Nachdem wir uns an der Krinnenspitze so über die blöden Rodel von AlpenGaudi hatten ärgern müssen, hatten wir uns beschwert und Austauschrodel zugesagt bekommen. ‘Das Problem sei bekannt.’, hatte es geheissen.
Die Austauschrodel kamen erstaunlich schnell, blieb nur noch das Testen. So recht Lust hatten wir ja nicht, denn nachdem wir den ersten Rodel zusammengebaut hatten, sah der nur unwesentlich anders aus als der Vorige. An den Kufen hatte man ein wenig mehr abgeschliffen, so dass die Grate nicht ganz so scharf waren, aber es waren noch immer Alu-Kufen und sie sahen genauso untauglich aus wie die anderen. Wir konnten uns beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Rodel besser rodelten und sahen uns beim Test-Ausflug die Teile so wie beim letzten Mal den Berg runter ziehen. Aber irgendwann mussten wir sie ausprobieren.
Da traf es sich gut, dass es wieder ein wenig geschneit hatte und dass wir am Samstag sowieso nur den halben Tag lang Zeit hatten. Auf zum Rodeln!

Jaja, das kommt von das, wer Skifahren geht, muss ‘nacharbeiten’ ;-) Ich schreib jetzt lieber nicht, wie lang ich heute im Büro war. Aber der Tag gestern war es wert :-) Auch dass mir heut das Knie weh tut.
Ein Tag Skifahren in schwerem Schnee ist halt doch was anderes als eine Skitour, egal wie weit man aufsteigt und wie widerlich der Schnee ist, am Ende hat man eben nur eine einzige Abfahrt.
So schwer es zu glauben scheinen mag, wir hatten den ganzen Tag bestes Wetter. So gut sogar, dass ich einen Sonnenbrand bekommen habe, weil ich in der Früh zur falschen Sonnencreme gegriffen habe (LSF 15 statt 30). Als ich nach München fuhr, war noch alles voller Wolken und das Wetter sah ziemlich zweifelhaft aus, kaum waren wir in Österreich, wurde es schön und als wir Österreich wieder verliessen, fing es prompt zu regnen an. Besser geht es doch gar nicht.
Noch weilen die Südfranzosen bei der Mama, daher war am Sonntag Neffen-Unterhaltung angesagt (was nach der langen Samstags-Tour auch gar nicht unangenehm war). Diesmal hatten wir uns die Krinnenalpe ausgeguckt, die eine 3,5 Kilometer lange Rodelbahn hat.
Und weil im Tannheimer Tal auch unten schon Schnee liegt hatten wir wieder die eigenen Rodel dabei. Die 2 alten grünen Sonderangebots-Plastik-Rodel (einstmals für 8 DM erstanden) und die neuen Alu-Rodel von AlpenGaudi, die toll aussehen, recht durchdacht und stabil wirken und die uns im tiefen Schnee nach Weihnachten allerdings ein wenig enttäuscht hatten, weil mit Rodeln nicht allzu viel gegangen war. Aber hier war ja kein tiefer Schnee sondern eine gewalzte und bestens präparierte Rodelbahn.
Theoretisch hätten wir genügend Rodel dabei gehabt, so dass beide grossen Neffen allein hätten rodeln können, aber da das bedeutet hätte, dass sie den Rodel allein hätten hinaufziehen müssen, verzichtete der dunkle Zwilling. Der blonde Zwilling suchte sich einen der hübschen Alu-Rodel aus und dann stapften wir mit 4 Rodeln die Bahn hinauf.

Wenn die Franzosen ins heimische Bayern kommen, dann müssen die Neffen bespasst werden. Wobei ‘müssen’ nicht ganz richtig ist - wir ‘dürfen’, sind die 3 Jungs doch die besten Neffen von Welt :-)
Jedenfalls wollten wir was ‘Winterliches’ machen, weil unsere Südfranzosen ja keinen richtigen Winter haben. Rodeln also. Nur - die Schneelage ist dem Rodeln in den Voralpen nicht mehr wirklich zuträglich. Nach langer Suche und einigem Überlegen entschied ich dann, dass am Imberger Horn gerodelt werden musste und zwar mit Fremdrodeln, um die eigenen nicht bis hinauf tragen zu müssen. Denn selbstverständlich wird vor der Rodlerei den Berg hinauf gelaufen.
4:00h. Die Tür zum Wohnzimmer schlägt krachend zu, ich wache auf. Eine halbe Stunde noch, dann ist es eh so weit. Die geplante Tour ist lang, da heisst es das Tageslicht ausnützen. Aber was ist das? Regen? Ja, Regen. Na wird schon werden, der Wetterbericht hat Sonne und Wolken vorher gesagt.
4:30h. Weckerklingeln. Es regnet immer noch. Aber wird schon werden, wir stehen auf, frühstücken, schauen uns zweifelnd das Wetter an, fahren los. Immerhin hat es aufgehört zu regnen und die knallrote Morgensonne spitzt durch Wolkenlöcher.
Oberjoch, es wird merklich dunkler. An der Grenze fängt es zu nieseln an, in Tannheim schüttet es. In Rauth auch. Vor dem winzigen Bergdorf kann man in der Wiese parken. Wir gucken dem Regensturm vor dem Autofenster zu. Das sieht nicht so aus, als würde es bald aufhören, im gegenteil, die Wolken werden immer dichter und dunkler. Und fdann auf die Lailachspitze? Mit leichter Kletterei und eine so lange Tour?
Wir disponieren um. Regenwetter ist Pilzwetter, probieren wir halt mal ein neues Gebiet aus. Wir fahren ein stück weit zurück und packen am Parkplatz die Rucksäcke aus und uns ein und steigen langsam am Waldrand hoch. Es ist so nass, dass das Wasser auf der Wiese und in den Kuhtritten steht, manchmal tritt man in ein schlammiges Loch, meist trägt der Boden aber. Wir kletter durch unzählige Wasserläufe und Rinnen und stapfen weglos durch waldige Almwiesen während es regnet und regnet und regnet.
Nach 2 Stunden hört der Regen auf und wir stapfen mit reicher Beute wieder zum Auto. Ein gutes Kilo Steinpilze, endlich mal Pfifferlinge, ein Pfund etwa, sonst Maronen, Semmelstoppelpilze, Täublinge, ein Schmerling.

Ab Mittag dann Sonne, die wir auf der Terrasse und auf Liegestühlen ausnutzen, auch ganz nett. Heute gibt es Pfifferlinge und Mischpilze mit Bandnudeln, morgen Steinpilze mit Semmel(n)knödel(n). Die Lailachspitze haben wir verschoben, vielleicht auf morgen, ich schau mir das Wetter morgen mal um halb fünf an, dann sehen wir weiter :-)
Nannte es der beste Allgäuer von Allen, als wir heute im winterlichen Wald einen ‘Spaziergang’ mit Langlauf-Skiern machten.

Viel Schnee hat es nicht im Allgäu, auch nicht oben in Eschach, aber das was da ist hängt (noch) sehr malerisch an den Bäumen und sieht sehr sehr schön aus.