn durchaus bergauf geht. Beim Aufstieg zur Hanauer Hütte wurde es dann aber doch schon einigermassen warm, zumindest so lang man nicht direkt im Wind war. Obwohl es Leute auf der Hütte haben musste (20 Autos in Boden) trafen wir nur 3 Leute bis zum Joch unter der Kogelseespitze.
Die beiden Leute, die wir dort durchs Gelände stapfen sahen, suchten wohl irgendwas. Was genau stellten wir fest, als sie uns oberhalb des Gufelsees Richtung Parzinnspitze folgten ;-) Da wir die Helme vergessen hatten, machten wir uns eilig daran, als erste in die Rinne des Gipfelaufbaus einzusteigen.
Die Kletterei an der Parzinnspitze ist die reine Freude, sobald man den Grat erreicht hat. Die Trittspuren führen zwischen den vielen Grat-Türmen und -Türmchen immer wieder mal in die linke Flanke, da wird es dann bröselig, aber oben ist alles erfreulich fest.
Die Nachsteiger waren lang nicht weit hinter uns, aber am Gipfel warteten wir umsonst auf sie (weil wir erst absteigen wollten, wenn die beiden sauber am Gipfel verräumt waren - kein Helm und so). Scheinbar hatten sie an irgendeinem der Türmchen aufgegeben und waren umgedreht.
Wir erkletterten nach der -Spitze noch den höheren der beiden Parzinntürme und stiegen dann durch die Parzinnscharte direkt zur Hanauer Hütte ab. Dieser Abstieg sieht schlimmer aus als er ist, erfordert aber speziell im oberen Bereich schon ziemlich Trittsicherheit.
Kaffee und Kuchen in der Hanauer Hütte machte nur bedingt Spass. Zwar ist beides gut, aber die Hütte ist so voll und die Wirtsleute sind schon so angebrüht, dass man sich da gar nicht willkommen fühlt. Schade!
Nach dem laaangen Abstieg mit dem Radl zurück zum Auto zu sausen war die wahre Freude. Bike&Hike rules :-)
Am Sonntag war Knie- und Knöchel-bedingt Radeln angesagt. Und weil das Wetter schön (wenn auch eher kühl) angesagt war, verbanden wir die Radtour gleich mit Baden. Das erste Mal in diesem Jahr, herrlich!
Einer der Gründe, warum ich so gern auf Berge steige, ist die Aussicht vom Gipfel. In letzter Zeit liess die Sache mit der Aussicht aber doch etwas zu wünschen übrig. Und letztes Wochenende war es nicht anders: Am Brentenjoch standen wir am Gipfel im Nebel und sahen rundrum schönstes Weiss-in-Weiss. Immerhin war es weder feucht noch kalt noch windig da oben.
Vor Kurzem hatte ich vom Rossberg gelesen, ein kleiner Gipfel, auf den man vom Brentenjoch aus steigen kann und wo wir nun mal schon mal da waren, nahmen wir uns den Rossberg auch vor. Zu sehen war der Gipfel natürlich nicht, aber die Steigspuren direkt vor uns, die sahen wir schon. Besagte Steigspuren endeten an einem kleinen Gipfelchen - also eher eine Graterhebung - an der es tatsächlich nur mehr nach unten zu gehen schien. Fein, haben wir den Rossberg also auch in der Tasche, dachten wir und drehten um (der Rossberg ist eine Sackgasse).
Die Trackauswertung des GPS zeigte daheim aber: Der Rossberg liegt noch ein ganzes Stück weiter draussen und wir hatten tatsächlich nur eine unwesentliche Grat-Erhebung bestiegen. Pfff! Blöder Nebel. Da müssen wir nochmal hin. Den Abstieg schafften wir gerade rechtzeitig vor dem ersten Gewitter, so dass ich meinen neuen Ohne-Hände-Rucksackschirm gar nicht brauchte :-)
Sonntag war noch schlechter vorhergesagt als Samstag, daher resignierten wir, als es während des Frühstücks zu regnen begann. Heimtag, Faulsein, usw. Wenn’s denn sein muss ...
Dann aber riss es plötzlich auf und draussen war strahlendes Wetter. Wir warfen die Bikes ins Auto und düsten zum Grünten, wo wir eine nette kleine Runde bis hinauf zur Alpe Rossberg ((die mit den netten Leuten und dem guten Kaffee) in wunderbarstem Sonnenschein (und mmit Aussicht!) schafften, bevor uns das Gewitter aus Richtung Oberstdorf allereiligst zurück zum Auto trieb.
Das war eine Punktlandung. Beim Radl-Einladen fing es an zu tropfen und kaum waren wir im Auto, öffnete der Himmel seine Schleusen, so dass der Scheibenwischer es grad noch so schaffte, sowas wie Sicht zu erzeugen.
Ich erkläre ja gern jedem, der es hören will (und immer wieder auch denen, die es nicht hören wollen), dass ich finde, dass 25 Grad Aussentemperatur völlig ausreichen. Jederzeit. Immer. Überall. Und das heisst nicht, dass ich keine Sonne will, um auch das zu klären, sondern lediglich, dass die Temperatur im Schatten zwengs mir diesen Wert nicht überschreiten sollte. Wird es heisser, fährt mein System in den Energiesparmodus und ich bekomme Probleme.
Nach diesem Vorgeplänkel dürfte klar sein, dass die 32-34 Grad (Gemessen. Im Schatten! Mehrfach!!) des letzten Wochenendes eine echte Herausforderung waren. Vor allem, weil es noch dazu so verdammt schwül war.
Wenn es so heiss ist, kann man eigentlich nur Radeln. Vorzugsweise im Wesentlichen im Wald und so, dass man irgendwann an einem grösseren Gewässer landet. Wegen diverser organisatorischer Dinge kamen wir relativ spät los, so dass es schon 11 Uhr war, bis wir am Samstag das Auto am Alpsee in Immenstadt abstellten.
Viel Zeit zum ‘Einradeln’ hat man nicht. Nach 10 Minuten waren wir am Steigbachtal und es ging nach oben. Speziell im unteren Bereich ist die Strasse ins Steigbachtal brutal steil (finde ich). Noch dazu liegt die Strecke am Anfang im Bereich des Erdrutsches und liegt voll in der Sonne. Es ist mir bisher noch nie passiert, aber da wurde mir tatsächlich beim Radeln schwindlig. Uff! Ich habe danach versucht, in den Steilstellen so langsam wie möglich zu radeln (Was natürlich nur bis zu einem bestimmten Punkt möglich ist, sonst fällt man um. Geschoben habe ich nicht.).
Die Strategie, einen beschatteten Waldweg zu radeln ging nur teilweise auf. Im oberen Teil wurde die Forststrasse frei geschnitten, so dass wir zwar tatsächlich auf einem Waldweg radelten, aber nicht immer im Schatten, wie geplant. Es war heißheißheiß!
Die kühlende Abfahrt zur Hochgratbahn Talstation unterbrachen wir an der Unteren Eck Alpe, wo es extrem guten Kuchen, guten Kaffee und sehr nette junge Älpler gibt. Die weitere Abfahrt mussten wir leider wegen Holzfällung um eine kleine Extra-Runde erweitern, was nicht so schlimm gewesen wäre, wenn der neue breite Forstweg nicht ganz so sonnig und heiss und staubig gewesen wäre.
Für den Rückweg zum Alpsee nahmen wir einen ganz neuen Weg, der zwar teils schwer zu radeln war (weil steil und steinig), sich dafür aber durch Wald und generell wunderschöne Gegend auszeichnete. Zum Schluss nahmen wir noch ein wohlverdientes Bad im Alpsee, der bei Weitem nicht mehr so kalt ist, wie wir gedacht hatten.
Am Sonntag war es kühler und ab Mittag schon waren Gewitter angesagt. Wir steckten Regenklamotten in die Rucksäcke und rüsteten mit Schirmen auf. Als wir von er Gunzesrieder Säge zum Stuiben starteten, war der Himmel noch weitgehend blau und die Sonne brannte mit so viel Kraft, dass wir immer froh waren, wenn wir wieder in den Wald kamen. Aber es war insgesamt deutlich kühler.
Der Himmel zog immer weiter zu und kurz vor dem Gipfel erreichten uns tiefhängende Wolken, so dass wir oben im wabernden Nebel standen. Der Abstieg zwischen Stuiben und Sederer Stuiben ist nicht wirklich Fivefinger-geeignet (in dem losen Sand-Erde-Gemisch im steilen Hang sind Profilsohlen schon vortelhaft), aber mit ein wenig Herumgeeigere kommt man auch damit runter.
Das Wetter sah zwar grimmig aus, aber der Regen erreichte uns erst auf der Gunzesrieder Talstrasse kurz vor dem Auto. Wir kehrten in der Alpe Gerstenbrändle ein. Feiner Kuchen, prima Kaffee, entzückendes Geschirr und nette Leute.
Diesmal wieder gemischte Bilder.
Nicht wundern, ich bin immer noch ein Wochenende hinten dran, deswegen passt das Wetter nicht zum eben vergangenen Wochenende.
Derzeit ist allzuviel Bergablaufen nicht so toll, deswegen gab es 2 Mal Bike & Hike. Mit der neuen Kamera, die erstens ein tolles Zoom hat (mit dem Nebeneffekt, dass man auch ganz toll Bilder verwackeln kann, Stabilisator hin oder her), und die man mit allerlei lustigem Zubehör wie Filtern versorgen kann.
Samstag ging es mit den Bikes ins Retterschwanger Tal bis ganz hinten hinauf zur Hinteren Entschenalpe. Von dort ging es mit Fivefingers (zwengs Trainung und Spass) hintenrum auf den Entschenkopf, vorne wieder runter und auf dem zugewachsenen Weg, den wir schon mal verloren hatten, zurück zur Hinteren Entschenalpe. Die Wegfindung klappte diesmal besser und wir mussten uns nicht weglos durchs Gebüsch schlagen. Am Ende Kaffee und Kuchen im Mitterhaus.
Sonntag radelten wir das Gunzesrieder Tal bis zur Scheidwangalpe hinauf und stiegen (wieder Fiverfingers-bewehrt) aufs Rindalphorn. Alles ganz gemütlich und mit vielen Foto-Stopps.
Die Bilder da unten sind allesamt von mir. Endlich kann ich auch tolle Schmetterlingsbilder machen :-)
Freitag ging trotz schönstem Wetter für den organisatorischen Kram drauf, wegen dem wir den Gardasee verlassen hatten. Immerhin reichte es für einige schöne Minuten auf der Terrasse. Und mit der neuen Kamera spielen konnte ich auch schon mal :-)
Da wir mit einigen Blessuren vom Gardasee zurück gekommen waren, liefen wir am Samstag ‘nur’ über die Sonnenköpfe. Für mein Knie und den Knöchel des besten Allgäuers von Allen war das aber durchaus ausreichend. Am Schnippenkopf nahmen wir eher zufällig den direkten Weg auf den Grat, den wir bislang gar nicht kannten. Der ist schmal und nett, also eher Trittspuren als ein Weg, aber da wir mit Fivefingers unterwegs waren, hätte es diese zusätzliche Schwierigkeit gar nicht wirklich gebraucht. Immerhin: Die neuen FiveFingers können also auch weglos ;-)
Am Rückweg machten wir noch einen Abstecher zu den Hinanger Wasserfällen. Man vermutet das gar nicht, aber in dem kleinen Wäldchen da unten verbirgt sich ein erstaunlich sehenswerter Wasserfall.
Sonntag war dann wieder Radeln angesagt. Erst mal Schnitzlertal und dann weiter über Jungholz und die obere Stubental-Alpe und die Buronhütte, eine ganz nette Runde. Allerdings hing über dieser Gegend die wohl einzige Wolke Südbayerns und wir froren teils erbärmlich bei der Abfahrt. Nett war es trotzdem und daheim in Kempten war dann auch wieder Sonne!
Tatsächlich war der Himmel am Mittwoch in der Früh klar und blau mit einzelnen Schäfchenwolken. Aaaah, so schön kann der Gardasee also aussehen! Heute war wieder Radeln dran und der beste Allgäuer von Allen hatte aus dem zweiten Moser-Gardasee-Guide eine eher komplizierte aber schöne und anspruchsvolle Runde zwischen Arco und Varone ausgesucht.
Weil die Fahrräder eh schon im Auto waren, fuhren wir die paar Kilometer nach Arco und starteten von dort. Erst mal ging es durch Arco selber, das wirklich eine entzückende Altstadt unter dem grossen Burgfelsen hat. Danach führte eine sehr komplizierte Fahranweisung durch die Wein- und Oliven-Haine hinter Arco, in denen wir uns irgendwann komplett verfuhren und auf unfahrbar steilen Betonpisten landeten.
Nach einiger Suche (und etwas Schieben) kamen wir dann aber doch auf die kleine Strasse nach San Giovanni al Monte. Da hatte es regen Mountainbike-Verkehr, denn die Tour nach San Giovanni wird heftig beworben.
Wir bogen am Doss del Clef auf eine Forststrasse ab und radelten hinauf zur Bocca di Tovo. Das Wetter hatte sich inzwischen deutlich verschlechtert und es grummelte beständig auf der anderen Seite des Berges.
An der Bocca sahen wir 2 jungen Mountainbikern zu, die Biker-Rüstung anlegten (Schienbein-, Knie- und Unterarm-Schützer und Helm natürlich) und sich dann samt aktivierter Helmkameras auf den seitlich hinab führenden Pfad stürzten. Oha. Was uns da wohl erwarten würde?
Ein ziemlich steiniger, teils sehr steiler Trial erwartete uns. Der beste Allgäuer von allen fuhr das Meiste ab, ich hatte natürlich erst mal Bammel, weil ich selten so langsam fahren konnte, wie ich gerne gewollt hätte ;-)
Der Trial ging in eine steile Betonpiste über, dann in eine Forststrasse. Von der sollte dann links ein schmaler Pfad abgehen. Einen Pfad fanden wir keinen, aber etwa in der richtigen Gegend eine nigelnagelneue Piste. Die nahmen wir und das war wohl richtig, denn daraus wurde bald wieder ein teils steiler halb verfallener Maultierpfad.
Übung macht die Meisterin ;-) Nein, natürlich nicht, aber ich wurde dann doch immer mutiger und lernte eine Menge dazu.
Unser Timing konnte sich sehen lassen. Kaum hatten wir den Pfad hinter uns und näherten uns Tenno, holte uns das Gewitter ein und es fing an zu regnen. Wir nutzten die Gelegenheit zu einer Pause mit Kaffee und Croissant. Leider liess das Gewitter dann nicht wirklich nach, so dass wir die weitere Runde abbrachen. Aber die hätten wir eh nicht fertig fahren können, uns war die Zeit ziemlich davon gelaufen.
Der Donnerstag fing wieder strahlend schön an. Klar, das war unser letzter Tag, wir mussten heim. Auf dem Heimweg hatten wir vor, in Sarche einen relativ kurzen Klettersteig zu machen und dann gen Norden zu düsen.
Den Rino Pisetta hatten wir vor Jahren schon mal gemacht und ich hatte da eine einzelne sehr schwere Stelle in Erinnerung. Sonst nichts mehr. Der Zustieg zum Klettersteig ist nicht ganz einfach, weil der ganze Wald unter dem Dain Picol von Pfaden durchzogen wird. Einmal eine falsche Abzweigung gewählt, ist die Wegfindung ganz entschieden schwierig.
Wir brauchten 3 schweisstreibende Versuche, um schliesslich an der richtigen Stelle an die Wand zu kommen. Hmmm. Die Einstiegswand sah schon mal anspruchsvoll aus. Wir guckten den beiden einzigen anderen Ferratisti zu, wie sie am Seil die glatte Wand hinauf turnten und machten uns dann auch an den Steig.
Es zahlt sich nicht wirklich aus, einen Klettersteig schnell mal aus der Karte rauszusuchen ohne sich tatsächlich auf diesen speziellen Steig vorzubereiten. Kletterschuhe wäre nicht schlecht gewesen. Und Klettersteighandschuhe, denn dank des inzwischen reichlich glatt polierten Felses musste man oft ins Seil greifen (wir mögen eigentlich beide die Steige lieber, wo man im Fels gehen kann).
Wir brachten die Einstiegswand problemlos hinter uns und kletterten am Notausstieg vorbei. Nach zwei weiteren glatten Passagen mit einer eher ekligen Querung kam der beste Allgäuer von Allen zu genau der Stelle, an die ich mich noch erinnern konnte. Eine trittfreie Querung zu einer senkrechten Passage. Und rutschte in der Querung mit beiden Bergstiefeln gleichzeitig ab.
Er fiel zwar nicht in die Sicherung, aber wir beschlossen, den Steig abzubrechen. Die Blasen an 3 Fingern von Ralles rechter Hand wären weiterer Seilhangelei wenig dienlich gewesen und ich hatte auch schon sehr gestresste Hände. Für den Rino Pisetta muss man sich einfach besser ausrüsten. Wir kletterten zurück zum Notausstieg (nicht ganz einfach, das) und folgten dem Seil teils durch Vegetation krabbelnd zurück zum Einstieg und stiegen nach Sarche ab.
Zum Ausgleich für die Niederlage wäre uns ein ordentliches Eis Recht gewesen, aber Sarche besteht nur aus einer grossen Kreuzung und es gab keine Gelateria dort. Wir gönnten uns feine Pasta zwischen den beiden Seen stattdessen. Danach blieb nur noch, nach Hause zu fahren.
Die Vorzeige-Mountainbiketour am Gardasee ist laut Moser-Bike-Guide die grosse Tremalzo-Runde. Über 2000 Höhenmeter bei über 60 Kilometern. Zum Ausgleich grossartige Landschaft, tolle, einsame Strassen, Forstwege und Trials und natürlich haufenweise Ruhm und Ehre. Und viele Möglichkeiten zum Abkürzen, sollte man sich da doch ein wenig übernommen haben ;-)
Am Montag stellten wir also den Kangoo in aller Frühe wieder am Parkplatz vor der Ponale-Strasse ab, luden die Räder aus dem Auto und starteten zur grossen Runde. Die 8 Kilometer von Varone nach Riva und vor allem hinterher zurück schenkten wir uns :-)
Das Wetter hätte laute Vorhersage vom Freitag am Montag recht gut sein sollen (Internet war in unserer Billig-Unterkunft etwas schwierig), aber zunächst waren die Berge rund um den Gardasee wolkenverhangen. Wir waren aber guter Dinge: Gardasee, Süden, das würde schon werden.
Die Ponale-Strasse war genauso schön zu radeln und zu begucken, wie schon am Vortag. Die Abzweigung zum Fausto Susatti hatten wir bald hinter uns und radelten vergnügt weiter Richtung Abzweigung Ledrosee und Pregasina und machten allenaselang Fotos. An der Abzweigung nahmen wir die Strasse nach Pregasina und die Strecke stieg ein wenig an, aber es war kaum jemals so steil, dass man hätte in den ersten Gang schalten müssen.
Kurz nach Pregasina wurde es etwas steiler und zwei Mal sogar richtig steil, kurz nur. Das Radeln war wirklich vergnüglich, allerdings kamen wir kurz hinter Pregasina in die Wolken, so dass die Sache mit der Aussicht und der grossartigen Landschaft, die uns versprochen worden war, ein wenig zu wünschen übrig liess. Aber das würde schon noch werden, Gardasee, Süden und so.
Zunächst wurde es allerdings nass. Es fing nämlich an zu nieseln und dann ordentlich zu schütten. Wir stellten uns eine halbe Stunde im Wald unter ein paar grossen Bäumen unter und harrten der Dinge die da kamen. Schöneres Wetter, ganz sicher! War dann mehr oder weniger auch so, denn es hörte auf zu regnen und nieselte nur noch gelegentlich aus den Wolken um uns herum vor sich hin.
An der Malga Palaer machten wir dann den einzigen Fehler des Tages und nahmen die falsche Strasse, weil da viele Reifenspuren waren. Die Strasse, bei dem im Bike-Guide stand ‘nicht nehmen, unfahrbar’, wie wir später feststellten. Man kann dem nur zustimmen, das war wieder so wüste Abfahrtspiste für Halbverrückte. Wir radelten etwa 20 Meter und schoben die Räder dann etwa 200 Höhenmeter hinauf zum Passo Rocchetta. Hätte man auch einfacher haben können, die Forststrasse macht einen schönen Bogen um die Piste.
Vom Passo Rocchetta aus ging es erst mal einen schönen weitgehend fahrbaren Trial immer am Rand eines Abgrunds entlang (man hätte da bestimmt ganz toll zum See hinabsehen können), der sich im weissen Nichts verlor. Ganz erstaunlicherweise fand sich am Ende des Trials ein Kiosk, wo man Getränke und Snacks kaufen konnte. Wir gönnten uns eine Pause mit einem Panini und radelten dann auf der Tremalzo-Forststrasse, die dort anfängt, weiter.
Es geht eine ganze Weile lang in leichtem Bergauf-Bergab immer mehr oder weniger am Grat, bzw. Rücken entlang. Die Strasse ist leicht zu radeln, allerdings hätte gelegentlich etwas mehr Aussicht nicht geschadet. Immer nur Weiss-in-Weiss wird auf Dauer doch ein bisserl langweilig. Ausserdem war es im Nebel da oben auf über 1200m ganz entschieden kühl, darauf waren wir nur sehr bedingt eingestellt.
Nach dem Passo Nota, der letzten Abbruch-Möglichkeit ins Ledro-Tal (Umdrehen geht aber natürlich immer) ging es dann endgültig hinauf zum Tremalzo-Tunnel. Wieder und wieder fiel uns auf, dass die Landschaft da oben ganz und gar grossartig sein musste, denn die Strasse windet sich manchmal in atemberaubenden Kehren durch steile Felsen und man sah an der Seite interessante Felstürmchen. Sonst sahen wir aber im Wesentlichen Nebel.
Trotz der (vermutlich) gewagten Streckenführung ist die Tremalzostrasse nie besonders schwierig zu radeln oder besonders steil, so dass wir am Tunnel zwar reichlich Hintern-Weh von der langen Sitzerei hatten, aber uns keineswegs erschöpft fühlten. Die Strecke ist natürlich lang, aber durch die gemässigte Steigung ist der Anstieg durchaus verträglich.
Nach dem Tunnel geht es dann bergab. Auf der Ledro-Seite war sogar etwas Sonne zu sehen. Bis zum Rifugio Garda dachten wir noch mit leichter Jacke und Pulli auszukommen, dort rüsteten wir aber mit Regenklamotten und Handschuhen auf. Trotzdem war uns nach der halben Abfahrt einfach nur erbärmlich kalt und wir machten an einem sonnigen windgeschützten Plätzchen an der Strasse eine Pause zum Aufwärmen. Selten eine Pause direkt an einer Strasse so genossen :-)
Bald waren wir im Tal und konnten auf der prima ausgebauten und beschilderten Radstrecke das Ledro-Tal Richtung Gardasee befahren. Am See gab es an einem Campingplatz endlich Kaffee und ein Muffin, dann stürzten wir uns auf der alten Ponale-Strasse gen Gardasee und schafften es Sekunden vor dem Regen die Räder wieder im Auto zu verstauen. Alles zusammen: 2063 Höhenmeter, 63 Kilometer, gut 11 Stunden mit allen Pausen :-) Aber wir müssen die Runde bei Gelegenheit wiederholen. Ich würde schon gern mal sehen, wie es da oben aussieht.
Für den Dienstag hatten wir uns die Via Ferrata dell’ Amicia vorgenommen, den ‘Leiternsteig’. Als ich das erste Mal aufstand, regnete draussen wie aus Kübeln. Beim zweiten Aufstehen schüttete es immer noch. Wir nutzten die Gelegenheit und kauften nochmal im Supermarkt ein und gönnten uns ein ausgiebiges Frühstück. Danach regnete es noch immer.
Irgendwann hatten wir genug und beschlossen, einen Regenspaziergang zu machen. Von Riva hinauf zur Chiesa Santa Barbara, der kleinen auch nachts beleuchteten Kapelle direkt über Riva und der Bastione. Den gesamten Hochweg liess der Regen nicht einmal nach. Auf dem Runterweg täuschte das Wetter mit einer kurzen Regenpause an und schlug dann, während wir in Riva Kaffee und Kuchen genossen, wieder zu und gab nochmal alles. Zurück am Apartment schien es aber aufzuklaren. Wir schöpften Hoffnung für den nächsten Tag!
Vor dem Abendessen machten wir noch einen Abstecher zur Cascata Varone, von der wir eigentlich gar nichts gewusst hatten. Aber überall gab es Hinweisschilder. Das war dann schon sehr beeindruckend. Die Cascata Varone ist ein hoher Wasserfall, der sich eine extrem enge hohe Klamm gegraben hat und den man unten und oben über 2 Tunnel besuchen kann. Von aussen ist der Wasserfall nicht zu sehen, nur zu hören.
In den beiden Tunnels wird man komplett eingenebelt und nass gesprüht, speziell im oberen. Fotografieren ist praktisch unmöglich. Wir hatten zwar jeder einen Regenschirm dabei, man hätte aber einen Trockenanzug und eine Unterwasser-Kamera gebraucht. Das war höchst beeindruckend!
Den ersten halben Tag, also Samstag, nutzen wir für eine Mountainbike-Einradeltour direkt vom Apartment aus. Obwohl die Tour eigentlich aus dem Moser-Bike-Guide war, fing sie recht langweilig an, nämlich auf der Strasse von Riva zum Tennosee. ‘Wenig befahren’ ist vielleicht relativ ;-)
Später wurde die Tour zur Capanna Grassi tatsächlich einsamer, aber sie führte bis fast ganz oben auf Teer, was auf Dauer dann doch ein bisserl langweilig wird, zumal es auch wenig Aussicht gab. An der Capanna gab es ein Panini und Bier, dann machten wir uns an die Abfahrt, wobei wir wenig mehr erwarteten als beim Hochfahren.
Aber da rächte sich, dass ich aus Zeitmangel die Tour nur auf der Karte betrachtet hatte und nicht genau gelesen hatte. Beide waren wir überrascht, als sich der Abfahrtsweg als steiler, steiniger, rutschiger, verfallener Maultiersteig entpuppte. Ähem.
Ich schob anfangs eine Menge, wurde mit Zeit und Übung dann aber mutiger und fand mich schon ganz schön cool, als von hinten 2 Downhillfahrer in einem Tempo an uns vorbei brausten, dass mir fast schwindelig wurde. Ich führe jetzt mal an, dass die ja auch eine Rüstung anhatten und wir nicht ;-) Stimmt aber nicht, ich brauche einfach Zeit, um sowas zu üben. Der beste Allgäuer von Allen hatte den Bogen natürlich schnell raus und musste dann immer wieder auf mich warten.
In Campi war der schwierige Teil vorbei und wir konnten auf einem viel einfacher zu bewältigenden Weg nach Riva runter düsen. Zusammengenommen war das dann wegen der spektakulären Abfahrt doch eine ziemlich tolle Runde :-)
Am Sonntag stellten wir den Kangoo in der Früh an einem der wenigen kostenlosen Parkplätze in Riva ab und stapften zu Fuss die alte Ponale-Strasse Richtung Ledrosee hinauf. Die ist eine der Mountainbike-Strecken am Gardasee und entsprechend befahren. Wir bogen nach ein paar Kilometern von der Strasse ab und schraubten uns in schönster Einsamkeit auf einem kleinen schmalen Steiglein Richtung Cima Capi hinauf.
Wir waren ganz erstaunt, wie allein wir unterwegs waren. Als wir aber den Einstieg des Klettersteigs Fausto Susatti erreichten, wurde schnell klar, warum das so war. Zum Einstieg kommt man nämlich auch schneller und einfacher vom Ledrosee aus. Im Klettersteig waren viele Familien, die uns alle ganz problemlos passieren liessen. Der Steig ist schön angelegt und einfach.
Nach der Cima Capi bogen die vielen Leute alle wieder ab und wir hatten den restlichen wunderschönen Weg entlang der Steilwand des Corna Frea und zurück nach Riva del Garda wieder ganz für uns allein :-)